Das Transkript der Folge
Diese Zusammenfassung wurde von einer KI erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten. Es dient zum schnellen Nachschlagen der in der Episode besprochenen Themen. Anhand der Zeitstempel sind diese dann einfach im Podcast nachzuhören.
Nele: Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.
Sebastian: Und ich bin Sebastian und heute geht's ums Schweißen.
Nele: Äh, genau gesagt ums Verschweißen.
Sebastian: Also um's noch genauer zu sagen, geht's darum, eure Hinterlassenschaften zu verschweißen.
Nele: Ich glaube, ich hatt es in der letzten Kaffeepause auch schon so kurz angeteasert. Wir sprechen heute um einen Test, den ich gemacht habe, und zwar, ähm, die hatte ich die Clesana X1, also die mobile Version der Verschweißtoilette über, hm, ich weiß gar nicht mehr, wie lang's genau war. Ich würd mal so tippen sechs Wochen ungefähr im Test. Und da wollte ich euch jetzt heute mal 'n bisschen erzählen, weil ja diese Technologie sehr viel Interesse in der Community hervorgerufen hat und wir haben das auch auf Messen mitbekommen, dass die Leute das wahnsinnig spannend finden und relevant finden für ihr eigenes Camperleben. Und ja, da gibt's heute mal die ganzen Infos für euch.
Sebastian: Und wir sind ja auch, als wir diese Technologie das erste Mal gesehen haben, nicht nur skeptisch, sondern eher ablehnend dem gegenüber gewesen aus mehreren Gründen. Also zum einen viel Kunststoff, ähm, zum anderen das Thema generell irgendwie die Sachen verschweißen und Elektronik und so weiter und haben uns dann damit beschäftigt und haben vor allen Dingen ja auch Perspektiven gesehen, warum das sinnvoll sein kann, ne. Weil w-wir gucken ja gerne mal aus der Perspektive des superkrass Intensivnutzens drauf, weil wir lange in unseren Campingfahrzeugen auch gelebt haben und dann so 'ne Dinge eben 24/7 benutzt haben, was ja nicht der normale Camping-, äh, oder Campingurlauber ist, der das ja nur teilweise benutzt. Und, äh, dann gibt's eben Menschen, die Krankheiten haben, die Medikamente nehmen und so weiter und so fort, für die so 'ne Sachen eben ein Segen oder 'ne Chance sind. Und, äh, aus all diesen Gründen haben wir uns oder haben wir uns versucht zu öffnen dem Thema oder haben uns auch geöffnet dem Thema und haben's also uns angeguckt und haben deswegen auch mal Nele wiederum, ich teste grade, ähm, zwei andere Verschweißprodukte gegeneinander sozusagen und haben uns quasi mit dem Thema auseinandergesetzt. So das vielleicht mal zur Historie, ähm, wie wir über das Thema gedacht haben und uns jetzt damit beschäftigen.
Nele: Ja, man muss auch dazu sagen, ähm, anders als manche anderen Firmen kam der Hersteller nach unserer Kritik sehr konstruktiv auf uns zu und hat uns auch zu einigen unserer Punkte eben Erklärungen geliefert, die ja aus meiner Sicht durchaus plausibel und nachvollziehbar waren. Wir haben dann auch mal vor – wie lange ist das her? – vor 'nem guten Jahr, würd ich mal tippen, 'nen Podcast mit dem Geschäftsführer gemacht. Also wenn euch diese Folge interessiert, die verlink ich euch auch noch mal in den Show Notes. Und dann kam eben das Angebot, ob wir uns nicht mal selber 'n Bild machen möchten, anstatt einfach immer nur über irgendwas zu reden, ähm, was wir nicht aus eigener Anschauung kennen. Genau, also so viel vorab. Mhm. Du hattest ja schon gesagt, also die, die Skepsis, die war immer noch da, auch, ähm, als ich den Test gemacht hab, gerade bezüglich der, des Kunststoffs, also dieser Plastikfolienleine. Ähm, aber da kann, kann ich euch ja dann am Ende noch mal sagen, ob die sich wirklich dann im Winde verweht hat oder ob da immer noch so 'n bisschen Vorbehalte da sind vielleicht.
Sebastian: Und vielleicht sollten wir auch noch dazu sagen, um was es für ein Produkt eigentlich jetzt ganz konkret geht, weil es gibt ja tatsächlich verschiedene Produkte. Ähm, Nele, worum geht es?
Nele: Hab ich das noch nicht gesagt? Die mobile Verschweißtoilette von Clesana, die X1, genau.
Sebastian: Genau. Mir ging's darum, das noch mal vollständig auch gesagt zu haben, damit, äh, damit quasi keine Missverständnisse entstehen. Und was ich ja tatsächlich auch cool finde, also, ähm, Daniel, der Geschäftsführer, das ist 'n sehr charismatischer Mensch und wenn er mit euch redet, dann, dann hat er 'n Funkeln in den Augen, und zwar nicht dieses Böse, sondern dieses, äh, der Verbesserung und, und der versteht es auch, Menschen mitzunehmen und zu begeistern. Ähm, ne, wir kommen selber aus'm Marketing. Wir, wir wissen sozusagen, dass das natürlich auch eine Wirkung hat und dass das auch im Marketing genutzt wird. Nichtsdestotrotz hat er uns auf dem Caravan Salon eben die Toilette damals gezeigt, hat uns auch gezeigt, was sie sich dabei für Gedanken gemacht haben, wie sie darüber nachdenken. Und das wiederum fand ich aus dieser, dieser Maker, also dieses Dinge entwickeln, Dinge bauen, ähm, Perspektive halt superspannend und deswegen hab ich das jetzt auch grad noch mal gesagt, weil diese Toilette eben tatsächlich relativ kompakt ist und 'n paar ganz coole Features hat und, äh, das sollte sozusagen der, der Einstieg in die Geschichte sein. Das, das eine ist das Verschweißen und das andere sind aber auch andere Dinge, die das Ding halt wirklich, ähm, kompakt machen, weil ihr seid ja mit 'nem ... Also für alle, die's jetzt nicht wissen: Ihr habt ja 'n Gespann. Das heißt, ihr habt 'n Bus, ähm, mit 'nem Wohnwagen. Und, äh, während im Wohnwagen ja die Toilette eingebaut ist und ihr den aber nicht immer dabei habt, sondern ab und zu auch mal mit dem Bus unterwegs seid, kommt ihr also quasi auch der, aus der Situation, dass ihr da schon mal mit kleinen Toiletten experimentiert habt.
Nele: Ja, und das waren Experimente – ich hatt es schon in einigen Folgen mal angedeutet – die also nicht so wahnsinnig erfolgreich waren. Generell jeder, der schon mal so 'ne normale Chemietoilette entsorgt hat, also egal ob man da jetzt Chemie reintut oder nicht, weiß jaDiese Kassettentoiletten zu entsorgen, ist nicht vergnügungssteuerpflichtig. Das macht man halt, weil's dazu gehört. Aber diese, äh, schlimmer als die eigenen Fäkalien, die man dann da durch die Gegend schunkelt, sind ja dann oft die Entsorgungsstationen. Also die sind verspritzt, die sind dreckig. Dann muss man diese Schläuche anfassen, die in den Fäkalien von anderen Leuten schon drin gehangen haben und, und, und. Also ich find's halt-- Ich mach das ja bei uns, ich versuch's immer rauszuzögern, bis es halt irgendwie dann auch bald mal nicht mehr geht, weil das irgendwas ist, was man halt ... Also es ist nicht die Lieblingsbeschäftigung. So, dann haben wir dazu 'ne Alternative gesucht und natürlich, weil so viele Leute so begeistert sind von, äh, Trenntoiletten, also Trockentrenntoiletten, haben wir gesagt: „Na gut für den Bus", weil wir den Wohnwagen ja nicht umbauen können, weil's nicht unserer ist, sondern von 'nem Sponsor, von Fendt. Ähm, gucken wir mal im Bus uns das 'n bisschen an, wie das für uns mit 'ner Trenntoilette funktioniert und sind da auf 'ne, ähm, Firma gestoßen, die eben so kleine, äh, Eurobox-formatige Trenntoiletten anbietet. Wir haben da auch 'n Testprodukt bekommen. Das war die erste Generation, die ist mittlerweile auch überarbeitet worden, ähm, aber wir sind überhaupt nicht damit klargekommen, weil eben die Trennung zwischen flüssigen und festen Stoffen, die ja bei 'ner Trenntoilette, wie, wie der Name schon sagt, essenziell sind, um eben nicht 'nen bestialischen Gestank in so 'nem kleinen Fahrzeug zu haben, die hat halt leider gar nicht funktioniert. Ähm, und es ist halt so weit, dass die Toilette jetzt auch aus'm Bus geflogen ist und demnächst dann jetzt auch auf'n Sperrmüll kommt, wenn wir wieder, ähm, 'n paar Sachen hier zusammen haben, weil keiner mehr die benutzen möchte. Und ja, und so wa... ging dann die Suche weiter. Es gibt alternative Trenntoiletten, mittlerweile wahnsinnig viele Modelle. Da waren wir eigentlich auch schon so in der Auswahl in der engeren und dann kam der Test der Clesana dazwischen, wo wir gesagt haben, da gucken wir uns jetzt die mal als Erstes an, weil das vielleicht für die, ähm, für die Bedürfnisse, die wir haben, wenn wir mit dem Bus unterwegs sind, 'ne gute Lösung sein könnte. Und ja, vielleicht steige ich mal ein: Was ist die Clesana überhaupt genau? Also ich hab schon gesagt, 'ne tragbare Verschweißtoilette. Die ist sehr kompakt gebaut, ist im Grunde so 'ne kleine Kiste aus Kunststoff, ähm, 38 mal 34 mal 30 Zentimeter, wenn ich's richtig im Kopf habe, im eingeklappten Zustand. Und wenn ich die benutzen möchte, dann muss ich die manuell, ähm, so, ähm, nach oben ziehen, dass sie quasi teleskopartig 'n bisschen ausgefahren wird und dann bekommt die auch 'ne super Sitzhöhe, zumindest für 'ne Größe, wie ich die hab, so um die 1,70 kann man da sehr bequem drauf sitzen. Ähm, da sind rechts und links Handgriffe und also kein, kein elektrischer Mechanismus, sondern wirklich einfach nach oben ziehen. Und ja, ist halt dann mit dieser Sitzhöhe auch deutlich bequemer als so 'n kleines Porta Potti, was wir zum Beispiel in Mexiko haben. Man braucht kein Werkzeug, also auch nicht für die Erst-, für den, für die Erstmontage sozusagen. Man muss da nix zusammenbauen, sondern die kommt und dann setzt man halt einfach diesen Folienliner, also die, die Hundekotbeutel für Erwachsene ein, wie ich sie immer nenne. Ähm, das ist so 'n Schlauch. Also man muss die nicht einzeln einsetzen, sondern der kommt, ähm, der kommt quasi fertig-
Sebastian: Ist wie so 'ne Endlostüte quasi.
Nele: Genau, 'ne Endlostüte und die wird dann eben nach den jeweiligen Geschäften immer verschweißt. Das erzählen wir ja gleich dann noch mal so 'n bisschen genauer. Dann, ja, hast du 'ne Zwischenfrage?
Sebastian: Ja, wie la... Also w-wie schwer ist das Ding?
Nele: Elf Kilo ungefähr. Also so, dass man die gut alleine tragen kann.
Sebastian: Weißt du zufällig, wie viel ein sozusagen gefüllt, also mit, mit Flüssigkeit gefülltes Porta Potti wiegt? Wahrscheinlich nicht, ne?
Nele: Nee, hab ich auch noch nie... Also die Kassettentoilette im Wohnwagen, wenn die voll ist, sind da ja, glaub ich, da passen, glaub ich, 20 Liter rein. Also ungefähr doppelt so schwer ist die dann wie dieses, äh, Teil leer, würd ich mal tippen.
Sebastian: Also ich seh grad, die kleine Porta Potti hat so zehn bis zwölf Liter Fäkalientank und zehn Liter Spülwasser. Also dann kann die durchaus irgendwie zwischen 15 und 20 Kilo wiegen. Mal zum Vergleich. Also klar, 'n volles Porta Potti tragen ist auch nicht das Schönste der Welt, äh, weil's 'ne Flüssigkeit ist.
Nele: Es schwappt.
Sebastian: Aber, aber das zum Vergleich mal quasi.
Nele: Ja, also ungefähr elf Kilo natürlich leer, ne. Wenn du da ordentlich reingesammelt hast, dann wird's auch 'n bisschen schwerer. Aber man nimmt die Tüten ja normalerweise dann immer relativ zügig raus.
Sebastian: Mhm.
Nele: Und so von den Maßen her passt es super auch in 'nen kleineren Bus rein. Das ist ungefähr auch vergleichbar mit so 'ner Eurobox, also 'n bisschen kleiner sogar.
Sebastian: Mhm. N-jetzt hast du vorhin gesagt, man – und das wär auch klar, wenn irgendwas verschweißt wird, brauchen wir irgendwie Strom.
Nele: Ja.
Sebastian: Wie funktioniert das?
Nele: Da hast du mehrere Möglichkeiten. Also man kann 12 Volt oder 24 Volt Bordstrom benutzen. Man kann, äh, die Teile direkt an den, an die Steckdose, also Netzstrom anstecken, 110 bis 240 Volt. Oder was ich halt supercool fand, du kannst auch einfach 'n 18 Volt Einhell-Akku dranhängen. Wieso lachst du da? Das, ich find das super.
Sebastian: Also das ist für alle, die das nicht wissen: Einhell ist 'n Hersteller für so Elektrogeräte, also, äh, Elektrowerkzeug als Akkuschrauber und so 'ne Sachen. Und die, die Akkus, die da quasi angehen, kann man eben auch zum Betrieb der Toilette benutzen.
Nele: Ich find das super. Wenn du eh schon, ähm, im Einhell-System drin bist oder so wie wir, äh, plant umzusteigen, sobald die aktuellen Geräte ihren Geist aufgeben. Es ist natürlich cool, weil du brauchst dann nicht 'nen teuren Akku vom Hersteller dir zulegen, sondern kaufst ja einfach, ja, aus'm Baumarkt halt, ne. Die Einhell-Sachen sind ja auch nicht wahnsinnig teuer. Von daher find ich das eigentlich 'n ziemlich coolen Move vom Hersteller. Ich hab auch schon irgendwie in, in Facebook-Gruppen, glaub ich, oder Foren oder irgendwo gelesen, dass sich Leute darüber beschwert haben, weil das dann billig aussehen würde bei so 'nem teuren Produkt und so. Also mir ist es ehrlich gesagt völlig wurscht, wie das aussieht. Ich find's halt praktisch, weil wenn man weiß, wie teuer manche Hersteller dann ihre eigenen Produkte entwick..., äh, verkaufen, die auch nur im Grunde dasselbe sind wie, wie so Baumarktwaren dann ... Ja, fand ich einfach ziemlich cool. Und den steckt man dann an die Seite an. Also da ist so 'n, so 'n Slot, der ist normalerweise mit 'ner Klappe verdeckt. Die Klappe nehm ich einfach runter, pack mir den Akku da dran. Ich würd bei so 'nem Gerät natürlich immer empfehlen, wenn man darauf angewiesen ist, dass die dann halt auch wirklich verschweißt, dass man sich vielleicht zwei solche Akkus an Bord tut, ähm, damit nicht einer leer ist und, und dann kann ich nicht mehr zur Toilette gehen. Aber generell, ähm, ja, also wirklich aus meiner Sicht sehr durchdacht für alle möglichen Einsatzzwecke.
Sebastian: Mhm. Ja, und Einhell macht das ja marketingtechnisch auch ganz schlau, dass sie sich da so Kooperationen mit verschiedenen Herstellern suchen und da auch offen vor allen Dingen-
Nele: Ja.
Sebastian: -für sind. Ähm, ich, ich überleg grad die ganze Zeit krampfhaft, wer das noch macht, weil ich weiß, auf irgendeiner Messe haben wir auch andere Geräte gesehen, die halt mit diesen Einhell-Akkus betreibbar sind. Das ist auf jeden Fall-
Nele: Ja, ich weiß es noch.
Sebastian: -sehr smart.
Nele: Dethleffs, ähm, hatte mal bei irgend'nem Wohnmobil, glaube ich, oder Wohnwagen. Da war, waren auch Features, die mit Einhell-Akkus betrieben wurden.
Sebastian: Ja-
Nele: Die waren auf'm Caravan Salon, da so linker Hand in der Halle.
Sebastian: Genau, ich weiß noch, wo dieser Stand war , aber ich weiß nicht mehr, welcher Hersteller das war.
Nele: Ich mein, ich meine, das war Dethleffs. Okay, weiter.
Sebastian: Zurück zur Toilette. Also du willst jetzt, du, du, du, du musst dein Geschäft, äh, verrichten sozusagen. Toilette ist zusammengeklappt, äh, steht irgendwo im Bus. Was ist zu tun?
Nele: Also als Erstes muss ich die immer vor der Nutzung ausfahren. Das hat auch technische Gründe. Also ich kann den Verschweißmechanismus nicht bedienen, wenn die Toilette auf kompaktes Maß zusammengeschoben ist. Das heißt also, ich zieh die mir einmal nach oben. Ähm, im besten Fall ist natürlich der Folienliner schon eingelegt, damit ich nicht, äh, dann, wenn's vielleicht auch 'n bisschen dringender ist, erst rumwurschteln muss. Und dann, ähm, mach ich mein Geschäft. Und je nachdem wie viel das ist, also wenn ich nur Pipi mache oder, ähm, 'ne kleine Ladung und kein Toilettenpapier mit in den, äh, in die Tüte werfe oder mit in, in die Toilette werfe, dann kann ich unter Umständen auch kleine Beutel wählen. Also es gibt drei Größen, die lassen sich per Tastendruck an dem Display auswählen: S, M und L. Ähm, für S ist es immer wichtig, eben kein Toilettenpapier zu benutzen. Ähm, da warum komm ich später noch mal zu. Da hab ich nämlich auch in der Anwendung 'n paar Fehler gemacht. Und, ähm, fffür ja mehrere Gänge, die vielleicht auch mal gesammelt werden oder wenn ich Toilettenpapier benutze, vielleicht auch 'n bisschen mehr, dann benötige ich halt M oder L. Ähm, was vielleicht noch ganz wichtig wäre vorwegzuschicken: Vor der ersten Nutzung würd ich dringendst empfehlen, ausnahmsweise mal auch Menschen wie ich Bedienungsanleitungen zu lesen, weil es gibt bestimmte Dinge, die eingehalten werden müssen. Eben das zum Beispiel mit Toilettenpapier. Ähm, es gibt Reihenfolgen, die bei der Erstbenutzung eingehalten werden müssen. Und ja, ansonsten kann's halt passieren, dass so wie bei mir, dass es dann, äh, 'ne Fehlermeldung gibt, weil ich dann natürlich mal reinglotzen wollte, als der Verschweißvorgang grade lief und hab den Deckel aufgemacht, weil ich mir das angucken wollte und filmen wollte und prompt kam dann natürlich auch 'ne Fehlermeldung. Da hat mir der Hersteller dann erklärt, dass es aus Sicherheitsgründen so ist, dass eben niemand da die Hand irgendwie dazwischen bekommt, grade auch, äh, wenn da mal 'n Kind an Bord ist oder so.
Sebastian: Mhm.
Nele: Das lässt sich alles dann immer ganz schnell zurücksetzen, aber im ersten Moment erschreckst du dich natürlich grade auch bei so 'nem teuren Gerät. Die Toilette kostet über 1.000 Euro. Da möchte man natürlich auch nicht direkt was kaputt machen. Also es gibt sicher auch Anwendungsfehler, die den Mechanismus beschädigen können. Deswegen ausnahmsweise hört ihr mal von mir 'n Plädoyer für 'ne Bedienungsanleitung.
Sebastian: Mhm.
Nele: Ähm, für Urin oder Gemischnutzung kann man noch diese Absorbersachets benutzen. Das sind so kleine Beutelchen mit einem, so 'ner Art Granulat, was sich dann beim Kontakt mit Flüssigkeit ... Also da löst sich dann die Kunststoffhülle auf und dann entsteht da wie so 'n Schaum. Die sind sehr klein, die sind ganz leicht, weil das 'n, 'n trockenes Granulat ist und sch... die schützen halt vor Gerüchen vor allem und vor, ähm, ja vor Hin- und Herschwappen. Und der Hersteller sagt auch, die schützen die Folie vor Durchweichen. Ich würd jetzt da, wenn man nicht tagelang die Folie so mit Urin drin lässt, glaub ich nicht, dass sie durchweicht. Also ich hab da von der, von der Qualität der Folie her eigentlich keine Bedenken. Bei mir ist auch bisher nix durchgeweicht in den ganzen Tests. Ich hab ja auch ohne diese Sachets gearbeitet. Aber eben, was ich halt festgestellt hab, ist, dass es mit der Geruchsentwicklung, wenn man nicht jeden Gang einzeln verschweißt, zum Beispiel aus Kosten- und Umweltschutzgründen, dann sind die schon hilfreich.
Sebastian: Also das heißt, wenn du's quasi in einerUnverschweißten Tüte in der Toilette lässt.
Nele: Genau. Also wenn die Tüten verschweißt sind, dann gibt's überhaupt keine Geruchsbildung. Das erklär ich nachher dann auch noch mal 'n bisschen genauer, wie die Testbedingungen waren. Aber wenn ich eben nicht nach jedem Gang verschweißen möchte und zum Beispiel mehrere Gänge Urin sammeln möchte, so wie ich das getan habe, dann kann das natürlich in 'nem sehr kleinen Raum helfen, dass da kein Ammoniakgeruch entsteht, also dieser klassische Pipigeruch halt, den man so kennt.
Sebastian: Mhm. Und also, äh, wirst du wahrscheinlich nachher noch erzählen. Mich interessiert ja, wie die, wie die Gefahr ist, dass so 'ne Folie platzt, wenn sie dann gefüllt ist.
Nele: Mhm.
Sebastian: Und da kann ja wahrscheinlich das, dieses, dieses Granulat schon irgendwie helfen, dass dann zumindest die Auswirkung nicht so schlimm ist.
Nele: Ja. Also ich hab's nicht geschafft, eine zum Platzen zu bringen. Ich muss aber auch gestehen, dass ich's, also ich hab die mal 'n bisschen mit Wasser gefüllt und runtergeworfen, aber die, die unter Realitätsbedingungen gefüllt wurden, die-
Sebastian: Die wolltest du nicht zum Platzen bringen.
Nele: Mit denen war ich eher vorsichtig. Ähm, also was mir passiert ist, was mir passiert ist, war, dass, ähm, zweimal 'n Beutel undicht war.
Sebastian: Mhm.
Nele: Da hab ich mir gedacht: „Oh, oh, was, was ist da los?" Da konnten wir dann aber zusammen mit dem Hersteller relativ klar nachvollziehen, dass es sich da um Anwendungsfehler gehandelt hat. Da muss ich auch so, äh, selbstkritisch sein und nicht, nicht da die, die Schuld dem Hersteller zuschieben oder dem Produkt. Also ich hab mich da an gewisse Sachen wie zum Beispiel das mit dem Toilettenpapier nicht gehalten, was eben vom Hersteller vorgegeben ist. Ich hab dann die Beutelgröße S gewählt und da ist wohl Toilettenpapier in die Schweißnaht reingekommen, äh, in dem einen Fall. Und in dem anderen Fall war's wohl so, dass zu viele Beutel in der Schublade lagen, weil ich die nicht nach jedem oder jedem oder jedem zweiten Gang entleert habe natürlich zu Hause. Und da hat sich das dann also durch diese gefüllte Schublade zurückgestaut und, äh, konnte wohl der Verschweißvorgang auch nicht ordnungsgemäß abge, äh, schlossen werden. Und was wir auch noch im Verdacht hatten, war, dass mir mehrfach, äh, den Akku leergezogen hat, weil ich hatte noch 'nen Prototypen im Test und in diesem Prototypen, den hätte man nach jedem Toilettengang ausschalten müssen, weil der, ähm, äh, im Standby-Betrieb extrem viel Strom gezogen hat. Das wurde dann beim Serienmodell behoben. Es war halt noch so 'ne kleine Kinderkrankheit in der Testphase. Und da hat mir der Hersteller erklärt oder der, der Projektmanager, ähm, mit dem sie mich dann connected haben, dass eben, wenn die Batterie schon so kurz vorm Leerwerden ist, die nicht mehr genug Power geliefert hat, um den Verschweißvorgang, ähm, komplett abzuschließen, weil das sind ja mehrere Schweißnähte. Und das waren wohl so die, die Punkte, an denen's bei mir gehakt hat. Und als ich das dann wusste, ist es auch tatsächlich nicht mehr passiert in, im weiteren Testverlauf.
Sebastian: Gibt's für das Batteriethema 'ne Warnung vielleicht in Zukunft? Also dass das Gerät irgendwie merkt, hier jetzt Batterie wird leer.
Nele: Ja. Ja, da hat mir der Hersteller gesagt, da ist 'ne Warnung jetzt. Ich glaub, irgend 'n Licht haben die eingebaut. Oh, da, gute Frage. Da müsste ich noch, noch mal nachgucken. Aber auf jeden Fall, also generell ist dieses Standby-Stromzieh-Thema behoben worden und ich glaub, ich meine, entweder 'n Alarmton oder 'ne Warnleuchte haben die eingebaut, was auch absolut Sinn macht. Das war ja das Schöne, dass wir die Toilette in 'ner Phase bekommen haben, wo quasi noch zu Ende entwickelt wurde. Also da war das Serienmodell noch nicht aufm Markt. Und wir haben ja auch dann dem Hersteller 'nen sehr ausführlichen Fragebogen, ähm, mit an die Hand gegeben mit genau diesen Punkten eben. Also auch mit, mit Platzierung von Display und Hinterleuchtung, die mir gefehlt hat beim Prototypen, weil du gehst ja auch mal nachts auf Toilette, dann musst du immer Festbeleuchtung anmachen, um die Knöpfe zu finden. Und das sind wohl alles Sachen, die jetzt beim, äh, Endkundenmodell umgesetzt worden sind.
Sebastian: Okay.
Nele: Ist auch interessant, mal an so 'ner Produktentwicklung irgendwie so 'n bisschen teilzuhaben.
Sebastian: Ja. Ja, und das ist ja, wenn du Hersteller bist, auch schwierig, weil du an 'nem bestimmten Punkt dann irgendwann auch so 'n bisschen betriebsblind wirst, ne, weil du dich ja jeden Tag intensiv mit dem Produkt beschäftigst. Siehst das ja, wenn wir Software entwickeln. Und du siehst dann einfach Dinge nicht mehr. Äh, und jemand, der unbedarft ist und, und da rangeht, macht eben auch Fehler, wo man dann auch vielleicht sieht, okay, da muss man noch mal die Anleitung nachbessern oder da kann man tatsächlich noch mal 'n Schutz einbauen. Ähm, wie eben, also das wär's für mich jetzt, wenn der Akku halt während des Verschweißvorgangs so leer ist, dass er nicht mehr verschweißen kann. Das kann man sicherlich erkennen. Das mit dem Toilettenpapier wird vermutlich eher schwieriger. Da müsste man ja noch irgendwie Sensoren innen drin haben.
Nele: Mhm.
Sebastian: Ähm, aber so, ne, so findet man eben Sachen dann auch häufig wirklich erst in der Benutzung. Wie, also die, die Dinge, diese, diese verschweißten Päckchen werden ja quasi ganz normal im Müll entsorgt.
Nele: Ja, wie Hausmüll, wie Windeln. Ähm, da hatten wir ja auch so 'n paar Rückmeldungen aus der Community, als wir unseren Testbericht veröffentlicht haben, ähm, wo's drum ging: Ja, und wenn die dann im Müll liegen und dann wird der Müll irgendwie zusammengequetscht, ob die dann nicht platzen können. Also vielleicht ja. Also wenn, wenn jetzt irgendwie da 'n großer Container vorm Haus steht oder auf so 'nem Campingplatz und dann schmeißt jemand da irgendwelche schweren Sachen rein oder auch spitze Sachen, natürlich kann dann auch so 'ne Folie, ähm, beschädigt werden und natürlich ist das dann nicht angenehm. Ist aber ja nix anderes als auch bei, bei Babywindeln oder auch bei Hundekotbeuteln, ne. AlsoDas ist halt nie angenehm, wenn man irgendwie was mit Fäkalien zu tun hat. Auf der anderen Seite ist ja auch so'n, so'n Mülleimer oder so'n Müllcontainer ist ja auch nix, äh, wo man jetzt drin rumwühlt mit den bloßen Händen in aller Regel. Also ich s..., das ist jetzt wirklich das, worüber ich mir am wenigsten Gedanken gemacht habe. Und also was ich tatsächlich 'n bisschen gewöhnungsbedürftig fand am Anfang war eben, ich hatte ja schon gesagt, dass man die, ähm, Schublade relativ regelmäßig ausleeren muss, wo die verschweißten Beutel landen. Und auch wenn das absolut geruchs- und wenn man's richtig anwendet, auch auslaufsicher ist, fand ich's irgendwie komisch, das dann in, in den normalen Mülleimer zu zwischenzulagern, bis man wieder an eine größere Mülltonne kommt, weil man halt dann schon irgendwie, ja, ist halt wie, wie wenn man halt so'n Hundekotbeutelchen da liegen hätte, nur dass es nicht riecht. Und da muss ich aber sagen, das legt man dann irgendwann ab, ne. Da ist es dann halt genauso normal, wie dass man seine Toilette ausleert, seine, seine Chemietoilette.
Sebastian: Mhm.
Nele: Aber ja, das, das war so 'ne Überwindung irgendwie. Ähm, ansonsten ist ja die Entsorgung denkbar einfach. Du kannst es halt in jede, ähm, normale Restmülltonne geben.
Sebastian: Mhm. Und also ich bin ja auch grad am Testen und eins meiner nächsten Testszenarios ist, ich will mal auf so'n Beutel draufspringen, ähm, werd den aber natürlich nicht mit meinen Hinterlassenschaften füllen, sondern mit einer, mit einem Teststoff sozusagen, der, äh, nicht so eklig ist. Bin grad am Recherchieren, was man quasi in, zum Testen
Sebastian: als Ersatzstoff benutzen kann, der quasi eine ähnliche-
Nele: Mhm. Konsistenz hat.
Sebastian: Ja, Viskosität und so weiter hat. Äh, weil ich das wirklich nur so-- Weil ich hab schon mal, äh, testweise quasi leere Tüten verschweißt, um dann mal drauf rumzudrücken. Das ist schon auf jeden Fall, äh, ziemlich stabil gewesen, aber ich will halt auch noch mal, also gut, nicht, dass jemand auf die Idee kommen würde, auf seinen sozusagen Hinterlassenschaftbeuteln rumzuspringen, aber man weiß ja nie, ja. Du trägst sie grade irgendwo zum Mülleimer, hältst sie vielleicht 'n bisschen mit spitzen Fingern, weil du's eklig findest, fällt runter, trittst drauf.
Nele: Mhm.
Sebastian: Kann ja passieren. Ähm.
Nele: Also mir könnte das passieren, das kann ich dir sagen.
Sebastian: So, und das, das ist was, was ich mal testen will, wie, wie das sozusagen auch unter Extrembedingungen quasi so funktioniert. Also mir ist auch klar, dass das irgendwann platzen wird, weil die Dinger sind ja nicht aus Metall, äh, sondern es ist ja nach wie vor 'n Kunststoff und der hat eben an irgend'nem Punkt den, den Moment, wo er halt nachgibt.
Nele: Also auf die Idee bin ich tatsächlich nicht gekommen mit dem Draufsteigen. Ich dacht, ich dachte schon, ich bin, äh, wahnsinnig, äh, fortschrittlich, weil ich die mal runterwerfe. Ähm, aber das find ich gut. Da bin ich echt gespannt.
Sebastian: Das ist ja auch eher das Praktische, das ja halt mal runterfallen. Ich denke, das ist auch viel näher an der Praxis. Das andere ist eher so der Extremtest. Ähm, und d-da erwarte ich auch nicht, dass sie das, dass sie mich aushalten, ne. Da erwarte ich schon, dass es irgendwie auch kaputtgeht, ähm, um mal zu gucken, was da einfach passiert.
Nele: Mhm.
Sebastian: Ähm, wie-- Hast du die denn dann auch mal so'n bisschen liegen lassen, ähm, um, um zu gucken, was so da passiert?
Nele: Ja, hab ich. Also ist gar nix passiert. Ich hab die teilweise über Tage liegen lassen. Ähm, ich hab, ich hab zu Hause im Badezimmer getestet. Vielleicht kommen wir kurz zu den Testbedingungen, wenn wir gerade da sind.
Sebastian: Mhm.
Nele: Ähm, weil ich hab die im Herbst bekommen, also nachdem schon die Campingsaison vorbei war. Und erstens wollte ich nicht dann jedes Mal, äh, für Pipi Kacka ins Auto gehen. Aufm Parkplatz unseres Mehrfamilienhauses hätten wahrscheinlich die Leute 'n bisschen irritierend gefunden. Und zweitens waren auch die klimatischen Bedingungen dann einfach sehr kühl. Und ich wollte es aber testen, wie das auch ist in, ähm, warmen Umgebungen, weil man fährt ja eher im Sommer oder im Frühjahr, äh, mit 'm Campingfahrzeug rum als jetzt im Herbst und Winter. Und hab die dann bei uns im kleinen Badezimmer getestet. Das hat von den Quadratmetern her wahrscheinlich deutlich weniger als so'n Campingfahrzeug und hab das auch dann bis, ich glaub, 27, 28 Grad, ähm, beheizt und hab dann die Beutel liegen lassen. Also wenn ich nicht verschweißt habe und kein Sachet benutzt habe, dann fängt's natürlich genauso wie bei jeder anderen Toilette irgendwie nach ein, zwei Tagen an zu müffeln. Das ist völlig klar. Also auch das hab ich getestet, aber das war klar, was da das Ergebnis ist. Ähm, sobald die Sachets drin sind und die Toilette nicht verschweißt hat, dauert's deutlich länger. Da bin ich immer so, ja, vielleicht so drei Tage, zwei Tage, drei Tage ohne Gerüche hingekommen. Und verschweißt hat man wirklich gar nichts gerochen, außer bei den zwei, drei Malen, wo es eben ausgelaufen ist.
Sebastian: Mhm.
Nele: Also das, ich konnte das selber nicht glauben, aber du kannst sogar-- Also wenn man mit der Nase näher dran geht, dann riecht's in erster Linie nach Plastik, aber, aber dann riecht man schon 'n bisschen was. Aber so, dass das jetzt irgendwie ausdünsten würde oder so, war ich selber sehr überrascht, dass da gar nix war. Und ich bin da ziemlich empfindlich nasentechnisch.
Sebastian: Mhm. Und wie, wie soll ich sagen? Wie, wie angenehm ist das, das nicht zu verschweißen, also da reinzumachen und es nicht zu verschweißen? Oder ungewöhnlich oder?
Nele: Also eigentlich nicht ungewöhnlicher als, ähm, bei 'ner Trenntoilette oder bei 'ner Chemietoilette, weil da liegt ja auch, liegen ja auch die Fäkalien so drin, dass man die sehen kann theoretisch, ja, wenn man da reinguckt. Ähm, wie gesagt, beim großen Geschäft hab ich immer verschweißt.Beim kleinen Geschäft hab ich's durchaus mal, äh, 'n paar zusammenkommen lassen, so über 'n Tag verteilt, über zwei Tage auch.
Sebastian: Mhm.
Nele: Es hängt natürlich auch immer davon ab, wie man sich ernährt und wie viel man trinkt, ne. Das weiß man ja, äh, von normalen Toilettengängen auch. Wenn man wenig trinkt und irgendwie, weiß ich was, viel Fleisch konsumiert oder so, dann ist der Urin ja sehr viel konzentrierter und riecht auch stärker, als wenn du viel Wasser zu dir nimmst und halt pflanzenbasiert dich ernährst. Ähm, davon wird auch vieles abhängen, aber, also bei uns war's wirklich, also angenehm ist jetzt vielleicht das falsche Wort, aber zumindest nicht unangenehm.
Sebastian: Mhm.
Nele: Mit den Sachets halt.
Sebastian: Ja, okay. Und lass mal, lass mal über deine Fehler sprechen, damit die, andere die vermeiden können. Also du hast jetzt schon gesagt, ähm, äh, Beutelgröße S und Toilettenpapier reinschmeißen ist 'ne dumme Idee. Also S ist, hast du, hast du 'n Maß, wie, wie hoch diese Tüte bei S ist? Hast du das gemessen zufällig?
Nele: Nee, wie gesagt nicht.
Sebastian: Okay, das kann ich ja dann auch machen.
Nele: Die bin ich gar nicht gekommen, das noch zu messen.
Sebastian: Aber das ist wahrscheinlich wirklich ein sehr kleiner Beutel sozusagen und dann ist eben, ja.
Nele: Vielleicht so zehn mal 20 Zentimeter würd ich mal tippen.
Sebastian: Mhm.
Nele: Weil der Folienliner hat ja immer dieselbe Breite.
Sebastian: Mhm.
Nele: Also die, die, ähm, Beutelgröße, ähm, bedeutet ja, dass der dann entweder mehr oder wenig Folie in der Länge verschweißt, aber die Breite bleibt immer gleich und ich meine, die ist so um die 20 Zentimeter.
Sebastian: Ja. Ja, die Beutelhöhe ändert sich halt, ne, wie viel er sozusagen nach unten zieht und dann bis er verschweißt.
Nele: Genau.
Sebastian: Mhm. Und hast du das mit dem, mit dem Toilettenpapier bewusst wahrgenommen oder dann erst irgendwie im Nachhinein versucht zu rekonstruieren?
Nele: Nee, ich hab das gar nicht wahrgenommen. Also das war auch nicht sichtbar. Also es war jetzt nicht, dass da 'n Zipfel Toilettenpapier raushing und winkte, sondern, ähm, die Schweißnaht sah ganz normal aus. Zumindest so wie ich's gesehen hab. Ich hab's aber jetzt auch nicht so genau in Augenschein genommen, weil es war dann wirklich sehr unangenehm, als ich die Schublade geöffnet hab. Weil ich dachte so, es hat jetzt tagelang oder wochenlang gar nix gerochen und auf einmal komm ich ins Bad und es stinkt und dann war ich so: „Hä, was ist jetzt los?" Und hab dann halt die Schublade aufgemacht und dann hast du schon gesehen, dass es so feucht glänzte. Und dann hatt ich jetzt nicht mehr den Nerv, dann noch genau die Tüte zu inspizieren, weil das war dann-- Also ich hab die Toilette wirklich halt intensiv genutzt und, ähm, ja, egal. Auf jeden Fall, auf jeden Fall hab ich dann nicht so genau geguckt, aber ich hab natürlich den Hersteller dann angeschrieben nach einiger Zeit. Vor allem, weil's dann halt zwei, dreimal vorgekommen ist und dann dacht ich: Also entweder ist es wirklich 'n technisches Problem, was dann auch behoben werden muss, oder ich bin zu dumm, so. Und, ähm, ja, turns out Letzteres war der Fall. Also ich hab halt dann nicht, nicht genau gelesen. Und da hatte mir der Hersteller dann eben so mögliche Fehlerquellen durchgegeben und die drei, die ich genannt hatte, also Schublade zu voll, Toilettenpapier in der Trennnaht und, ähm, leerer Akku oder fast leerer Akku, das waren halt die, wo ich gesagt hab: „Ja, also das kann ich definitiv alles so bestätigen, dass das mit Sicherheit, ähm, die Quellen waren bei mir."
Sebastian: Das hätte man mit genauem Lesen der Anleitung vermeiden können?
Nele: Ja, also wenn ich ganz ehrlich bin, hab ich auch nach den Fehlern die Anleitung nur sehr selektiv gelesen und hab mich in erster Linie am Anfang auf diese Quickstart-Anleitung, ähm, verlassen, die ich ja bei allen Geräten, wenn ich überhaupt irgendwas lese, immer bevorzuge. Und ich bin sicher, dass diese ganzen Sachen schon in unserer Prototypen-Testpersonen-Anleitung drinstanden, aber jetzt, nachdem wir rückgemeldet haben und da war ich ja sicher auch von den Testpersonen nicht die Einzige, der so was passiert ist, dann werden die sicher auch in die Endkundenbetriebsanleitung solche Punkte mit aufgenommen haben.
Sebastian: Okay.
Nele: Würd ich jetzt, also hätte ich so gemacht als Hersteller, weil auch dafür machst du ja Tests, damit Leute, wie du vorhin gesagt hast, Fehler machen, die dir selber gar nicht in den Sinn kommen würden.
Sebastian: Und jetzt hast du ja gesagt, der nächste Fehler, der vermutlich war, war die, ähm, die Schublade war zu voll. Ist ja alles 'n recht kompaktes System, da ist wenig Platz. Wie viel Beutelchen lagen da drin?
Nele: Ich würd mal tippen, so fünf, sechs.
Sebastian: Okay, also und nicht nur kleine Geschäfte.
Nele: Nein, nein, auf gar keinen Fall. Und optimalerweise würde ich jetzt realistisch sagen-- Also bei mir war's so, dass die Schublade schon fast nicht mehr wieder aufging.
Sebastian: Okay.
Nele: Weil ich halt wieder zu faul war, zur Mülltonne zu gehen. Und, ähm, ja, also man sollte, ja, ich würd mal sagen, so drei, zwei, drei ist 'ne gute Zahl.
Sebastian: Wie würdest du denn jetzt, stell dir vor, du campingurierst an irgend'nem, äh, Fleck, wo's wunderschön ist, wo du nicht weg willst. Du kannst da zwei Wochen auch stehen. Ähm, du musst also quasi alle zwei Tage deine Schublade leeren. Wo würdest du die Beutelchen lagern?
Nele: Also ich persönlich, auch wenn ich vom Kopf her weiß, dass es überhaupt kein Thema wäre, die in 'n ganz normalen Mülleimer im Wohnmobil zu legen, ähm, ich möcht's jetzt nicht in der Küche haben neben dem Herd. Ich würde mir 'ne kleine Box oder 'ne, 'ne Tüte oder irgendwas nehmen und würde die draußen, ähm, ans Wohnmobil hängen oder an den Wohnwagen hängen oder stellen und würde draußen die Fäkalien sammeln. Aber das ist jetzt eher 'ne emotionale Sache als 'ne praktische, weil aus den Tests hat sich auch kein Anhaltspunkt ergeben, dass da irgendwie auch 'n Hygienethema wäre, weil diese Toiletten, also diese Clesana-Verschweißtoiletten kommen ja aus dem medizinischen Bereich. Das heißtDa gibt's ja höchste, ähm, Hygienestandards und ich würd jetzt mal davon ausgehen, dass da nix passieren würde. Aber wie gesagt, persönlich möcht ich's nich haben. Oder halt, wenn du, wenn du 'ne, ähm, wenn du 'n Bad hast, also wenn du jetzt nich mit'm Campingbus unterwegs bist, sondern so wie wir Wohnwagen, Wohnmobil hast, dann kannst du ja auch, äh, 'nen Abfalleimer ins Bad tun, nämlich, äh, die Sachen da in denselben, die Beutel in denselben Abfalleimer reintun, wo du halt im Zweifel auch dein Toilettenpapier reinpackst, wenn du's getrennt sammelst.
Sebastian: Okay. Ähm, jetzt hast du vorhin schon mal kurz gesagt, die kostet 1.000 und ein bisschen Euro?
Nele: Ja, da muss ich noch mal kurz gucken. Warte mal, ich schau mal die aktuellen Zahlen an. Also während meines Tests oder danach, kurz danach eben, als sie dann für die Endkunden auf'n Markt kam, kostete sie 1.095 für die normale Version und, ähm, 1.195 für die ProCharge. Aber ich, äh, sag dir mal gleich noch mal die aktuellen Preise. Moment, ich klick mich einmal kurz durch. Kannst mich bis dahin weitere Sachen fragen.
Sebastian: Was macht die ProCharge anders, dass sie teurer ist?
Nele: Ähm, die ProCharge hat so 'ne Funktion, ähm, wo du quasi... Also die hat 'n integriertes Ladegerät für den Akkubetrieb.
Sebastian: Mhm.
Nele: Und, ähm, also der Akku kann dann direkt an der Toilette geladen werden und da brauchst du dann nicht zusätzlich das Ladegerät von Einhell, sondern kannst sie dann an Stromanschluss packen und dann lädt das quasi durch bis zum Akku.
Sebastian: Und wenn du keinen Stromanschluss im Bus hast oder wenn du die im Garten nutzt oder irgendwo, wo du quasi keinen Strom hast und auch nich immer dran denken willst, den Einhell-Akku zu laden. Also aus meiner Sicht jetzt kein Feature, was, was die meisten brauchen werden, aber du hast sozusagen ein integriertes Ladegerät für den Akku dabei, so.
Nele: Genau.
Sebastian: Okay.
Nele: Also und, und da liegt der Preis immer noch tatsächlich bei 1.195, also knapp, knapp eins zwei kannst du sagen. Und bei der normalen X1 bei 1.095. Da seh ich aber gerade, dass die im Moment ausverkauft ist und ab dem 24. März wohl wieder verfügbar. Also passend jetzt lustigerweise kurz nachdem die Folge erscheint. Das war jetzt nich geplant, ähm, aber die scheint ganz gut angekommen zu sein.
Sebastian: Und was ja auch nich unwichtig ist: Was kostet ein Geschäft?
Nele: Ich hab's mal grob durchkalkuliert, auch tatsächlich 'n bisschen mit Unterstützung des Herstellers. Ähm, ich komm so in meinen Berechnungen auf ungefähr 20 bis 40 Cent pro Beutel. Da sind dann die Stromkosten laut Hersteller schon inkludiert. Also natürlich je nach gewählter Beutelgröße und wenn ich jetzt, ähm, wenn ich-- Deswegen hab ich's pro Beutel berechnet und nicht pro Geschäft. Weil wenn ich jetzt natürlich fünfmal Pipi sammle, dann kostet's mich weniger, als wenn ich nach jedem Pipigang verschweiße.
Sebastian: Mhm. Und ich muss an Verbrauchsmaterial nachkaufen. Die Fo, die Folie, also die Endlostüte.
Nele: Genau.
Sebastian: Und dieses-
Nele: Und die Sachets, wenn ich möchte.
Sebastian: Mhm.
Nele: Also die Folie brauch ich auf jeden Fall und da kann ich auch nicht einfach normale Müllbeutel reinpacken, falls jemand auf die Idee kommen sollte, weil die muss natürlich 'ne bestimmte Stärke haben, die muss für den Verschweißvorgang, ähm, geeignet sein. Die muss, ähm, das ist ja so 'n langer Schlauch. Das sind ja nicht einzelne Müllbeutel sozusagen. Also da darf man nicht dran sparen und kann auch gar nicht dran sparen. Aber ich kann mir halt überlegen: Brauch ich die Sachets wirklich oder kann ich da vielleicht drauf verzichten?
Sebastian: Und jetzt hatt ich grad 'ne Frage, jetzt ist sie mir, jetzt ist sie mir grade entfallen.
Nele: Dann ergänz ich vielleicht noch mal kurz: Ähm, man muss ja auch bei anderen Toiletten fairerweise sagen, dass man da natürlich auch diverse Verbrauchsmaterialien hat, ne. Das ist jetzt kein Alleinstellungsmerkmal von so 'ner Verschweißtoilette, egal von welcher Marke die kommt, dass ich da was brauche, was da, ähm, was da eingesetzt werden muss, sondern ich hab beim Chemieklo in der Regel irgendwelche Sanitärzusätze. Ich hab, ähm, bei der Trenntoilette Einstreubeutel, Reiniger. Also das muss man natürlich dann in so 'ner Kostenrechnung auch immer so 'n bisschen mitkalkulieren.
Sebastian: Jetzt weiß ich auch meine Frage wieder: Ähm, wie schaut's denn mit der Reinigung aus? Also wie, wie und was und wie oft muss ich quasi, äh, sauber machen? Oder sollte?
Nele: Also ich glaube, wenn man die sachgerecht nutzt, braucht man die gar nicht groß sauber zu machen. Also ich sprech jetzt vom Mechanismus Schublade und so weiter. Ich hab die halt dann gereinigt, nachdem mir die Beutel undicht geworden waren. Da hab ich einfach 'n, ähm, Desinfektionsmittel auf alkoholischer Basis genommen und hab da die Schublade und, und diesen Bereich einfach, ähm, mehrfach ausgewischt. Aber ansonsten, wenn so was nich passiert, dann halt ganz normal mal den Sitz wischen, wie man das halt bei 'ner normalen Toilette auch macht. Und ansonsten würd, wüsst ich jetzt nicht, was man da noch reinigen sollte.
Sebastian: Mhm. Ja, all das, womit man in Berührung kommt am Ende, ne, also.
Nele: Genau, also, also das, wo halt, wo ich dann halt mit meinem nackten Hintern sitze, das sollte man halt vielleicht ab und zu mal sauber machen.
Sebastian: Mhm.
Nele: Ähm, aber wie gesagt, das ist dann so wie bei jeder anderen Toilettenvariante auch. Und ansonsten hatte ich jetzt das Gefühl, dass man deutlich weniger Reinigungsaufwand hat als bei anderen Toiletten. Weil auch bei 'ner Trenntoilette, ähm, muss man ja dann den Urinbehälter immer mal wieder reinigen, weil der sonst auch irgendwann durch den Urinstein anfängt zu stinken. Ähm, man muss dann auch mal den, das Eimerchen reinigen, auch wenn man den mit Beutel benutzt. Da geht auch mal was daneben. Ähm, manche benutzen's ohne Beutel, dann muss ich den erst recht natürlich reinigen. Also ich fand das jetzt von der, von der reinen Hygieneseite aus sehr angenehm.
Sebastian: Und wer, also für wen wäre die Toilette was? Für welche Reiseformen und Arten?
Nele: Also erstens mal generell würde ich sagen, für alle Menschen, die ein Thema damit haben, mit Ausscheidungen in Berührung zu kommen, mit ihren eigenen oder auch mit denen des Partners, der Kinder. Gibt ja Leute, die sind da, ähm, sehr empfindlich. Ich bin auch eher auf der etwas empfindlicheren Seite. Also, ähm, wer Kinder großgezogen hat, ist da wahrscheinlich etwas mehr abgehärtet. Und ansonsten jetzt gerade die X1 finde ich, ist super geeignet halt für kleine Fahrzeuge oder wenn ich keinen Umbau in meinem Fahrzeug machen kann und möchte. Und natürlich kannst du die auch anderweitig einsetzen, ne. Wenn ich jetzt irgendwo ein Tiny Home stehen habe oder so und auch da jetzt vielleicht keine, äh, feste Toilette einbauen möchte, weil ich das nicht so oft nutze, dann, dann kann ich mir da auch so 'ne X1 reinstellen. Ich-- Der Charme an der X1 ist halt auch neben der kompakten Bauweise, dass ich die in jedes Fahrzeug, was ich habe oder in, in zu jeder Gelegenheit mitnehmen kann. Ich kann die auch mitnehmen, wenn ich mal irgendwie zelten fahre oder was weiß ich, ne. Je nachdem, wie ich da unterwegs bin. Oder ich kann die mitnehmen, wenn ich eine Gartenparty habe in meinem Schrebergarten und da vielleicht keine Toilette mit fließend Wasser da ist. Also generell ist die sehr, ähm, sehr vielfältig einsetzbar. Und natürlich Menschen, die vielleicht 'ne körperliche Beeinträchtigung haben, 'ne Krankheit haben, die aus gesundheitlichen Gründen dann auf hohe Hygienestandards angewiesen sind. Also wo's dann eben nicht mehr ein reines Komfortthema ist, sondern wo's dann drum geht, dass das Immunsystem irgendwie vielleicht nicht so arbeitet, wie es sollte. Da finde ich's halt auch besonders wichtig, dass solche Leute dann, ähm, so 'ne Möglichkeit bekommen.
Sebastian: Und wird sie jetzt eure aufm Sperrmüll landende Toilette ersetzen?
Nele: Ja. Also das, das kann ich ganz klar mit Ja beantworten. Ich könnt mir auch vorstellen, die durch 'n, 'n anderes Trenntoilettenmodell zu ersetzen. Da hab ich auch schon ein paar im Auge, die da infrage kommen würden. Aber wenn ich's jetzt wirklich ganz unvoreingenommen entscheiden müsste, rein auf der Komfortebene, ohne dass ich jetzt Preis und Kunststoff, äh, und diese ganzen Themen ins Kalkül ziehe, sondern rein jetzt nach meinen persönlichen Vorlieben, würde ich die auf jeden Fall nehmen, ja.
Sebastian: Mhm.
Nele: Und wir, wir liebäugeln da sehr konkret damit. Bei uns ist es nur im Moment noch so'n bisschen, 'n-- Wie soll ich sagen? Wir drehen uns grade noch so'n bisschen im Kreis bei der Entscheidung. Weil auf der einen Seite hast du natürlich relativ hohe Anschaffungskosten für die wenige Nutzung, die wir ihr zutun würden, ne. Also w-wir sind ja in der Regel mit Wohnwagen unterwegs und der Campingbus, der ist unser Zugfahrzeug und dann nutzen wir den 'n paar Mal im Jahr mal für kurze Ausflüge.
Sebastian: Mhm.
Nele: Dafür ist es so, dass, dass ich dachte: „Boah, über 1.000 Euro ist schon echt 'ne Hausnummer." Dafür, dass ich dann da mich dreimal draufsetze im Jahr. Also übertrieben gesagt, ne. Es wär natürlich öfter, weil ich nutz die ja auch, wenn wir irgendwo hinfahren und ich möcht nicht auf die Autobahnraststätte gehen. Aber so für die, für die Anzahl der Nutzung finde ich jetzt die, die Anschaffungskosten relativ hoch. Auf der anderen Seite würde die geringe Anzahl oder die, die nicht ganz regelmäßige Nutzung für mich auch das Argument mit dem, ähm, Tütenverbrauch so'n bisschen relativieren, weil ich denken würde: Na ja, das ist jetzt auch nicht jeden Tag fünfmal, sondern, ähm, wir sind halt dann vielleicht mal 'n län-langes Wochenende unterwegs oder mal 'ne Woche oder so. Und das könnte ich dann irgendwie auch ganz gut so für mich selbst verargumentieren. Und, und an der Diskussion, an der internen, hänge ich grade noch so'n bisschen. Aber definitiv.
Sebastian: Du hast auch nicht so den Struggle mit, äh, du musst noch mal dran denken zu entsorgen, wenn du zurückfährst. Das-
Nele: Mhm.
Sebastian: Ich weiß, dass das für viele kein Thema ist, weil die irgendwie sowieso aufm Weg 'ne Entsorgung haben. Für mich persönlich war das immer 'n Thema, äh, weil ich hab auch versucht, das möglichst weit rauszuschieben. Und, ähm, für so Menschen kann das eben auch 'ne Hilfe sein. Also das ist das, was ich auch meine oder was ich eingangs meinte, dass es gibt eben auch noch ganz viele Punkte, die so ganz weiche Entscheidungsfaktoren sind, äh, wo, wo so 'ne Technologie eben spannend sein kann, ne. Und das haben wir oder hab ich am Anfang auch nicht aufm Schirm gehabt, als ich, äh, äh, als wir das erste Mal draufgeguckt haben, sondern haben nur gesagt: „Nee, hier Plastik und Elektronik, dat ist Schrott, dat, äh, kommt nicht ins Haus." Ähm, aber tatsächlich gibt's eben, wenn man, äh, 'n bisschen offeneren Mindes ist, gibt's eben Punkte, die sind relevant. Und w-- Es geht ja nicht darum, dass jetzt jeder so 'ne Toilette hat. Und v-vielleicht, wenn wirklich jedes Campingfahrzeug 'ne Verschweißtoilette hätte, wär das auch nicht gut, ähm, ne, im Hinblick, wenn dann wirklich auf den Campingplätzen halt die, die Restmüllbehälter voller, äh, Beutel mit großen Geschäften wären. Aber gut, vielleicht gäbe es da 'n Extracontainer. Ist auch wieder 'ne andere Geschichte. Anyway, ähm, darum geht's gar nicht, dass das jeder hat, aber es gibt eben halt spannende Ansätze, wo das eben ganz bestimmte Bedürfnisse befriedigt beziehungsweise, ähm, Dinge löst, die sonst vielleicht ungelöst bleiben.
Nele: Ja, also ich, ich muss gestehen, also wir hatten ja dann auch den, den Daniel, wenn ich mich richtig erinnere, im Podcast auch so'n bisschen danach gefragt, ne. Was-- So hatten ihn auch mit den Punkten konfrontiert eben: Was ist mit dem Kunststoffverbrauch? Was ist mit, ähm, CO₂-Fußabdruck und so weiter. Und er hatte ja durchaus auch gute Argumente, ähm, die, die sagen: „Ja, wir, wir, wir nutzen Kunststoff und wir nutzen auch, ähm, 'nen relativ dicken Kunststoff und alles."Aber du hast halt dafür andere Sachen nicht, die sonst die Umwelt belasten würden, ne. Also so dass, dass sich das halt ungefähr so 'n bisschen die Waage hält im Verhältnis zu anderen, ähm, Toiletten, Campingtoilettenvarianten. Also wer da Interesse hat, noch mal sich das genauer anzuhören, das möcht ich jetzt nicht mehr alles wiederholen, A angesichts der Zeit und B weil ich's auch nicht mehr alles genau im Kopf habe. Aber es, es gibt natürlich schon auch Argumente, die so meine, meine persönlichen Bauchschmerzen mit diesem Plastikthema zumindest 'n Stück weit entkräften. Und ich bin nach dem Test wirklich so 'n bisschen zum Fangirl geworden. Das muss ich ehrlicherweise sagen, weil's halt so unfassbar komfortabel ist einfach. Du, du setzt dich drauf, du drückst auf 'n Knöpfchen, dann rattert der irgendwie, ich glaub, 'ne, 'ne Minute oder anderthalb Minuten, macht da schöne Schweißnähte rein und du nimmst es wie so 'n, ähm, ja, wie so 'n Päckchen da raus.
Sebastian: Handtäschchen.
Nele: Wie so 'n Handtäschchen quasi und bringst es halt weg, ne. Das ist 'ne Entscheidung, die muss jeder für sich treffen, was schwerer wiegt. Wir sind ja auch bei der, bei der Kassettentoilette schon längst von der klassischen Chemie umgestiegen auf, ähm, mikrobiologische Zusätze, weil wir halt einfach keinen Bock mehr hatten. Also d-das ist immer so 'n individuelles Thema, wie was hat man auch für 'ne persönliche Schmerzgrenze. Das einzige, also die einzige Einschränkung, die ich hatte, ähm, die aber dann wieder durch 'nen andern Vorteil aufgehoben wurde – das hatt ich tatsächlich in meinem schriftlichen Testbericht vergessen und hab's auch jetzt vergessen zu erwähnen. Eine Sache ist, dass ich's, ähm, zum Beispiel sehr angenehm fand, dass ich benutzte, ähm, äh, Monatshygieneartikel, also Tampons und Binden einfach da mit reinwerfen konnte. Weil, ne, das kannst du ja in 'ner Chemietoilette nicht. In 'ner, in 'ner Kassettentoilette, die verstopft ja dadurch. Ähm, dann muss es halt immer getrennt entsorgt werden. Das fand ich 'n super Vorteil. 'N Nachteil war für mich, dass ich ja immer sehr gerne nach 'm Toilettengang, ähm, mich auf muslimische Art mit 'ner, ähm, mit 'n, mit Wasser reinige unten rum. Und das geht natürlich dann nicht, weil sonst hast du ruckzuck den Beutel voll. Das ist bei der Chemietoilette auch ungünstig, weil auch da wird natürlich dann der Tank viel schneller voll, wenn du jedes Mal noch 'n halben Liter, ähm, Wasser, äh, irgendwie über deine Genitalien laufen lässt, damit die schön sauber werden. Aber da ist es halt wurscht, weil da kipp ich's einfach weg und so hab ich halt 'n höheren Beutelverbrauch. Also das sind noch mal so Sachen, an denen ich grade 'n bisschen rumdenke. Wobei wenn ich realistisch betrachtet mit 'm Campingbus unterwegs bin, dann ist es auch okay, wenn ich nicht nach jedem Toilettengang einmal mit Wasser drüber wische, ne. Also so. Jetzt hab ich wieder aus 'm Nähkästchen geplaudert über meine Intimhygiene. Schön.
Sebastian: Ja, aber das sind ja die spannenden Themen, die, die man eben nicht aufm Schirm hat, wenn man sich so was anguckt.
Nele: Ja.
Sebastian: Ähm, und-
Nele: Und das ist ja jetzt-- Also Monatshygiene ist ja jetzt auch bei dir kein Thema zum Beispiel.
Sebastian: Äh, weniger, ja. Aber eben für die Hälfte, äh, der Bevölkerung schon. Und das oder-
Nele: Ja.
Sebastian: Vielleicht nicht ganz, aber, ähm, das ist auf jeden Fall 'n Thema und das hat man dann eben nicht aufm Schirm, wenn man's nicht gesagt bekommt oder es dann eben selber feststellt.
Nele: Ja.
Sebastian: Und, ähm-
Nele: Also das, das sind noch mal so zwei, zwei Punkte, wo ich innerlich auch noch so 'n bisschen mit mir debattiere.
Sebastian: Mhm. Was mir jetzt noch einfällt: Auf der letzten Messe hab ich, äh, haben wir gesehen, dass sie auch so 'n Trenneinsatz jetzt, jetzt anbieten. Den hast du nicht dabei gehabt, oder?
Nele: Nein, der war leider bei mir nicht dabei. Ich meine aber, den gibt's jetzt mittlerweile auch für die X1. Das ist so 'n Einsatz, ähm, der die Verschweißtoilette dann so im Grunde 'n bisschen zu 'ner Trenntoilette macht. Das heißt, ich sammle dann auch da den Urin getrennt und kann den dann auch ganz normal über halt jede Toilette entsorgen und verschweiße dann quasi nur noch das große Geschäft. Was vielleicht auch 'ne sehr gute Kompromisslösung sein könnte für Leute, die sagen: "Na ja, für jedes Pipi muss ich jetzt nicht 'n Beutel haben, aber die großen Geschäfte, die mag ich mir jetzt nicht unbedingt jedes Mal angucken, wenn ich den Deckel aufmache."
Sebastian: Mhm.
Nele: Also das fand ich auch noch mal 'n ganz spannenden Ansatz und da würd ich auch gerne noch mal, wenn, ähm, wenn es bei uns jetzt wirklich konkreter anstehen sollte, da vielleicht mich noch mal kümmern, ob wir den haben können dafür.
Sebastian: Okay. Hast du noch was vergessen, was du noch sagen-
Nele: Bestimmt
Sebastian: ... wollen würdest?
Nele: Aber eigentlich-- Also im Moment fällt mir's nicht ein. Nur, nur dass mir dann nach diesem langen Test der Umstieg wieder für die Messe auf die Chemietoilette doch 'n bisschen schwergefallen ist, auch geruchstechnisch, muss ich ehrlich sagen. Trotz guter Toilettenzusätze, die wir ja haben.
Sebastian: Ja. Ja gut, letzten Endes ist immer irgendwie 'n Geruch da dann bei den Dingen.
Nele: Ja, und man gewöhnt sich halt an gewissen Komfort sehr schnell, ne.
Sebastian: Ja, genauso wie man sich an die Gerüche gewöhnt, ne, und die dann irgendwann einfach halt dazugehören. Das auch schon festgestellt. Das war wirklich am Anfang haben auch Bekannte 'ne, äh, die erste Trenntoilette eingebaut und die waren völlig begeistert: "Und die riecht nicht." Und ich war halt im Badezimmer und es hat halt gerochen.
Nele: Ja, ich weiß.
Sebastian: Das, das ist halt aber einfach 'ne Gewöhnung, ne. Also genauso, jetzt nicht aus 'm Nähkästchen plaudern: Wir am Anfang konnt ich's mir nicht vorstellen, Toilettenpapier extra zu sammeln.
Nele: Ja.
Sebastian: Aber es hat eben für die, für die Autarkie mit so 'ner Kassettentoilette eben noch mal drei, vier Tage gebraucht. Als man dann einmal sich überwunden hat und das gemacht hat-
Nele: Ja
Sebastian: ... war das überhaupt kein Thema mehr. Und, und so gewöhnen wir uns auch an ganz viele Dinge. Ähm.
Nele: Also ich, ich hab jetzt tatsächlich grade 'ne Situation, mit der ich 'n bisschen struggle, weil, ähm, wir fahren ja jetzt dann los Richtung Katalonien. Und so wie's aussieht, wird mich 'ne Freundin besuchen kommen, die-- wenn der Halil dann in Mexiko ist und die wird auch mit mir im Wohnwagen leben. Und das ist 'ne sehr enge Freundin. Ich kenn die jetzt mittlerweile seit20, 25 Jahren und wir haben wenig Geheimnisse voreinander, ähm, aber geruchstechnisch hab ich schon Geheimnisse vor ihr. Und da weiß ich wirklich noch nicht, ob, ob ich das irgendwie angenehm finden werde, mir 'ne Kassettentoilette mit ihr zu teilen, weil es ist halt dann nicht der Partner oder das Kind, sondern es ist halt trotzdem 'n Mensch, mit dem man jetzt nicht jeden Tag 'nen relativ engen physischen Kontakt hat so. Und die kommt auch aus 'ner anderen Kultur, ähm, und zwar aus 'ner Kultur, wo , wie soll ich sagen, also wo alles Körperliche noch sehr tabuisiert ist. Also die würde zum Beispiel auch nie auf die Idee kommen, sich in 'ner Sauna auszuziehen komplett oder so, ne. Ähm, und da fällt's mir dann noch schwerer, wenn jemand dann selber noch mit so, ähm, mit so 'n bisschen, ähm, Mauern behaftet ist bei so 'nem Thema, dass ich dann da reinorgel in die Toilette, während sie daneben sitzt. Und da weiß ich noch nicht. Da hab ich wirklich noch mal kurzfristig überlegt, ob wir nicht doch noch auf die Schnelle die Glesanna uns an Bord holen, dass wir zumindest zwei getrennte Toiletten hätten. Aber es wär halt jetzt auch übertrieben für 'ne Woche, ähm, da jetzt so 'n Schnellschuss zu machen.
Sebastian: Sonst 'ne Bluetooth-Box auf jeden Fall mitnehmen.
Nele: Ja, aber die macht ja die Gerüche nicht weg.
Sebastian: Nein.
Nele: Und dann muss ich halt, also-
Sebastian: Klassisches WC-Spray.
Nele: Ja, und ich kann mir halt aber gar nicht mehr vorstellen, auch fürs große Geschäft, ähm, in öffentliche Sanitäranlagen zu gehen, ne.
Sebastian: Okay, wir werden also lernen, wie das funktioniert. Oder-
Nele: Das werd ich dann-
Sebastian: Vielleicht auch noch nicht drüber reden. Wir werden sehen.
Nele: Ach, natürlich werd ich da drüber reden. Ist mir völlig egal. Ich erzähl ja auch nicht, wer das ist. Also ich werd nicht ihre Privatsphäre verletzen, aber, ähm, für mich ist mir's egal, es gehört dazu. Aber das ist so, wo ich grade 'n bisschen struggle, wo ich mir jetzt sehr, sehr diese Toilette wünschen würde, weil damit wär's halt gar kein Thema einfach.
Sebastian: Ja, am Ende des Tages werdet ihr halt keine Wahl haben, als es quasi auf irgendeine Art und Weise zu lösen, weil ist nix, was man lange verschieben kann.
Nele: Nee.
Sebastian: Ähm, und dann, wenn's einmal so weit ist, wird's, glaub ich, auch sehr schnell sich normalisieren. Aber ja.
Nele: Ja, ich werd's, ich werd's einfach ansprechen, wenn sie kommt, ne. Also dann sagen: „Du, wie machen wir das jetzt? Gehen wir beide, äh, in die Sanis kacken oder machen wir einfach hier und es ist egal?", so.
Sebastian: Ja, ist so wichtiges Camper-Thema, Toilette.
Nele: Ja. Ich hab auf jeden Fall schon mal viel Sanitärzusatz bestellt, und zwar den, den von Aviva, falls das jemanden interessiert. Da hab ich mir direkt die zweieinhalb Liter geholt jetzt dieses Mal. Die kommen heute, jetzt gleich um 11:30 Uhr. Ja. Hast du noch Fragen?
Sebastian: Nein. Ich denke, ich hab genügend und mehr als ich wollte gehört heute.
Nele: Das weißt du doch, dass es immer so ist bei mir.
Sebastian: Ja.
Nele: Dass man, dass ich immer 'n bisschen overshare bei solchen Themen. Ähm, ihr Lieben da draußen, habt ihr Fragen? Dann schickt uns sie gerne an podcast@camperstyle.de oder per WhatsApp. Ich werd die sehr gerne beantworten. Schickt uns auch gerne eure Gedanken dazu zu diesem ganzen Thema. Ähm, was benutzt ihr für Toiletten? Kommt so was für euch infrage, ähm, was ich jetzt heute euch, äh, berichtet habe oder was Sebastian jetzt ja auch testet, ne, mit dem Verschweißen? Oder seid ihr Verfechter von 'ner anderen Toilettenlösung? Also das-- Ihr wisst ja, dass uns das Thema immer sehr beschäftigt. Dann schreibt uns gerne dazu.
Sebastian: Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Nele: Tschüss.