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Gasflaschen In Der Schweiz Von Vitogaz

Gasflaschen in der Schweiz – Anbieter, Preise und Tauschmöglichkeiten

„D’Schwiiz“, wie die Schweizer zu sagen pflegen, ist ein beliebtes Urlaubsziel unter Wanderern, Wintersportlern, Architekturliebhabern und Freunden der Kulinarik. Selbstverständlich lässt sich das kleine, aber beeindruckende Alpenland auch wunderbar mit dem Wohnmobil erkunden. Empfehlenswert ist in dem Fall eine volle Gasflasche, denn selbst im Sommer kann es, besonders in höheren Lagen, ziemlich frisch werden. Da dir eine deutsche Gasflasche in der Schweiz niemand neu befüllen wird, musst du entweder genügend Gasvorrat im Gepäck haben oder dich zwangsläufig mit dem Schweizer Gasflaschensystem auseinandersetzen. Aber wie sieht es mit der Gasversorgung in der Schweiz aus und kannst du eine Schweizer Flasche einfach so in deinem Wohnmobil anschließen? Damit du während deines Urlaubs nicht frieren musst, habe ich dir alle wichtigen Infos zusammengetragen.

Welche Gasflaschen gibt es in der Schweiz und wie verwendest du sie?

Aktuell gibt es zwei namhafte Schweizer Gasflaschenanbieter: „Vitogaz“ und „Flaga“. Bis vor kurzem gab es noch einen weiteren Anbieter. Wie offiziell auf den Webseiten beider Anbieter verkündet, übergab „Socarenergy“ 01.10.2020 die Flüssiggasaktivitäten an Flaga. Mit einem Konkurrenten weniger im Rennen bieten beide übriggebliebenen Anbieter sowohl Stahl- als auch Kunststoffflaschen in verschiedenen Größen an. Sämtliche Flaschen sind mit einem Gemisch aus flüssigem Propan und Butan gefüllt.

Bei Vitogaz heißen die Kunststoffflaschen „Vitolight“ und sind mit einem Füllgewicht von 7,5 Kilogramm und 10 Kilogramm erhältlich. Stahlflaschen gibt es in 5 und 10,5 Kilo-Gebinden.

Bei Flaga ist die Staffelung ähnlich. Die Kunststoffflaschen mit dem Namen „Composite“ gibt es mit 5, 7,5 und 10 Kilogramm, die Stahlflaschen mit 5, 11 und 33 Kilo Füllung. Die 11 kg-Flasche, mit über 60 kg Gesamtgewicht, dürfte aber eine untergeordnete Rolle spielen.

Der Anschluss aller Flaschen ist dem deutscher Gasflaschen sehr ähnlich. Der Gewindedurchmesser ist derselbe und dennoch sind die Anschlüsse nicht identisch. Die Art der Abdichtung zwischen Druckminderer und Gasflasche unterscheidet sich drastisch. Somit ist, auch wenn der Anschluss augenscheinlich zu passen scheint, dringend davon abzuraten, eine Schweizer Gasflasche ohne weiteres an ein System anzuschließen, das auf deutsche Gasflaschen ausgelegt ist. Sonst kann es richtig gefährlich werden!

Schweizer Gasflasche anschließen

Eine Möglichkeit, die Schweizer Gasflaschen dennoch verwenden zu können, sind die Gasentnahme-Adapter, die du in fast jedem Campingshop im Set für die ganze EU kaufen kannst. Ja, ich weiß, die Schweiz gehört nicht zur EU, aber der Adapter ist ebenfalls in diesem Set enthalten. Während meiner Recherche habe ich immer wieder gelesen, dass davon abgeraten wird, einen solchen Adapter zu benutzen. Da der Standard für Gasdruckregler aber sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz bei 50 mbar liegt, gibt es meiner Meinung nach keine ersichtlichen Grund dafür ,den Adapter nicht zu nutzen. Wichtig ist nur, dass du dich auf mehreren Wegen von der Dichtigkeit der Verbindung überzeugst. Nutze dafür deine Sinnesorgane und zusätzlich eine Seifenlauge oder ein speziell für diesen Zweck vorgesehenes Lecksuchspray.

Falls dir diese Option trotz aller Absicherung zu unsicher ist, kannst du entweder einen Schweizer Gasdruckregler mit dem richtigen Übergang von Regler auf Gasflasche kaufen und in deinem Fahrzeug verbauen oder aber du mietest dir einen Druckregler mit der Gasflasche zusammen. Dies soll unter anderem bei Shell möglich sein.

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Gasflasche in der Schweiz kaufen

An fast jeder Tankstelle, in Baumärkten wie Bauhaus, Hornbach und Co. und in Geschäften wie Coop, Migros und Landi, ist es möglich, an eine Schweizer Gasflasche heranzukommen. Allerdings musst du einmal tief Luft holen, bevor ich dir jetzt ein paar Preise nenne. Für die 7,5 kg Füllung einer Vitolight-Flasche von Vitogaz zahlst du 38,95 CHF, umgerechnet also um die 36,50 Euro. Entscheidest du dich für die Stahlflasche, bekommst du für denselben Preis eine 10,5 kg Flasche. Und aufgepasst, bei beiden Preisen ist das Pfand, oder Depot, wie es in der Schweiz heißt, noch nicht mit eingerechnet!

Der Pfandpreis liegt in der Regel zwischen 55 und 90 Schweizer Franken. Im vergangenen Jahr zahlte ich auf eine 5 kg Stahlflasche von Vitogaz, die ich bei Hornbach kaufte, 65 CHF, also gute 60 Euro Depot. Ich erhielt eine Depotkarte, mit der ich die Gasflasche auch (nur bei Hornbach) wieder abgeben konnte. Vom Kauf bis zur Rückgabe verlief in meinem Fall alles problemlos. Hast du erst einmal eine Schweizer Gasflasche ordnungsgemäß in deinem Fahrzeug verbaut, ist die Versorgung zwar deutlich teurer, aber genau so einfach wie in Deutschland. Alte Gasflasche ausbauen, abgeben und direkt eine neu befüllte Flasche wieder mitnehmen.

Fazit zu Gasflaschen in der Schweiz

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es in der Schweiz ziemlich einfach ist, eine Gasflasche zu bekommen und zu verbauen, solange du einen Entnahmeadapter besitzt. Noch sicherer ist das Ganze bestimmt, wenn du einen Schweizer Druckregler verbaust, egal ob gemietet oder gekauft. Dass es möglich ist, einen Druckregler gleich mitzumieten, war mir bis zu dieser Recherche auch noch nicht bewusst, wird aber bei der nächsten Reise in die Schweiz getestet. Alles in allem ist es deutlich einfacher, in der Schweiz mit Gas versorgt zu sein als in so manch anderem Land. Und falls du aus irgendeinem Grund doch einmal Schwierigkeiten haben solltest, frag’ einfach in einem Baumarkt nach Hilfe. Die Schweizer sind sehr nett und hilfsbereit und werden dich nicht im Regen stehen lassen.

Titelbild: © Gilles Dacquin / VITOGAZ Switzerland AG

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