Das Transkript der Folge
Diese Zusammenfassung wurde von einer KI erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten. Es dient zum schnellen Nachschlagen der in der Episode besprochenen Themen. Anhand der Zeitstempel sind diese dann einfach im Podcast nachzuhören.
Nele: Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele und heute wieder mal ohne meinen Co-Host Sebastian im Studio. Dafür aber mit 'nem ganz spannenden Interviewgast, nämlich mit Sven Melzer. Er ist Geschäftsführer von Megasat und Telestar und er macht jetzt gleich den Auftakt unserer neuen Rubrik Köpfe der Branche. Da wollen wir künftig in unregelmäßigen Abständen Akteurinnen und Akteure aus der Campingwelt vorstellen, vor allem welche, die auch selbst Camper sind, damit ihr da draußen auch mal so 'n bisschen 'nen Einblick bekommt, wer da so alles in den Unternehmen sitzt, die ihr kennt, von denen ihr Produkte oder Fahrzeuge habt. Und ja, wie gesagt, da haben wir uns jetzt als ersten Gast den Sven eingeladen. Herzlich willkommen, Sven. Und du wirst uns heute über dich berichten, über deine Campingerfahrungen und aber natürlich auch, ähm, ja, über Megasat, Telestar und auch so 'n bisschen, was da so alles dahinter steckt, damit unsere Hörerinnen und Hörer 'nen Blick hinter die Kulissen werfen können. Hallo Sven, erstmal.
Sven Melzer: Ja, hallo, ich freu mich drauf.
Nele: Ich möcht gerne einsteigen mit dir als Mensch und Camper. Und da interessiert mich natürlich jetzt in erster Linie: Wer bist du denn, wenn du grade mal nicht im Büro sitzt?
Sven Melzer: Ja, ich bin eigentlich 'n Familienmensch. Wenn ich nicht im Büro bin, äh, gehört der Zeit eigentlich meiner Familie, gemeinsam zu frühstücken, gemeinsam Abendessen am Tisch zu sitzen. Das macht eigentlich recht viel Spaß. Am Wochenende tue ich auch ganz gern kochen und hab da auch eine kleine Rivalität mit meiner Frau. Wer zaubert da das bessere Gericht am Sonntag auf den Tisch?
Nele: Oh.
Sven Melzer: Da tun wir uns gegenseitig immer schon 'n bisschen necken und lachen auch darüber, wenn's mal gut ist oder schlecht ist. Ja, das, äh, macht uns eigentlich recht viel Spaß.
Nele: Das heißt, ich kann dann meinen Mann mal bei dir in die Männerkochschule schicken.
Sven Melzer: Ja, ich find's recht wichtig als Mann, äh, dass man kochen kann. Ah, wenn man auch mal, äh, alleine lebt, kommt man gut zurecht oder auch in 'ner Partnerschaft tut sich das, äh, sehr, sehr gut ergänzen. Das tue ich auch meinem Sohn empfehlen, dass er sich da einarbeitet. Äh, Ziel sollt sein, so Grundnahrungsmittel einfach gut zubereiten, dass es schmeckt. Es muss nix Kompliziertes sein.
Nele: Das find ich 'n sehr guten Ansatz. Halil, hör gut zu. Äh, der Sven kann dir da noch einiges beibringen.
Sven Melzer: Dann haben wir auch einen, einen Hund.
Nele: Oh ja.
Sven Melzer: Das ist auch mein großes Hobby eigentlich mit dem Hund am Wochenende rausgehen. Äh, nach 'm Frühstück Samstag, Sonntag, äh, geh ich eigentlich da drei Stunden bis zum Mittagessen mit 'm Hund, äh, sehr viel in die Bayerische Rhön. Wir wohnen ja im Mittelgebirge, ganz im Norden von Bayern.
Nele: Ha, da habt ihr aber beide 'ne gute Kondition, du und der Hund.
Sven Melzer: Ja.
Nele: Was ist das für einer?
Sven Melzer: Das ist 'n Schäferhund.
Nele: Ah ja, gut. Die, die möchten auch gerne was tun, ne?
Sven Melzer: Ja, der muss eigentlich gefordert werden.
Nele: Schön. Also ich hör da so 'n bisschen raus, du führst eher so 'n beschauliches Leben privat.
Sven Melzer: Ja, das ist eigentlich mein, äh, Ausgleich zum, äh, Berufsalltag.
Nele: Jetzt bist du aber ja nicht nur 'n sehr guter Koch anscheinend, sondern hast auch schon die eine oder andere Camping-Van-Life-Erfahrung auf 'm Buckel, sag ich mal, wie man bei uns in Bayern sagt. Du warst, hab ich gehört, 'n halbes Jahr im australischen Outback unter anderem unterwegs. Was, wann war das genau und, und wie kam's dazu?
Sven Melzer: Ja, das war 1990. Da hatte ich ja die Möglichkeit, nach 'm Abschluss der Meisterausbildung mir mal, äh, sechs Monate, äh, Zeit zu nehmen, bevor dann der größere Berufseinstieg erfolgt ist. Und da haben wir uns entschieden, meine Partnerin und ich, äh, die konnte sich auch freinehmen, dass wir mal für halbes Jahr, äh, nach Australien gehen. Sind dann nach, äh, Melbourne geflogen und haben uns dort so 'n, ja für achthundert Dollar so 'n altes Auto gekauft. Haben dann erst mal festgestellt, dass es gar nicht richtig fährt und mussten das dann in die Werkstatt geben. Und, äh, dann ist eigentlich das Abenteuer schon losgegangen. Da haben wir uns von 'nem Freund, äh, ins Outback fahren lassen und waren da mal vier Wochen komplett ohne Auto auf uns allein gestellt. Das war nur so 'n kleiner Lagerplatz, wo ein Wasserhahn war, äh, eine Dusche und, äh, haben nicht mal einen, äh, Gaskocher oder Benzinkocher dabei gehabt, sondern haben mit, äh, Feuerholz, äh, gekocht.
Nele: Okay.
Sven Melzer: Da haben wir vier Wochen, äh, verbracht, also nur mit kleinem Bergsteigerzelt, Isomatte und den Klettersachen in einem großen Klettergebiet und waren da jeden Tag aktiv. Nach, äh, vier Wochen ist dann der Freund gekommen und hat uns dort wieder abgeholt.
Nele: Und, und wovon habt ihr euch da ernährt? Da konntet ihr ja nicht für vier Wochen Nahrungsmittel mitnehmen.
Sven Melzer: Ja, wir haben gut einiges mitgehabt. Es, äh, gab, äh, fünfundzwanzig Kilometer entfernt, äh, eine Outback-Station, so ganz 'n kleines Ding, wo man so tanken konnte und es paar, äh, Konserven gibt und Toastbrot. Unter anderem auch ein Eis.
Nele: Oh, das ist gut.
Sven Melzer: Und wir sind immer so drei Tage geklettert, bis so die Finger durch waren und wir die Muskeln gespürt haben und unser Rasttag war dann eigentlich, die fünfundzwanzig Kilometer zu der Outback-Station hinzugehen, vor allem Eis zu essen, Kaffee zu trinken und dann paar Konserven zu kaufen und wieder, äh, zurückzugehen.
Nele: Wenn du sagst hinzugehen, äh, das heißt zu Fuß fünfundzwanzig Kilometer.
Sven Melzer: Wir haben kein Auto, nichts dort gehabt, gar nix.
Nele: Ach du Scheiße, okay.
Sven Melzer: Wir waren da wirklich- Komplett ausgesetzt und, äh, ich hatte da, äh, auch a tolle Begegnung mit so a schönen australischen Huntsman-Spinne. Der Name kommt, äh, daher, weil die Spinne so groß ist wie wirklich so richtig große Männer, Branke. Und ich bin da vom Klettern zurückgekommen und lang so beim Zelt so rein zum Reißverschluss-
Nele: Mhm
Sven Melzer: ... beim Doppelzelt und merk, wie ganz leicht was meine Haut berührt und dann zieh ich meine Hand raus und dann hockt diese dicke-
Nele: Aha
Sven Melzer: ... fette Spinne bei mir auf der Hand. Ich hab einen Satz gemacht, das kannst du dir vorstellen, nach hinten und hab die weggeschleudert. Da gruselt's mich jetzt, wenn ich's erzähl, gruselt's mich immer noch am Rücken. Stellt sich die Gänsehaut auf.
Nele: Da gruselt's selbst mich, weil, also ich bin wirklich 'n erklärter Spinnenfreund, ne. Ich liebe Spinnen. Ich hab die als Kind schon bei mir zu Hause in Bodenvasen gesetzt und gefüttert. Aber die Begegnung müsst ich jetzt nicht unbedingt haben. Das, d-die Huntsman, sind das die, die so giftig sind auch?
Sven Melzer: Nee, die ist Gott sei Dank nicht giftig.
Nele: Ah, okay. Dann war das 'ne andere.
Sven Melzer: Ja, Redback-Spinnen und so, die sind im Totholz. Deswegen darf man sich da auf kein Totholz- oder Baumstämme draufsetzen.
Nele: Ohohohoho, okay.
Sven Melzer: Lebensbedrohlich dann, wenn dich so a Spinne sticht, gell.
Nele: Da gibt's ja in Australien so einiges an Getier, was einem gerne mal, äh, den Todesstoß versetzt. Wie seid ihr damit so umgegangen, wenn ihr da mit Zelt unterwegs wart und dann ja auch ...
Sven Melzer: Zelt absolut zumachen, Reißverschluss zu haben, auch vor allem die Schuhe reinstellen.
Nele: Ja.
Sven Melzer: Nicht die Schuhe vorm Zelt lassen.
Nele: Mhm.
Sven Melzer: Und wenn du draußen gehst, äh, immer genau auf den Boden schauen. Ich hab auch, auch 'n Stock genommen, so 'n kleinen, dass der vor mir ist, äh, falls a, a Schlange da ist, dass man die bissl abwehren kann.
Nele: Und beim Klettern sitzen wahrscheinlich auch e-einiges, äh, von diesen Tieren in so Felsritzen und, äh, Felsspalten, oder?
Sven Melzer: Ja, es hängt davon ab. Aber wir hatten eine Wand sind wir gegangen, die ging steil hoch und es waren immer große Bänder.
Nele: Mhm.
Sven Melzer: Und man konnte mit'm Kopf nicht auf das Band draufschauen, sondern man musste wirklich immer so suchen und abtasten.
Nele: Mhm.
Sven Melzer: Und ich hab immer im Kopf gehabt: „Mensch, hoffentlich liegt da keine Schlange auf dem Band, wo ich nicht hinschauen kann und das abtaste."
Nele: Ist aber nie was passiert.
Sven Melzer: Ist nie was passiert, aber, äh, mir war das schon sehr, sehr, äh, bewusst, wenn du draußen gehst in der ... Es war völlig abseits, ohne Weg durch die Natur, ja, wo wir waren.
Nele: Das ist ja jetzt 'ne Erfahrung, die sehr einzigartig ist, sag ich mal. Also kann man ja überhaupt nicht mit dem Campen in Mitteleuropa selbst mit Zelt vergleichen. W-würdest du sagen, dass dich das verändert hat oder dass du da-- Was hast du da mitgenommen aus dieser Zeit?
Sven Melzer: Ja, du merkst, äh, eigentlich die Verantwortung, ja. Vor allem meine Partnerin, äh, hab ich mich auch verantwortlich gefühlt, weil ich war ja da der bessere Kletterer und, äh, du musst wirklich schauen, dass nix passiert und, äh, auch dass mit den knappen Ressourcen du, äh, auskommst. Weil 'n Kletterunfall wär da sehr, sehr fatal gewesen damals ohne Handy, völlig im Outback abgelegen. Und das, äh, ist eigentlich auch ganz gut mal zu spüren, dass man mit einfachsten Mitteln zurechtkommt. Einfach nur mit 'm kleinen Zelt, Isomatte und das Essen machst du überm Feuer und das Ganze mal für vier Wochen, äh, denk ich oft dran.
Nele: Und so die, die Verbindung zur Natur, hat das, hat sich die da auch gefestigt bei dir? Also weil ich hab jetzt schon in der Einleitung rausgehört bei deiner Vorstellung, dass du ja insgesamt offenbar sehr naturverbunden bist.
Sven Melzer: Ja, ich bin ja im Berchtesgadener Land aufgewachsen.
Nele: Ah ja.
Sven Melzer: Direkt in den Bergen von klein auf war ich eigentlich dort in den Bergen unterwegs. Auch schon mit den Eltern bei Wanderungen, Skifahren, Skitouren, also von ganz klein auf und das war eigentlich mein großes Hobby früher.
Nele: Und so 'ne Reise wie damals, würdest du die heute noch mal machen, auch jetzt mit dem Risikobewusstsein, das sich ja mit jedem Jahr so 'n bisschen verändert? Ich merk das an mir selber, dass ich früher auch Sachen gemacht hab, wo ich heute sagen würde: „Mhm, das war vielleicht 'n bisschen nicht so schlau."
Sven Melzer: Ich hab mich v-völlig verändert. Früher bin ich eigentlich mit ganz einfachen Mitteln zurechtgekommen und-
Nele: Mhm
Sven Melzer: ... jetzt in meinem Alter brauch ich eigentlich schon Komfort und will das auch spüren. Das könnt ich mich nicht mehr auf so was einlassen. Bin aber wirklich froh, dass ich, äh, diese Erfahrungen, äh, gemacht hab früher.
Nele: Das kann einem ja auch niemand mehr wegnehmen, ne. Das sind so-
Sven Melzer: Ja
Nele: ... sind so Erlebnisse, die brennen sich ins Gedächtnis ein und die, die kann man ja auch mit keinem Geld der Welt bezahlen.
Sven Melzer: Ja, auch dass man weiß, äh, man kann mal auch mit ganz einfachen Dingen zurechtkommen und da sehr zufrieden sein.
Nele: Ja.
Sven Melzer: Weil oft entsteht ja Unzufriedenheit, wenn man denkt: „Ja, ich kann mir das und das nicht leisten und das nicht machen." Und da kann man sich eigentlich wieder gut zurücksetzen und sagt: „Mensch, du weißt eigentlich, geh bisschen raus, zwei, drei Stunden und kannst dich dabei ganz gut fühlen."
Nele: Ist jetzt 'ne andere Situation als bei mir, aber ich hab das auch schon an der ein oder anderen Stelle im Podcast mal erwähnt, dass für mich die Zeit, wo wir vier Jahre komplett mit dem Wohnwagen in Europa unterwegs waren und auch ja sehr reduziert gelebt haben, ähm, auf sehr kleinem Raum, auch nix kaufen konnten großartig, weil wir sowieso keinen Platz hatten, ähm, dass mir die auch sehr viel Zukunftsangst genommen hat, weil ich da auch gemerkt hab, na ja, dass so 'n Leben auf so kleinem, beengten Raum funktioniert gut. Man kann glücklich sein, wie du sagst. Man-
Sven Melzer: Ja
Nele: ... man kann auch zum Konsum guten Gewissens Nein sagen und es ist nicht nötig, so viel zu besitzen und so viel Geld auszugeben jeden Tag.
Sven Melzer: Ja. Gut, da wurd man dann nach vier Wochen wieder abgeholt, äh, wo wir waren und haben dann unser repariertes Auto wieder gehabt, so 'n alten Toyota Corolla ohne Klimaanlage damals und das in Australien, im australischen Sommer und sind dann die Küste hochgefahren. Über Sydney waren wir lange in den Blue Mountains, über Brisbane und waren dann Surfers Paradise war für mich a, a tolles Erlebnis. Da kommen die Wellen fünf, sechs Meter brechen da rein und ich war ja früher sehr guter Wettkampfschwimmer in der Schule und-
Nele: Okay
Sven Melzer: ... hab mich da den Wellen gestellt und mal waren wir drei Tage, haben uns da total ausgetobt.
Nele: Und habt ihr da weiter dann auch gecampt mit dem Zelt oder-
Sven Melzer: Ja, immer. Immer kleines Bergsteigerzelt und Isomatte.
Nele: Also über das halbe Jahr hinweg sozusagen.
Sven Melzer: Ja. Haben uns dann aber nach den vier Wochen, Feuerholz ist wirklich hart, äh, äh, so 'n benzino Kocher gekauft.
Nele: Oh, Luxus pur dann. Okay.
Sven Melzer: Aber kein Stuhl, kein Tisch. Äh, also wird eigentlich alles in am Boden gemacht oder ist, ist irgendwo mal a Bank, wo man sich hinsetzen kann.
Nele: Und wie war das für euch so als Paar dann so komplett auf sich zurückgeworfen zu sein und wirklich, ja, mit quasi den Mindest, mit der Mindestausrüstung klarzukommen? W-würdest du sagen, dass euch das eher zusammengeschweißt hat oder gab's dann auch immer wieder Konflikte?
Sven Melzer: Nee, wenn du so was angehst mit der Partnerin zusammen, du musst dich sehr gut verstehen-
Nele: Mhm
Sven Melzer: ... sehr gut miteinander zurechtkommen. Für mich war's vielleicht manchmal bissl schwieriger, weil ich musste da, äh, mehr Verantwortung übernehmen. Das hab ich halt sehr, sehr gespürt. Aber wir haben uns, äh, es war 's halbes Jahr lang sehr harmonisch.
Nele: Und dann hast du ja quasi 'nen, äh, kompletten Turn gemacht, auch beruflich. Ich weiß jetzt nicht genau, ähm, direkt nach deiner Rückkehr nach Deutschland bist du dann, glaub ich, auch schon ins Berufsleben eingestiegen, oder?
Sven Melzer: Na ja, vorher schon. Ich komm eigentlich persönlich sehr stark aus 'm, äh,äh, Bergsport und hab dann Gott sei Dank stufenweise und vor allem nach der, äh, Meisterausbildung, äh, festgestellt, dass, äh, ich das nicht mehr in der Intensität, äh, betreiben will, den Bergsport und das Klettern und mehr mich mehr den beruflichen Herausforderungen stellen will. Das hat mich mehr interessiert.
Nele: Und wo ging's dann für dich hin?
Sven Melzer: Ja, da hatt ich dann, weil ich hatte da als Jahresbestmeister, äh, abgeschlossen und, äh, mit 'm sehr guten Abschluss und hatte dann mehrere Möglichkeiten und, ähm, hatte unter anderem ein, äh, Angebot von Kathrein, dort, äh, im Service als Abteilungsleiter, äh, anzufangen und hab mich dafür entschieden.
Nele: Da hattest du, glaub ich, auch schon deine Ausbildung gemacht, ne?
Sven Melzer: Ja, ja, da war ich schon-
Nele: Ah ja
Sven Melzer: ... fertig.
Nele: Ja gut, dann, dann haben sie dich-
Sven Melzer: Qualifiziert.
Nele: Da haben sie dich direkt, direkt behalten.
Sven Melzer: Ja, das, äh, gut ich musst mich einarbeiten in die Produkte, weil ich bin, komm ja aus der Fernsehtechnik, das war dann Satellitenempfangstechnik und da hab ich eigentlich war ich in der Verantwortung weltweit für den Service mit, äh, 15 Mitarbeitern in Grassau.
Nele: Megasat kennen viele unserer Hörerinnen und Hörer schon. Da hatten wir ja auch schon Podcasts, ähm, im letzten oder vorletzten Jahr. Jetzt muss ich direkt überlegen. Weiß ich jetzt gar nicht mehr. Ich meine, letztes Jahr war's gewesen. Ähm, und Megasat hat ja die Marke Kathrein übernommen.
Sven Melzer: Ja.
Nele: Kannst du da noch 'n bisschen, äh, erzählen, wie's dazu gekommen ist und was das jetzt auch für dich persönlich bedeutet hat? Weil du, du warst ja sehr stark auch in dem Unternehmen verhaftet und ja, dann kam die Übernahme. Wie ging's, wie ging's dir damit so?
Sven Melzer: Ja, man muss sagen, ich war 13 Jahre lang bei Kathrein beschäftigt. Also erst im Service, äh, dann im Produktmanagement, dann im Vertrieb und zum Schluss in der Geschäftsführung für einen Teilbereich.
Nele: Mhm.
Sven Melzer: 13 Jahre, dann hab ich, äh, gemerkt, eigentlich kann ich auch selber 'n Unternehmen führen und hatte Megasat gegründet. Und wir waren dann eigentlich mehr oder weniger, äh, Wettbewerber mit Kathrein zusammen. Und als wir dann gesehen haben, dass, äh, Kathrein Insolvenz angemeldet, äh, hat, haben wir Kontakt aufgenommen zum Insolvenzverwalter und, äh, mussten halt erst mal analysieren, w-woran liegt's, ja. Weil wenn du ein Unternehmen, ist 'ne Riesenaufgabe, aus der Insolvenz holen willst, musst du erst mal verstehen, was haben die falsch gemacht und was willst du machen, um die Firma da rauszubringen und die, äh, Arbeitsplätze auch zu sichern.
Nele: Mhm. Und würdest du sagen, jetzt rückblickend, dass es für dich 'ne wirtschaftliche Entscheidung war oder auch so 'n Stück Herzensangelegenheit?
Sven Melzer: Das ist eine große Herzensangelegenheit, aber es muss, äh, da drüber die wirtschaftliche Betrachtung muss drüber stehen.
Nele: Mhm.
Sven Melzer: Ja. Das ist ga, ganz, ganz wichtig. Aber ich denk mal, das ist die Kombination, dass man's machen will und du musst für dich wirklich hart prüfen, ob's auch geht. Aber diese Entscheidung muss, äh, drüber liegen, weil die Verantwortung da zu groß ist, a vom Kapitalinvest und auch von den Arbeitsplätzen, wo man die Verantwortung übernimmt.
Nele: Also rational über emotional, trotz aller-
Sven Melzer: Ja
Nele: ... Liebe zur Firma.
Sven Melzer: Das musst du unbedingt machen.
Nele: Kathrein ist ja unter Camperinnen und Campern durchaus 'ne bekannte Marke gewesen. Ähm- Hast du irgendwie so gemerkt, dass da jetzt bestimmte Erwartungen auch auf euch zugekommen sind? Oder also wie geht man da mit so was um? Das ist ja immer so 'ne Frage dann bei so 'ner Übernahme: Will man den Markenkern erhalten? Schlucken wir's komplett? Was, was war da so bei euch die Strategie?
Sven Melzer: Gut, Kathrein ist ja im Premiumbereich positioniert und das ist auch die Abgrenzung zum, zu Megasat. Megasat, äh, sind die Entwicklungen, decken den Preiseinstieg und das mittlere Preissegment ab. Und das ist auch die Ergänzung der Marke und mit Kathrein, deswegen sind wir eingestiegen, decken wir den Premiumbereich ab und das sind auch die Synergien, die wir haben.
Nele: Und dann gibt's ja auch noch Telestar. Wo würdest du das dann einsortieren unter demselben Dach?
Sven Melzer: Telestar kommt ja aus 'm Technisat-Konzern. Das hatten wir ja vor zwei Jahren gekauft, äh, und haben wir jetzt entwickelt rein in der Audiotechnik.
Nele: Mhm.
Sven Melzer: Also digitale Audiotechnik.
Nele: Wo würdest du denn die konkreten Stärken der einzelnen Marken sehen? Also du hast es ja schon gesagt, Premiumsektor und Einstiegssektor, aber, ähm, wie, wie grenzen die sich sonst noch so 'n bisschen voneinander ab vielleicht? Also für wen ist zum Beispiel welche Marke auch gemacht, wenn jetzt jemand sich v-vor 'ner Kaufentscheidung befindet zum Beispiel?
Sven Melzer: Megasat und Kathrein sprechen hier eigentlich unterschiedliche Kundenbedürfnisse an. Also Megasat, attraktives Preis-Einstiegs-, äh, -verhältnis, äh, ist für den Kunden, der zuverlässige und funktionale Lösungen sucht und das Ganze, äh, bei einem sehr guten Servicekonzept. Und, äh, Kathrein ist der Anspruch natürlich, Entwicklung und Produktion, äh, dass es der Premiummarke gerecht wird und, äh, wird dann viel, viel mehr Aufwand da betrieben.
Nele: Und wenn du so einmal die Produktportfolios der, der drei Marken grob abgrenzen würdest, also, äh, Kathrein und, und Megastar haben ja Satellitenlösungen, aber auch, ich weiß nicht, Kathrein haben, äh, gibt's da auch Internetgeschichten? Oder wie, wie würdest du's einsortieren?
Sven Melzer: Gut, Kathrein ist sehr viel im professionelle Installationstechnik für den Elektriker, dass große Gebäude mit der Technik, äh, verkabelt wird und dass da überall, äh, Fernsehen funktioniert in jeden, in jeder Wohnung. Das ist eigentlich das Hauptgeschäft von Kathrein und da ist nur ein Teilbereich, der aber sehr bekannt ist für 'n Campingbereich.
Nele: Mhm.
Sven Melzer: Da gibt's natürlich auch, äh, äh, Satellitenschüsseln für 'n Fernsehempfang oder auch Router für, äh, Internetempfang.
Nele: Wenn wir jetzt mal auf die großen Themen des heutigen Campings gucken, Internetempfang, Fernsehempfang, ähm, und mal 'n bisschen von der, von der Unternehmensstrategie weggehen. Es gibt ja immer wieder viele Diskussionen und die haben wir ja durchaus auch schon, ähm, mit, mit dem Harald geführt, der bei uns schon zu Gast war. So dieses Verhältnis zu Satelliten, also von Satelliten-, äh, -empfang zu Streaming zum Beispiel, ähm, gibt's ja sehr unterschiedliche Ansichten. Würdest du sagen, dass heutzutage wirklich sich das noch lohnt, 'ne, äh, Satellitenanlage auf 'n Wohnmobil zu packen? Oder reicht eigentlich inzwischen Streaming über Mobilfunk?
Sven Melzer: Ja, also ich persönlich, auch von meinem Nutzerverhalten, bin da klarer Fan von der Sat-Anlage, weil der große Vorteil ist, du drückst auf einen Knopf, die Schüssel, äh, geht raus und, äh, du hast, äh, Fernsehempfang. Äh, Streaming ist schon gut, äh, wenn man sich in den, äh, Ballungsgebieten, äh, bewegt. Äh, wenn man dann aber mehr, äh, abseits unterwegs ist, äh, wird der mobile Empfang sehr, sehr schwierig sein. Auch grad wenn man in Europa unterwegs ist. Skandinavien ist sehr guter Empfang, in Spanien, in den Küstengebieten, aber wenn man dann mehr ins Landesinnere geht, äh, wird's halt schwieriger. Am besten hat man, äh, beide Lösungen.
Nele: Das ist natürlich für die Kunden die beste Lösung, aber euch, auch für euch als Unternehmen. Dann, ähm, habt ihr beide Produkte abgedeckt. Aber das ist tatsächlich, ähm, was du sagst mit dem Empfang, das ist ja was, was wir auch immer wieder feststellen. Wir haben ja 'ne LTE-Komplettlösung an Bord und wir haben immer wieder Probleme mit dem Internetempfang, auch und grade in Deutschland. Da machen wir uns ja regelmäßig auch im Podcast drüber lustig, dass es einfach nicht immer klappt. Wir sind jetzt auch nicht die Leute, die so wahnsinnig viel Fernsehen gucken müssen. Deswegen ist es für uns dann relativ egal. Bei uns geht's eher ums Arbeiten. Da sind wir mit Satellit sowieso nicht, ähm, bedienbar. Aber wenn jetzt jemand natürlich sehr gerne sehr regelmäßig seine Lieblingssendungen gucken möchte, ähm, dann ist man wahrscheinlich in vielen Gebieten auf jeden Fall mit 'ner Sat-Anlage auch besser bedient.
Sven Melzer: Ja, also wie gesagt, ich bin da klarer Fan davon und kann das eigentlich nur empfehlen und das wird noch lange, lange, äh, so bleiben.
Nele: Hast du selber beides oder wie bist du ausgestattet?
Sven Melzer: Ja gut, ich bin ja viel auf Testfahrten in Europa unterwegs und wenn ich dann unser, äh, Wohnmobil hier bestücke, dann hab ich ja alles Mögliche dabei.
Nele: Oh, wie schön. Das ist ja leidenswert.
Sven Melzer: In allen Größen und allen Varianten und muss mich eigentlich da der Herausforderung stellen, das in den Randgebieten zu testen und obzu, zu optimieren, ja.
Nele: Das ist ja also wirklich-
Sven Melzer: Also ich bin deutlich überausgerüstet, wenn ich unterwegs bin.
Nele: Du kannst quasi alles abdecken. Das ist doch schön. Hast du eigentlich selber auch 'n Wohnmobil oder bist du nur mit dem Testfahrzeug unterwegs?
Sven Melzer: Ja, wir haben nur ein, äh, Testfahrzeug. Und wenn ich so in Amerika war ich unterwegs, äh, hab ich mal 'n Wohnmobil, äh, ausgeliehen. Das ist a tolle Sache, da drüben unterwegs zu sein in Nationalparks.
Nele: Und wenn du jetzt Leute triffst, die sich 'ne Sat-Anlage oder auch, ähm, Internetlösung kaufen möchten neu, was würdest du sagen, worauf sollte man da auf jeden Fall achten? Grade auch vielleicht als Einsteiger, der sich jetzt mit der Technik noch nicht so befasst hat.
Sven Melzer: Das Allerwichtigste ist, ich muss wissen, mein Reisegebiet. Ja, wo will ich in Europa ungefähr hinfahren? Und, äh, das Zweite ist: Was hab ich für ein Fahrzeug? Wie viel Platz hab ich auf dem Dach?
Nele: Mhm.
Sven Melzer: Äh, Gewicht ist eine Sache, deswegen haben wir unsere Europa-Antenne entwickelt. Die ist halt kompakt klein, nur fünf Kilo leicht. Und dann sind diese Sachen, äh, wie lang ist die Suchzeit? Das ist bei uns bisschen über eine Minute. Und dann technisch ist bei uns der allergrößte Vorteil, dass wir kein Transponder-Update, äh, brauchen. Weil wenn sich an der Satellitenfrequenz was ändert, äh, muss bei vielen Antennen dann Software-Update gemacht werden und das-
Nele: Ah ja. Und wie stehst du zu den mobilen, ich sag einfach immer Schüsseln, aber es sind ja gar nicht immer Schüsseln, sind ja auch Kuppeln, äh, Kuppelantennen teilweise. Aber wie stehst du da zu mobilen Lösungen gegenüber den fest verbauten? Wo siehst du da die, die Schwerpunkte, Vor- und Nachteile?
Sven Melzer: Na gut, das Allerbeste ist bei einer portablen Antenne, äh, wenn ich abgeschattet stehe, dass ich die außerhalb vom Baum oder Überdachung hinstellen kann und trotzdem Empfang hab. Das ist der allerallergrößte Vorteil dabei. Weil wenn ich's am Dach hab selber, muss ich halt frei stehen.
Nele: Mhm.
Sven Melzer: Also eigentlich braucht man drei Lösungen: portable, festmontage und die Internetlösung. Und dann wird man jede Situation gut meistern können.
Nele: Das ist doch, äh, sehr gutes Marketing hier.
Nele: Und beim, beim Thema Kaufentscheidung oder auch bei der Installation, was sind da so die häufigsten Fehler, die euch begegnen bei den Campern?
Sven Melzer: Ja, da haben wir schon so viel, äh, Sachen erlebt, auch ganz schlimme Sachen. Zentrales Thema ist eigentlich kleben und dichten.
Nele: Ja.
Sven Melzer: Wenn ich das selber mache und glaube, ich nehm einfach 'n Kleber und tu das drauf. Wir haben schon mehrere Fälle gehabt, dass die, äh, Antennen auf der Autobahn vom Dach fliegen.
Nele: Ach du liebe-
Sven Melzer: Du kannst dir ja vorstellen, was das heißt, wenn hinter dir jemand fährt.
Nele: Mhm. Mhm.
Sven Melzer: Ja, und wenn der Klebeprozess nicht richtig gemacht wird, äh, kann's sein, dass sich die Antenne dann bei 120 löst oder bei 100.
Nele: An dieser Stelle-
Sven Melzer: Gott sei Dank, warte mal, Gott sei Dank war's immer so, dass dahinter keiner gefahren ist und da war halt die Antenne geschrottet, aber es gab Gott sei Dank keine Verletzte und keinen großen Unfall, ja.
Nele: Aber nur aus Glück.
Sven Melzer: Aus Glück, ja.
Nele: Mhm. An dieser Stelle mach ich noch mal 'n kurzen Werbeblock für uns selbst. Äh, wir haben ja auch mit dem Kollegen Michael Windecker von, äh, Dekalin sehr ausführlich über das Thema kleben und dichten gesprochen und über die Wichtigkeit, grade auch bei solchen Projekten sauber zu arbeiten. Also hört da gerne noch mal rein. Ich verlink euch die drei Folgen, waren's, glaub ich, auch noch mal in der Folgenbeschreibung. Ähm, also würdest du sagen, eher dann vielleicht, wenn man da keine Erfahrung hat, die Finger von der Selbstmontage lassen und in 'ner Fachwerkstatt einbauen lassen? Oder was würdest du da empfehlen?
Sven Melzer: Absolut. Das Kleben und das Dichten nur vom, vom Fachmann, weil kann man sich ja vorstellen, äh, Wasser im Fahrzeug, das ist das Schlimmste, was, was, was gibt, wenn's da Feuchtigkeit reinkommt und verlierst dann auch die Gewährleistung vom Hersteller. Das kommt noch dazu.
Nele: Das kommt dazu, genau. Auch 'n wichtiger Punkt. Also wirklich, wenn ihr was selber macht an euren Fahrzeugen, egal ob das jetzt wirklich so 'ne große Montage ist oder nur 'ne kleine Dachdurchführung für irgend 'ne Dachantenne von 'nem Internetrouter, auf jeden Fall bitte gut informieren und im Zweifel halt lieber dann die paar Euro bezahlen, in 'ne Fachwerkstatt gehen, weil wenn ihr die Garantie oder Gewährleistung verliert, dann habt ihr am Ende mehr an der Backe. Internet ist auch schon noch mal 'n gutes Stichwort. Ich hab ja schon gesagt, für uns ist eigentlich das Thema Internet das Entscheidendere, weil für uns Fernsehen eben jetzt nicht so die, die große Rolle spielt. Ähm, und ich weiß, dass es vielen Leuten auch so geht, die halt, ähm, schwerpunktmäßig dann nach Internetempfang unterwegs suchen. Was würdest 'n du sagen? Du hast es vorhin schon angedeutet, es kommt drauf an, in welchen Gebieten man unterwegs ist, äh, auch in Europa. Wie sind da so deine Erfahrungen auch aus den Testfahrten, was die Empfangslage angeht? Also welche Länder sind besonders gut abgedeckt, was das Thema Mobilfunk angeht? Welche Länder und Regionen besonders schlecht?
Sven Melzer: Ja, das ist Ballungsräume sind gut ausgebaut, äh, baut und die Regionen darum, äh, abgelegene Region ist schlecht. Skandinavien ist sehr gut ausgebaut, ist unsere Erfahrung. Und bei unseren Testfahrten Spanien, die Küste entlang, alles sehr gut. Wenn ich dann mehr ins Landesinnere fahr, wird's dann, äh, bescheidener.
Nele: Ich hab jetzt tatsächlich bei meiner letzten Tour die Erfahrung gemacht, dass ich teilweise sogar mitten in den Pyrenäen noch sehr guten Internetempfang hatte. Ja, ich weiß gar nicht, wo der herkam, ehrlich gesagt, weil wir waren da absolut im Nirgendwo auf irgendwelchen, äh, Serpentinen. Also natürlich nicht überall, aber da waren teilweise Gegenden dabei, da hat, da hatt ich 5G aufm Handy. Und da hab ich mich schon gefragt, warum? Also würde man da nicht erwarten. Und also auch jetzt grade in Spanien, ich war jetzt nur in Katalonien unterwegs. Ich kann jetzt nix aktuell sagen zum Rest Spaniens, da war ich jetzt auch 'n paar Jahre nicht mehr. Aber Katalonien ist wirklich internettechnisch relativ gut aufgestellt. Ich vermute, dass es auch immer so 'n bisschen davon abhängt, wie viel eben Provinzen oder Bundesländer auch selbst in den Ausbau stecken. Also du, du kommst ja auch aus Bayern, da weiß ja auch, da haben wir manchmal noch 'n bisschen zu kämpfen. Anders als vielleicht in anderen Bundesländern, wo's 'n bisschen besser aussieht. Ähm, seid ihr in Deutschland auch unterwegs mit euerm Test, mit euerm Testfahrzeug oder nur im Ausland?
Sven Melzer: Na ja, gut, der Vertrieb ist viel unterwegs, auch bei Präsentationen beim Fachhändler.
Nele: Ja.
Sven Melzer: Da fahren wir gut, äh, 30-mal im Jahr raus und präsentieren uns da am Point of Sale.
Nele: Was berichten da die Mitarbeiter so von der Netzabdeckung in Deutschland?
Sven Melzer: Ja, eigentlich sehr, sehr gut.
Nele: Okay, haben wir andere Erfahrung gemacht. Aber ja, ist natürlich immer 'ne Frage, wo du dann unterwegs bist, ne.
Sven Melzer: Ja klar.
Nele: Und wenn wir jetzt mal auf die Produkte gucken, jetzt mal unabhängig von, von euren Marken, ne, aber wenn man jetzt Nutzern so 'n allgemeinen Ratschlag geben würde, die sich 'n, die sagen, Internet ist für mich wichtig. Ich bin da auch bereit, 'n paar Euro für auszugeben. Das muss jetzt nicht das kleine, kleine MiFi-Router sein von Amazon, sondern ich nehm auch gerne mal irgendwas, äh, über 100 Euro vielleicht in die Hand, um 'ne wirklich zuverlässige Lösung zu haben.
Sven Melzer: Ja.
Nele: Was würdest du sagen, worauf sollten die Kunden dann beim Kauf achten? Also was ma, was, woran erkenne ich 'n guten Router, ähm, der sich vielleicht auch in der Qualität und in der, also in, in der Langlebigkeit, in der Empfangsqualität und so weiter von Elektrofachmarktprodukten unterscheidet?
Sven Melzer: Ja, da gibt's ein paar ganz wichtige Kriterien. Das Allerwichtigste ist eigentlich, der Router muss die schwankende Bordspannung abfangen, abfangen können.
Nele: Mhm.
Sven Melzer: Weil die Batteriespannung sich ändert und der Router selber, äh, intern muss das ausregeln können. Das ist mit das wichtigste Kriterium. Dann Vibrationsfestigkeit, dass das innen solider alles, äh, gebaut ist und dein Campingrouter muss auch von der Temperaturbeständigkeit, äh, anders aufgebaut sein von den Bauteilen, weil die Schwankungen sind da deutlich größer als wie zu Hause ist ungefähr immer, äh, die gleiche Temperatur. Das sind eigentlich so die wichtigsten Kriterien.
Nele: Und woran erkenn ich diese Punkte als Laie, wenn ich jetzt nur auf den Router draufgucke?
Sven Melzer: Also wenn man einen Megasat-Router kauft, äh, hat man diese Eigenschaften. Und, äh, ich geh davon aus, der Wettbewerber wird das auch herausheben und, äh, damit werben. Muss man halt auf die Verpackung schauen.
Nele: Mhm. Genau, also die technischen Spezifikationen sich einmal genau durchlesen, um da sicherzugehen. Okay. Und ich weiß gar nicht, ist es 'n Mitbewerberprodukt von euch, Starlink? Was hältst du davon? Ich will jetzt gar nicht über politische Fragestellungen beim, äh, beim, äh, CEO sprechen, sondern nur jetzt, wenn wir rein auf das Produkt gucken. Ist das für euch 'n Konkurrenzprodukt oder, ähm, läuft das so quasi so 'n bisschen außerhalb eurer Produktstrategie?
Sven Melzer: Man muss, also Starlink, find ich, ist ein sehr, sehr teures Produkt, weil die Europa-Flat ist momentan 89 Euro im Monat und muss man für zwei Jahre abschließen. Also zahlst du da 2.100 Euro in zwei Jahren, da, davon kann ich mir zwei Satanlagen kaufen.
Nele: Mhm. Und habt ihr das irgendwie bei euch in der Unternehmensstrategie? Also guckt ihr da genau hin, was die machen oder ist es euch wurscht?
Sven Melzer: Das ist schon für uns sehr wichtig, dass wir uns immer der neuesten Technologie stellen. Das ist ja auch so mein, meine persönliche Motivation an der ganzen Sache, das, äh, zu monitoren und jedes Jahr voranzutreiben. Das ist ganz, ganz wichtig für die Marke Megasat und Kathrein. Wir haben die Produkte getestet und uns angeschaut. Es ist sicher ein Produkt, wenn einer sagt, ihm ist es wert, das auszugeben, äh, kann man sich das anschaffen, musst halt mit diesen Fixkosten leben. Man kann's ja mal zwei Monate unterbrechen und, äh, ruhen lassen, deinen Zweijahresvertrag, aber mit den, äh, die Kosten muss man halt da akzeptieren.
Nele: Mhm.
Sven Melzer: Und funktioniert nicht, wenn du abgeschattet stehst, ja. Das musst du überlegen.
Nele: Ja, wir haben da ja auch schon unsere Erfahrungen leider mit gesammelt und haben das Teil dann wieder zurückgeschickt. Also das war in unserer Anfangszeit hier, als wir wieder hier diese Wohnung hatten, die wirklich im empfangstechnischen Nirgendwo liegt, auf 'm kleinen baden-württembergischen Dorf an der bayerischen Grenze. Und bei uns hat's eben nicht funktioniert, weil wir die Sicht nicht frei hatten, die wir gebraucht hätten. Damals war's die Sicht nach Norden. Ich weiß, ich glaub, da hat sich jetzt 'n bisschen was geändert, aber, ähm, für uns hat's halt leider gar nicht funktioniert. Ich möcht noch mal auf, äh, einen Punkt zurückkommen, den, den ich vorhin vergessen hatte bei, äh, unserem Gespräch über eure SAT-Anlagen. Ich hatte, ich meine, das war auch letztes Jahr mitbekommen, dass ihr 'ne neue Antenne im Programm habt, die alle Empfangsgebiete abdecken soll. Ähm, kannst du da noch 'n bisschen was zu erzählen? Weil du hattest ja vorhin gesagt, auf jeden Fall müssen die Leute gucken, wo fahr ich hin, damit eben die Abdeckung stattfindet. Aber was hat's denn mit, mit diesem Produkt genau auf sich?
Sven Melzer: Ja, um, äh, in ganz Europa unterwegs sein zu können und, und Empfang zu haben, braucht man 'n sehr großen Spiegel Ja, sagen wir mal, diese 85 Zentimeter sind ja wirklich groß. Und, äh, das, wir haben ein neues Produkt entwickelt mit einem Hochleistungsspiegel und vorn die Elektronik des LMB, äh, ein besonders leistungsfähiges und konnten dadurch den Spiegel auf 55 Zentimeter schrumpfen bei gleicher Empfangsleistung. Und das ist unsere Europa-Antenne, das neueste Produkt.
Nele: Die gibt's auch schon zu kaufen, ne?
Sven Melzer: Die gibt's zum Kaufen, haben wir europaweit getestet. Kann man sich die Ausleuchtzone, äh, anschauen und die braucht auch nur 99 Zentimeter am Dach. Das ist wirklich klein.
Nele: Und das ist jetzt aber dann wahrscheinlich auch 'ne hochpreisigere Lösung oder was unterscheidet die jetzt von den anderen Antennen?
Sven Melzer: Ja gut, die ist kleiner, leichter, hat die gleiche, äh, Leistungsfähigkeit und ist sogar ein bisschen günstiger als die großen Antennen.
Nele: Oh, okay. Und wem würdest du die dann empfehlen und wem 'ne andere Antenne von euch? Weil ihr habt ja etliche verschiedene Modelle.
Sven Melzer: Na ja, man muss mal unterscheiden, die portablen und Festmontage, das ist eigentlich der größte Unterschied.
Nele: Mhm.
Sven Melzer: Grad die portablen nehmen viele, die, äh, mit'm Wohnwagen unterwegs sind. Ja, Festmontage, wenn man sagt, ich hab viel Platz am Dach, nehm ich eine große, da bin ich immer auf der sicheren Seite. Hab ich einen Kastenwagen, haben wir dann kleinere Lösungen, wo man halt im Randgebiet dann bisschen eingeschränkt ist. So unterscheiden die sich.
Nele: Okay. Und wenn wir jetzt noch mal gemeinsam so 'n kleinen Blick in die Zukunft werfen, da würde mich jetzt interessieren, ob wir dieses Jahr noch 'ne Neuheit von euch erwarten dürfen. Also wir, wir schielen natürlich jetzt schon auf den Caravan Salon. Der findet ja jetzt bald wieder statt und sind schon so'n bisschen dabei, uns zu informieren, was da wohl so alles kommt. Was, was können wir da von uns freuen, was von euch vielleicht zu sehen sein wird?
Sven Melzer: Gut, bei Kathrein stellen wir das, äh, Produktportfolio neu auf. Da ist vor allem absolutes Highlight, die portable Antenne mit Streaming-Funktion-
Nele: Mhm
Sven Melzer: ... dass ich am Tablet dann auch fernschauen kann, mich woanders hinsetzen kann. Dann kommen 5G-Router mit eSIM. Das ist die neueste Technologie. Und im Entertainment, im Fernsehbereich, äh, bringen wir ein Produkt mit Frontlautsprechern, dass praktisch das Klangerlebnis nach vorne gut abgebildet ist. Weil die anderen Fernseher haben die Lautsprecher nach hinten und das reflektiert dann von der Rückwand und hört sich nicht so gut an. Deswegen gibt's ja die Lösung dann, die Soundbar unterm Fernseher. Und da bringt Kathrein ein Produkt mit einem besseren Soundsystem schon integriert.
Nele: Also das, genau, da habt ihr jetzt Schwerpunkt auf Kathrein dann für dieses Jahr.
Sven Melzer: Ja, Megasat ist ja, äh, Vollsortimenter. Da sind wir ja alles schon voll ausentwickelt und da ist eigentlich meine Motivation, Technologieveränderungen jedes Jahr nach vorne zu tragen und, äh, die Produkte entsprechend anzupassen. Das ist ei, unser Job und mein Ziel und das macht mir eigentlich Spaß.
Nele: Also da im Grunde Fokus auf Weiterentwicklung.
Sven Melzer: Ja.
Nele: Mhm.
Sven Melzer: Das ist so mein persönlicher Antrieb und auch von unserem Team.
Nele: Wenn euch jemand von unseren Hörerinnen und Hörern jetzt aufm Caravan Salon mal besuchen möchte, was sollte man sich da auf jeden Fall anschauen?
Sven Melzer: Ja gut, beim Kathrein-Stand die Produkte, die ich, äh, angesprochen hab, das ist ein neues Produktportfolio und bei Megasat gibt's die neue Router-Technologie mit eSIM und die Antennen sind optimiert mit der Europa-Antenne. Die ist auch, äh, jetzt gut, im ein Jahr haben wir die aufm Markt, kann man sich darüber informieren.
Nele: Also da könnt ihr euch dann auch natürlich beraten lassen. Letzte Frage von meiner Seite: Du hast jetzt schon viele Entwicklungen auch mitverfolgt in den, in den ganzen Jahren, die du in der Branche tätig bist. Was würdest du dir wünschen für die Zukunft des mobilen Entertainments?
Sven Melzer: Eigentlich wünsche ich mir maximale Einfachheit bei gleichzeitig größter Freiheit. Das ist eigentlich das Wichtigste. Technik darf's nicht kompliziert machen, sondern muss dich eigentlich unterstützen, das, was du machen willst.
Nele: Und gibt's da bei dir auch schon konkrete Ideen oder ist das eher für dich so 'ne Handlungsleitlinie?
Sven Melzer: Ja, das ist auch so mein, mein eigenes Nutzungsverhalten. Wenn ich was mache, äh, darf's mich eigentlich nicht aufhalten. Es muss mich unterstützen mit dem, was ich machen will. Ganz, ganz wichtig. Und ich will nicht lang mit irgendwas verbringen, sondern will einfach da auf den Knopf drücken und das genießen. Aber auch für mich ist wichtig, dass ich das Ganze ausschalten kann und meine Ruhe hab und woanders 'n Buch lesen kann. Das ist mir auch sehr wichtig.
Nele: Das war doch jetzt 'n schönes Schlusswort zu einer sonst sehr techniklastigen Folge. Vielen lieben Dank, Sven. Dann wünschen wir dir jetzt, äh, ganz viel Erfolg auch bei der weiteren Entwicklung, bei der Umsetzung eurer Unternehmensstrategien und wir freuen uns, wenn wir euch dann auch bald aufm Caravan Salon wieder besuchen können. Vielleicht sehen wir uns dann auch da persönlich.
Sven Melzer: Ja, ihr seid gern willkommen. Nele, vielen Dank.
Nele: Danke dir. Tschüss.