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Camping In Wales

Camping in Wales: Wichtige Infos für den Urlaub in walisischer Natur

Ob nun in Llanfairpwllgwyngyll oder in Cwmrhydyceirw oder sonst wo in Wales, im Land des roten Drachen fühlst du dich als Camper sicherlich herzlich willkommen. In diesem Übersichtsartikel möchte ich dir Wales als Camping- und Reiseland näher vorstellen.

Campingarten in Wales

Ob nun mit Wohnwagen, Wohnmobil oder mit dem Zelt, das Camper-Dasein kann zwischen den schneegepuderten Gipfeln und der brausenden See voll ausgelebt werden.

Auch andere Übernachtungsmöglichkeiten könntest du hier mal ausprobieren. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Übernachtung in einer Jurte? Das fände ich ja auch spannend! Oder du mietest dir eine feste Hütte, die gibt es auch auf ganz vielen Campingplätzen. Camping wird in Großbritannien generell groß geschrieben. Vom kleinen Naturcampingplatz bis zum Luxus-Camping ist alles vertreten.

Ich habe noch eine Idee für dich: Hast du schon einmal über eine Tour mit dem Hausboot nachgedacht? In ganz Großbritannien kannst du mit sogenannten „Narrowboats“ die schmalen Kanäle unsicher machen. Es gibt die Boote in unterschiedlichen Größen, entsprechend der mitreisenden Personenanzahl und die Routen sind echt spektakulär. Weiter unten im Artikel stelle ich dir eine Bootstour genauer vor.

Wildcamping und freies Stehen in Wales

Es gibt in Wales kein Gesetz, welches das Wildcampen offiziell erlaubt. Geregelt wird alles über die Kommunikation mit dem jeweiligen Landbesitzer, denn der größte Teil der Grundstücke in Wales ist in Privatbesitz. Daher müsste die Genehmigung der Grundstückseigentümer eingeholt werden, wenn du wildcampen möchtest. Im Brecon Beacons National Park, im Herzen von Wales gelegen, kannst du dir zum Beispiel eine Liste der lokalen Landwirte besorgen, welche Wildcampen auf ihren Flächen erlauben. Toleriert wird das Wildcampen oftmals auch in den anderen Landesteilen, da die meisten Waliser selbst gerne in der Natur unterwegs sind. Wichtig ist, dass du darauf achtest, deinen Übernachtungsplatz sauber und unversehrt zu hinterlassen. Besonders reizvoll zum Wildcampen ist die Gegend um Snowdonia. In der Regel wird das freie Campen hier bereitwillig geduldet und es gibt sehr viele wilde und wundervolle Übernachtungsplätze. Für freies Stehen mit dem Wohnmobil gilt das Gleiche. Es gibt wirklich wunderschöne Ecken, die du dort entdecken kannst, ob nun zu Fuß mit Zelt oder mit dem Reisemobil. Falls dich dieses Thema interessiert, lies gerne auch mal unseren Artikel „Wildcamping in Europa“.

Foto: (c) Walton West

Tourentipps

Wie wärs mal mit ’nem Boot?

Ich glaube, sobald du im Hafen von Chirk stehst und die Schlüssel zu der Nussschale, die für die nächsten fünf bis sieben Tage dein Zuhause sein wird, in deiner Hand klimpern, kommt so richtig Freude auf. Bei meiner Recherche fand ich die Bootstour von „Black Prince Narrow Boats“ von Chirk nach Whitchurch echt spannend. Die Navigation obliegt dir und deiner Crew, es ist kein externer Skipper an Bord. Was für ein Abenteuer. Immer entlang auf dem schmalen Llangollen Kanal schipperst du durch die sanften Hügel von Nordwales. Ein Höhepunkt auf der Tour ist sicherlich die Überquerung des imposanten Pontcysyllte Aquäduktes, welches sich in fast 40 Metern Höhe über den Fluss Dee hinüberstreckt. Auf dieser Tour entdeckst du also beeindruckende Bauwerke, aber auch menschenleere Natur sowie alte mittelalterliche Schlösser. An besonders schönen Flecken kannst du das Boot befestigen und die Gegend zu Fuß erkunden. So viel Zeit muss sein! Abends kannst du immer in einem kleinen Hafen anlegen und entweder selbst auf dem Boot kochen oder eines der vielen Pubs besuchen. Herrlich. Ich habe dir auch mal ein Preisbeispiel rausgesucht: Wenn du ein Narrow Boat bei Black Prince mietest, kostet eine Woche in der Hauptsaison (Juli) für 4-5 Personen 1.849 Pfund. Im Preis inklusive sind Handtücher und Bettwäsche, Diesel und ein Parkplatz für dein Auto. Vielleicht ist ja etwas für dich dabei!

Fotos: (c) Black Prince

Wohnmobil

Für deine Tour mit dem Campervan empfehle ich dir den Snowdonia National Park. Von dieser tollen Gegend kann ich dir aus erster Hand erzählen. Die Hügel erheben sich erst noch recht sanft, bevor es in die höheren Lagen geht. Man fährt durch das Naturgebiet und es wird immer einsamer, immer ruhiger, immer wilder. Der mächtige Berg Snowdon ist dann meist bereits ein wenig von Schnee bedeckt. Mit 1.085 Metern Höhe ist er im Vergleich zu den Alpen kein Riese, aber wenn du erst einmal dort stehst und den „Eryr“ auf dich wirken lässt, ist er nicht weniger spektakulär. Die Landschaft mit Hügeln, Bergen und Seen hat eine wohltuende Ruhe an sich. Mich hat sie sehr beeindruckt.

Ein guter Ausgangspunkt, um den Snowdonia National Park zu erkunden, ist der Tyn Cornel Campingplatz. Hier gibt es alles, was du zwischendurch so brauchst (Waschmaschine, Duschen und ein offenes WiFi Netzwerk). Eine Übernachtung für ein Wohnmobil mit Stromanschluss kostet für zwei Personen 16-20 Pfund pro Nacht. Solltest du mal eine Wohnmobil-Pause brauchen und dir ein bisschen Luxus-Camping gönnen wollen, gibt es auf diesem Campingplatz auch sogenannte „Bell-Tents“. Mich hat schon der reine Anblick verzaubert. Die schön eingerichteten, großen Zelte sehen einfach urgemütlich aus. Wenn da abends der kleine Holzofen prasselt, ist eine tolle Atmosphäre garantiert.

Von Snowdonia aus kannst du auf dem Cambrian Way bis nach Cardiff in den Süden fahren. Einen kurzen Stopp würde ich auf dieser wunderschönen Route bei dem Städtchen Brecon machen. Diese typisch walisische kleine Marktstadt ist gekennzeichnet durch die alten, georgianischen Häuser, gemütliche Cafés, faszinierende Museen und natürlich Pubs. Auch die Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert ist eine sehr beeindruckende Sehenswürdigkeit.

Wenn du die Park4Night App benutzt, findest du viele schöne Stellplätze, die entlang des Cambrian Way verzeichnet sind. Ob nun auf dem Bauernhof, mitten in der Natur, auf dem Campingplatz oder in Dörfern und Städten, in Wales lässt es sich mit dem Wohnmobil gut stehen.

Zelt

Der Pembrokeshire Coast Path ist einer der eindrücklichsten Weitwanderwege in Wales. Wenn es dir also in den Füßen juckt und deine Wanderstiefel dich jedes Mal vorwurfsvoll aus der Ecke heraus ansehen, wenn du am Schuhschrank vorbei kommst, dann schnapp sie dir, pack deinen Schlafsack und dein Zelt ein und fahre los nach St. Dogmaels. Denn an diesem nördlichsten Punkt beginnt der Trail, der durch den Pembrokeshire Coast National Park führt. Immer an der Küste entlang führt er dich vorbei an den unterschiedlichsten maritimen Landschaften. Von steilen Kalksteinklippen zu roten Sandsteinbuchten und Landzungen mit vulkanischem Ursprung wechseln sich immer wieder Sandstrände mit alten Gletschertälern ab. Wenn du den gesamten Coast Path an einem Stück laufen möchtest, brauchst du etwa 10-15 Tage. Unterwegs kannst du wildcampen oder auch mal einen Zwischenstopp auf einem Campingplatz einlegen.

Ein richtig schöner, kleiner Naturcampingplatz auf dieser Strecke heißt Walton West Campsite und liegt bei Little Haven im walisischen Pembrokeshire. Auf der großen Wiese inmitten einer wunderbaren Naturlandschaft kannst du problemlos dein Zelt aufschlagen. Falls du mal eine Laufpause brauchst, gibt es zum Campingplatz auch eine gute Busverbindung. In der Hauptsaison kostet eine Übernachtung 14 Pfund pro Nacht für Erwachsene und 8 Pfund für Kinder.

Weiter nördlich, in spektakulärer Lage mit Blick übers Meer, liegt der Celtic Camping. Nur 500 m vom offiziellen Pembrokeshire Coast Path entfernt, hast du hier die Möglichkeit, etwas Wäsche zu waschen oder die sanitären Anlagen zu nutzen. Hunde sind hier ebenfalls herzlich willkommen und wenn du mal eine Zeltpause brauchst, kannst du dich bei Celtic Camping auch in ein sogenanntes „Bunkhouse“ einmieten. Dort gibt es neben Badezimmern auch Kochgelegenheiten. Die Übernachtung im Bunkhouse kostet ohne Frühstück 24 Pfund und mit Full Welsh Breakfast 32 Pfund. Auf dem Campingplatz kostet die Übernachtung für Erwachsene 12 Pfund und für Kinder 6 Pfund.

An diesem Küstenweg entlang zu wandern, lädt unbedingt dazu ein, verschiedene maritime Aktivitäten auszuprobieren. Es gibt zum Beispiel viele Surfschulen, die Surf-Unterricht anbieten. Alternativ könntest du auch mal eine Kayak- oder Coasteering-Tour machen. Coasteering ist das Äquivalent zum bekannteren Canyoning, nur eben am Meer anstatt in den Bergen. Falls du aber doch etwas Stadtfeeling brauchst, dann ist der kleine Hafenort Tenby zu empfehlen. Kleine Cafés und kleine Läden voller Charakter laden dich hier ein. Die Stunden werden in diesem Örtchen sicherlich einfach verfliegen. Die fantastische Landschaft des Pembrokeshire Coast Path ist in sich als unvergleichliche Sehenswürdigkeit zu betrachten. Also, genieße diese Tour mit allen Sinnen!

Foto: (c) Tyn Cornel Camping

Weitere schöne Camping-Gegenden

In Wales gibt es viele Strände, für die die simple Beschreibung „schön“ gar nicht ausreicht. Im Sommer sind die Strände sehr gut besucht. Wenn du aber die Möglichkeit hast, dann könntest du dir einen Campingplatz suchen, der direkt am Strand liegt und somit einen Strandspaziergang genießen, wenn die Tagesgäste weg sind.

Eine Idee ist zum Beispiel Llanggrannog Beach. Hier gibt es einen wirklich tollen Sandstrand und im Beach Café soll das hausgemachte Eis sehr gut sein. Der nahegelegene Campingplatz Cardigan Bay Camping Club in Ceredigion bietet Stellplätze mit oder ohne Stromanschluss, Sanitäranlagen und einen Service Point für Wohnmobile und Wohnwagen. Der Campingplatz ist hundefreundlich und angeschlossen an schöne Spazierwege. Außerdem sind alle Einrichtungen auf diesem Platz behindertengerecht. Du übernachtest hier für ungefähr 7 -12 Pfund pro Nacht und Person. Der Preis einer Übernachtung weicht je nach Saison und Stellplatz ab.

Weiter nördlich, am Strand von Criccieth, trifft der Sandstrand auf ein kleines, altertümliches Städtchen. Dieser Spot ist recht ruhig und selten überfüllt. Hunde sind in bestimmten Strandabschnitten erlaubt. Wenn du am Sand- und Kieselstrand entlang läufst, hast du zu jeder Seite eine tolle Aussicht auf die Landzunge und das alte Mittelalterschloss aus dem 13. Jahrhundert, welches die Bucht überblickt. Den Campingplatz Llanystumdwy findest du ganz in der Nähe des Ortes Criccieth. Dieser Platz ist behindertengerecht ausgebaut und bietet neben den üblichen Annehmlichkeiten auch freies WiFi. Hunde sind hier ebenfalls herzlich willkommen. Kostentechnisch liegt auch dieser Campingplatz bei circa 7-12 Pfund pro Nacht und Gast.

Beide Strandcampingplätze sind auf der Webseite des britischen Camping- und Caravanclubs zu finden.

Weitere Top-Campingplätze in Wales findest du zum Beispiel auf der Seite von CoolCamping oder Suncamp. Per App kannst du auch über den ADAC Campingführer viele Campingplätze problemlos auf dem Handy checken. Dafür lädst du dir einfach die Camping- und Stellplatzführer-App runter. Auch bei unserer Partnerseite PinCamp kannst du nach schönen Campingplätzen in Wales suchen.

Foto: (c) Visit Wales

Was kostet Camping in Wales?

Grundsätzlich wird in Wales in Pfund Sterling bezahlt (£). Ein Pfund Sterling entspricht momentan 1,19 Euro.

Die Preise für einen Stellplatz auf einem der zahlreichen Campingplätze in Wales sind je nach Saison und Feiertagen gestaffelt. Meist bezahlst du zwischen 7 und 15 Pfund pro Nacht und Person. Hunde sind auf den allermeisten Campingplätzen herzlich willkommen und kosten nur einen kleinen Betrag extra, denn Großbritannien ist generell ein sehr hundefreundliches Land.

Mit der Campingkarte von ACSI kannst du in der Nebensaison auf verschiedenen Campingplätzen in Wales eventuell noch einmal ein bisschen Geld sparen. Falls du darüber mehr lesen willst, schau dir gerne unseren Artikel über Rabattkarten an.

Wenn du mit dem Wohnmobil oder mit dem Wohnwagen unterwegs bist, bleibt das Tanken nicht aus. Die Benzinpreise liegen in Wales momentan bei 1,23 Pfund (1,48 Euro) pro Liter. Der Liter Diesel kostet in Wales 1,29 Pfund (1,53 Euro). Dazu kommt natürlich auch das leibliche Wohl. Ich habe längere Zeit in Großbritannien gelebt und kann dir sagen: das Essen ist weit besser als sein Ruf. Ich habe dort noch nie etwas gegessen, was nicht sehr, sehr lecker war. Ich habe meist alle Lebensmittel bei Tesco eingekauft. Die Kette ist überall im Land zu finden und dort gibt es alles, was du so brauchst. Natürlich gibt es auch andere Supermärkte wie Aldi oder Coop. Ich finde, auch hier bleiben die Kosten doch ganz gut im Rahmen. Ich hab mal einen kleinen virtuellen Einkauf für dich gemacht, damit du einen Eindruck von den Lebensmittelpreisen in Wales bekommst:

  • Instantkaffee – 5 Pfund
  • Milch (2 Liter) – 1,10 Pfund
  • Brot – 1,60 Pfund
  • BBQ-Hähnchen (1 Kilogramm) – 2,10 Pfund
  • Bio-Hähnchen (ganz) – 12,00 Pfund
  • Grillwürstchen (6 Stück) – 2,50 Pfund
  • Äpfel (5 Stück) – 1,60 Pfund
  • Salat (100 Gramm) – 1 Pfund
  • Salatgurke – 0,60 Pfund

Foto: (c) Visit Wales

Anreise nach Wales

Um selbst mit dem eigenen oder in Deutschland gemieteten Wohnmobil nach Wales zu kommen, hast du zwei Möglichkeiten, um  von Frankreich nach Großbritannien überzusetzen: Entweder du nimmst die eine der Fähren oder den Eurotunnel.

Anreise nach Wales durch den Eurotunnel

Wenn du den 50 km langen Tunnel von Calais nach Folkstone nehmen willst, kannst du vorab dein Ticket online buchen. Das Straßennetz ist nahtlos an das Terminal des Zuges angeschlossen und nachdem du dort eingecheckt hast, und die Passkontrolle sowie die Sicherheitschecks absolviert sind, geht die Einfahrt in den Zug los. Die Maße deines Wohnmobils werden schon bei der Buchung aufgenommen und du kannst meist auf dem einstöckigen Waggon parken (weil die meisten Wohnmobile über 1,85 Meter hoch sind). Dort stehen die Fahrzeuge nicht in zwei Etagen übereinander und du hast genug Platz zum Rangieren. Während der 30 minütigen Fahrt kannst du problemlos im Camper bleiben. Kostentechnisch gibt es eine recht weite Spanne, je nach Fahrzeug, Saison und Sonderangeboten. Generell bezahlst du für eine Fahrt durch den Eurotunnel 100-270 €.

Anreise nach Wales mit der Fähre

Wenn du dich für eine Überfahrt mit der Fähre (sei es von Dünkirchen oder von Calais aus) entscheidest, lohnt es sich oft, recht früh dein Ticket zu buchen. Spontanität ist hier leider ein echter Kostenfaktor. Allgemein liegt eine im Voraus gebuchte Überfahrt bei etwa 100 € (ein Weg). In Calais gibt es ebenfalls Stell- und Campingplätze. Falls du recht früh morgens die Fähre nimmst, gibt es dort auch Übernachtungsmöglichkeiten. Einchecken kannst du bereits einige Stunden vor der planmäßigen Abfahrt, woraufhin du einer Wartespur zugewiesen wirst. Von dort aus geht es dann aufs Schiff. Im Gegensatz zum Eurotunnel darfst du während der Überfahrt nicht in deinem Fahrzeug bleiben. Alle Passagiere müssen während der Fahrt an Deck sein, wohingegen Haustiere im Camper bzw. im Auto bleiben müssen. Dies ist auch der Grund, warum sich viele Camper, die ihr Haustier auf der Reise dabei haben, für eine Überfahrt mit dem Zug durch den Tunnel entscheiden. Die Fährüberfahrt dauert etwa 90 Minuten und nach dem Anlegen kannst du dich problemlos in den Linksverkehr in Richtung Autobahn M20 nach Wales einreihen.

Wohnmobil mieten in Wales

Wenn du nicht selbst mit dem Wohnmobil auf die Insel fahren möchtest, gibt es auch andere Möglichkeiten. In den größeren Städten kannst du ein Wohnmobil für die Dauer deiner Reise mieten. Ich habe drei Ausgangspunkte und drei unterschiedliche  Wohnmobil-Vermieter für dich rausgesucht.

Wenn du zum Beispiel nach Birmingham fliegst, bist du am idealen Ausgangspunkt für deine Wales-Rundreise, weil diese englische Stadt recht nah an der walisischen Grenze liegt. Bei Bunkcampers, kannst du Wohnmobile verschiedener Größe und Ausstattung mieten. Wenn du dort einen teilintegrierten Camper mit vier Schlafplätzen für sieben Tage mietest, kostet es in der Hochsaison 1.504 Euro und in der Nebensaison 679 Euro. Dieses Angebot enthält eine unbegrenzte Kilometeranzahl und besteht für Fahrer ab 35 Jahren. Solltest du das Wohnmobil selbst fahren wollen und bist jünger als 35 Jahre, dann wird es etwas teurer. Generell musst du als Fahrer mindestens 21 Jahre alt und darfst höchstens 74 Jahre alt sein und seit mindestens zwei Jahren den Führerschein haben. Weitere Extras sind natürlich individuell zu buchbar. Möchtest du zum Beispiel eine portable chemische Toilette (inklusive Toilettenchemie) und ein Navigationsgerät mitnehmen, würde das insgesamt 127 Euro zusätzlich kosten. Abholen und wieder abgeben kannst den gemieteten Camper bei Bunkcampers in Allesey, Coventry. Die Entfernung zum Flughafen beträgt 13 Kilometer.

Ein zweiter Vorschlag ist, nach London zu fliegen und von dort aus eine 16 tägige Tour durch England und Wales zu starten. Dein Hauptziel ist natürlich auch bei dieser Tour Wales. Über Oxford fährst du weiter nach Bristol und in Null Komma nichts bist du schon in Cardiff, der walisischen Hauptstadt! So hast du die Möglichkeit, zu einem recht guten Preis auch noch einen Blick auf London zu werfen, wenn du Lust dazu hast. Die Entfernung von London nach Cardiff beträgt 220 Kilometer. Über World Wide Wheels kannst du einen kleinen Campingbus mit zwei Schlafplätzen für 16 Tage zu einem Preis von 1.470 Euro in der Hochsaison und 568 Euro in der Nebensaison mieten. Der Fahrer muss mindestens 30 Jahre und darf höchstens 69 Jahre alt sein. Abholen kannst du den Bus bei der Vermietung Spaceships Campervan Hire in London (sechs Kilometer vom Flughafen Heathrow entfernt). Bei diesem Anbieter sind ebenfalls unzählige Dinge zubuchbar. Vom Flughafentransfer, über Campingstühle, Navigationssystem oder Ventilator ist hier vieles möglich.

Ein weiterer Anbieter, bei dem du ein Wohnmobil in Wales mieten kannst, ist Indie Campers. Hier wäre dein Startpunkt Manchester. Von Manchester aus bist du ebenfalls sehr schnell im Norden von Wales. Wenn du hier ein kleines, teilintegriertes Wohnmobil mit zwei Schlafplätzen sowie Dusche und Toilette mietest, kostet es in der Hauptsaison 1.157 Euro und in der Nebensaison 553 Euro. Bei Fahrern, die jünger sind als 25 Jahre muss ein sogenannter Standardschutzplan dazu gebucht werden. Darin enthalten ist eine Reifen- und Fensterversicherung sowie ein zusätzlicher Fahrer. Dieser Standardschutzplan kostet 133 Euro extra. Bei Indicampers können verschiedene Extras auch kostenlos dazu gebucht werden. Der Service bei diesem Anbieter inkludiert zum Beispiel Bettwäsche, einen Flughafentransfer, 24/7 Abhol- und Abgabeservice, einen Kindersitz und Pannenhilfe.

Infos zum Verkehr in Wales

Maut in Wales

Im Gegensatz zu England ist Wales weitestgehend mautfrei. Bei einigen Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel der Severn Brücke, muss Maut bezahlt werden. Wenn du dich zum Thema Maut näher informieren willst, empfehle ich dir unseren großen Maut Artikel. Dort findest du noch weiteres Wissenswertes dazu.

Fahren in Wales

Mit dem Wohnmobil in Wales zu reisen, bedeutet erst einmal: Linksverkehr beachten! Bei gemieteten Fahrzeugen ist es zu Beginn komisch, die Gangschaltung mit der linken Hand zu bedienen und dass du rechts überholt wirst. Auch „falsch herum“ in den Kreisverkehr zu fahren, ist ein echtes Gehirnjogging. Ich habe mich daran aber recht schnell gewöhnt. Zu Beginn ist etwas mehr Konzentrationsleistung gefragt, aber dann, naja, klappt es mit links. Manche Straßen in ländlichen Gegenden sind sehr eng und oft auch von hohen Hecken begrenzt. Darauf solltest du dich einfach einstellen und damit rechnen, dass du manchmal, je nach entgegen kommendem Verkehr, ein Stück rückwärts fahren musst. Die Waliser sehen das aber sehr gelassen und sind in solchen Situationen meist total entspannt.

Die Geschwindigkeitsbegrenzungen in Wales sind folgendermaßen gestaffelt: In einer Ortschaft darfst du maximal 30 Meilen pro Stunde (mph = miles per hour) fahren. Das entspricht etwa 48 km/h. Außerorts dürfen 50 mph gefahren werden (etwa 80 km/h) und auf der Autobahn ist die Geschwindigkeit auf 80 mph (etwa 112 km/h) begrenzt. Wenn du ein Wohnmobil oder Gespann über 3,5 Tonnen fährst, dann gilt die Einschränkung, dass du auf der Autobahn mit maximal 60 mph unterwegs sein darfst (das wären etwa 96 km/h). Die restlichen Geschwindigkeitsgrenzen bleiben gleich.

In Großbritannien sind Umweltzonen in großen Städten erst im Kommen. Nur in Bath, Leeds, Birmingham und London gibt es sogenannte Low Emission Zones (LEZ). In Wales gibt es solche bisher noch nicht.

Fotos: (c) Visit Wales

Camping- und Reiseführer Wales

Wenn du dich für Wales als Reiseland interessierst, dann möchte ich dir noch ein paar schöne Campingführer an die Hand geben:

Mit dem Wohnmobil nach Wales“ von Christian Winkler gibt dir einen guten Überblick über Tourenmöglichkeiten. Eine schöne Sammlung von bekannten Sehenswürdigkeiten sowie unbekannteren, aber dennoch sehenswerten Spots werden hier mit sehr pragmatischen und nützlichen Camper-Infos kombiniert.

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Der Lonely Planet Reiseführer über Wales ist ebenfalls empfehlenswert. Hier gibt’s sehr detailreiche Infos zu allen nennenswerten Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten, mit Öffnungszeiten und Eintrittspreisen. Das ist vielleicht was für dich, wenn du deine Tour schon von zuhause aus etwas gewissenhafter planen willst. Mit den Kapiteln „Wales verstehen“ und „Praktische Informationen“ werden dir mit diesem Buch noch weitere wissenswerte Informationen zu diesem Reiseland geliefert.

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Einen Tipp für einen englischsprachigen Guide möchte ich dir auch mitgeben. Damit kannst du dich vielleicht auch sprachlich auf deinen Wales-Urlaub einstimmen. Und zwar heißt das Buch „The Tippler`s Touring Guide to Wales“ von Clive Williams. Der einheimische Autor stellt hier viele unterschiedliche Campingplätze vor und verbindet seine Beschreibungen stets mit den besten Pubs, die unweit der Campingplätze zu finden sind. Ein paar Sightseeing Tips sind natürlich auch dabei.

Weitere allgemeine Infos

Die Notfallnummer in Wales ist die Euro-Notrufnummer 112 oder die 999.

Persönliches Fazit zum Camping in Wales

Wales ist in jedem Fall eine Reise wert. Mich persönlich hat die Landschaft durch ihre Vielseitigkeit sehr beeindruckt. Wenn vielleicht auch ein untypisches Land für einen Campingurlaub, hat Wales für Camper durchaus viel zu bieten. Zugegeben, wer gerne bei 26 Grad Wassertemperatur badet, der sollte keinen Zeh in die irische See setzen. Dieses Meer zwischen Wales und Irland hat es nämlich in sich. Wem kühlere Gewässer aber nichts ausmachen, wen schroffe Küstenlinien begeistern und wer trotzdem auch gerne mal am Sandstrand liegt, dem sei Wales sehr ans Herz gelegt.

Die Angaben und Preise sind Stand Februar 2020.

Titelfoto: (c) Walton West

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