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Update: Gasprüfung für Wohnmobil und Wohnwagen

Update: Gasprüfung für Wohnmobil und Wohnwagen

Die Gasprüfung für ein Wohnmobil und einen Wohnwagen (offizielle Bezeichnung: Prüfbescheinigung Technische Regeln „Flüssiggasanlagen in Fahrzeugen“ nach dem Arbeitsblatt G 607 des DVGW) musste bislang  alle 2 Jahre wiederholt werden, wenn keine Änderungen am Gassystem durchgeführt wurden. Damit wird die Sicherheit der Gasanlage, die aus Heizung, Warmwasser, Kühlschrank, Herd und anderen Geräten bestehen kann, gewährleistet.

Wozu brauche ich eine Gasprüfung?

Die Gasprüfung war beim Wohnmobil bislang Voraussetzung für die Hauptuntersuchung (HU), oft „TÜV“ genannt. Ohne bestandene Gasprüfung gab es keinen TÜV. Dies hat sich im Januar 2020 vorübergehend geändert.

Auch viele Campingplätze oder Stellplätze fordern in ihren Bedingungen eine gültige Gasprüfung.

Schon zu deiner eigene Sicherheit und der deiner Familie solltest du die Gasprüfung regelmäßig wiederholen lassen. Somit kannst du sicher sein, dass deine Gasanlage in ordnungsgemäßem Zustand ist. Denn austretendes Gas kann zu Erstickung oder Explosionen führen.

Kommt es zu einem Brand durch ein Gasgerät in deinem Campingfahrzeug und greift der Brand auf andere Fahrzeuge oder Gebäude über, kann eine Versicherung bei nicht-vorhandener Gasprüfung unter Umständen die Zahlung verweigern.

Gas Absperrhähne

Gas Absperrhähne regelmäßig bewegen, damit diese leichtgängig bleiben.

Neu: Änderungen zur Gasprüfung beim Wohnmobil

Die Gasanlage muss beim Wohnmobil vor der ersten Inbetriebnahme durch einen Sachverständigen überprüft und abgenommen werden. Das wird bei Neufahrzeugen durch den Hersteller erledigt. Danach musste bis Januar 2020 alle zwei Jahre eine erneute Gasprüfung vorgenommen werden. Ohne diese gab es keine erfolgreiche Hauptuntersuchung („TÜV“). Die gesetzliche Grundlage dafür schafft der Paragraph 29 der StVZO und die Anlage VIII der StVZO.

G 607 bei Wohnmobilen aktuell ausgesetzt

Ende 2019 überraschte das „Verkehrsblatt“, das Amtsblatt des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit der Meldung, dass die Gasprüfungspflicht G 607 bei Wohnmobilen vorübergehend bis zum 01.01.2023 außer Kraft ist (s. hierzu auch unseren ausführlichen Artikel Gasprüfungspflicht bei Wohnmobilen vorübergehend ausgesetzt).

Ausgerechnet die Prüfung, die uns den Nachweis für die Sicherheit und Dichtheit unserer Gasanlage bescheinigt. 

Was war passiert?

Wie das BMVI mitteilt, waren zwei Gründe aussschlaggebend für die Aussetzung:

  1. die so genannte „messtechnische Rückführung“, also die Kalibrierung der eingesetzten Prüfgeräte, sei bei der Qualitätsüberwachung in der HU nicht gegeben 
  2. die ausführenden Sachkundigen seien häufig nicht ausreichend für die Aufgabe qualifiziert. 

Für die Wohnmobilisten unter uns bedeutet das nun ganz konkret, dass wir bis Januar 2023 ohne die gelbe Prüfbescheinigung zur HU beim TÜV oder anderen Prüfstellen vorfahren dürfen.

Warum du die Gasprüfung trotzdem machen solltest

Bei der HU wird die Flüssiggasanlage auch bis zum 01.01.2023 weiterhin beurteilt und bewertet. So gelten unzulässige, beschädigte oder mangelhaft befestigte Teile der Anlage auch während dieser Zeit als erheblicher Mangel, der zum Nichtbestehen der Untersuchung führt. Außerdem erklärten der Caravaning Industrie Verband e.V., der Deutsche Verband Flüssiggas e.V. und der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik e.V. in einer gemeinsamen Fachinformation, dass die G 607-Prüfung der Gasanlage von Wohnmobilen weiterhin zulässig ist und die Prüfung alle zwei Jahre vor allem aus Sicherheits- und versicherungsrechtlichen Gründen durchgeführt werden sollte.

Vor allem versicherungsrechtlich ist mit Problemen zu rechnen, da eine defekte Gasanlage zum Verlust des Versicherungsschutzes führen kann. Im übrigen verlangen zahlreiche Campingplätze im In- und Ausland als Vorsichtsmassnahme die Vorlage der Gas-Prüfbescheinigung beim Einchecken.

Die Plakette für erfolgreiche Prüfung muss übrigens ebenso wie die Plakette der Hauptuntersuchung am Fahrzeug angebracht werden. Es gibt jedoch keine Regel, wo das zu erfolgen hat.

Gasprüfung beim Wohnwagen

Bei einem Wohnwagen ist das Nichtbestehen der Gasprüfung ein sogenannter „nicht erheblicher Mangel“ im Rahmen der HU. Das bedeutet: Selbst wenn dein Wohnwagen keine Gasprüfung hat oder diese nicht besteht, bekommt der Anhänger trotzdem die erfolgreiche Hauptuntersuchung bestätigt. Die Gasanlage selbst muss jedoch bei der ersten Inbetriebnahme ebenso wie bei einem Wohnmobil abgenommen werden.

Kann im Falle eines Unfalls keine bestandene Prüfung nach Arbeitsblatt G 607 der DVGW nachgewiesen werden, kann das als grobe Fahrlässigkeit gelten und der Versicherungsschutz entfallen.

Laut Arbeitsblatt G 607 der DVGW ist die Prüfung einer Gasanlage alle 2 Jahre Pflicht sowohl im Wohnmobil als auch im Wohnwagen. Die Seite 607.de/faq, die vom Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik e.V.  betrieben wird, widerspricht sich bei diesem Thema übrigens selbst.

Für Wohnwagen gilt dasselbe, was wir oben zum Thema Wohnmobil geschrieben hatten:

Ein Campingplatzbetreiber darf jedoch den Nachweis einer erfolgreichen Gasprüfung verlangen und bei Fehlen den Zugang zum Campingplatz verwehren. Bei Dauercampern wird das häufig, auch im EU-Ausland, verlangt. Die Platzbetreiber haben dabei die Sicherheit aller Menschen auf dem Platz im Sinn.

Und im eigenen Interesse und aus Verantwortung zu deinen Mitreisenden und anderen Verkehrsteilnehmern solltest du keinesfalls auf die Prüfung verzichten. Zu groß ist die Vergiftungs- und Explosionsgefahr, wenn du mit einer ungeprüften Gasanlage unterwegs bist.

Wer führt eine Gasprüfung durch?

Sehr viele Caravan- und Wohnmobil-Händler sowie Fachwerkstätten und Prüfgesellschaften wie der TÜV bieten Gasprüfungen an. Auch auf vielen Campinplätze finden regelmäßige Abnahmen statt. Es gibt sogar mobile Dienstleister, die zu dir ans WoMo kommen und die Prüfung dort durchführen.

Welche Voraussetzungen gelten für die Gasprüfung?

Für die erfolgreiche Prüfung benötigst du:

  • eine angeschlossene, nicht leere Gasflasche
  • genug Ladung in der Batterie um Gasgeräte zu zünden (nicht notwendig bei Piezo-Zünder)
  • alle ans Gas-System angeschlossenen Geräte müssen funktionieren
  • das gelbe Prüfbescheinigungsheft
Druckminderer und Gasschlauch

Druckminderer und Gasschlauch müssen alle 10 Jahre getauscht werden

Prüfe außerdem, ob der Druckminderer und Anschlussschlauch nicht älter als 10 Jahre sind. Die Prüfung unterliegt der europäischen Norm EN 1949 und EN 12864/13786. Demnach müssen Druckreglergeräte sowie nicht feste Anschlussleitungen spätestens 10 Jahre nach Herstellung ausgetauscht werden, unabhängig von deren Zustand.

Was wird bei der Gasprüfung gecheckt?

Gasherd muss funktionieren

Jedes Gerät muss funktionieren. Hier der Gasherd.

Nach einem festgelegtem Prüfplan werden unter anderem folgende Dinge geprüft:

  • Prüfung der Halterung der Gasflaschen
  • Prüfung der Lüftungsöffnung im Gaskasten
  • Check, dass keine elektrischen Einrichtungen im Gaskasten sind
  • Dichtheit der Gasanlage
  • Prüfung der Sicherheitsventile
  • Funktionsfähigkeit der Gasanlage
  • Prüfung des Alters von Anschlussschlauch und Druckminderer
  • Prüfung der einzelnen Gasgeräte sowie Sicherheitsventile auf korrekte Funktion (brennen alle Flammen, schalten die Ventile ab etc.)
  • Prüfung der Abgasrohre

In dem folgenden Video wird das Ganze von einem Prüfer einmal komplett geschildert:

YouTube

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Was kostet die Gasprüfung?

20 bis 50 Euro sind ein gängiger Preis in Deutschland für die Prüfung. Je nach dem, wo sie abgelegt wird, kann es aber auch teurer werden. Ich habe schon Händler gesehen, die bis zu 60 Euro für eine Gasprüfung verlangt haben.

Wo kann ich eine Gasprüfung machen lassen?

Normalerweise kann man die Gasprüfung überall da machen, wo man die Hauptuntersuchung durchführen lässt. Die Prüfer müssen vom Deutschen Verband Flüssiggas geschult sein und eine Sachkundigenprüfung abgelegt haben. Wir haben dazu die folgenden Firmen recherchiert, bei denen man nach Standort suchen kann:

Liste von Prüfbetrieben des Deutschen Verband Flüssiggas.
Standortsuche vom TÜV Süd für Gasprüfung.

Weitere Infos, die vielleicht interessant für dich sind:

Fotos: (c) CamperStyle
Video: (c) gaspruefung-koeln.de/YouTube

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Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Hab heute eine TÜV für einen Wohnwagen gemacht (TÜV Süd). Ich hätte eine Gasprüfung machen müssen, hab mich allerdings dazu entschieden, die Gasanlage stattdessen stillzulegen. Bei der GTÜ wäre eine Gasprüfung nicht erforderlich gewesen.

  2. Es ist nicht egal. Auf jeden Fall bei Wohnmobilen nicht. Sobald deine Gasprüfung abgelaufen ist, erlischt die des Wohnmobils, weil die Gasprüfung unmittelbar mit der Prüfung für die Straßenverkehrstauglichkeit zusammenhängt.
    Das ist so, als wenn du mit einem defekten Auspuff durch die Gegend fährst. Früher bekam man dann von der Polizei eine sog. ‚Mängelkarte‘ und musste das innerhalb von sechs Wochen beseitigen und dann vorzeigen.

    1. Hallo Harald, was genau möchtest du wissen? Beim Wohnmobil ist es Pflicht, beim Wohnwagen nicht. Der von dir verlinkte Text ist am Anfang ziemlich ungenau und schwammig. Weiter unten steht in einem Nebensatz, dass die Prüfung für motorisierte Fahrzeuge verpflichtend ist. Die Überschrift des verlinkten Textes passt dazu nicht wirklich. VG, Sebastian

  3. Wisst ihr zufällig, wie „schlimm“ es ist, wenn ich die Gasprüfung (die erste beim Neuwagen) statt nach 2 Jahren, erst nach 2,5 Jahren machen lasse? Ich will nächstes Jahr ungern meine Reisepläne nur für diese Gasprüfung umbiegen… 🙂
    Gracias!

    1. Ich würde mich jetzt nicht trauen, da eine Prognose abzugeben – am sichersten könnten dir zu dem Thema bestimmt ein Gasprüfer oder der TÜV bzw. die DEKRA Auskunft geben. Aber: Du brauchst die Gasprüfung ja auf jeden Fall auch, um durch die HU zu kommen. Denn ohne die kannst du wiederum mit dem Versicherungsschutz Probleme kriegen. Vielleicht synchronisierst du einfach Gasprüfung und HU (das haben wir auch gemacht)? Dann hättest du künftig nur einmal das Gerenne. Falls das nicht geht, kannst du die Gasprüfung vielleicht vor Ablauf der Zeit machen, so bist du auf der sicheren Seite. Viele Grüße! Nele

    2. Es ist egal, solange man dich nicht ohne Prüfung erwischt. Denn niemand kann sagen ob du die Anlage außer betrieb gesetzt hast oder eine neue installiert hast.
      Da du aber ohne Gasprüfung keinen Tüv bekommen würdest, hast du ja auch keinen Tüv mehr

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