VW Nutzfahrzeuge macht den ID. Buzz zum spontanen Übernachtungs-Camper. Das neue Paket bringt Bett, Matratze, Verdunkelung und einen cleveren Schlafmodus mit. Ich habe mir angeschaut, für wen sich das lohnt und wo der Haken liegt.
VW Nutzfahrzeuge hat ein neues „Gute-Nacht-Paket“ für den ID. Buzz vorgestellt. Darin stecken ein Bettgestell, eine passgenaue Klappmatratze (2,00 x 1,20 m), ein Verdunkelungsset für die Scheiben, ein Tisch, zwei Stühle und Lüftungsgitter für die vorderen Seitenfenster. Damit soll der Bulli laut VW in kurzer Zeit zum „flexiblen Camper“ für zwei Personen werden. Der Preis: ab 2.600 Euro, ab sofort bestellbar.
Teurer Hype oder praktische Zusatzausstattung?
Auf den ersten Blick erscheint der Preis für ein Bett, eine Matratze, Verdunkelung und etwas Mobiliar erst mal viel zu hoch. Für 2.600 Euro bekommst du eine hochwertige modulare Campingbox mit Küchenblock. Oder du baust dir mit etwas handwerklichem Geschick ein einfaches Bettsystem für den Buzz und kaufst dir Thermomatten, Stühle und Tisch dazu.
Spannend finde ich aber zwei Dinge, die ein Selbstausbau und auch eine Campingbox nicht so einfach hinbekommen: Zum einen den neuen „Übernachten“-Modus, der mit der aktuellen Software kommt. Er hält die Innenraumtemperatur bis zu 48 Stunden konstant, im Sommer wie im Winter. Gleichzeitig fährt er störende Lichter und Komfortfunktionen automatisch herunter. Zum anderen ist da die „V2L-Funktion“: Über einen Adapter zapfst du bis zu 2.000 Watt aus der Antriebsbatterie ab und betreibst damit Kühlbox, Kaffeemaschine oder das E-Bike-Ladegerät. Das ist ein echter Vorteil gegenüber den kleinen Aufbaubatterien in vielen klassischen Campern.
Eine Sache solltest du jedoch bedenken: Eine Klimatisierung über einen längeren Zeitraum zieht Strom – und der kommt beim ID. Buzz aus genau der Batterie, die dich am nächsten Tag weiterfahren lässt. Komfort kostet hier also unter Umständen Reichweite. Wer im Hochsommer oder bei Frost durchheizt, sollte daher auf jeden Fall den nächsten Ladestopp im Blick behalten. Und klar: Küche, Wassersystem und Toilette sind im Paket nicht inklusive. Da „Gute-Nacht-Paket“ ist also kein Ersatz für einen „richtigen“ Camper, sondern eine Schlafgelegenheit für die spontane Nacht am See oder den Zwischenstopp auf langen Strecken.
Für wen lohnt es sich also? Aus meiner Sicht für Gelegenheitscamper, die den Buzz sowieso als Alltagsauto fahren und ein, zwei Mal im Jahr unkompliziert ohne einen festen Ausbau draußen schlafen wollen. Wer dagegen regelmäßig und länger unterwegs ist, fährt mit einem Campingbus von der Stange oder einem durchdachten (Selbst-)Ausbau besser. Das Paket ist in meinen Augen eher ein bequemes Rundum-sorglos-Bundle als eine echte „Camperisierung“ – und dafür tatsächlich recht hochpreisig. Wie oft bei VW, scheint man auch hier den Markennamen mitzubezahlen.
Quelle und Titelbild: Pressemitteilung Volkswagen Nutzfahrzeuge
