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Podcast: Bikepacking für Einsteiger – So planst du deine erste Tour

In Teil 2 der Bikepacking-Miniserie spricht Nele mit Bikepacking-Expertin Sabrina darüber, wie du deine allererste Tour konkret planst – von der Routenwahl bis zum ersten Übernachtungsspot. Sabrina verrät dabei einen cleveren Trick: Statt von zu Hause zu starten, lässt sie sich einfach mit der Bahn rausfahren und strampelt entspannt zurück. Weitere praktische Tipps erfährst du in unserer neuen Episode!

Teil 2 der Bikepacking-Miniserie ist da – und Nele hat Sabrina wieder ins Studio geholt, um gemeinsam den praktischen Teil anzugehen: Wie startet man eigentlich in die erste Bikepacking-Tour? Von der Routenplanung über Navigationstipps bis hin zu Motivationslöchern und Pannenhilfe bekommst du hier alles, was du für deinen Einstieg brauchst.

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Darüber haben wir in dieser Episode gesprochen

  1. Der erste Schritt: Warum mit der Bahn rauszufahren und den Heimweg zu radeln die perfekte erste Tour ist
  2. Routenplanung mit Komoot: Wie Sabrina Touren plant, welche Kartenebenen und POIs sie sich anzeigen lässt – und warum der richtige Fahrradtyp in der App einen riesigen Unterschied macht
  3. Flussradwege als Geheimtipp: Warum diese Routen ideal für Einsteiger sind
  4. Navigation unterwegs: Sabrinas Setup mit Garmin-Fahrradcomputer, die Trail-View-Funktion in Komoot, und wann das Handy für die Orientierung völlig ausreicht
  5. Pausen, Essen und Motivationslöcher: Wie Sabrina ihre Snacktasche bestückt und was zu tun ist, wenn man einfach keinen Bock mehr hat
  6. Pannenvorbereitung: Was wirklich ins Reparaturkit gehört
  7. Alleine unterwegs und Sicherheit: Sabrinas Erfahrungen bei Events, warum sie sich generell wenig Sorgen macht – und Neles Geständnis zu True Crime und Dunkelheit
  8. Übernachten unterwegs: Campingplatz ab ca. 10–15 Euro, einfache Radlerzimmer für rund 20 Euro, und warum die Ansprüche nach ein paar Tagen auf dem Sattel ganz von selbst sinken
  9. Typische Anfängerfehler: Zu unterschiedliches Tempo mit dem Partner, zu ambitionierte Kilometerplanung – und warum man das möglichst früh loslassen sollte

Links und Ressourcen

  1. Sabrinas Blog oh-bici.de – neu gestartet, rund ums Bikepacking
  2. Sabrinas Island-Blog „Hallo Island“ – inklusive der passenden CamperStyle-Podcast-Folge dazu
  3. Podcast & Blog „BiketourGlobal“ – Infos zu Radreisen und Bikepacking, auch abseits des Profi-Levels
  4. Buch: „Immer Richtung Süden“ von Wiebke Lührmann – über ihre Radreise von Europa nach Kapstadt, solo
  5. Film: „Three Peaks and In Between“ mit Jana Kiesenheimer – begleitet die Ultra-Radfahrerin auf ihrem ersten Ultrarennen von Wien nach Nizza, auf YouTube verfügbar
  6. App-Tipps: Komoot (mit Premiumpaket), Strava (Heatmap-Funktion für beliebte und ruhige Strecken), OutdoorActive, Ride with GPS, Cyclebee (Newsletter mit Unterkunfts-Tipps)

Jetzt bist du dran – los geht’s!

Hast du nach dieser Folge Lust bekommen, deine erste Bikepacking-Tour anzugehen – vielleicht sogar mit Sabrinas Bahn-Trick? Oder hast du schon erste Erfahrungen gemacht und weißt, welcher Flussradweg sich für Einsteiger besonders lohnt? Dann schick uns gerne eine Nachricht an podcast@camperstyle.de oder per WhatsApp!

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Das Transkript der Folge

Diese Zusammenfassung wurde von einer KI erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten. Es dient zum schnellen Nachschlagen der in der Episode besprochenen Themen. Anhand der Zeitstempel sind diese dann einfach im Podcast nachzuhören.

Nele: Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele und heute noch mal für Teil zwei der Bikepacking-Miniserie mit unserer Sabrina im Studio. Herzlich willkommen, Sabrina. Sabrina: Danke. Hallo noch mal. Nele: Es ist für uns beide noch sehr früh morgens, haben wir gerade festgestellt. Wir werden aber trotzdem versuchen, viel Sinnvolles zu sagen. Sabrina: Ja, ich denk, das werden wir schaffen. Nele: Wir hatten ja in der letzten Folge uns angeguckt, was ist Bikepacking überhaupt? Ähm, was braucht man für 'n Fahrrad beziehungsweise was gibt's überhaupt für Räder dafür? Und was ist so die Ausstattung, vor allem auch die Ausstattung, mit der du so unterwegs bist, die du weiterempfehlen kannst. Und jetzt wollen wir heute 'n bisschen drüber quatschen: Wie geht man eigentlich auf seine erste Tour? Ist ja was, hatt ich auch schon letztes Mal gesagt, was bei uns jetzt auch ganz konkret ansteht. Deswegen, ähm, können wir da sicherlich auch 'n paar Tipps für Halil mit abgreifen. Aber wir wollen das halt generell jetzt auch für echte Einsteiger machen. Das heißt, wir starten wirklich bei null. Es hat jemand, die letzte Folge gehört, denkt sich jetzt: „Oh, könnt ich vielleicht auch mal ausprobieren." Was wäre dann so aus deiner Sicht der allerallererste Schritt, wenn man jetzt schon die Ausstattung, die du genannt hast, und die Ausrüstung, ähm, zusammen hat? Sabrina: Mhm. Dann würd ich mir jetzt als Allererstes 'ne kleine Tour raussuchen, auf die ich Lust habe. Also vielleicht mal für 'n Wochenende oder für 'ne Nacht einfach einen Ort raussuchen, wo ich hinfahren möchte oder wo ich losfahre. Ich mach das gerne so, dass ich nach Hause fahre, statt von zu Hause weg. Nele: Ah, okay. Sabrina: Und dann einfach mal ausprobieren. Nele: Also du lässt dich dann irgendwo hinbringen und strampelst dann den Weg zurück. Sabrina: So ungefähr. Also ich fahr meistens mit der Bahn raus und, ähm, such mir irgendwie 'n Bahnhof, wo dann in, weiß ich nicht, 10, 15 Kilometern noch mal 'n Campingplatz ist und such mir dann von dort aus 'n Weg irgendwie wieder zurück nach Hause. Meistens guck ich vorher schon, dass da auch 'n Radweg ist, den ich benutzen kann. Nele: Also bei uns ist es jetzt gerade so, dass der Halil schon immer kleinere Touren unternimmt, so mit unterschiedlichen, äh, Packkonstellationen, nenn ich's mal. Sabrina: Mhm. Nele: Also um sein Equipment so 'n bisschen zu testen und um zu schauen, wie ist es mit der Ladungsverteilung und wie viel passt überhaupt rein und wie lang hält der Akku auch, weil er fährt ja mit E-Bike. Also wer mit E-Bike unterwegs ist, sollte auch das vielleicht mal testen, um dann nicht das böse Erwachen zu haben und dann mit 'nem – was wiegen die Dinger? 35 oder 40 Kilo. Ja. Äh, dann ohne Akku treten zu müssen. Sabrina: Am Berg zu stehen. Nele: Ganz genau. Auch das ist schon passiert hier. Es war Gott sei Dank nur der Hausberg, aber ja, also würdest du das empfehlen, dass man das mal macht oder ist der Halil da 'n bisschen übergenau? Sabrina: Ich würd sagen, das ist vielleicht 'n bisschen übergenau. Aber Sabrina: aber wenn es ihm Sicherheit gibt, warum nicht? Also wenn er sich dadurch gut vorbereitet fühlt, super. Ähm, wie gesagt, ich würd einfach mal für 'ne Nacht fahren oder wegfahren und am nächsten Tag wieder nach Hause kommen. Nele: Und dann gucken, was fehlt vielleicht noch, oder? Also was, was brauche ich vielleicht noch für die Übernachtung dann auch. Sabrina: Genau, was war vielleicht schon zu viel. Nele: Mhm. Sabrina: Wobei man das auf so ner kurzen Tour, ja, schwieriger rausfindet. Nele: Aber den Tipp, mit, äh, mit der Bahn irgendwo hinzufahren und dann nach Hause zu fahren, das find ich eigentlich ganz cool. Also so fürs, fürs, für den allerersten Ausflug. Sabrina: Mhm. Nele: Und würdest du empfehlen, da auch schon so 'n bisschen vorher sich Kondition aufzuschaufeln oder irgendwie was zu machen? Weil es werden ja beim Radfahren, wenn man das jetzt nicht ständig macht, doch auch andere Muskelgruppen beansprucht, als wenn ich jetzt so normal irgendwie laufen gehe oder mit 'm Hund spazieren gehe oder vielleicht auch sogar Sport mache. Sabrina: Also idealerweise sitzt man ja jetzt nicht zum allerersten Mal im Leben auf 'm Fahrrad, ne. Ich denke, wenn man so 'ne Tour plant oder so Interesse an Bikepacking hat, dann fährt man im Alltag wahrscheinlich auch schon 'n bisschen und hat schon so 'n bisschen diese Fahrradmuskulatur aufgebaut und die Bewegungsabläufe und so was. Und dann würd ich als erste Tour jetzt auch nichts Langes raussuchen. Nele: Mhm. Sabrina: Das können ja auch nur 30 Kilometer sein oder 50 oder wie viel man sich zutraut. Und ich würd auch noch mitbedenken, dass man ja den ganzen Tag Zeit hat und keine andere Aufgabe hat als Radfahren. Und da kann man dann auch, wenn man sich jetzt 80 Kilometer vornimmt, kann man ja auch zwischendurch lange Pausen machen und hat immer noch genug Zeit, um ans Ziel zu kommen. Nele: Das klingt so richtig schön und idyllisch, wenn du das so sagst. So hab ich das noch nie betrachtet, aber das ist echt-- ja, da kannst du auch richtig mal das Gehirn ausschalten, ne. Sabrina: Total, total. Das ist das Erste, was passiert, sobald ich den Sattel berühr. Dann geht einmal das Gehirn aus, der Alltag ist weg. Diese ganzen kleinen Probleme, mit denen ich mich sonst herumplage, die gehen alle komplett in den Hintergrund und ich bin einfach nur-- mein Ziel ist einfach nur grade, ich möchte Fahrrad fahren und Fahrradfahren ist schön. Nele: Und nur mal 'ne kurze Zwischenfrage noch. Hat jetzt nix mit dem heutigen Thema so direkt zu tun, aber du bist ja alleine unterwegs. Da würd ich nachher auch gerne noch mal so 'n bisschen drauf eingehen. Aber hast du dann irgendwie Musik auf den Ohren? Hörst du Hörbücher, Podcasts? Machst du irgendwas oder bist du wirklich dann ganz bei dir? Sabrina: Ähm Ist ganz unterschiedlich. Also meistens starte ich ohne Kopfhörer und wenn mir zwischendurch so'n bisschen langweilig wird oder so, dann hör ich meist Podcasts. Und wenn ich mal so'n kleinen Motivationsschub brauche, dann hab ich extra so 'ne Playlist für angelegt, bei der ich immer gute Laune kriege und dann auch einfach so richtig, weiß ich nicht, so'n bisschen tanzend auf dem Fahrrad sitze und so'n bisschen mitgehe und die mach ich mir dann an. Nele: Was ist da so dein, äh, dein Song, der dich am meisten pusht? Sabrina: Das ist, ähm, ich glaube, er heißt der Pina Colada Song. Nele: Oh krass, okay. Sabrina: Das ist so 'n 80er Lied. Ähm, ich weiß, da krieg ich jedes Mal gute Laune, wenn ich den hör. Nele: Wie lustig. Sabrina: Dann geht's auch weiter. Nele: Bei mir gibt's auch so'n paar. Bei mir ist zum Beispiel Danza Kuduro so'n Song, da, da, wenn ich den im Auto, weil ich fahr ja nicht Fahrrad, wenn ich den im Auto anschalte, dann geht sofort die Post ab. Sabrina: Mhm. Es ist auch, ich find, es ist total wichtig, so was zu haben. Und ich hab so 'ne ganze Playlist mit Liedern, die damals bei uns so im alternativen Dorfclub liefen. Nele: Ach, süß. Sabrina: Also so ganz viel 2000, äh, 2000er Indie-Musik und Rockmusik und so was und Punk und so und das pusht mich auch jedes Mal. Das ist ganz witzig. Dann kommt so, weiß nicht, Killing in the Name Of. Nele: Ach witzig, hätt ich dich jetzt ganz anders eingeschätzt. Sabrina: Dann ist das einfach so, dann trete ich auch auf einmal doppelt so schnell. Nele: Nur dann nicht vergessen, wenn man viel Musik oder Podcasts, natürlich auch Camper Style Podcast unterwegs hören möchte, dann, äh, unbedingt auch an 'ne kleine Powerbank denken, damit dann nicht die Navigation flöten geht. Sabrina: Mhm. Genau. Nele: Wir hatten ja gesagt, eigentlich ja von zu Hause aus starten oder nach Hause zurückfahren ist 'ne gute Idee, aber vielleicht gibt's ja auch Leute, die sagen: „Oh, ich möcht eigentlich jetzt lieber was anderes sehen, weil hier ist schon für mich alles durchgenudelt." Sabrina: Mhm. Nele: Was würdest du denn sagen, was, was für Regionen - ich bleib jetzt mal in Deutschland, weil europaweit, das können wir heute gar nicht abdecken. Äh, in Deutschland, was wären so Gebiete, wo du sagst, da kann man schöne Tagesausflüge machen. Das ist vielleicht auch von der Infrastruktur her so abgedeckt, dass man unterwegs sich noch mal irgendwas einkaufen kann oder auch gut Campingplätze findet und ist jetzt vielleicht auch nicht nur Berg- und Talfahrt, dass man völlig fertig dann schon ankommt bei den ersten paar Runden. Sabrina: Mhm. Ich würd es gar nicht so auf Regionen jetzt, ähm, beziehen, sondern einfach mal sagen, Flussradwege. Nele: Mhm. Sabrina: Flussradwege sind einfach perfekt, find ich, für so Einstiegstouren oder auch für entspannte Touren, wenn man schon mehr Erfahrung hat. Die sind meistens flach oder man hat nur wenig Höhenmeter. Die Infrastruktur ist super ausgebaut. Also es kommt immer mal 'n Ort und es kommen immer mal Campingplätze, Unterkünfte, alles, was man braucht. Und meistens sind's ja auch extrem gut ausgebaut. Nele: Also so von den, von den, ähm, Straßen oder von den Radwegen her dann nicht so holprig und so, meinst du? Sabrina: Genau, das ist nicht Offroad oder irgendwas und man muss jetzt auch nicht zehn Kilometer über 'ne Landstraße ohne Radweg fahren. Also da hat sich schon irgendjemand sehr gut Gedanken gemacht, wie man da schöne Radwege an Flüssen aufbauen kann. Nele: Und wenn ich jetzt so an die Routenplanung gehe, also ich hab jetzt vielleicht meine ersten Touren schon so hinter mir, ich hab schon 'n bisschen Erfahrung gesammelt. Was hat sich denn da bei dir persönlich bewährt für die Routenplanung? Wie gehst du da vor? Sabrina: Ich, ähm, überleg mir meistens zuerst mal, wo ich überhaupt fahren möchte und wo ich gut hinkomme. Also entweder wenn ich von zu Hause starte, ähm, dann ist eigentlich die Frage, wie komm ich da wieder weg vom Ziel und ansonsten, wo gibt's 'n Bahnhof, der für mich gut liegt ab Frankfurt. Und dann guck ich meistens in Komoot nach offiziellen Radwegen. Also ich gucke oft nach Fernradwegen oder auch nach, wenn ich mir verschiedene Radwege zusammenbastle, dann, ja, also ich lass mir da die Fahrradebene einblenden auf der Karte und gucke dann, wie ich am besten vorankomme. Nele: Hast du auch andere Apps schon getestet und bist dann am Ende bei Komoot gelandet aus irgendwelchen Gründen oder war das so gefunden und dabei geblieben? Sabrina: Genau, das war gefunden und dabei geblieben. Also ich nutz die jetzt auch schon seit zig Jahren vorher auch schon für meine Trekkingtouren und ich kenn mich einfach gut mit der App aus. Das ist einfach der Grund. Ich hab da das Premiumpaket, dann lohnt es sich ja auch, die zu nutzen. Nele: Kannst du da noch 'n bisschen was zu sagen, was man damit alles machen kann? Ich kenn die selber nicht. Also ich, ich kenn nat-- Ich weiß natürlich, dass es die gibt, aber ich hab die noch nie selber jetzt irgendwie ausführlicher benutzt. Sabrina: Mhm. Also man kann sie zur Tourenplanung von eigenen Touren nutzen. Man kann sich auch schon fremde Touren anzeigen lassen. Da gibt's zum Beispiel auch ganz viele Tourismusverbände oder Fernradwege, die dann auch schon angelegt sind. So, sodass man gar nicht irgendwie bei null starten muss, sondern einfach so was Vorgefertigtes nehmen kann. Und was ich superpraktisch finde, ist, dass man in der Tourenplanung selbst, ähm, sich verschiedene Sachen auf der Karte anzeigen lassen kann, wie Supermärkte, Tankstellen, Wasserquellen, Unterkünfte, Campingplätze, also alles, was man unterwegs irgendwie braucht. Und dann hat man da, ja, ziemlich gut alles aus einer Hand und muss gar nicht mehr so viel in anderen Tools rumspringen. Nele: Also so 'n bisschen wie iOverlander für Trekking und, und Radtouren. Sabrina: iOverlander kenn ich nicht, aber ich hab mir schon vorgenommen, ich muss da mal reingucken. Nele: Ja, das ist leider- Sabrina: Hast du letztens ja erwähnt. Nele: Also die ist wirklich, die war so toll und dann haben die so 'n Riesenupdate gemacht. Ich hab schon mehrfach drüber gemeckert und jetzt ist die schweineteuer und funktioniert für mich jetzt irgendwie nicht mehr so gut wie vorher, aber ist ja immer auch so 'n persönliches Ding, ne. Wie, wie möchte man Apps nutzen, was möchte man sich da anzeigen lassen, Filter und so weiter. Hm, na ja, das ist 'n anderes Thema. Da gibt's schon einige Rants von mir in andern Folgen. Ähm, wenn ich immer so mitm Hund unterwegs bin, dann fällt mir das natürlich auf, dass es so bestimmte Strecken gibt, die bei Radfahrern extremst beliebt sind, wo man dann alle zwei Minuten auf die Seite hüpfen muss. Hm, wenn ich jetzt sag, ich möcht vielleicht lieber 'n bisschen ruhiger und mehr alleine unterwegs sein oder halt mit der Person, mit der ich, äh, fahre, gibt's da auch-- Also oder wie findest du Wege, Radwege, die jetzt nicht unbedingt so die, äh, Hauptdurchgangsstrecken sind? Sabrina: Da gibt's in Komoot und zum Beispiel auch in Strava, das ist diese Sport Performance Tracking App, nenn ich's mal, ähm, da gibt es so Heatmap-Funktionen. Nele: Ah. Sabrina: Also man kann sich die meistbefahrenen Strecken anzeigen lassen und damit kann man zum einen supergut planen, ähm, wenn man jetzt durch 'ne Großstadt fährt, was ist so die Strecke, die die Einheimischen durch diese Stadt fahren, was ist da am effizientesten? Und andererseits kann ich natürlich auch sagen, hier sind die Striche jetzt nicht so stark, dann wird das weniger befahren sein, dann hab ich meine Ruhe. Nele: Und ist es dann 'ne quasi All-Time-Information, die aggregiert wird aus ganz vielen Tagen oder ist es 'ne Echtzeitanzeige? Sabrina: Ich glaub, es ist All Time. Nele: Mhm. Sabrina: Bin mir aber auch gar nicht so sicher. Nele: Jetzt hattest du Strava schon erwähnt. Gibt's sonst noch irgendwelche Apps und Tools, die vielleicht jetzt du nicht selber nutzt, aber wo du sagst, weißt du, dass die gut funktionieren für diesen Zweck? Sabrina: Mhm, es gibt, ähm, eine, die hab ich noch gar nicht selbst benutzt, deshalb, ähm, kann ich dazu gar nicht so viel sagen. Die heißt Ride with GPS. Kann man wohl auch zur Tourenplanung nutzen, aber wie gesagt, ich hab's hier noch nie, ich hab noch nie reingeguckt. Ich weiß es gar nicht so genau. Als Alternative zu Komoot gibt's OutdoorActive. Nele: Ah ja, stimmt. Sabrina: Die, ähm, hat im Prinzip die gleichen Funktionen, ist, ja, 'ne andere Oberfläche. Und ich hab letztens noch was entdeckt, ähm, Cyclebee heißt das. Das ist 'n relativ junges Unternehmen. Die stellen ganz viele Informationen zu Radreisen zusammen. Nele: Mhm. Sabrina: Also wenn man sich da zum Newsletter anmeldet, bekommt man zum Beispiel 'ne Liste mit Anlaufstellen zum Unterkünfte finden. Das fand ich sehr praktisch. Nele: Und nutzt du die Komoot-App auch zur Navigation oder sicherst du dich da noch mal über 'ne andere App ab? Ich frag deswegen, weil's ja immer wieder Berichte gibt von irgendwelchen Schülergruppen und da darf man überhaupt nicht lachen, das ist wirklich, das ist wirklich schlimm, die dann nachts sich irgendwo verirrt haben, weil sie halt blind so dieser App gefolgt sind und dann plötzlich auf irgendwelchen Pfaden waren, wo sie nicht mehr weggekommen sind. Hm, und ich bin ja auch immer der Meinung, bei Google Maps kann dir das auch passieren. Deswegen fahren wir halt meistens so mit zwei Apps, mm, äh, wenn wir irgendwo sind, wo's kritisch werden könnte. Wie machst du das? Sabrina: Es gibt bei Komoot die Funktion Trail View. Da kann man sich Fotos von den Wegen anschauen. Nele: Okay. Sabrina: Das find ich superpraktisch, um so 'ne Einschätzung zu kriegen, was sind das für Wege. Und ja, also wenn ich jetzt mit Komoot fahre, also ich exportier mir die Route und pack mir die aufs Navi. Nele: Mhm. Sabrina: Aber wenn ich danach fahre und merke, das Gelände wird grade richtig schibbig und irgendwie hat Komoot da Komoot-Dinge gemacht- ... dann, ähm, such ich mir nach 'ner Alt, such ich nach 'ner Alternative und gucke, wie ich irgendwie drum herumfahren kann und das mit Google Maps, mit Komoot, mit, ja, anderen Apps. Also was dann grade eben am meisten Sinn ergibt. Nele: Also auch da darf man sich dann gerne auf den gesunden Menschenverstand verlassen und auf sein eigenes Gefühl, auch wenn man merkt so, oh komisch. Sabrina: Ja. Nele: Du hast jetzt grad, du hast jetzt grade gesagt, du exportierst die Route und packst dir die aufs Navi. Was hast du da für 'n Gerät noch? Sabrina: Ich hab ein Garmin Fahrradnavigationscomputer. Nele: Mhm. Sabrina: So nennt man das, glaub ich. Nele: Und ist das was, wo du sagst, das würdest du auch Einsteigern schon empfehlen oder eher, wenn man dann sagt, ja gut, dann, also das ist jetzt was, was ich definitiv sehr regelmäßig tun werde, dass, dass man dann erst so sich die fortgeschrittenen Ausrüstung zulegt? Sabrina: Das ist was, was ich nachlagern würde. Also die Dinger sind jetzt nicht grad günstig. Nele: Mhm. Sabrina: Ähm, gute Geräte fangen bei 300, 350 Euro an und nach oben sind da leider auch keine Grenzen gesetzt. Und ich finde so die ersten Touren oder bis man rausfindet, so, das ist jetzt was, was ich häufiger machen möchte, da reicht auf jeden Fall das Handy. Nele: Okay. Sabrina: Sollte man 'ne Powerbank dabei haben, weil das extrem viel Akku zieht und vielleicht auch so nicht die ganze Zeit das Display anlassen, sondern nur, dass es aufblinkt, wenn was Wichtiges passiert. Nele: Mhm. Sabrina: Also jetzt hier vorne abbiegen oder so und dann kommt man damit auch schon echt gut durch. Ich kenn auch Leute, die nach Jahren immer noch nur mit dem Handy fahren. Nele: Ja. Ja gut, ich mein, bei uns ist es ja beim, wenn wir mit 'nem Camper unterwegs sind, mit 'm Wohnwagen ist es ja auch so, hab ich ja neulich auch erzählt in 'ner Folge, dass ich's zwar komplett anders empfehlen würde anderen Leuten, aber ich fahr halt auch mit Google Maps, ne. Also es, es geht alles. Ähm, bei OSMAnd weiß ich, also da gibt's diese Funktion, dass das Display ausgeht und entweder du gehst da mit, mit der Hand so einmal davor, dann geht's wieder an oder halt wie du sagst, wenn was passiert, ist es dann bei Komoot auch 'ne Einstellung, die man wählen kann. Sabrina: Genau. Nele: Das, das ist praktisch, ja. Und ich geh mal davon aus, dass man sich grade bei solchen Apps auch Höhenprofil und so was anzeigen lassen kann oder so, so Relief-Geschichten. Mhm. Sabrina: Genau, Höhenprofil, ähm, Untergründe, Straßentypen oder Wegtypen. Das find ich auch immer ganz praktisch. Also wenn ich jetzt Lust auf Natur und so 'n bisschen mehr offroadiges, ähm, Terrain hab, dann kann ich damit noch mal nachprüfen, so wie viel Asphalt ist eigentlich auf der Strecke. Und wenn das der Großteil ist, dann muss ich umplanen. Nele: Okay. Sabrina: Oder auch andersrum. Nele: Ja klar, wenn man, wenn man sagt, du, es, ich mach jetzt die ersten Touren, hab vielleicht jetzt auch nie noch nicht so 'n schickes Höschen, was so toll gepolstert ist, dann will ich vielleicht jetzt auch nicht den ganzen Tag irgendwie auf groben Schotter fahren. Ähm. Sabrina: Genau. Nele: Ja. Sabrina: Und was ich da auch noch empfehlen würde, wenn man jetzt so die ersten Touren plant, es gibt verschiedene Fahrradtypen, mit denen man Touren planen kann. Also es gibt das ganz normale Fahrrad, das Rennrad und das Gravelbike und Mountainbike. Und da würde ich das ganz normale Fahrrad nehmen, weil dann wird man über die bequemen Radwege geleitet. Nele: Ah, okay. Sabrina: Beim Rennrad sind auch mal Landstraßen oder so dazwischen. Also das ist dann wirklich so auf Schnelligkeit ausgelegt. Bei Gravel hat man immer mal wieder so kleinere, ja, Geländeabschnitte mit da drin und mit Mountainbike landet man dann auch ganz schnell auf so 'nem Single Trail, wo man- Nele: Mhm Sabrina: ... ja, jetzt mit dem handelsüblichen Alltagsrad definitiv nicht fahren möchte. Nele: Ja, sehr, sehr guter Tipp. Das heißt also, auch wenn ich 'n Mountainbike habe und vielleicht da noch nicht so geübt bin, dann trotzdem die, die Standardvariante sozusagen lieber einmal machen und dann sich so langsam steigern. Sabrina: Genau. Das merkt man dann aber auch, wenn man die ersten Touren plant und dann vielleicht auch mal so zwischen diesen Fahrradmodi hin und her switcht, wie das die Route verändert. Nele: Mhm. Spannend, was man da so alles auch auswählen kann bei diesen Apps. Sabrina: Mhm. Nele: Gott, ich kling wie meine eigene Großmutter. Ähm, okay, die Route ist jetzt geplant, Navigation haben wir auch so weit geklärt. Jetzt startet der erste Tag. Wie- Sabrina: Mhm Nele: ... wie geht es bei dir in der Regel los, so wenn du normale kleinere Touren machst? Weil wir beziehen uns jetzt nicht auf deine 1000-Kilometer-Touren, da haben wir ja schon letztes Mal 'n bisschen drüber gesprochen, wie die abgelaufen ist, sondern so diese ganz normalen Touren, wo du sagst, vielleicht, ich leg da jetzt 80 Kilometer am Tag mal zurück. Ähm, wenn du von zu Hause startest, wie machst du das? Hast du da Checklisten, ähm, oder würdest du Einsteigern vielleicht empfehlen, mit Checklisten erst mal zu arbeiten? Wann startest du? Wie, wie fängt da dein Tag so an? Sabrina: Ähm, also ich hab inzwischen keine Checklisten mehr. Die hatt ich mir am Anfang gemacht, so damit ich auch wirklich alles mitnehme. Inzwischen weiß ich ganz grob, was dabei sein muss. Deshalb mach ich das nicht mehr. Also ich packe dann erst mal mein Fahrrad und versuche, alles irgendwie sinnvoll an dieses Ding dran zu packen. Sabrina: Und meistens fängt es damit an, dass ich die Taschen noch ein, zweimal auspacke, weil's irgendwie nicht passt oder weil ich noch besser packen könnte oder weil irgendwas ruckelt oder so. Also das ist auch ganz normal, dass man da nicht beim ersten Mal perfekt packt. Und man, also ich glaube, es ist mir noch nie passiert, dass ich zweimal gleich gepackt habe. Nele: Ach, verrückt. Sabrina: Die Sachen finden unterwegs 'n besseren Platz, wenn man dann morgens auf Tour noch mal neu packt. Also man muss ja ständig alles aus- und wieder einpacken. Genau, und dann geht's eigentlich auch schon los. Dann radel ich los. Ähm, es kommt jetzt drauf an, wo ich starte. Also wenn ich jetzt zu Hause starte, hab ich wahrscheinlich schon gut gefrühstückt und oder gut gegessen, vollen Magen und düs dann einfach los. Wenn ich jetzt schon unterwegs bin, würd ich nach fünf bis zehn Kilometern erst mal irgendwie bei 'nem, bei 'ner Bäckerei oder bei 'ner Tankstelle einkehren und Frühstück kaufen. Sabrina: Und ja, dann sitze ich den ganzen Tag auf dem Rad und düse durch die Gegend. Mach zwischendurch mal Pausen, also immer wenn irgendwie 'ne nette Bäckerei kommt oder irgendwas, wo ich halt mal essen kann. Ähm, oder wenn meine Vorräte langsam sich zum Ende neigen, ähm, halt ich auch immer mal gerne an 'nem Supermarkt und kauf dann Neues, neue Nahrung, neue Getränke. Und so, ja, gestaltet sich dann eigentlich der Tag. Also es is eigentlich Fahrradfahren und Nahrungssuche. Nele: Fast schon steinzeitlich nur mit Rad. Sabrina: Genau. Nele: Und wenn, also wenn wir jetzt wieder von Einsteigern ausgehen- Sabrina: Mhm. Nele: Was würdest du empfehlen, wann man so Pausen einlegen sollte? Also direkt wenn man merkt so, es kommen jetzt so die ersten körperlichen Zeichen, entweder Hunger oder, ähm, dass man vielleicht auch so merkt, die Beine werden 'n bisschen müde. Sollte man dann schon 'ne Pause machen oder drüber strampeln sozusagen, damit man dann nicht in so 'n Faulheitsloch reinfällt? Ich frage aus Erfahrung. Sabrina: Also wenn man Hunger bekommt unterwegs, dann is es meistens schon zu spät. Nele: Okay. Sabrina: Also da hätte man am besten vorher schon die Pause machen sollen und ich würde auf jeden Fall 'ne Essenspause machen, sobald der Hunger sich ankündigt, weil mit Hunger weiterfahren, es macht die ganze Tour nicht schöner. Nele: Mhm. Sabrina: Also ne, auch, also einerseits wegen der Laune, weil Hunger einfach, ach, keine gute, keine gute Laune macht und aber auch, weil das 'n Zeichen ist, dass die Energie aus dem Körper rausfließt und man muss dann sofort nachlegen. Also sobald man Hunger hat, ist es eigentlich zu spät, dann hat man zu wenig gegessen. Bei so körperlichen Geschichten, ähm, kommt es drauf an. Also ich hab gemerkt, es gibt viele Sch-Schmerzen oder so Befindlichkeiten, da kann man sich ganz gut wieder rausfahren. Also wenn jetzt die Beine schwer werden oder mal das Knie ziept oder, ja, man irgendwie das Gefühl hat so, och, grade is 'n bisschen unbequem, da kann man sich ganz gut rausfahren. Ich mach's meistens so, dass ich, ähm, nach 20, 25 Kilometern eigentlich immer Pausen mache. Das ist dann so 'ne Distanz, das sind ein bis zwei Stunden, je nachdem, wie schnell man unterwegs ist. Und dann mach ich immer mal 'ne kurze Pause, ess was Kleines, trink was, kurz ins Gebüsch, mal eben so den Körper wieder grade machen, vielleicht mal kurz die Waden ausdehnen und dann geht's weiter. Und das sind dann aber auch Pausen, die ich relativ kurz halte. Also vielleicht maximal zehn Minuten und dann geht's weiter. Nele: Also dann nicht zum Sonnen auf irgend 'ne Bank legen, sondern schon 'n bisschen zackiger weiter. Sabrina: Genau. Nele: Okay. Dann weiß ich ja Bescheid. Sabrina: Große Pausen mach ich dann meistens nach 50, 60 Kilometern. Nele: Mhm. Okay. Und worüber wir letztes Mal noch gar nicht so gesprochen haben bei der Ausstattung oder Ausrüstung, das würd ich gern heute nachholen, weil ich das sehr wichtig finde, ähm, ist das Thema Pannen. Sabrina: Mhm. Nele: Also worauf sollte man sich vorbereiten? Was sollte man da so als absolutes Must-have mit dabeihaben? Sabrina: Mhm. Ähm, absolutes Must-have is alles, um 'n platten Reifen zu flicken. Und darüber hinaus würd ich sagen, ähm, ja, 'n Multitool muss auf jeden Fall mit, auch alleine, um den Reifen rauszukriegen. Vielleicht neue Bremsscheiben, je nachdem, was man vorhat. Also das ist so was, was viele auch dabeihaben. Hab ich zum Beispiel nie dabei. Ich bremse einfach nie, meine Bremsscheiben sind noch wie neu. Nele: Du gibst immer nur Vollgas. Sabrina: Ich geb immer nur Vollgas. Ähm, ja und sonst vielleicht die Sachen, die man selber reparieren kann. Also mir würde es jetzt nichts bringen, Ersatzspeichen mitzunehmen, falls mir da mal eine kaputtgeht, weil ich keine Ahnung hab, wie man die repariert. Also, ne, es gibt natürlich auch für jedes Problem irgendwie Experten, die einem das auf YouTube erklären und zeigen. Aber wenn ich mitten im Wald stehe und oder wenn ich irgendwo in der Pampa bin und ich kann's nicht reparieren, dann ja, bringt mir das auch nichts. Also auch mit Anleitung nicht, ne. Nele: Ganz blöd gefragt, was machst du dann? Also d-rufst du dann deinen Partner an oder, oder irgendjemand oder wie, wie ist das? Also da gibt's ja kein, gibt ja keinen Fahrradabschleppdienst so wie beim Auto, wenn das irgendwo liegen bleibt. Sabrina: Das stimmt, aber es gibt meistens irgendwo 'ne Bushaltestelle oder 'n Bahnhof. Nele: Mhm. Sabrina: Oder 'ne Fahrradwerkstatt. Nele: Ja. Sabrina: Also da würd ich dann auf Google Maps gucken, wie ich aus der Situation am schnellsten rauskomme. Nele: Dann darfst du nie bei uns Fahrradfahren, weil da gibt's zwar 'ne Bushaltestelle, aber da kommt gefühlt nur einmal am Tag 'n Bus vorbei. Sabrina: Dann würd ich den Daumen raushalten. Nele: Ja, genau. Sabrina: Oder ein Großraumtaxi anrufen. Nele: Ja, ja, weil das, das Rad muss dann ja auch mit, ne. Ist ja nicht damit getan, dass du dann da von der Stelle aus 'm Wald wegkommst. Sabrina: Genau. Nele: Okay. Und also auf jeden Fall- Sabrina: Aber das passiert sehr selten. Nele: Ist dir das schon passiert? Sabrina: Nein. Nele: Noch nie? Sabrina: Also ich hatte noch nie 'ne Panne, wo ich gesagt hab, jetzt, ich muss jetzt hier abbrechen. Nele: Ah, okay. Ja gut, dann. Sabrina: Und meistens, also man kann auch sehr viel mit Gaffer Tape und Kabelbindern flicken. Zumindest bis man dann wieder irgendwie in der Zivilisation ist. Und also in Deutschland ist es ja so, dass das nächste Kaff nie weit weg ist. Nele: Das stimmt. Also auch hier Gaffer Tape und, äh, Kabelbinder Auf jeden Fall mit in die Ausrüstung ist es immer bei uns Campern, egal ob mit Fahrrad oder mit Fahrzeug oder mit Zelt, ist immer Standard. Sabrina: Genau, ist das Wundermittel für alles. Nele: Okay, also auf jeden Fall, bevor man losfährt, vielleicht mal so, wenn man's noch nie gemacht hat und nicht weiß, wie's geht, mal gucken, wie man so 'n Reifen flickt auf YouTube. Sabrina: Mhm. Genau. Nele: Dann, ähm, kann's ja auch passieren, dass man wirklich grade in so 'nem richtigen Motivationsloch drin ist. Ist dir das auch schon passiert, dass du sagst so: „Boah, ich hab jetzt wirklich gar keinen Bock mehr." Brichst du dann ab oder was machst du dann? Sabrina: Ähm, ich mache mir meistens erst mal Musik an und gucke, ob ich's damit irgendwie weiterbringe. Und wenn das nicht hilft, dann mache ich Pause. Also dann setze ich mich irgendwo hin, esse was, trinke was, nehme mir da bewusst Zeit, um erst mal runterzukommen und aus dem Motivationsloch wieder rauszukommen. Und das hilft meistens schon. Wenn ich abends keine Lust mehr hab, ähm, oder wenn ich jetzt noch, weiß ich nicht, ich muss jetzt noch 30 Kilometer fahren, so laut meiner Planung, ähm, und ich merke so, ich hab gar keinen Bock mehr, dann suche ich mir 'ne Unterkunft an dem Ort, wo ich bin. Und das dann auch nicht so, dass ich dann noch mal zehn Kilometer fahren muss oder so, sondern relativ vor Ort, also das Nächstbeste. Sabrina: Und also nach 'ner Pause mit Essen oder Schlaf ist die Motivation dann meistens auch wieder da. Nele: Mhm. Sabrina: Also das ist jetzt kein Grund zum Abbruch. Nele: Was war denn so, äh, der beschissenste Moment, den du jemals auf irgend 'ner Tour hattest, wo du gesagt hast: „Ich werfe jetzt mein Fahrrad hier den Hang runter und ich will nie wieder was damit zu tun haben." Gab's so was schon mal? Sabrina: Das gab's mal in Portugal. Da sind wir über 'ne Landstraße gefahren, wo wirklich die LKWs an uns vorbeigeprescht sind mit ganz wenig Abstand und die rechnen auch nicht damit, dass da Radfahrer sind, obwohl es der EuroVelo ist, auf dem wir gefahren sind. Dann fing es auch noch an zu regnen Sabrina: und mich hat in dem Moment einfach alles angekotzt. Und das einzige Ziel war so, runter von dieser Landstraße in den nächsten Ort und dann erst mal Kaffee trinken, was Süßes essen und irgendwie, ja, weitermachen. Also ja, aber da war auch nicht, kam auch nicht der Gedanke auf, ähm, wir brechen die Tour jetzt ab. Nele: Und ging's dann am, nach der Pause oder am nächsten Tag wieder zurück auf diese Landstraße? Oh scheiße. Sabrina: Aber nicht mehr so weit. Nele: Okay. Sabrina: Also das ging dann, auch wenn man jetzt so Sachen hat wie 'n Starkregen oder so, das ist so was, da würde ich, ja, also außer es geht nicht anders, dass man da jetzt noch mal durch muss, da würde ich immer Pause machen und das aussitzen. Nele: Mhm. Also irgendwo ins Café setzen- Sabrina: Genau Nele: ... warten, bis es vorbei ist, mhm. Sabrina: Genau, oder in 'ne Bushaltestelle, unter 'n Vordach irgendwo. Also das ist so was, das kann die Motivation sehr schnell brechen und auch so den Spaß an der ganzen Tour. Nele: Mhm. Jetzt haben wir in der letzten Folge darüber gesprochen, dass du meistens, glaube ich, alleine unterwegs bist oder zumindest viel alleine unterwegs bist. Ähm, wie steht's da bei dir so um das Thema Sicherheit? Also wählst du deine Routen auch 'n Stück weit danach aus? Sabrina: Also ich bin tatsächlich meistens zu zweit unterwegs. Nele: Ach so, ich war jetzt nur bei der großen Tour dann. Ah, okay. Sabrina: Genau, also das bei diesen Events, da bin ich ja 2025 den Tuscany Trail in der Toskana gefahren und jetzt '26 den Hackenpedaler. Da, ähm, sind die Routen vorgegeben und schon gescoutet. Also so, dass es da gar kein Problem ist, alleine unterwegs zu sein. Oder ja, dass da eigentlich nicht die Gefahr besteht, dass man sich irgendwie verfährt oder so. Und da sind auch genug Leute unterwegs, dass immer mal jemand vorbeikommt. Das hatte ich jetzt beim Hackenpedal grade. Also jedes Mal, wenn ich 'n kurzes Verschnaufspäuschen gemacht hab, ist eigentlich jemand kurz angehalten und hat gefragt, ob alles okay ist, ob ich Hilfe brauche. Genau, und sonst, also wenn ich jetzt hier so lange Tagestouren mache oder vielleicht auch mal so 'n Overnighter alleine, da, ähm, plane ich jetzt eigentlich auch nicht besonders anders, als wenn wir zu zweit unterwegs sind. Ich, ich glaube, ich mach mir generell sehr wenig Sorgen um Sicherheit, weil ich unterwegs immer wieder gemerkt hab, dass die Leute viel, viel netter sind und viel hilfsbereiter, als man das oft denkt. Nele: Mhm. Ja, das stimmt. Geht mir ähnlich. Also ich bin 'n bisschen schisser, muss ich sagen, ähm, aber nicht aus schlechter Erfahrung persönlich, sondern vielleicht höre ich auch 'n bisschen zu viel True-Crime-Podcast, könnte sein. Nele: Ich hab auch wahnsinn- Sabrina: Das mach ich nicht. Nele: Ah nee, das ist auch besser. Hör, mach das bloß nicht. Aber ich hab immer schon als Kind auch schon wahnsinnig Angst im Dunkeln gehabt, ähm, und ich bin nach wie vor nicht gerne alleine drau... nicht mal mit 'm Hund alleine draußen im Dunkeln, obwohl ich die Dunkelheit an sich eigentlich mag, aber das wär zum Beispiel was, was für mich gar nicht infrage kommen würde, allein in 'nem Zelt irgendwo zu übernachten. Im Auto, ja, das hab ich auch schon gemacht. Das ist auch kein Thema, weil ich da diese schützende Hülle noch um mich habe. Sabrina: Mhm. Nele: Aber- Ähm, so Zelt, wo man dann wirklich so ausgesetzt ist. Das kann ich mir persönlich überhaupt nicht vorstellen, fänd's aber total reizvoll, das zu machen tatsächlich. Sabrina: Mhm. Das ist gar nicht schlimm. Also ich hab meine, ich hab, als ich das erste Mal im Zelt in, ähm, Deutschland im Wald übernachtet hab, das war auf 'ner Trekkingtour, da hatte mir vorher jemand gesagt: „Was soll denn passieren? Also wer ist denn nachts im Wald unterwegs?“ Das sind genauso bekloppte Leute wie du, die sich da irgendwie 'n Schlafplatz suchen oder die auf 'ner Wandertour sind. Und ansonsten ist das Schlimmste, was passieren kann, dass morgens der Förster kommt und ans Zelt klopft und fragt, was man da macht. Nele: Mhm. Sabrina: Und ja, ich glaube, Wildtiere oder so, ne, die, die checken ja auch, dass man da ist. Es kommt ja nicht 'ne Wildschweinrotte und nimmt dir das Zelt auseinander. Nele: So, das mein ich. Also die, die Wildtiere, zumindest in Deutschland, die sind ja nicht da, um einem nach 'm Leben zu trachten. Also da hab ich auch gar keine, gar keine Ängste so. Aber, äh, für mich ist das Schlimmste so dieses, dieses Gefühl, irgendwo alleine zu sein und dann so 'n, ähm, so zu spüren, da ist irgendwas, aber ich weiß nicht, was es ist. Also ich hatte das zum Beispiel einmal, als ich im Auto übernachtet habe, ähm, auch ganz einsam auf so 'm Hügel, weil ich am nächsten Tag 'n Event dort hatte. Und dann hab ich mich so ganz normal ins Bett gelegt und so und auf einmal, so nach 'ner halben Stunde ungefähr, hat es sich so angefühlt und es gab so leichte Geräusche, als würde jemand oder ein Tier ums Auto schleichen. Aber schleichen, nicht normal laufen, sondern wirklich so, so weißt du, dieses ganz, ganz sanfte Rascheln vom Gras. Oh, und, und da hab ich, also dann hab ich da irgendwie so die Thermomatten 'n bisschen zur Seite und hab ganz vorsichtig geguckt, weil ich will dann ja natürlich auch nicht, dass man mich dann sieht, wenn das irgendjemand... Vielleicht hat einfach jemand geguckt, wer da steht, ja. Aber das war 'n ganz unangenehmes Gefühl und da war ich so froh, dass ich da das Auto um mich rum hatte, weil da, also ich sag mal, dass da jemand zufällig da ist, der dann ein Auto aufbricht, um dir irgendwas anzutun. Die Wahrscheinlichkeit ist zumindest in Niederbayern doch sehr gering. Aber, ähm, auch alleine dieses, dass da etwas ist so, wo du nicht weißt, was es ist. Das ist für mich 'ne, 'ne ganz, och, da krieg ich jetzt schon wieder zu viel. Ähm, deswegen muss es bei mir auch immer viel Licht geben. Also überall Terrasse hier. Wir wohnen in 'nem vielleicht 300-Einwohner-Dorf, aber glaub mal, wenn ich nachts mit 'm Hund gehe, dann geht aber das Licht auf der Terrasse an. Sabrina: Mhm. Nele: Und dann ist auch die dicke Taschenlampe mit drei Millionen Lumen am Start. So, und, und das bewunder ich halt so, egal ob Männer oder Frauen, das hat gar nix damit zu tun, dass ich 'ne Frau bin jetzt in dem speziellen Fall. Mich erschreckt auch immer der, der Fischreiher zu Tode. Ich weiß, dass er nachts da im Bach fischt, aber jedes Mal krieg ich wieder 'n, äh, 'n halben Infarkt, wenn der dann hochgeht, ja. Sabrina: Ja, das versteh ich total. Also als ich das erste Mal 'nen Rehbock bellen hören hab- Nele: Oh ja Sabrina: ... das war für mich der Moment, wo ich gedacht hab: „Oh mein Gott, was ist das jetzt? Jetzt kommt der Förster mit seinem Hund." Und es war zwei Uhr morgens. Aber mir wurde dann am nächsten Tag, also ich hatte da 'ne andere Gruppe im Wald getroffen, ähm, was ganz angenehm war. Die hatten da auch ihr Nachtlager aufgeschlagen und am nächsten Morgen hat der eine Typ einfach gesagt: „So, und hast du gestern den Rehbock bellen hören?" Und ich war so: „Ah, okay." Also ich glaube, da stellt sich auch so 'ne Routine ein oder so 'n Gespür für Geräusche, wenn man das 'n paar Mal gemacht hat. Wenn man im Zelt schläft, ist es ja eh auch lauter als im Auto und man kann Geräusche besser zuordnen vielleicht noch. Und wenn das zu krass ist, einfach so allein im Wald oder irgendwo anders in der Pampa zu schlafen, dann gibt's immer 'n Campingplatz in der Nähe. Also da würd ich auch, wenn ich mich unsicher fühle unterwegs oder eh schon so 'n schlechten Tag hatte oder so, dann würd ich immer 'n offiziellen Schlafplatz anfahren, also Campingplatz, Gasthaus, irgendwas, wo andere Menschen sind. Das ist ja auch ganz schön, grad wenn man allein unterwegs ist, wenn man dann noch mal so 'n bisschen soziale Kontakte hat irgendwann am Tag. Ja. Nele: Ja, und w-wie du auch in der- Sabrina: Man muss ja nicht im Zelt schlafen. Also man muss ja nicht im Zelt im Wald schlafen auf solchen Touren. Nele: Ja, und wie du auch in der letzten Folge ja schon gesagt hattest, wenn's, ähm, also auch auf deiner Tour, wenn's dann so Tage gibt, äh, wo du sagst: „Ja, okay, ich will jetzt einfach mal wieder richtig schlafen", dass man sich dann halt irgendwo entspannt in 'n Bett legt, warmes Wasser fließend hat und so 'ne warme Dusche vielleicht auch nehmen kann. Das ist vielleicht auch 'n, 'n Tipp, den geben wir ja auch, wenn Leute ins Camping einsteigen, dass man dann nicht direkt als Erstes die Hardcore-Erfahrung macht mit irgendwo freistehen und in 'n Wald kacken, sondern halt echt dann erst mal so, gerade wenn auch vielleicht Partner oder Partnerin dabei ist, die erst mal überzeugt werden müssen von dieser ganzen Erfahrung, dass man dann 'n bisschen komfortabler erst mal einsteigt und sich runterarbeitet und nicht umgekehrt sich hocharbeitet sozusagen. Sabrina: Genau, es soll ja auch Spaß machen, ne. Es ist ja Urlaub oder Freizeit und da muss man sich ja nicht bis aufs Äußerste quälen. Also es reicht, wenn man sich auf 'm Fahrrad quält, dann kann man wenigstens gut schlafen und gut essen. Nele: Ja. Und diese Campingplätze beziehungsweise Unterkünfte, da hab ich wirklich gar keine Erfahrung, wenn man da nicht mit 'nem Fahrzeug anreist. Was muss man da so für 'ne Übernachtung von bis ungefähr an Kosten einrechnen? Also ist mir schon klar, dass das auch von der Region abhängt und so. Ist ja wie bei normalen Campingpl..., also bei nor-normal, bei Übernachtungen auf Campingplätzen oder in Hotels, wenn man halt nicht mit 'm Fahrrad unterwegs ist, genauso, dass die Preise natürlich schwanken. Aber hast du da irgendwie so 'n grobes Budget, wo du sagst, da muss man, also das muss man auf jeden Fall hinlegen? Sabrina: Mhm, bei Campingplätzen ist, glaub ich, meist so die 10, 15 Euro. Nele: Mhm. Sabrina: Also wenn man da mit 'm Zelt unterwegs ist, ist ja 'n ganz normaler Zeltplatz auf dem Campingplatz, egal ob mit Fahrrad oder ohne. Und bei Gasthäusern und so, das sind auch die ganz normalen Preise. Nele: Ach so, zahlst du so vie..., ja, ja klar. Sabrina: Du zahlst ja jetzt fürs Fahrrad nicht extra. Nele: Mhm, klar. Sabrina: Also und dann gibt's natürlich auch noch verschiedenste Unterkünfte, ne, so Hostels, Jugendherbergen. Das ist natürlich günstiger als jetzt 'n das einzige Hotel in irgend einem Ort. Nele: Viele Campingplätze haben ja auch Unterkünfte für grade auch für Radreisende. Sabrina: Ja. Nele: Ähm, w... Hast du da irgendwie so 'ne Erfahrung, wie viel, wie viel die ungefähr kosten? Sabrina: Das hab ich jetzt in Schleswig-Holstein zweimal gemacht. Da hab ich, glaub ich, pro Nacht 20 Euro jeweils bezahlt. Nele: Mhm, okay. Sabrina: Also ist auch relativ günstig und das waren jetzt auch einfache Unterkünfte. Also einfach, das eine war 'n eigenes Zimmer mit Bett, Handtüchern, allem, was man irgendwie braucht. Also ich musste noch nicht mal den Schlafsack auspacken, um da zu schlafen. Und das andere war 'n ausgebauter Dachboden, wo 'n paar Betten drin standen, also so 'n bisschen Jugendherberge-Style. Nele: Mhm. Sabrina: Also auch richtig gut und meistens hat man da dann auch mal 'ne Waschmaschine, dass man mal kurz die Radsachen richtig durchwaschen kann. Das ist auch ganz praktisch. Nele: Ich seh das immer wieder auf Campingplätzen, jetzt auch zuletzt, als wir in Freiburg waren, dass es da eben Zimmer gibt und ich, also ich hab mir die noch nie näher angeguckt, weil das für uns jetzt noch nicht, äh, irgendwie relevant war. Aber so, also so wenn man da mal durchs Fenster 'n bisschen reinspiekert, wenn da keine Leute drin sind, sieht's eigentlich immer ganz nett und gemütlich aus. Sabrina: Mhm, genau. Was ich auch ganz schön finde, ist, dass ja viele Campingplätze jetzt auch diese Campingfässer zum Beispiel haben. Nele: Oh ja. Sabrina: Also man muss da ja gar nicht mal unbedingt nach, ähm, Rad-, Fahrrad, äh, Räumen, Fahrradzimmern oder so was Ausschau halten, sondern auch einfach mal nur nach so 'nem Campingfass oder was die sich da alles ausdenken, Glamping-Zelt. Also da gibt's ja inzwischen so viele Möglichkeiten. Nele: Also da möcht ich nur reinschicken, überall wo die schon Glamping davorschreiben, das könnte dann unter Umständen 'n paar Euro teurer werden, als es sein müsste. Also da würd ich, würd ich dann vielleicht lieber, wenn's Budget etwas enger ist, nicht nach Glamping-Zelten suchen, weil da haut's mich manchmal wirklich hinten um, wenn ich da die Preise sehe. Sabrina: Genau. Nele: Dafür, dass man dann meistens nicht mal 'n Klo hat. Ja, ja. Ja gut. Also eine Möglichkeit, aber nicht die günstigste. Sabrina: Genau. Und was ich noch sagen möchte, ähm, nach so 'nem Tag auf dem Fahrrad oder nach so 'n paar Tagen draußen, schrauben sich so Ansprüche auch ganz schnell runter. Nele: Mhm. Sabrina: Da ist man eigentlich auch schon über 'n durchgelegenes Bett ganz froh und deshalb kann man da auch, also es ist eigentlich egal, was da für 'ne Übernachtungsmöglichkeit sich auftut. Es wird immer die beste sein, die man grade findet. Nele: Ich würd noch mal gern mit dir auf das Thema Anfängerfehler gucken, weil das natürlich immer 'ne Kategorie ist, egal bei welchem Thema, die für viel Amüsement sorgt, aber die natürlich auch dafür sorgt, dass Leute nicht jetzt unbedingt, äh, denselben Fehler machen müssen, den man selber schon gemacht hat. Und da würd mich mal als Erstes interessieren, was, welche Infos hättest du gerne gehabt, bevor du auf deine erste Tour losgefahren bist? Also was würdest du so unseren Hörerinnen und Hörern mitgeben, wo du sagst, das war für mich 'ne total wertvolle Erfahrung, die möcht ich gerne teilen? Sabrina: Mhm. Ähm, ich hab auf meiner, also wir haben meine erste Fahrradtour oder Bikepacking-Tour über mehrere Tage, da waren wir zu zweit und wir hatten komplett unterschiedliches Tempo. Also ich hab da gefühlt zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt auf 'm Fahrrad gesessen. Vorher bin ich halt nur so innerhalb von der Stadt so von A nach B gefahren und dann da das erste Mal so längere Distanzen und ich bin immer hinterhergehetzt. Also gefühlt war immer so 'n Kilometer Abstand zwischen uns. Mein Partner vorne weg, der hatte den Spaß seines Lebens und ich bin einfach nur hinterhergehechelt. Das ist was, wo ich jetzt sagen würde: „Pass auf, wir richten uns nach dem langsamen Tempo und wir fahren das auch zusammen." Ne? Also vielleicht bin ich da auch mit 'nem anderen, mit 'ner anderen Erwartungshaltung reingegangen, dass ich halt dachte so: „Ach ja, wir tüddeln jetzt hier so 'n bisschen nebeneinander diesen Radweg lang und dann halten wir am Biergarten und haben den ganzen Tag gute Laune und alles ist schön." Und dann war die Realität einfach, dass ich nur sein Rücklicht gesehen hab. Also das ist was, ähm, was man auf jeden Fall vermeiden kann, indem man mal miteinander spricht. Und, ähm, so 'n anderer Fehler ist, dass man zu ambitioniert plant. Das merk ich, also den Fehler mach ich auch immer noch. Das sind dann so Geschichten, da plan ich einfach extrem viele Kilometer ein, weil ich die vielleicht auch schon mal an 'nem Tag gefahren bin und dann, ja, kommt einfach das Leben da rein oder so, dass, ja, der Tag kommt mit rein und man kommt vielleicht nicht ins Fahren rein, man kommt nicht in 'n Flow, man macht mehr Pausen, man hat mal 'n Platten. Die Höhenmeter sind doch steiler, als man's erwartet hat oder so. Und dann werden aus geplanten 150 Kilometern auf einmal nur 80. Nele: Mhm. Sabrina: Und das ist dann was, was man einfach akzeptieren muss und sich einfach sagen muss: „Alles klar, dann hör ich heute halt früher auf." Und ich glaube, also grad so am Anfang steigt da irgendwie so das, der Anspruch, ich muss da jetzt durchballern. Ich hab das geplant, ich muss bis zum Ziel fahren und das ist was, das kann man ablegen. Das kann man sehr schnell ablegen oder sollte man sehr schnell ablegen, sonst macht's keinen Spaß mehr. Nele: Ich seh schon, es gibt sehr viele Parallelen zum Campinguniversum mit Fahrzeug. Das ist im Grunde auch das, was wir immer den Leuten sagen: „Fahrt doch halt nicht bis nach Kroatien durch, wenn's auch anders geht, ähm, und kommt dann völlig erschöpft an und dann ist der erste Urlaubstag sowieso futsch, sondern macht 'ne Pause dazwischen, übernachtet irgendwo schön und kommt dann entspannter an und nicht irgendwie 1.000 Kilometer da durchballern, sondern ja, einfach so, dass auch der Weg Spaß macht und nicht man nur im Kopf hat, ich muss jetzt irgendwie ankommen. Ist ja anders, wenn man Rennen fährt zum Beispiel jetzt so in deinem Fall, ne, wenn man- Sabrina: Genau, das ist was ganz anderes. Mhm. Nele: Aber im Grunde machst du das ja auch für den Genuss, ähm, und nicht jetzt nur, um irgendwie dich körperlich zu betätigen und dann möglichst viel, äh, dich auszupowern wahrscheinlich, sondern auch, damit man so 'n bisschen gucken kann, ne, was ist unterwegs so. Sabrina: Genau, das stimmt. Und auch, ähm, ja, so dieses, einfach so im Tunnel weiterfahren, ohne wahrzunehmen, was rechts und links ist, das macht auch keinen Spaß auf Dauer. Nele: Ja. Sabrina: Also das, das macht Sinn, wenn man in Portugal auf der Landstraße im Regen ist, dass man da durchballert und einfach schnell ans Ziel kommen will. Aber wenn man normal unterwegs ist, dann gibt's immer mal 'n schönes Café oder 'n Biergarten oder man kommt irgendwo vorbei, was noch mal interessant ist, dann lohnt sich eigentlich auch immer anzuhalten. Und, ähm, da dann auch so der nächste Fehler: Zu wenig essen. Nele: Mhm. Sabrina: Und zu wenig Essen dabeihaben. Also das ist was, das beendet jede Tour ganz schnell. Nele: Also ich persönlich finde ja, zu wenig essen ist immer 'n Fehler, ob man auf 'm Fahrrad sitzt oder im Schreibtischstuhl, aber das ist 'n anderes Thema. Sabrina: Das stimmt. Genau, also man muss dem Körper unterwegs halt permanent Energie zuführen. Und bei mir ist es so, dass ich eine Tasche nur mit Snacks habe und ich bin den ganzen Tag am Essen. Nele: Die berühmte Snacktasche mit den ganzen ungesunden Sachen. Also man könnte da natürlich auch Nussriegel und Obst reinmachen, wenn man das möchte. Sabrina: Hab ich auch manchmal. Nele: Wenn zufällig da mal reinflutscht. Oder 'n Vollkornbrot zum Beispiel könnte da auch drin sein, ne. Also es muss nicht, es müssen nicht die Süßigkeiten sein, aber es dürfen die Süßigkeiten sein. Sabrina: Genau. Also das, wonach es den Körper grade zehrt. Nele: Ja. Sabrina: Das find ich auch ganz spannend. Der Körper sagt einem eigentlich, was ihm grade fehlt und manchmal ist es das Körnerbrot. Nele: Mhm. Sabrina: In anderen Situationen die, die Gummibären. Nele: Und jetzt die Leute, die bis zum Ende uns jetzt zugehört haben, aber vielleicht noch sagen: „Oh ja, es klingt irgendwie alles ganz toll, aber, ah, da mir fehlt jetzt noch so die letzte Inspiration." Wenn du jetzt mal so drei bis fünf Momente dir rausgreifen würdest, die dich immer besonders glücklich machen auf solchen Touren. Also ich kann von mir sagen, bei mir sind's meistens die kleinen Sachen. Sabrina: Mhm. Nele: Ähm, ich wollt aber gerne mal von dir hören, so was, was ist so das, was du dann immer für dich mitnimmst und wo dir das Herz aufgeht? Sabrina: Mhm. Also was mich immer wieder komplett fertig macht, ist, ähm, der Gedanke, dass ich das grade alles mit 'nem Fahrrad mache- Nele: Mhm Sabrina: ... und mit meinen eigenen Beinen. Also grad wenn man sich dann mal anguckt, wie viel, welche Strecke man in 'nem gewissen Zeitraum hinter sich bringt und sich dann denkt so: „Ja krass, andere Leute fahren das mit 'nem Auto, aber ich fahr das grad mit 'nem Fahrrad. So, was, was ist eigentlich los hier?" Also das ist so was, was mich immer wieder, ja, komplett fertig macht und, ja, auch stolz macht. Das ist auch so was, ähm, wenn man so 'ne Tour hinter sich gebracht hat, dann ist man unfassbar stolz auf sich, weil es ist die körperliche Anstrengung, es ist das Mentale, was da jedes Mal mitfährt, es sind die ganzen Erlebnisse Sabrina: und das dann auch noch auf 'nem blöden Fahrrad. Das ist, das sind so die zwei Sachen, die mich eigentlich so total antreiben. Und, ähm, was unterwegs passiert, das ist auch noch so 'n Ding. Also hab ich ja grad schon gesagt, viele Leute sind extrem hilfsbereit und freundlich und Unterhalten sich auch gerne mit einem und sind neugierig, was man denn da macht mit diesen ganzen großen Taschen am Fahrrad und so. Und das sind immer wieder so Begegnungen, aus denen ich dann auch zehre. Also grade wenn das in 'nem Moment kommt, wo ich grad mal keinen Bock hab. Nele: Mhm. Sabrina: Oder wenn man in 'nem Tief ist und dann kommt irgendwie, dann ist jemand besonders nett, dann ist das so: „Ach ja, schön." Und was mir auch immer wieder gefällt, ist, wie schön es eigentlich überall ist. Also es sind ja auch oft Strecken, die man jetzt mit 'nem Auto nicht unbedingt sieht, in Regionen, die man vielleicht auch noch gar nicht kennt oder auch wenn man sie kennt, ähm, es ist, man entdeckt immer was Neues und man entdeckt immer wieder, wie schön es eigentlich draußen ist. Ja, ich glaube, das sind so die Sachen, die mich da bei der Stange halten und mich immer wieder auf 'n Sattel draufbringen. Nele: Gibt's irgendwelche Ressourcen, also Blogs, Instagram-Seiten, Instagram, äh, Accounts, Bücher, also alles Mögliche, wo man sich Inspiration holen könnte? Sabrina: Auf jeden Fall. Also was ich sehr gerne mag, ist der Podcast Bike Tour Global oder von, ja, von Bike Tour Global, ist auch 'n Blog. Ähm, da geht's nur um das Thema Radreise und Bikepacking und das jetzt auch nicht auf 'nem Profi-Level immer, sondern auch, ja, mit Genusstouren. Und auf dem Blog dazu gibt's ganz viele Infos zur Ausrüstung, zu Touren, zu, ja, allem, was man dazu noch wissen muss. Also ist 'ne ganz gute Informationsquelle. Dann, äh, das hab ich mir heute erst bestellt. Ich denke, zur Motivation wird das super sein. Das Buch von Wiebke Lührmann. Ich glaub, das heißt „Immer weiter Richtung Süden". Nele: Ah, das hab ich schon gehört. Sabrina: Ja, Wiebke ist, äh, mit dem Fahrrad erst zum, also oder das war jetzt nicht ihre allererste Tour, aber eine ihrer sehr großen Touren, äh, die ist zum Nordkap gefahren und hat sich dann gedacht so: „Warum fahr ich nicht auch noch zum anderen Kap?" Und ist dann noch mal nach Kapstadt aufgebrochen. Nele: Alleine? Sabrina: Und hat über diese-- alleine. Und hat über die Kapstadt-Reise 'n Buch geschrieben und auch 'n Film gemacht. Also das ist so was, denke ich, was extrem motivieren kann und so die letzten Zweifel vielleicht ausräumt, auch mal 'ne Radtour zu machen. Muss ja nicht bis nach Kapstadt sein. Sabrina: Was ich auch, ähm, vor meinen eigenen Touren immer gucke, also wenn ich jetzt so diese großen Touren mache, jetzt wie den Hackenpedaler zum Beispiel, ist auf YouTube der Film, ähm, Three Peaks and In Between mit Jana Kiesenheimer. Das ist 'ne Ultra-Radfahrerin, die eben auch so die richtig krassen Distanzen als Rennen fährt. Und dieser Film begleitet sie auf ihrem ersten Ultrarennen von, ich glaube, Wien nach Nizza Sabrina: und zeigt vor allem auch die Momente in between. Nele: Mhm. Sabrina: Also da sieht man, es ist auf Tour nicht immer alles, ja, Heiterkeit, sondern auch mal schwierig. Nele: Mhm. Sabrina: So, und das ist auch der Film, der mich in diese ganze Bikepacking-Geschichte gebracht hat, als ich den geguckt hab und gedacht hab so: „Oh, das ist so cool, ich möcht das auch machen." Nele: Kann man sich ja auch mal so als, äh, interessante Lebensgeschichte wahrscheinlich angucken, ne. Muss man jetzt nicht unbedingt Radfan sein, weil es klingt, also beide eigentlich find ich total spannend, jetzt auch aus meiner Perspektive. Vielleicht, wenn dir im Nachgang noch weitere Quellen einfallen, dass du mir noch mal 'ne kleine Linkliste schickst. Sabrina: Ja. Nele: Die können wir dann in die Show Notes packen. Gerne auch 'n Foto von dir mit deinem Rad, wenn du was hast. Oder von euch beiden, je nachdem, ob dein Partner auch, äh, mit drauf sein möchte oder ob er sagt: „Nee, lieber nicht." Und ja, du selber blogst nicht übers Bikepacking, ne? Bei dir ist Island der Fokus. Sabrina: Ich hab grade vor drei, vier Wochen angefangen, 'nen Blog aufzuziehen dazu. Nele: Na, dann sag das doch. Immer die Leute, die so bescheiden- Du darfst doch auch Eigenwerbung machen hier. Dann packen wir den bitte auch. Wie, wie heißt der bitte? Sabrina: Das mach ich. Er heißt Oh-Bici. Nele: Wie schreibt sich das? Sabrina: Also die Adresse ist O, OH, Minus B I C I DE. Nele: Ah, okay. Sabrina: Also Bici ist, ähm, italienisch für Fahrrad. Nele: Italienisch, mhm. Sabrina: Genau. Nele: Gut, dann haben wir das doch auch geklärt. Ähm, packen wir natürlich auch gerne mit rein. Und dann können die Leute dich ja da auch 'n bisschen verfolgen und sich bei dir Inspiration holen. Nicht immer nur bei Leuten, die 'ne ganze Weltumrundung machen. Sabrina: Genau, auch mal die, die kleinen Touren machen. Nele: Sehr schön. Sabrina: Oder größere. Nele: Liebe Sabrina, das war wieder total interessant. Vielen lieben Dank dafür. Folgt alle Sabrina auf Oh-Bici oder eben bei Hallo Island natürlich auch. Da gibt's auch ganz, ganz tolle Berichte, Fotos und natürlich auch unsere Podcast-Folge dazu. Die verlinken wir auch noch mal in den Show Notes, wer sich jetzt dafür noch zusätzlich interessiert. Und- Sabrina: Vielleicht kombiniere ich auch Island und Radfahren irgendwann mal. Nele: Das hatte ich jetzt gef... Also es wär jetzt meine Abschlussfrage gewesen, wann wir uns darauf freuen dürfen, aber das werden wir dann ja alle erfahren, weil wir dir selbstverständlich alle folgen werden. Sabrina: Vielleicht nächstes Jahr. Nele: Oh, das klingt gut. Sabrina: Mal gucken. Nele: Super. Dann vielen lieben Dank. Sabrina: Danke dir. Nele: Ähm, wenn ihr da draußen noch Fragen habt an Sabrina, ähm, zum Thema Bikepacking, zum Thema Island, was auch immer ihr von ihr wissen möchtet, dann schreibt uns gerne 'ne Nachricht an podcast@campersei.de oder schickt uns per WhatsApp eine Text- oder Sprachnachricht oder wendet euch natürlich auch sonst gerne an Sabrina selbst. Dann kann sie euch auch vielleicht noch mal so 'n paar kleine Tipps geben. Ich betone noch mal, wie ich's immer mache bei solchen Themen, sie wird euch keine Radtour ausarbeiten und auch keine Island-Tour. Das geht einfach nicht. Das können wir selber auch nicht machen, aber so vielleicht noch mal 'ne Rückfrage zur Ausrüstung oder zu ihrem, äh, Setup oder so bin ich sicher, ne, ohne das jetzt vorher mit dir abgesprochen zu haben, dass da dann auch- Sabrina: Ich red da immer gerne drüber. Nele: Sehr schön. Ja, dann gucken wir mal, wann wir beide uns wiedersehen und ihr Lieben da draußen, abonniert uns gerne, schickt uns Nachrichten, auch gerne wie immer mit Themenwünschen. Wir sind grade auch schon wieder so 'n bisschen am Abarbeiten von Themenwünschen. Und ja, Sabrina, dir noch einen schönen restlichen Radsommer und du hast das letzte Wort. Was möchtest du den Hörerinnen und Hörern noch mitgeben, bevor sie zum ersten oder nächsten Mal aufs Rad steigen? Sabrina: Ähm, ich würd mitgeben wollen, wenn man Bock auf so 'ne Tour hat oder wenn man Bock hat, das mal zu testen, einfach nicht verkopfen, das nächstbeste Fahrrad nehmen, was man hat und einfach mal losdüsen. Es kann eigentlich nur gut werden. Nele: Vielen Dank und tschüss. Sabrina: Tschüss.

Sebastian Vogt

Ich bin Sebastian Vogt, der Technik-Experte und Redakteur für smarte Lösungen und Gadgets bei CamperStyle. Meine Expertise ist fundiert durch sechs Jahre dauerhaftes Leben im Wohnmobil als Digitaler Nomade. Ich weiß aus First-Hand-Experience, welche Technologien im mobilen Alltag zuverlässig funktionieren und welche nicht. Daher schreibe ich hauptsächlich über Stromversorgung, Fahrzeugzubehör und die Digitalisierung unterwegs. Ein wichtiges Kapitel dieser Reise waren unsere drei geretteten Hunde – so teile ich zusätzlich meine fundierten Erfahrungen und Tipps rund um das Thema Camping mit Hund. Meine Lieblingsspots? Immer dort, wo ich einen Stellplatz am Wasser finde.

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