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Caravaning 2026: Diese Entwicklungen überraschen selbst die Branche

Die Lust auf Caravaning ist ungebrochen – doch unter der Oberfläche des Boom-Markts zeigen sich neue Herausforderungen. Die aktuelle Branchenstudie „Focus Caravaning“ offenbart: Die Zielgruppe wird jünger, investiert mehr in ihre Reisen, stellt aber auch wachsende Ansprüche an Fahrzeuge, Infrastruktur und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig spitzt sich die Lage im Handel zu: Margen schrumpfen, Werkstattkosten steigen, der Preisdruck wächst.

Die umfassende Marktanalyse wurde auf der Urlaubsmesse CMT in Stuttgart vorgestellt und gibt Einblicke in die Stimmungslage von Kundschaft und Händlern – und sie zeigt, wo der Markt derzeit wirklich steht.

Neue Zielgruppen, neues Reiseverhalten

Mehr als 19 Millionen Menschen in Deutschland interessieren sich laut der Studie aktuell für das Thema Caravaning. Dabei fällt auf: Die Szene verändert sich. Besonders die 18- bis 30-Jährigen sowie die Gruppe der Über-60-Jährigen gewinnen an Relevanz. Was auf den ersten Blick gegensätzlich wirkt, zeigt in der Summe: Caravaning wird generationenübergreifend immer attraktiver.

Auch Haushalte mit drei oder mehr Personen zeigen überdurchschnittlich starkes Interesse. Das flexible Reisen mit Wohnwagen oder Reisemobil trifft offenbar einen Nerv – gerade in einer Zeit, in der Unabhängigkeit und Selbstbestimmung beim Urlaub eine größere Rolle spielen.

Mehr Geld für die schönste Zeit des Jahres

Die Investitionsbereitschaft steigt – zumindest auf Seiten der Kundinnen und Kunden. Im Schnitt geben Caravaning-Reisende für ihren Haupturlaub inzwischen rund 2.800 Euro aus. Das sind gut 140 Euro mehr als noch im Vorjahr. Pro Tag und Person werden etwa 110 Euro kalkuliert.

Gleichzeitig planen viele, mehr Tage als bisher unterwegs zu sein – trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten. Das zeigt: Caravaning bleibt ein Stück Lebensqualität, in das man gerne investiert.

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Die steigenden Betriebskosten – etwa für Werkstätten, Reparaturen und Versicherung – machen sich laut Studie bereits bemerkbar. Wer sein Fahrzeug aufrüsten oder warten lassen will, sollte frühzeitig planen.

Infrastruktur, Nachhaltigkeit und KI: Das wünschen sich die Reisenden

Ein Blick auf die Erwartungen der Kundschaft zeigt, wie stark sich das Caravaning-Erlebnis gerade verändert: Fast die Hälfte der Befragten wünscht sich eine verpflichtende Infrastruktur an Raststätten – inklusive Entsorgungs- und Lademöglichkeiten, auch kostenpflichtig.

Ökologische und soziale Aspekte werden ebenfalls immer wichtiger: Der Wunsch nach einem umweltverträglicheren Urlaub wächst. Gleichzeitig lassen sich immer mehr Menschen bei der Routenplanung oder Stellplatzsuche von KI-gestützten Apps und Tools unterstützen.

Die Fahrzeuge: Worauf Käufer 2026 achten

Beim Fahrzeugkauf zählen heute mehr als nur Preis und Marke. Neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis achten Käufer vor allem auf eine gute Innenausstattung, ausreichend Stauraum und Alltagstauglichkeit. Auffällig: Auch die Nachrüstbarkeit spielt eine wachsende Rolle – etwa für Solarpanels oder moderne Batteriesysteme.

Der stationäre Fachhandel bleibt dabei die wichtigste Anlaufstelle: 47 % der künftigen Käuferschaft wollen ihr Fahrzeug direkt vor Ort erwerben. Aber auch der Messekauf spielt weiterhin eine Rolle: Jeder Fünfte entscheidet sich dort für ein neues Modell.

Handel unter Druck – aber mit Hoffnung

Während die Nachfrage nach wie vor stark ist, steht der Handel vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen. Die Margen sinken, die Einkaufspreise steigen – und gleichzeitig erwarten Kundinnen und Kunden eine wachsende Servicequalität. Werkstattpreise und Versicherungskosten treiben die Betriebskosten in die Höhe.

Trotzdem zeigt sich die Branche laut Studie verhalten optimistisch: Viele Händler planen Investitionen und rechnen mit steigenden Absätzen – getragen von einer weiterhin starken Kundennachfrage.

Über die Studie „Focus Caravaning“

Focus Caravaning“ ist eine unabhängige Brancheninitiative, die jährlich im Rahmen der CMT in Stuttgart vorgestellt wird. Die Studie wird von der gsr Unternehmensberatung GmbH in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen MiiOS GmbH durchgeführt.

Sie basiert auf repräsentativen Befragungen und liefert datenbasierte Einblicke in das Verhalten, die Erwartungen und das Investitionsverhalten von Caravaning-Interessierten in Deutschland.

Hinter der Initiative stehen zahlreiche Branchenpartner – darunter Auto Bild Reisemobil, die CMT Stuttgart, PiNCAMP, die akf bank und Jahn & Partner. Ihr Ziel: mehr Transparenz, Orientierung und Impulse für nachhaltige Entwicklung in der Caravaning-Welt.

Titelbild: © ArturVerkhovetskiy / Depositphotos.com

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Nele Landero Flores

Träumte seit ihrer Kindheit von einem Leben auf Rädern. Tourt jetzt mit Mann und Hund ganzjährig im Wohnwagen durch Europa und verbringt die kalten Wintermonate in Mexiko. Expertin für Caravan, Camping-Ausstattung, Reise-(Geheim)Tipps, Dauerreisen und Arbeiten unterwegs. Lieblingsspots: Andalusien, Baskenland, Albanien & Mexiko.

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