Das Transkript der Folge
Diese Zusammenfassung wurde von einer KI erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten. Es dient zum schnellen Nachschlagen der in der Episode besprochenen Themen. Anhand der Zeitstempel sind diese dann einfach im Podcast nachzuhören.
Nele: Hallo und herzlich willkommen zur Camper Style Kaffeepause, deiner kleinen Portion Camping für zwischendurch. Ich bin Nele.
Sebastian: Und ich bin Sebastian und heute haben wir den Brenner im Gepäck.
Nele: Im Gepäck ist gut. Ähm, ja, es gibt Neuigkeiten vom Brenner. Der war ja jetzt 'n paar Mal in den Schlagzeilen wegen Anwohnerprotesten et cetera pp. Und jetzt haben sich vor ein paar Tagen, ähm, laut Medienmeldungen Bayern, Südtirol und das Trentino auf eine gemeinsame Linie für eine variable Lkw-Maut geeinigt. Ähm, es gibt jetzt 'ne Absichtserklärung, die Mitte Juli rauskam und wir haben jetzt gesagt, wir gucken mal drauf, was das für Reisende bedeutet, die eben in der Richtung unterwegs sind. Ähm, weil es ist ja halt einfach die Urlaubsroute Richtung Italien und gleichzeitig auch die wichtigste Güterachse über die Alpen und das ist halt ein Problem. Ich mein, wahrscheinlich jeder kennt die Staus, der da schon mal gefahren ist. Und ja, wir werfen jetzt 'n Blick darauf, was ist da in der jüngsten Vergangenheit passiert? Wie sieht diese sogenannte Einigung aus? Was wird das vielleicht bringen oder auch nicht? Um das für euch einfach mal so'n bisschen einzuordnen, weil's eben da auch wieder viele unterschiedlich lautende Meldungen zu gab. Bevor wir aber zu der Einigung kommen, gucken wir vielleicht einmal kurz auf die Vorgeschichte, weil die kennt wahrscheinlich nicht jeder und ohne die versteht man jetzt auch vielleicht nicht so gut, warum sich hier überhaupt was bewegt und warum das gerade auch jetzt der Fall ist. Möchtest du mal einsteigen, Sebastian?
Sebastian: Bevor wir zur Vorgeschichte kommen, kurz zwei Dinge: Wer ein komisches Segen hört, das ist hier meine Hündin Inge, die keinen Meter vom Mikrofon entfernt selig schnarcht. Ähm, und, und Punkt zwei, ähm, wenn wir oder das Thema Gastankflaschen hat ja auch grade noch mal ein Update bekommen. Wir sind da dran, wir recherchieren grad die letzten Punkte und werden da auch in ein oder zwei Wochen samstags euch mit 'ner neuen Folge mit allen Punkten, allen Informationen und allem, was da jetzt, äh, Phase ist, versorgen. Wir hatten das ja schon mal auf'm, ich glaub, letzten oder schon vorletzten Caravan Salon, nee, auf'm letzten, ne, angeteasert, dass da was passiert mit dem Andreas zusammen von, von Autarker. Und da ist jetzt tatsächlich, äh, es ist zu der Änderung gekommen, aber mehr dazu dann in der Folge dazu. Jetzt aber warum ist der Brenner denn so ein Thema überhaupt? Ähm, und zwar letzten Endes betrifft das halt vor allen Dingen die Menschen, die nach Italien in den Urlaub fahren, beziehungsweise natürlich auch die Menschen, die Lkw nach Italien fahren, um, äh, Ware dahin zu bringen. Aber da wir hier über Camping sprechen, gucken wir uns mal die Urlauber an. Und der Brennerpass, ähm, und oder die Brennerautobahn, ähm, ist quasi ja das, die meistbefahrene Alpenüberquerung, ne. Also man muss ja irgendwie über die Alpen, wenn man nach Italien möchte, also, ähm, oder man fährt mit'm Schiff außen rum, das ist aber nicht sinnvoll. Und, äh, da ist der Brenner nun mal das, wo die meisten langfahren und laut ADAC sind das halt 16,6 Millionen Pkw und 2,7 Millionen Lkw im Jahr 2022 gewesen. Und so'n bissl als Vergleich, das sind halt mehr Lkw, die über die ganzen Schweizer Alpenpässe zum Beispiel unterwegs sind, zusammen. Und, ähm, ja, das Problem ist halt auch, dass viele über den Brenner fahren, weil die, die, den Speditionen es halt zu teuer ist, über die Schweiz zu fahren, weil Sprit und Maut dort halt noch teurer sind und deswegen, äh, spitzt sich das noch weiter zu, weil halt auch viele, viel mehr Lkw quasi dort unterwegs sind. Und, ähm, wen stört das? Das sind halt die Anwohner, die dort in dem, äh, in Wipptal und generell da in Südtirol eben überall leben, weil die haben halt Lärm, die haben Abgase und die haben dann auch, wenn eben Stau ist, die verstau-verstopften Ortsdurchfahrten, ne. Weil es ist ja so, dass da regelmäßig zu Staus kommt. Erklär noch 'n bisschen gleich warum. Und dann sagt Google: „Ah, fahr mal hier ab", ja, in der Navigation oder auch andere Navigationsgeräte und dann sind die Leute halt alle in den Ortschaften unterwegs und es staut sich dort genauso. Und das, ähm, ist eben für die Anwohner besonders ärgerlich und, äh, Kacke fällt mir nur ein.
Nele: Ich hab gelesen, dass sie zeitweise eben zu den Spitzenzeiten nicht mal mehr aus ihren Hofeinfahrten rauskommen, weil da so viel Verkehr und so viel Stau ist. Ähm, Tirol wehrt sich da auch seit Jahren schon dagegen mit eben so'n paar eigenen Maßnahmen. Zum Beispiel ist da 'n Nachtfahrverbot für Lkw. Es gibt sogenannte sektorale Fahrverbote. Das heißt also, bestimmte Gütertransporte wie Müll, Stahl und so weiter dürfen in dem Bereich nicht auf die Straße, sondern müssen auf die Schiene verlagert werden. Es gibt häufiger Winterfahrverbote an Samstagen und die berühmt-berüchtigte Blockabfertigung, von der wahrscheinlich alle auch schon was gehört haben. Das bedeutet also, dass an stark belasteten Tagen Tirol nur 'ne begrenzte Lkw-Zahl pro Stunde einreisen lässt. Ähm, das sind so ungefähr 40 Tage im Jahr. Ähm, 2025 hat das bayerische Transportgewerbe 59 solcher sogenannten Dosiertage gezählt. Und eben die Folge zu 'ner Blockabfertigung ist auch, dass sich die Staus teilweise über Kilometer erstrecken, vor allem auf der bayerischen Seite. Und, ähm, ja, Bayern schimpft da auch seit Jahren drüber. Wir sind ja auch sehr gut im Schimpfen immer, das weiß jeder, aber das ist vielleicht sogar ausnahmsweise mal gerechtfertigt. Und Italien hat jetzt Österreich sogar vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt, weil die angeblich den freien Warenverkehr unzulässig einschränken durch diese Maßnahmen. So, das ist jetzt eben die Ja, die Hintergrundgeschichte so 'n bisschen. Dazu kommt auch noch 'ne Baustelle oder mehrere Baustellen. Das da kommen wir gleich zu. Aber das ist so der, der, ähm, die Vorgeschichte. Und jetzt gibt's eben seit Mitte Juli eine ganz neue Entwicklung dazu.
Sebastian: Genau, der, äh, der EuGH-Generalanwalt, also der Generalanwalt vom Europäischen Gerichtshof, hat seine Schlussanträge vorgelegt am 16. Juli und, ähm, er schätzt also, dass das Nachtfahrverbot, die sektoralen Fahrverbote und das Winterfahrverbot gegen EU-Recht wohl verstoßen. Nur die Blockabfertigung hält er für zulässig. Das ist jetzt noch kein Urteil, aber es ist in der Vergangenheit meistens so gewesen, dass der EuGH dem Generalanwalt meistens folgt. Das heißt, da wird wahrscheinlich Ende 2026, also Ende diesen Jahres oder Anfang nächsten Jahres ein Urteil erwartet. Und, ähm, Tirol möchte natürlich gern an den Verboten festhalten, aber das würde man denen dann unter Umständen verbieten. Das ist jetzt aus Autofahrer- und Speditionssicht kann ich das verstehen, dass man da sauer ist und, äh, aus italienischer und bayerischer Sicht auch. Ich kann aber auch genauso gut natürlich Tirol und die Anwohner verstehen. Und, äh, wie so oft gibt's wahrscheinlich weder 'ne einfache noch überhaupt 'ne richtig tolle Lösung für alle. Ähm, und wie Nele schon gesagt hat, kommt dazu eben auch noch die Tatsache, dass es halt auch noch 'ne mehr oder weniger Dauerbaustelle gibt, nämlich die, äh, Lügbrücke.
Nele: Ich weiß gar nicht, ob man's Lüg oder Lug ausspricht. Auf jeden Fall diese Brücke, das ist die, die längste Brücke der, äh, Brennerautobahn, die hat fast zwei Kilometer, also auf der A13 und die ist halt jetzt am Abkratzen sozusagen. Ähm, seit letztem Jahr wird da bei laufendem Verkehr neu gebaut. Laufender Verkehr und Baustelle ist immer 'ne geile Mischung, wissen wir alle. Und die Arbeiten sollen noch bis etwa 2030 dauern und ich denke, man kann bei solchen Großbaustellen davon ausgehen, dass es wahrscheinlich auch den, den zeitlichen Rahmen so 'n bisschen sprengen wird. Das heißt also, diese Stelle ist überwiegend nur einspurig pro Richtung befahrbar und bei Tempo 60 nur 180 Tage im Jahr sind zweispurig. 2026, ähm, gab's noch zusätzlich 14 Lkw-Fahrverbotstage in Richtung Süden. Ähm, also die versuchen schon, diese Baustelle auch an sehr verkehrsstarken Tagen im Jahr, so Ferienwochenenden und so weiter, zweispurig freizugeben, damit eben der Reiseverkehr durchkommt. Aber es ist halt trotzdem 'n absolutes Nadelöhr. Wir haben dazu auch 'n Artikel bei Camper Style veröffentlicht, ähm, vor einiger Zeit. Ich glaub, das war sogar auch schon letztes Jahr. Ähm, ist also noch 'ne zusätzliche Belastung für den fließenden Verkehr. Und Ausweichrouten könnte man ja jetzt denken, kann man ja nehmen, aber das ist 'n bisschen schwierig, weil die ja auch sehr staugeplagt sind. Also da wär zum Beispiel Gotthard, San Bernardino, Tauernautobahn, ähm, oder auch der Fernpass. Die sind chronisch überlastet. Ähm, im, am Fernpass sind's, so wie ich gelesen habe, auch um die 15.000 Fahrzeuge pro Jahr mit Spitze 30.000. Deswegen rät auch der ADAC meistens den Urlaubern trotzdem halt den Brenner zu nehmen und 'nen Zeitpuffer einzuplanen. Und dass jetzt eben auch wenig Ausweichmöglichkeiten bestehen, führt dazu, dass die Anwohner jetzt schlicht gesagt einfach die Schnauze voll haben.
Sebastian: Ja und die entladen ihren Frust halt in Form von Blockaden, und zwar auf beiden Seiten der Grenze. Also am 30. Mai zum Beispiel gab's 'ne Demo direkt auf der Brennerautobahn und da war die A13 halt stundenlang dicht. Ähm, im Juni, äh, haben 700 Menschen die Fernpassroute, das ist die B179, für zwei Stunden blockiert und die nächste Demo ist für den 1. August am Fernpass angekündigt, also mitten in der Hauptreisezeit. Das sind, ist 'n letzten Endes wie Streiks und die sind natürlich immer dann am nervigsten für die, die langfahren, wenn viele unterwegs sind und die sind aber auch am effizientesten dann. Ähm, so ärgerlich das auch ist, wenn ich da halt grade unterwegs bin und die wollen halt einfach, dass weniger Umwegverkehr da lang kommt, dass mehr Güter auf die Schiene kommen und vor allen Dingen die Straße nicht noch weiter ausgebaut wird. Also wenn mich nicht alles täuscht, ist die Brennerautobahn ja dreispurig in beide Richtungen ausgebaut. Das ist schon 'ne, 'ne große Trasse sozusagen, aber es reicht halt nicht. Und klar, jetzt mit der Baustelle ist alles noch viel, viel schlimmer. Und ja, jetzt, äh, gab's eben 'ne neue Einigung, wie wir eingangs gesagt haben und, ähm, ja, Nele sagt jetzt mal, was da vereinbart wurde.
Nele: Ja, ich bin da noch 'n bisschen zwiegespalten, was das Ganze bringen soll, ehrlich gesagt. Ich trag jetzt erst mal vor, was die Bestandteile sind und dann können wir im Anschluss noch mal 'n Blick drauf werfen, wie wir das Ganze einsortieren. Also wie gesagt, Bayern, Südtirol und Trentino wollen eine variable Maut für den, äh, für Lkw auf dem Brennerkorridor. Und zwar soll sich diese Maut nach Tageszeit und Schadstoffklasse richten künftig. Das heißt also in Stoßzeiten und an vollen Tagen soll's dann teurer werden, nachts und in den ruhigeren Zeitfenstern günstiger. Ähm, man denkt auch darüber nach, Speditionen mit 'nem finanziellen Anreiz zu belohnen, wenn sie den Spitzenzeiten eben ausweichen. Und dazu haben im Mai diesen Jahres, also Mai '26, diese drei Regionen eine gemeinsame Machbarkeitsstudie gestartet. Und wer weiß, dass ich mal bei 'ner Stadt gearbeitet hab, wird sich denken können, dass ich viel auch das Wort Machbarkeitsstudie gehört habe. Ähm, das ist immer was ganz Interessantes, oft auch wirkliche Schüsse in den Ofen, aber gut, das werden wir dann sehen Auf jeden Fall soll das Ergebnis bis Ende diesen Jahres vorliegen. Das hattest du, mmh, ja auch grade schon angesprochen. Laut der Initiatoren deuten erste Simulationen drauf hin, dass höhere Preise in den Spitzenzeiten die Fahrten dort tatsächlich reduzieren könnten. Ähm, am 17. Juli, also jetzt vor paar Tagen, vor 14 Tagen noch nicht mal, hat die Trentiner Landesregierung diesen Entwurf, ähm, dann auch schon gebilligt. Also man will steuern statt verbieten, sag ich jetzt mal so. Also, ähm, gezielte Anreize schaffen, um die Spitzenzeiten zu entlasten anstatt Fahrverbote. Äh, parallel dazu gibt's noch die Idee eines digitalen Slot-Systems, dass sich also Lkw künftig vorab ein Zeitfenster für die Brenne, äh, Brennerüberquerung buchen müssten nach dem Vorbild des Hamburger Hafens. Ähm, unser geliebter und sehr hochgeschätzter, Ironie aus, Ministerpräsident Söder und Österreich Kanzler, äh, Stocker haben das jetzt im Juli 2025 vereinbart und auch unser Kanzler Merz unterstützt diese Initiative. Momentan liegt das aber auf Eis, weil ja noch diese italienische Klage gegen Tirol läuft und da macht's keinen Sinn, da jetzt quasi reinzugehen mit 'nem ganz neuen Projekt.
Sebastian: Ja, was heißt das für euch? Was bringt's euch, wenn ihr nach Italien wollt und da rüber müsst? Ähm, ja nichts.
Nele: Erst mal nix. Ja, genau.
Sebastian: Weil, weil das ist ja erst mal, also zum einen gibt's, warten wir jetzt erst mal aufs Urteil, also vor allen Dingen die Region wartet aufs Urteil. Da wird's wohl dann so sein, dass quasi diese Regelungen verboten werden. Ähm, das heißt, es wird noch mehr Verkehr kommen. Das bedeutet, die Anwohner sind noch unzufriedener und die werden sicherlich weiter demonstrieren. Das heißt, es wird zu mehr Staus und so weiter kommen. Denn diese Absichtserklärung mit der Studie, mhh, da hat ein Land nicht unterschrieben, nämlich Österreich beziehungsweise Tirol. Ähm, also die, die es betrifft und die werden sicherlich ihren Grund haben und so 'ne, so 'ne Regelung wie Mauthöhe und auch so 'n Slot-System, äh, Slot-System braucht eben Staatsverträge. Das, ne, da müssen sich die Länder einigen, da muss Brüssel zustimmen und auch die, die Mauthöhen müssen quasi, äh, zwischen den Autobahnbetreibern und den Staaten auch im Rahmen von EU-Recht quasi festgelegt werden. Das ist alles nicht einfach und ziemlich komplex. Viele Menschen müssen an 'n Tisch und, ähm, ja, warum kann's vielleicht aber trotzdem noch was werden. Also wenn, wenn die Fahrverbote jetzt kippen und danach sieht's aus, dann, dann muss irgend 'ne Lösung her. Und, äh, die zwei Dinge, die sie jetzt, äh, sich ausgedacht haben, könnten halt, äh, Kandidaten sein. Also wir sind jetzt keine Verkehrssystemtechniker und können das jetzt nicht einordnen, ob das wirklich sinnvoll ist, was sie da sich überlegt haben. Ähm, ganz allgemein kann man sagen, immer wenn's einen Geldbeutel gibt, kann man Menschen ganz gut, äh, zu Änderung ihres Verhaltens schon bringen. Das kann also durchaus funktionieren und es funktioniert deutlich besser als Verbote aus meiner Erfahrung, aber ob das dann im Detail so ist, wissen wir nicht. Und, ähm, ja, die Frage ist also quasi, wie schnell man sich dann einigt und an gemeinsamen Tisch geht, um das Ganze quasi voranzubringen. Und, äh, zumindest sind die, ähm, Regionen jetzt mal so 'n bisschen dabei, am selben Strang zu ziehen und sich nicht nur gegenseitig zu verklagen und mit Verboten zu überziehen. Und-
Nele: Ja.
Sebastian: Aber wie gesagt, für euch heißt das, es ändert sich erst mal nichts, ähm, weil selbst wenn diese Maut kommt, dann zielt die auf Lkw, nicht auf Pkw. Das heißt, es könnten dann vielleicht weniger Lkw unterwegs sein, hier und da, aber die Staus bleiben, die Baustelle bleibt bis 2030 der Engpass, ähm, und es werden sicherlich neue Demos hinzukommen. Und demzufolge wäre jetzt meine Empfehlung, nicht da langzufahren, ähm, und eigentlich gar nicht dahin zu fahren. Aber ich will jetzt natürlich nicht, nicht sagen, fahrt nicht mehr nach Italien. Das ist, äh, genauso katastrophal für, für Italien. Aber das wäre jetzt für mich grade der Punkt, wo ich sage: Na ja, also entweder fahr ich dann wirklich, gucke mir halt vorher die Stauprognosen alles an und fahre strategisch schlau. Das ist aber vielleicht auch nicht immer einfach, weil Ferien, weil Kinder und so weiter. Aber ja, es, also es wird sich für euch nichts ändern.
Nele: Also ich möchte da noch mal so 'n ganz kleines Aber reinbringen. Also kurzfristig wird sich nix ändern, weil die Mühlen in der Bürokratie haben schon immer langsam gemahlen, das ist völlig klar. Aber mittel- und langfristig könnte ich mir schon vorstellen, dass wenn jetzt wirklich Regionen überhaupt erstmals an einem Strang ziehen, wie jetzt zumindest die drei, die ich vorhin genannt hab, es fehlt halt Tirol noch, ähm, aber die werden vielleicht auch sich dann bewegen, wenn jetzt wirklich das EuGH-Urteil kommt und es kann ja nicht so weitergehen. Und wenn jetzt Anreize dann geschaffen werden, vielleicht auch schon relativ zügig, weiter Verkehr auf die Schiene zu verlegen, kann ich mir schon vorstellen, dass da 'ne Erleichterung kommen kann in den nächsten Jahren, sicher nicht vor 2028, 29. Ähm, es wird ja auch am Brennerbasistunnel gearbeitet, äh, das heißt, ne, äh, ähm, das ist 'n Zugtunnel, der soll 2032 fertig sein. Also vielleicht gibt es was, aber diese euph- oder optimistischen Meldungen, die jetzt durch die Presse gegangen sind, ja Einigung erzielt und so weiter, heißt aus unserer Sicht erst mal nichts. Gar nix, weil das ja dann erst in Recht gegossen werden muss und in konkrete Zahlen gegossen werden muss. Also die kurzfristige Empfehlung, wie du schon gesagt hast, aus meiner Sicht, ähm, die Strecke so zu planen, dass man eben viel Zeitpuffer mit drin hat, dass man nicht unbedingt zu den Spitzenzeiten, zu den Stoßzeiten fährt, Staubprognosen angucken, nicht unbedingt, ähm, am Wochenende oder, äh, ähm, vielleicht Montagmorgen fahren. Ich weiß nicht genau, was da die Stoßzeiten sind. Und natürlich am 1. August dann am besten nicht über den Fernpass fahren, wenn ihr da irgendwas vorhabt, sondern eine andere Route wählen. Und ja, im Zweifel tatsächlich dann vielleicht den Urlaub so planen, dass der halt in der Nebensaison stattfindet, wenn man das machen kann. Leider nicht sehr hilfreich im Moment für euch.
Sebastian: Was ja auch spannend ist, dieser, äh, der Basistunnel, der ist zwar '32 wohl fertig, aber die Zulaufstrecken aus Deutschland, die sind erst irgendwann 2040 beziehungsweise in den 2040er Jahren fertig. Und so wie's bei der Bahn aktuell läuft in Deutschland, na ja. Ähm, also das bringt dann auch nichts, dass der Tunnel fertig ist, wenn die Züge halt nicht ankommen. Also was, was lernen wir daraus? Unser Leben ist nicht einfach und nichts ist einfach und alles ist extrem komplex. Es gibt ganz viele verschiedene Interessen, ähm, wir haben auch den Umweltaspekt ja noch dazu und, und, und. Ähm, ja, was könnt ihr machen? Hat Nele grad schon gesagt, ne. Versucht, irgendwie Stoßzeiten zu vermeiden, irgendwie 'n bisschen anders anzureisen als viele andere, so gut das eben geht. Wenn das natürlich alle machen, haben wir auch wieder oder habt ihr auch wieder das gleiche Problem. Ähm, und, äh, klar, wenn man weiß, am 1. August ist, äh, 'ne Demo und ich sollte da nicht langfahren, hilft mir das nix, wenn ich halt irgendwie am ersten abends oder am zweiten, äh, in Italien sein muss, weil eben meine Buchung anfängt. Es ist 'ne schwierige Situation. Nehmt's einfach mit Ruhe, so gut es geht. Bereitet euch drauf vor, dass das passieren kann. Nehmt Vorräte mit, irgendwie tankt vorher noch mal oder ladet das Elektroauto noch mal auf, dass ihr halt Klimaanlage und so weiter nutzen könnt, wenn es krass heiß ist und ihr am, da im Stau steht und macht irgendwie das Beste draus. Habt Beschäftigung für die Kids dabei.
Nele: Mhm.
Sebastian: Das ist das Einzige. Und ja, man kann Ausweichrouten fahren, aber da wird's nicht anders sein zu den Stoßzeiten. Ähm, klar kann man's versuchen, großräumig zu umfahren, ja. Gibt's Möglichkeiten, die sind aber genauso langwierig, weil man halt irgendwie mit dem Schiff irgendwo rumdampfert oder sonst was macht. Also auch nicht wirklich Alternativen. Lange Rede, kurzer Sinn. Es ist, wie es ist. Ähm, wir wollten euch mal so'n bisschen aber mitgeben, warum das vielleicht auch so ist, weil's auch für uns ganz spannend war, was da eigentlich so die Themen sind. Ja.
Nele: Frohe Fahrt.
Sebastian: In 20 Jahren wird's besser.
Nele: Ja, scheiße. Okay, ihr Lieben, dann hören wir uns am Samstag wieder und ja, haben wir auch wieder entweder ein spannendes Interview für euch oder eventuell schon die Gastankflaschen, das wissen wir noch nicht, aber wahrscheinlich läuft eher das Interview. Also bleibt dran, bleibt uns gewogen. Frohe Fahrt. Bis denne. Tschüss.
Sebastian: Bis dann. Tschau.