Das Transkript der Folge
Diese Zusammenfassung wurde von einer KI erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten. Es dient zum schnellen Nachschlagen der in der Episode besprochenen Themen. Anhand der Zeitstempel sind diese dann einfach im Podcast nachzuhören.
Nele: Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.
Sebastian: Und ich bin Sebastian und heute wieder mit 'ner Folge aus oder nee, über die Köpfe der Branche und heute mit dem Michael Windecker.
Nele: Ja, Michael Windecker kennen viele von euch, ist ja jetzt fast schon ein Stammgast bei uns, kann man sagen. Er ist Geschäftsführer bei der DEKA Kleben und Dichten GmbH. Vielen von euch wahrscheinlich besser bekannt unter dem Markenzeichen Dekalin. Und wir haben ja in drei Folgen schon ganz viel über das Thema Kleben und Dichten am Caravan gesprochen. Und jetzt haben wir gesagt, jetzt wollen wir mal den Menschen hinter dem Kleben- und Dichtthema 'n bisschen näher kennenlernen. Die alten Folgen packen wir euch noch mal in die Show Notes und ich teaser schon mal an, dass wir am Ende auch wieder ein richtig cooles Gewinnspiel für euch haben und am Ende der Folge erklären wir euch dann, wie ihr teilnehmen könnt. Aber jetzt erst mal herzlich willkommen, Michael, wir freuen uns, dass du wieder bei uns bist und stell du dich doch bitte unseren Hörerinnen und Hörern noch mal ganz kurz vor.
Michael Windecker: Ah, vielen, vielen Dank, Nele. Vielen, vielen Dank, Sebastian, für die Einladung. Ähm, jederzeit gerne, weil, ähm, ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich dann mal in die alten Podcasts reinhöre, ähm, wie schnell doch eine oder anderthalb Stunden teilweise vergehen können mit euch beiden, weil ihr das doch von der Gesprächsführung doch so macht. Und ich erinnere mich gerne auch immer an unser erstes Kennenlernen auf dem Caravan Salon, also von der Seite her, was wir da mittlerweile gemeinsam, ja, gemacht haben, ähm, da kann man schon stolz drauf sein und, ähm, ihr macht das auch mega, mega gut. Deswegen komme ich jederzeit, ähm, immer wieder gerne zu euch, weil es einfach wirklich, ähm, ja, ihr auch Köpfe der Branche seid und das einfach in einer doch sehr herzlichen Art macht, die einfach mega, mega ist für mich.
Nele: Danke schön.
Michael Windecker: Ja, vielleicht bisschen was zu-- Ja, gerne. Ähm, bisschen was zu mir vielleicht. Ähm, wie gesagt, mein Name ist Michael Windecker. Ich bin Geschäftsführer der DEKA Kleben und Dichten und verantwortlich für die Dekalin-Produkte, hauptsächlich im Dachraum und, ähm, ja, beschäftige mich seit langer Zeit mit dem Thema Kleben und Dichten, ähm, jetzt seit gut 30 Jahren fast. Also von der Seite her, ja, das ist so mein, mein Werdegang. Ich hab in der Zeit relativ viel industrielle Anwendungen gemacht. Ich bin European Adhesive Specialist. Ich habe in den letzten Jahren zwischen zweieinhalb und fast 3.000, zweieinhalbtausend mal auf jeden Fall Klebeprojekte begleitet, von der Automobilindustrie über Porsche Rennsportabteilung, über die Frontmaskenverklebung beim ICE 4 bis hin so die letzten zehn Jahre relativ intensiv Sonderfahrzeugbau, Caravaning und alles, was da dazu gehört.
Sebastian: Ja, vielen Dank auch von meiner Seite und danke für die Vorstellung. Wir mussten uns ja grad, also weil ich da draußen, wenn, äh, wir, wir treffen uns nicht hier und labern direkt los, sondern, ne? Man macht das mal so 'n bisschen einfach, äh, um reinzukommen, quatschen mal miteinander, wie wenn man sich irgendwo einfach trifft. Und wir mussten uns grade schon extrem einbremsen, damit wir nicht schon quasi alles, äh, erzählt haben und, äh, es dann langweilig wird. Und, äh, wir, wir waren und ich würd jetzt da direkt hinspringen, ja. Du, du kommst ja irgendwie aus 'm, aus 'm Marketing beziehungsweise aus 'm Verkauf und bist dann-
Michael Windecker: Mhm
Sebastian: ... irgendwie zu Dekalin gestoßen. Die Geschichte hatten wir jetzt grade, äh, angefangen und ich würd da direkt mal einsteigen, weil ich find das super spannend, weil's auch für mich so 'n bisschen auch wieder den, das Bild, äh, quasi-
Nele: Abrundet
Sebastian: ... abrundet, was ich von dir habe. Aber da, da gleich noch mal was dazu. Also erzähl doch erst mal so 'n bisschen die Geschichte, wie du zur, zur Dekalin, äh, beziehungsweise zu DEKA Kleben gekommen bist.
Michael Windecker: Ich war jahrelang Verkaufsleiter bei einem Industrienachschlagewerk, also wer liefert was heißt das. Das, das war damals, bevor das groß im Internet und auf, äh, so Sachen gab, waren das dicke Bücher, wo du nachschlagen konntest, wo bekommt man etwas. Dann waren das die ersten, da gab's auf CD-ROM das Ganze dann schon. Das war so mein Thema mit, also wie gesagt, alles weit bevor man im Internet irgendwie Suchmaschinen irgendwo groß hatte. Und, ähm, die Firma, ähm, oder die Dekalin beziehungsweise eigentlich die Firma Difutham, wie sie damals hieß, ähm, war damals Kunde von mir in dem Bereich und der damalige Geschäftsführer hat mich bei 'nem Beratungsgespräch dann irgendwann gefragt, ich würd ja viel rumkommen und sie suchen jemand, der 'ne neue Abteilung aufbaut. Die, die alte Dekalin-Struktur ist, ähm, 1997 in Konkurs gegangen und hat man dann im Prinzip, sag ich mal, jemand gesucht, der ein neues Geschäftsfeld aufbaut. Dekalin war out, ausschließlich Automotive Plastic. Das heißt, 90 oder 95 % der Umsätze haben die mit VW, Porsche, Mercedes et cetera gemacht. Sieht man auch bei alten Produkten noch an den Datenblättern freigegeben von, bei dem eine dann bei 'nem klassischen Produkt wie Plastikum oder DEKAFIX Extra, unsere Kontaktklebstoffe, da sieht man das noch sehr, sehr deutlich drunter. Ähm, und hat damals gesagt, okay, wir brauchen jemand, der diese Produkte, für diese Produkte ein neues Geschäftsfeld aufbaut und ob ich dort jemand kennen würde. Hat erzählt, was derjenige so können muss und machen muss und wie gesagt, ob ich 'ne Idee für ihn jemand hätte, der das, ähm, machen könnte. Und, ähm, ziemlich am Ende dieses Gespräches, ähm, hab ich dann eigentlich gesagt: „Na ja, ähm, ich könnte das eigentlich, was Sie da brauchen, weil das, das krieg ich alles hin und hab schon teilweise es auch schon gemacht. Ähm, das könnten wir machen, aber damals hab ich, ähm, gutes Geld verdient bei dem Nachschlagewerk und, ähm, die Dekalin-Struktur war natürlich vor Konkurs. Und dann hab ich gesagt: „Na ja, da, wir werden nicht zusammenkommen, weil meine Gehaltsvorstellung und das, was Sie als eine Firma, die aus dem Konkurs ist, bezahlen können, wird wahrscheinlich nicht miteinander matchen." Ähm, und dann hat sich dieses Gespräch eigentlich so verlaufen und, ähm, als ich mich dann etwas mehr als 'n Jahr, fast anderthalb Jahre, ähm, später von meinem damaligen Arbeitgeber trennen wollte, weil da strategische Ausrüstungen nicht richt, nicht zusammengepasst haben, ähm, kam mir dieses Gespräch in den, in den Sinn und hab ich dann damals den damaligen Geschäftsführer angerufen und gesagt: „Pass mal auf, sucht ihr eigentlich noch jemand, ähm, in dem Bereich? Ist diese Position noch vakant? Und wenn ja, sollten wir halt noch mal drüber reden." Und das war recht sportlich, weil der war an dem Tag in 'nem, in 'nem Meeting den ganzen Tag verplant und ich hab seinem Assistenten nur gesagt: „Okay, ist kein Thema, der kann mich auch morgen anrufen, aber wenn er Pech hat, hab ich morgen früh schon 'n anderen Job. Also wenn er wirklich Interesse hat, soll der sich kurzfristig bei mir melden und, ähm, damit er noch 'ne Chance hat, da mit in diesen Gesprächstermin einzusteigen und, ähm, ein Thema zu sein. Und dann hat er während der Mittagspause mich auch gleich angerufen und auch gleich für die Woche einen Vorstellungstermin ausgemacht, ähm- Um dann da, ähm, die ersten Ideen einfach ab-abklopfen zu können. Und das, ja, hat dann dazu geführt, dass ich erst Abteilungsleiter in der alten Struktur war bei der, ähm, in dem Bereich und dann 1999, ähm, ähm, Management bei Ort gemacht hab, weil die, die, die deutsche Niederlassung zugemacht haben und alles in die Niederlande ausgesiedelt wurde und somit dann im Prinzip, sag ich mal, zur Deka Klebe und Dichten kam als Geschäftsführer. Und dann haben wir gesagt: „Gut, okay." Da haben wir uns noch in ganz, ganz kleinen Stilen mit ganz, ganz wenig Umsatz mit einem Mitarbeiter in 'nem kleinen Kellerbüro von meinem ehemaligen Gästezimmer von, was weiß ich, gefühlten 18 Quadratmetern oder was wir angefangen haben. Ähm, ja, das war der Einstieg in die Firma Deka Kleben und Dichten.
Sebastian: Und was ich da halt meine mit Bild ist, wie du's schon gesagt hast, wir haben uns ja irgendwann mal auf 'm Caravan, äh, Salon vor einigen Jahren kennengelernt und du bist ein Mensch, der diese Eigenschaft hat, andere Menschen in, wie soll ich sagen, in, so in seinen Bann zu ziehen, weil du, du hast so 'n... Ich, weil mir fällt nur vereinnahmendes Wesen ein. Das ist, das ist so absolut positiv gemeint. Du, du strahlst, du strahlst so was aus, 'ne Begeisterung, 'ne, 'ne Faszination, ne. Das ist so, man, man sagt immer so, d-das Glänzen in den Augen, wenn du, wenn du über die Sachen sprichst, die du so täglich machst. Und das, und das mein ich, wenn ich, wenn ich, ne, wenn du, als du die Story erzählt hast und ich das gehört habe, das ist ja, hat ja mit sehr viel Selbstvertrauen zu tun, so aufzutreten und das ist natürlich auch verkäuferisch total schlau. Und, ähm, das passt gut in dieses Bild, so wie ich dich, wie ich dich wahrnehme. Und ich kann nur jedem, jedem empfehlen, der irgendwie auf 'm Caravan Salon, der irgendwo ist, wo der Michael rumspringt, ähm, einfach mal ihn anzusprechen und sich mit ihm zu unterhalten. Das ist wirklich abgefahren. Ich-- Ist zwar jetzt ärgerlich, wenn alle Hörer zu dir kommen, weil dann hast du gar keine Zeit mehr für nix, aber ich, ich find es total faszinierend. Ich freu mich immer, äh, wenn, wenn wir auf dich treffen. Das ist, als kennen wir uns schon immer und es gibt immer was zu erzählen. Es gibt manchmal so Menschen, ne, mit denen passiert das so und das, das meint ich grade. Also ich fand die Geschichte wirklich spannend. Aber, ähm, lass mal weitergucken. Also das heißt, dann, dann hast du da quasi in einem kleinen Gästezimmerbüro mit, äh, 'ner sehr kleinen Personaldecke angefangen.
Michael Windecker: Ja gut, okay, ich war erst anderthalb Jahre noch bei der alten Deka in die Struktur. Also wir haben dort den Aufbau gemacht und, ähm, das Einzige, was es damals erleichtert hat, ich hab damals zu dem Geschäftsführer gesagt, wir wussten nicht, ob das erfolgreich ist, was ich dort mache. Und wir haben damals schon, ähm, war mein Wunsch, gesagt: „Okay, wir machen das als Profitcenter." Ja, das heißt, wir haben es damals schon wie die Firma in der Firma geführt, mein Projekt, um genau festzustellen können, was für Umsätze produzieren wir mit dem Projekt, welche Kosten haben wir mit dem Projekt et cetera. Also ich war auch der Einzige, der einen Ford Mondeo Kombi gefahren hat, während alle anderen Außendienstler der Dekalin einen A4 Kombi hatten. Und dann haben die immer gefragt: „Warum?" Und da hab ich gesagt: „Freunde, weil ich das Auto auf meinem Kostendeckel habe." Mein Auto ist einfach 300 Mark billiger pro Monat als eure Autos und ich muss gucken, dass ich das Geld hier ins Verdienen bringe und dementsprechend fahr ich einen Ford Mondeo. Witzigerweise war der Mondeo viel größer als die A4s und sobald wir irgendwelche Termine gemeinsam hatten, hat jeder gesagt: „Können wir dein Auto nehmen?" Also das heißt, und deswegen war das ganz witzig, weil der Mondeo vom Innenraum fast A6-Größe hatte und die A4s doch relativ klein waren, grad wenn ich doch an, ne, so 'n kräftigen Menschen wie mich und vielleicht zwei kräftige Menschen in so 'nem Auto hast, ähm, war der Mondeo doch das schönere Auto. Also von daher her das, anderthalb Jahre lang hab ich das in der alten Struktur gemacht und dann gab's die Belegung, mit nach Holland zu, mitzugehen mit dem Rest der Firma oder nicht, aber ich hatte grad 'n Haus gekauft. Ähm, mein Kleiner ist in Kindergarten gegangen, äh, ne, mein Kleiner, ne, meine Große ist in Kindergarten gegangen, der im Donner, wenn der Mittlere war grade so auf die Welt im Prinzip, sag ich mal, gekommen, sodass ich gesagt hab: „Hey, hättest du's mir vor zwei Jahren gesagt oder vor anderthalb Jahren gesagt, hätt ich kein Haus gekauft, aber jetzt hab ich 'n Haus gekauft." Die Kinder sind hier, ähm, im sozialen Umfeld im Prinzip, sag ich mal, unterwegs und, ähm, das stand dann nicht zur Diskussion. Dann kam die Idee, dass der, ähm, damalige Inhaber, Geschäftsführer von der Dekalin, die veralteten Struktur gesagt hat: „Du, pass mal auf. Was hältst du von der Idee? Wir haben hier so 'n paar kleine Kunden, die wir nicht bearbeiten können und bearbeiten wollen. Ähm, die kannst du haben." Das waren damals nicht ganz 100.000 Mark im ersten Jahr und ansonsten kannst du hier das ganze Jahr im Prinzip von, von null aus aufbauen, kannst gucken, was du draus machen kannst. So war der Einstieg dann im Prinzip, sag ich mal. Dann kam die Zeit im Keller, ähm, mit-
Sebastian: Okay
Michael Windecker: ... mit wenig Leuten et cetera.
Sebastian: Also hast du quasi die, die ganze Struktur, die es jetzt heute gibt oder die es in Deutschland gibt, aufgebaut.
Michael Windecker: Mhm. Genau.
Sebastian: Okay.
Nele: Und damals, wenn ich das richtig verstanden habe, gab's ja noch nicht diesen Caravaning-Bereich, der ja heute, zumindest so wie ich das wahrnehme, sehr stark ist. Ähm, hattest du irgendwie mit dem Thema schon Berührungspunkte oder wie, wie kam das dazu, dass das dann mit integriert wurde in euren Geschäftsbereich?
Michael Windecker: Ähm, wir haben die ersten zehn Jahre relativ viel Private Label gemacht, ähm, Produkte, die jeder von euch kennt, die ihr aus dem Baumarkt kennt, ähm, zum Beispiel diese Folienklebstoffe, mit denen man diese Dampfbremsfolien im Baumarkt an die Wand klebt für Isover et cetera. Das haben wir, ähm, alles als Private Label hergestellt. Das war unser Haupt-, ähm, Prinzip, sag ich mal, Geschäftsfeld. Und dann gab's über Nacht eine Trennung, in der man die Verträge gekündigt hat. Ähm, in den Herbstferien, im Urlaub, wo ich nämlich war, hat man die Verträge zum Jahresende gekündigt und 60 % unseres Umsatzes waren über Nacht weg. Und da war mein Fehler, den ich vorher gemacht hab, den ich nicht so auf der Uhr hatte, ähm, wir hatten uns halt abhängig von einem großen Kunden gemacht und das war halt das Tödliche. Und dann hab ich gesagt: „Okay, das passiert uns nie wieder. Lieber haben wir 100 kleine Kunden als einen großen." Und dann haben wir uns die Geschäftsfelder angeguckt, in denen wir 'n bisschen tätig sind und Caravaning war damals das Geschäftsfeld, wo wir gesagt haben, was am überschaubarsten ist. Es gab 'ne gewisse Menge an Zielgruppe, es gab 'ne Hand voll Messen, es gab 'ne Hand voll Fachzeitschriften, ähm, et cetera. Und dann han-- Da hat-hatten wir auch schon einige Produkte, die wir erfolgreich an Hersteller verkauft haben, halt nur ein oder zwei. Und dann haben wir gesagt: „Gut, okay, das intensivieren wir und bauen hier einfach mal die Marken, die wir an die Hersteller, die Produkte, die wir an die Hersteller liefern und noch mehr Produkte, die wir entwickeln, einfach für dieses Segment aus." Und so war dieses erste, erste Jahr eigentlich, ne. Das war relativ, ja, sportlich und, ähm- Hat auch nicht die ersten Ergebnisse im ersten Jahr gleich gehabt, sondern das hat wirklich schon 'n paar Jahre gedauert, bis wir da richtig namhafte im Betrieb, sag ich mal, zwar. Mittlerweile machen wir 60% aus Umsatzes im Bereich Caravan ein Jahr. Sind auch die Nummer eins im Nachmarkt, im Werkstattbereich, sind führend oder mit einer der führenden drei bei den Herstellern und im Nachmarkt definitiv zurzeit laut, seit ungefähr zwei Jahren. Laut Großhandel sind wir der Marktführer.
Sebastian: Die, die Lektion, die du grad genannt hast, die kann sich auf jeden Fall jeder von euch da draußen, äh, aufschreiben, der sich selbstständig macht oder selbstständig ist. Äh, ist ja eigentlich so die, die eine der wichtigsten Richtlinien für Kaufleute, ähm, und nichtsdestotrotz lernen die meisten das durch Schmerz. Wir auch.
Nele: Ja, wir ja auch. Ja, genau. Uns ist auch schon das eine oder andere um die Ohren geflogen, weil wir gesagt haben, na ja, dann konzentrieren wir uns jetzt mal darauf.
Michael Windecker: Ja, ist halt so der Nachteil. Du hast es, eigentlich weißt du's. Ja, und hätte es mir jemand darauf hingezickt, hätte ich gesagt: „Ja, du hast ja recht."
Nele: Ist halt verlockend.
Michael Windecker: Es ist halt genau, es ist halt einfach bequem. Du hast einen guten Kunden, mit dem du gut arbeitest. Das steigt von steigt. Du investierst mehr in die, in die Partnerschaft, investierst in neue Produkte, der Kunde kauft und so weiter und so mehr. Die, die hat ja auch nicht, die haben ja auch nicht, wir haben am Schluss zweieinhalb Millionen Kartuschen an die verkauft, aber angefangen haben wir auch bei denen mit, mit vielleicht hundert, zweihunderttausend, ja, und haben das einfach über die Jahre entwickelt. Also du hast einfach so das Gefühl, boah, man wächst gemeinsam, alles ist Friede, Freude, Eierkuchen und so weiter und so fort. Ähm, ja, man hätte in der Zeit viel Zeit und Geld gehabt, nebenbei einen, einen zweiten Kundenstamm aufzubauen. Überhaupt gar kein Thema, aber man hat's halt einfach nicht gemacht. Man hat gesagt: „Hey, wunderbar, es läuft ja alles und, ähm, alles gut." Ja, und-
Sebastian: Ja, die wenigsten Menschen machen sich das Leben ja absichtlich schwer, wenn's jetzt auch anders geht. Also ich kann das gut nachvollziehen. Das ist nicht immer das Schlaueste und im Hinterher ist man immer schlauer, aber wer macht sich's schon bewusst schwer?
Michael Windecker: Ja, das hast du.
Sebastian: Okay, also ihr lernt ja auch was fürs Leben und für eure, äh, Unternehmungen da draußen, wenn ihr-
Michael Windecker: Ja, gerne, jederzeit.
Nele: Du bist aber ja nicht nur beruflich mit dem Thema Camping verbunden, sondern wie ich von einem kleinen Vögelchen in der Vorbereitung gezwitschert bekommen habe, auch privat sehr aktiver Camper. Ähm, ich hab was gehört von bis zu 42 Wochen im Jahr mit dem Caravan unterwegs. Stimmt das so oder, oder wurde da 'n bisschen aufgeschlagen?
Michael Windecker: Also ich rück das mal so 'n bisschen grader. Also das stimmt und es stimmt nicht, weil deine Aussage war, ich bin 42, bis zu 42 Wochen im Jahr im Camper unterwegs. Ähm, momentan ist es etwas weniger wieder geworden, aber das stimmt oder stimmte. Ähm, bis vor Corona war es wirklich so um extremst viel. Nach Corona wurde es etwas weniger. Aber die meiste Zeit, die ich im Camper unterwegs bin, ist nicht, ähm, im Bereich Campen, wo wie du das jetzt eigentlich oder der normale Camper sich so vorstellt nach dem Motto: Ich geh campen, sondern das ist einfach hauptsächlich beruflich bedingt.
Nele: Mhm.
Michael Windecker: Ja, also es war wirklich so, ich habe dieses, ähm, wir haben angefangen, das hatten wir eben ja grad erzählt, wie wir angefangen haben und nach dem ersten Jahr wurden wir in Katalogen gelistet. Es war alles toll, aber es ist nichts passiert. Dann hab ich zwei Studenten durch Deutschland geschickt und hab Marktforschung gemacht, sag ich: Warum verkaufen wir nicht mehr? Was müssen wir machen? Dann hab ich die losgeschickt, acht Wochen lang. Die sind gestartet in Würzburg, sind durchs Ruhrgebiet bis hoch an die Nordsee, einmal quer rüber am, im, im anderen Teil Deutschlands wieder komplett zurück bis an, bis, bis an, bis zu Garmisch, äh, äh, rüber bis zum Bodensee, wieder zurück nach Würzburg. Das Ganze in acht Wochen. Die mussten jeden Vormittag drei Händler besuchen, jeden Nachmittag drei Händler besuchen, Fragebogen ausfüllen, Fotos machen, Marktumfrage machen und am Wochenende waren die auf Campingplätzen und haben an zwei Plätzen jeden Tag, einmal vormittags, einmal nachmittags für drei Stunden Glücksru-, Glücksrad gedreht, Prospekte verteilt, Produkte, Süßigkeiten verlost. Das haben wir im Prinzip gemacht. Und nach dieser, nach dieser Tour waren, hab ich die Händlerdaten gehabt und hab die Händler gefragt: Was müssen wir machen, dass wir unsere Produkte erfolgreich vorstellen? Und dann haben die Händler gesagt: „Kommen Sie unser, zu unseren Hausmessen. Wir machen im Frühjahr und im Herbst jeweils Hausmessen, besuchen Sie regionale Messen und so weiter und so fort." Und dann hab ich erst angefangen, das mit dem Auto zu machen, ähm, ein halbes Jahr lang und, ähm, dann kam halt glücklicher Zufall und oder ja, doch eigentlich war's glücklicher Zufall. Ähm, wir hatten den Messestand für die, unsere erste große Messe oder zweite große Messe war dann, ähm, die CMT in Stuttgart und wir hatten vergessen, ähm, Hotelzimmer zu buchen früh genug, weil wir nicht wussten, ob wir den Stand bekommen. Also gab's eine Standzusage und dann hätten wir nur noch Hotelzimmer gehabt auf der anderen Seite von Stuttgart. Jeder, der schon mal auf der CMT war, heißt, wenn du morgens einmal durch Stuttgart durch musst, um auf die Messe zu fahren-
Nele: Ja
Michael Windecker: ... bist du 'ne Stunde unterwegs. Mindestens. Ja, also das ist no way im Prinzip, sag ich mal. Und dann war die Überlegung: Okay, jetzt wie kriegen wir das irgendwie gebacken? Und mein damaliger Mitarbeiter sagte: „Du, ich hab 'n großes Reisemobil." Und mit dem Reisemobil kannst du direkt vor der Halle stehen als Aussteller und brauchst nur reinlaufen. Und das bin ich natürlich sehr hellhörig, wo ich sagte: „Wie, ich brauch da nur reinlaufen." Und das hatte ich noch nicht. Ich hab auch noch nie vor einem Camper geschlafen. Also ich, das kannte ich alles nicht. So, und dann war diese Aktion, dass ich gesagt hab, lass uns probieren. Also haben wir dann in seinem privaten Camper, ähm, so 'n 7 Meter 50 langen Dethleffs oder acht Meter langen Dethleffs, der hatte Doppelachse, geschlafen. Er vorne in 'nem Hubbett, ich hinten in, in 'ner normalen Koje. Und so sind wir, war mein erster Campingausflug. Auch da volles Programm, das wir hatten, ja. Also mit, ähm, irgendwann nachts wurd's frisch, weil die Gasflasche leer war, weil die wird ja nicht tagsüber leer, die wurde nachts leer. Ja, und, ähm, es waren dann morgens, ähm, also ich hab dann immer mehr Decken genommen, versucht, die, die, die Hände möglichst unter den Decken zu lassen et cetera. Und es waren dann morgens, als wir aufgestanden, drei Grad im Camper.
Nele: Oh Shit.
Michael Windecker: Also das war dann der Punkt, wo ich zum Olli gesagt hab: „Hey, duschen ist heut überbewertet. Wir gehen jetzt da runter in diese Hütte und gehen frühstücken", aber ich will jetzt hier raus und wir gehen jetzt rein. Aber wie gesagt, bei drei Grad in 'ne kalte Hose, in kalte Socken, in 'ne kalte Unterhose ist absolut unsportlich. Ja, also das ist, äh, ähm, war schon heftig. Und so sind wir dann, dann gekommen und das war für mich der Game Changer, dass ich dann gesagt hab: „Okay, guck mal, was hab ich denn an Reisekosten? Was hab ich an Hotelkosten?" Und ich bin ja dann immer bei den Hausmessen freitags losgefahren. Dann musstest du freitags irgend 'ne Pension finden, 'n Hotel finden, wo du einchecken kannst. Dann musstest du ja sonntags wieder auschecken, sonntags morgens wieder und so weiter und so fort. Und, ähm, dann hab ich die Kosten hochgerechnet, was kostet so 'n, so 'n, so 'n Camper zu kaufen, zu finanzieren et cetera. Und das war ziemlich pari. Und dann hab ich das ausprobiert und hab gesagt: „Gut, okay, das gibt es." Dann haben wir insgesamt mit Family, ich glaub, sechs, sieben Modelle ausprobiert vom Kastenwagen über teilintegriert über, über vollintegriert über, ähm, Alkovenmodelle und so weiter und so fort, bis wir gesagt haben: „Okay, der ungefähre Layout wird der folgende, wird der integrierte in dem Moment." Und, ähm, dann haben wir bisschen nach Marken gesucht und haben uns dann entschieden, da einen einzukaufen. Was den großen Vorteil hat, dass zum Beispiel meine kleine Tochter, ähm, seit sie sieben ist, eigentlich mich begleitet hat und gesagt hat: „Oh Papa, ich komm mit und ich kann dabei mal Fernsehen gucken. Ich hab andere Leute kennengelernt. Ich kann Hausaufgaben machen, ich kann das machen", ähm, und so weiter und so fort. Sodass es eigentlich ein Familienleben da gab und was ich total unterschätzt hab, dass natürlich auch meine Händler gesagt haben: „Boah, du lebst es ja wirklich. Du weißt ja, was du redet." Oder auch ganz viele, ähm, Camper, die uns auf der Messe sehen und sagen: „Ja, Sie wissen ja, von was wir reden", weil sie haben ja selbst auch einen. Ähm, das hab ich total unterschätzt gehabt. Für mich war das 'ne kaufmännische Entscheidung und Bequemlichkeit, weil ich jemand bin, ich schlaf morgens lieber zehn Minuten länger, ähm, und falle in die Halle, als dass ich 'ne Stunde durch irgend 'ne, 'ne Stadt fahr. Also ich bin da der Bequemlichkeitstyp. Und natürlich ganz klar, ähm, ich hab in ganz vielen Hotels geschlafen, wo die Betten blöd waren, wo du kann-- nicht richtig lüften konntest, ähm, wo so Sachen sind wie: „Ja, ist gar kein Thema. Wir haben 'ne Espressomaschine, die stellen wir Ihnen hin. Ach, die Espressomaschine, nachdem du eingecheckst hast, ist leider kaputt. Es gibt doch keinen Kaffee auf dem Zimmer" und, und, und, und, und. Also es sind leider so Kleinigkeiten. Oder du gehst halt doch in die Dusche und siehst zwei, drei Haare, wo du sagst: „Hm, von mir sind sie nicht."
Nele: Genau.
Michael Windecker: Ja, das sind halt all solche Kleinigkeiten und das passiert im günstigen Hotel, aber das ist mir auch schon im, im, im Marriott oder Maritim oder egal wo passiert, wo du nachher sagst: „Boah, ähm, warum tu ich mir das Ganze an?" Und am besten kostet das noch zwei, drei, vierhundert Euro. Ähm, und, ähm, ja, so, so kam dann eigentlich mein Einstieg. Das heißt, ich nutze den Camper natürlich auch mal für 'n Urlaub, mal für 'n Kurztrip, mal das, mal jenes, aber die meiste dieser, dieser Zeit ist einfach beruflich bedingt. Ja. Wobei das auch 'ne schöne Kombi ist, ja.
Sebastian: Ja, und trotzdem hast du ja grade alle Punkte genannt, warum sich Menschen 'n Camper kaufen.
Nele: Ja.
Michael Windecker: Ja, nein, es ist, es ist natürlich auch schön. Du sitzt dann abends doch auf irgendnem Campingplatz, aufm Stellplatz oder das und jenes und dann bin ich halt da nur begrenzt, ähm, der Dekalin-Mann. Es-- Je nachdem bleibt halt nie aus, weil spätestens das Auto von uns ist beklebt. Das sieht man. Dann kommt dann doch abends einer und sagt dann: „Hast du 'ne Kartusche dabei?" Oder: „Kannst du mir 'n Rat geben?" Oder das und jenes. Also irgendwann kommt's doch raus. Und ich sag halt immer, weil am Anfang gab's auch immer so 'n Streit vom Finanzamt: „Das ist ja privat und Hobby, das nutzen Sie ja gar nicht so geschäftlich." Und dann hab ich gesagt: „Ich leihen das Auto mal für eine Woche. Fahren Sie mal auf verschiedene Stellplätze. Und wenn es regnet, können Sie sicher sein, wenn Sie Glück haben, warten die, bis Sie die Tür aufmachen." Und dann wird geklopft und gesagt: „Halt, können Sie mir helfen?" Ja, sag ich mal. Aber von der Grundidee her, ähm, wenn's ganz blöd läuft, klopfen die auch und sagen sie das und das. Und ich hab schon Kartuschen verkauft auf'm Caravan Salon. Ich hab schon Kartuschen verkauft, ähm, bei KFC, wo irgendeiner kam: „Oh, mein Vater hat keine mehr gekriegt, weil der Laden zu war. Hast du noch irgendwas dabei?" Und so. Also von der Seite her. Und ich hab auch schon, wie gesagt, welche verschenkt, wenn ich, wenn, wenn der kein Geld hat, sag ich: „Komm, nimm mit, ist gut." Ähm, also von der Seite her, ähm, ja, ist das schon 'n Erlebnis.
Nele: Ja, wir sind ja auch großer Fan davon, dieses Thema mit dem Arbeiten zu verbinden. Wir machen's auf 'ne andere Art, aber was bei uns halt auch ganz oft vorkommt, ist, dass wir Kundentermine zum Beispiel auch mit unserem Wohnwagen wahrnehmen, weil's auch einfach mega komfortabel ist, wenn du morgens quasi, wie du sagst, auf Messen genauso bei Kunden. Wir stehen dann morgens auf, machen schnell 'n Dusche in unserem eigenen Wagen und stehen dann schon auf'm Firmenparkplatz bei denen, wenn der Termin morgens um neun stattfinden soll. Dann müssen eben dann nicht noch von zu Hause aus anreisen zwei Stunden. Es ist 'ne, 'ne Bequemlichkeitssache, ganz klar auch bei uns. Es ist aber auch teilweise 'ne Sache von Termine einhalten, nicht unpünktlich sein, weil 'n Stau ist. Dann hast du entweder 'n Riesenpuffer eingeplant und stehst 'ne Stunde zu früh vor der Tür und gehst den Leuten auf'n Wecker wie so'n Geier. Oder du kommst zu spät, weil da irgendwo, weil irgendwo auf der Autobahn's gescheppert hat und 'n Stau ist ohne Ende. Und das ist halt wirklich... Also ich hab-- Das ist 'n Punkt, den ich sehr stark unterschätzt hab, was dir das auch in deiner Arbeitswelt für zusätzliche Lebensqualität bringt.
Michael Windecker: Mhm.
Nele: Und, und dann auch einfach manchmal zu sagen: „Ach, guck mal, du hast doch jetzt hier am Wochenende 'n schöner Campingplatz. Sollen wir da jetzt noch bleiben für ein, zwei Nächte und noch 'n bisschen die Gegend erkunden, wenn der Kundentermin fertig ist, ne?" Also auch so diese Flexibilität zu sagen: „Fahren wir direkt wieder nach Hause oder machen wir noch irgendwas?" Weiß nicht, ob das bei dir geht. Du hast, glaub ich, 'n enger getakteten Zeitplan als wir. Ist das auch schon vorgekommen?
Michael Windecker: Ja, absolut. Also wie gesagt, jetzt kann ich dir grad zwei Beispiele nennen. Ich war diese Woche, ähm, ganz aktuell bei Morvera am Bodensee. Ähm, das sind von uns vier Stunden Fahrt Einweg. Und genau dasselbe Spiel. Ich bin dann eher nachts gefahren, weil, weil's ruhiger ist und die Temperaturen angenehmer waren und hab das, das Wohnmobil genommen, bin mit dem Wohnmobil gefahren und hab dann, nachdem's nur noch so 'ne halbe, dreiviertel Stunde war, irgendwo unterwegs dann, weil's spät war, einfach, ähm, ähm, an siebzig, sag ich mal, seitwärts rausgefahren, auf'm Parkplatz geschlafen und dann da im Prinzip geduscht. Aber ich wusste, ich hab nur noch 'ne halbe Stunde, also da passiert nicht mehr viel, ähm, was das Thema Stau angeht. Und dann ist es halt auch da abso-- angenehm. Ja, also das hab ich absolut gemacht und ich genieße dann auch genau die Zeit: Boah, jetzt ist es abends spät, jetzt bist du müde. Ähm, dann trink-- kann ich mir noch 'n Kaffee machen. Du kannst auf Toilette gehen, musst nicht irgendein Restaurant oder was auch immer, welche, äh, äh, Dixie-Klo am besten gehen, wo du sagst: „Okay, brauch jetzt kein Mensch." Ähm, sondern das ist diese Möglichkeit und der Worst Case wäre auch da, wenn ich irgendwann merken würde, es geht abends nicht mehr weiter, dann ruf ich zu Hause an, sag ich: „Du, pass mal auf, ich schlaf in ein paar Stunden", oder: „Ich komm morgen früh zum Frühstück."
Nele: Mhm.
Michael Windecker: Äh, diese Flexibilität hast du halt einfach. Ähm, das genieß ich absolut heutzutage. Also ich nehm auch immer wieder das Reisemobil genau für solche Termine, ähm, in dem Bereich. Oder das zweite Beispiel, was du jetzt eben geschildert hast, das hatt ich auch grad letztens, weil wir haben über den letzten Brückentag, den wir eigentlich hatten, hatt ich zwei Tage vor, ähm, zweieinhalb Tage vor Schulung in Berlin. Dann war ja der Feiertag und am Freitag hatten wir Brückentag und da war das genau dasselbe Spiel. Sag ich: „Du, fahren wir Richtung Heimat oder fahren wir hier noch mal an See oder das und jenes?" Da haben wir dann abends gesagt: „Okay, nee, komm, wir fahren nach Berlin rein", und sind noch, ähm, einen Abend essen gegangen. Am nächsten Tag haben wir uns Berlin angeguckt und auch da haben wir überlegt: Bleiben wir noch da? Und haben wir auch gemacht und sind am nächsten Tag auch noch essen gegangen und sind dann erst am, am Freitagmorgen 'n Stück zurückgefahren. Und das ist halt 'ne Möglichkeit Ist natürlich viel, viel einfacher, als wenn ich sagen muss: Boah, jetzt brauchen wir noch 'n Hotel und jetzt brauchen wir noch das und jetzt brauchen wir noch jenes. Und, ähm, mein Reisemobil ist auch immer so bestückt, ich hab immer genug Unterhosen, genug Socken, äh, Hemden, T-Shirts im Reisemobil, dass ich sagen kann, ich kann jederzeit eigentlich, eigentlich losfahren. Vielleicht noch drei Sachen in Kühlschrank räumen oder so von zu Hause, die du da mitnehmen willst, aber, ähm, oder du fährst unterwegs einfach irgendwo bei irgend 'nem, wo du shoppen willst, äh, Lidl, Aldi, Netto, keine Ahnung was, vorbei und wirfst noch die drei Sachen, die du brauchst, in Kühlschrank. Das ist halt schon wesentlich angenehmer, als wenn du mit dem, mit dem Auto unterwegs bist. Und da bin ich halt bei dir. Das ist auch eine Art, andere Art Lebensqualität. Auf der einen Seite entschleunigend oder auch, ähm, einfach das Au..., die, die Zeit halt ausnutzen, ähm, weil wie gesagt, dank, dank Internetverbindung kannst du ja auch theoretisch heute o-ohne Problem arbeiten. Das heißt, ich kann dem Büro auch sagen: Du, ich komm heute nicht rein. Ähm, ich mach jetzt noch zwei, drei Stunden hier und, ähm, grade jetzt bei der Hitze, beide Reisemobile, die wir haben, haben Klimaanlage. Also ich habe, ähm, die letzten drei Tage, ähm, im Hof stehend im Wohnmobil geschlafen, ja, weil halt einfach mein Haus keine Klimaanlage hat und bei uns aus dem Wohnzimmer die Temperatur nicht rausgegangen ist und ich dann einfach ins Wohnmobil gegangen bin und gesagt hab: Wunderbar, Wohnmobil an den Strom und, ähm, dann halt zwei, drei Stunden vorher angemacht, dann ist es angenehme, äh, 17, 18, 19, 20 Grad und du kannst einigermaßen nachts gut schlafen. Also von der Seite her, ähm, wie's jetzt so heiß draußen war, war das, wie gesagt, hab ich mir das einen Tag in zu Hause angetan und dann Rest hab ich gesagt: „Schatzi, komm, wir gehen heut Nacht umziehen." Ähm.
Sebastian: Und, ähm, machst du denn auch, wenn du unterwegs bist, normale Büroarbeit im Wohnmobil oder nutzt du's wirklich primär zum bequem Übernachten und in den Tag kommen? Oder sitzt du da dann auch mal am Rechner und, und arbeitest Dinge ab?
Michael Windecker: Nee, ich arbeite da schon ganz massiv Dinge ab. Also so ist dann schon so abends, also auch am Messeabend oder so was geh ich da halt schon durch. Ähm, es gibt so Leute, die auf meine Mails zugreifen und die meisten abarbeiten, aber es gibt dann so 'n paar, die ich, die ich markiert bekomm, je nach dem oder dann brauchen wir 'n kurzes Statement oder brauchen das und das und das. Und dann setz ich mich abends auch mal 'ne Stunde hin, mach das schnell im Prinzip, sag ich mal, nebenbei. Das ist jetzt nicht so, nicht so dramatisch, find ich. Also das ist, ähm, weil es bleibt halt nicht liegen, bis du nach 14 Tagen zurückkommst.
Sebastian: Ja. Wie schaut da dein Setup für aus? Also hast du da irgendwie speziellen Internetrouter oder, oder irgendwas im Wohnmobil?
Michael Windecker: Gut, wir haben das jetzt jahrelang im Prinzip, sag ich mal, ganz normal klassisch mit dem Handy gemacht und, ähm, jetzt vorm, vor zwei Jahren, zweieinhalb Jahren, würd ich sagen, haben wir irgendwo 'n Internetrouter im Prinzip, sag ich mal, mit Verstärker und allem geholt und halt 'ne zweite SIM-Karte, die da reinkommt, ähm, von meinem, von 'nem Mobilfunkanbieter, ähm, reingemacht, weil einfach halt, ähm, die Qualität dann einfach besser war in dem Bereich, ne. Das, wenn du halt arbeiten willst, willst du halt schon 'n bisschen 'ne Datenverbindung haben, ähm, und nicht unbedingt, ähm-
Sebastian: Brieftauben schicken.
Michael Windecker: Genau, ja.
Nele: Ich find das jetzt wieder 'n schönes Beispiel dafür, dass man eben nicht zwangsläufig 'nen rein digitalen Beruf braucht, um 'n Camper, Wohnmobil oder Wohnwagen, ist ja fast egal, zum Arbeiten auch zu nutzen. Da hatten wir neulich auch als Gast im Podcast 'nen Künstler, also der, ähm, der ist Bildhauer zum Beispiel, der nutzt seinen Kastenwagen auch sehr stark eben, um genauso wie du zu Kunden zu fahren und, und dort halt, äh, oder Messen und Events zu besuchen, weil es ist ja immer das Vorurteil, man muss einfach 'nen Beruf haben wie wir, ne. Digitaler Nomade ist das Stichwort. Aber ja, ich find das cool, dass wir jetzt eben auch zunehmend andere Möglichkeiten hier aufzeigen können, weil wir natürlich auch mit dem Podcast immer wieder Leuten so 'n bisschen auch neue Ideen mitgeben wollen, wie man sich vielleicht seine Lebens- und Arbeitsalltag nett machen könnte. Und das klingt ja sehr angenehm, was du da schilderst.
Michael Windecker: Na ja, es ist ja heute viel weniger 'n Thema. Also wie gesagt, ich muss ganz ehrlich sozusagen, ich bin ja eher wirklich der nicht digitale Nomade. Ja, also ich bin ja, ähm, ich sag mal, bis, bis vor Corona hab ich mit, mit, mit Freunden geskypt, weil die in Amerika waren oder das und jenes. Das war das Einzige, was ich zu tun hatte. So, dieses ganz andere Dinge, ähm, wie jetzt hier ein Podcast oder wie ein Webinar oder ein Teams-Meeting oder ein Zoom-Meeting oder ein Google-Meeting et cetera, hatt ich alles nicht auf der Uhr. Überhaupt nicht. Das war auch überhaupt nicht meine Welt. Ähm, aber auf der anderen Seite hab ich relativ schnell gemerkt in meinem Alltag, ähm, was für Vorteile es haben kann. Also wie gesagt, so Termine bei Movera mit vier Stunden hin und vier Stunden zurück, die mach ich nicht mehr wieder, weil dort waren jetzt relativ viele Außendienste, mit denen ich Projekte gemacht hab et cetera. Aber so ein, ein Standardgespräch mit deinem, mit deinem Ansprechpartner für Kataloge oder für das oder für jenes kannst du heute ohne Problem in einem Teams-Meeting machen. Und da ist es egal, ob ich hier im Büro bin oder ob ich bei mir zu Hause bin oder ob ich grade mit dem Camper unterwegs bin. Ich brauch 'nen stabilen Zugang zu irgendeinem, ja, digitalen Medium, das mir, dass ich ins Web komm und dann kannst du das im Prinzip, sag ich mal, machen. Und ich genieße das heute absolut, zu sagen, okay, ähm, ich frag dann, wenn ich weiß, es könnt 'ne Laborfrage kommen, frag ich im Labor schon vor nach: „Kann ich dich eventuell da zuschalten, wenn es technische Fragen gibt? Bist du dann da?" Ja, es geht. Dann lad ich den mit ein und der wird dann, wenn ich ihn nur wirklich brauche, sag ich: „Hier, alles klar, diese technischen Fragen können wir sofort klären. Hier ist das Labor, hier gibt's 'ne Antwort zu, hier gibt's 'ne Idee zu, hier gibt's Aufträge dazu." Ähm, wunderbar. Und dann hast du das Ganze abgearbeitet, ohne dass du vier Stunden fahren musst. Und ich-- Du nimmst es nach Hause und rufst am nächsten Tag im Labor an, klärst das et cetera. Bis dann was passiert, sind mal locker 'ne Woche rum. Und so sagst du, das mach ich sofort. Ähm, auch so andere Dinge. Wir haben mittlerweile bei uns in all unseren Meetings ein, ein, ein, eine KI laufen, ein Phaeton laufen, der das Ganze, ähm, zusammenfasst, der das Ganze aufnimmt, wo ich ohne Problem sagen kann, dann gibt's eine To-do-Liste nachher. Da saß vorher jemand dümmlich und hat das einfach aufgeschrieben und Aufgaben verteilt. Und heute sagt er: „Ist kein Thema." Das, das ist eine Unterstützung technisch, die ich sofort nehme, weil ich halt als Außendienstler schon immer faul war, Besuchsberichte zu schreiben oder, oder, oder, oder Zusammenfassung zu schreiben oder zu sagen. Sag ich: Guck mal, das macht er für mich. Und dann sag ich: Okay, der macht das, der macht das, der macht das und das nehmen wir auf die Agenda und das eine übernehmen wir ins Jour fixe, da, da müssen andere Leute noch was dazu arbeiten und, und, und. Ähm- Ich genieße das und ich glaube auch, wenn man das so 'n bisschen kombiniert, ist das eine Möglichkeit, ähm, die Arbeiten schöner macht und viel, ich sag immer so, so, so, so, ähm, Affenarbeiten nenn ich das. Es ist einfach so, ähm, dummes Eintippen von irgendetwas. Oder hier unseren, unseren, äh, äh, der Ulf unser Business Intelligence macht, der sagt: „Nee, dieses Schwarzbrot essen", nennt er das. Ja. Das ist Schwarzbrot essen. Einfach hier 'ne Tabelle abtippen. Ja, das ist Schwarzbrot essen. Muss gemacht werden, aber es macht keiner gerne und freut sich keiner drauf. Und wenn ich für solche Sachen eine Unterstützung habe heute im digitalen Bereich, find ich das mega. Und deswegen grade so 'ne Kombination bietet sich doch wirklich an, ja.
Nele: Also wir machen das auch und das hat auch den angenehmen Nebeneffekt, dass ma-, also während ich früher oder auch Sebastian, je nach Thema, dann uns auch immer aufs Mitschreiben fokussieren mussten und dann aber teilweise auch nicht zu 100 % beim Gesprächspartner geistig sein konnten, weil man ja erst mal die, äh, die Informationen so verarbeiten muss, um die sinnvoll niederzuschreiben. Und heute sagen wir halt auch den Leuten, mit denen wir sprechen: „Du, ich lass hier unsere, unsere Transkript-, ähm, Software mitlaufen. Ist es okay?" Ja, weil dann kann ich dir auch zuhören im Gespräch und muss nicht immer schon denken, welche Stichpunkte ich jetzt gleich noch notieren muss.
Michael Windecker: Nee, find ich gut und, ähm, ich find auch, glaub ich, d-diese, diese Grenze, wenn du das nicht so strikt ziehst, ähm, zwischen Freizeit und Arbeiten, ähm, du kannst beide Welten gut verbinden. Ich kann während der Frei-, während der Arbeit sagen: „Okay, guck mal, ähm, weil ich der Termin jetzt toll gelaufen ist, ich fahr erst morgen zurück und mach meine Mails morgen früh noch vom, vom Mobil aus. Dafür geh ich heut Abend mit meinem Frau, Kindern et cetera toll was essen." Oder wir genießen noch 'n, 'n, 'n, ach, ähm, ich war beim Kunden in Österreich und sind vorbeigefahren und dann lag dieser, die, die, das ist der, der, der Plaus und keine Ahnung was noch. Also ein ganz toller See in Österreich. Und das haben wir durch Zufall ist das im Vorbeifahren hochgepoppt. Dann sind wir einfach rausgefahren und haben den Abend da verbracht und sind mit dem Boot ins Restaurant gefahren und so weiter und so fort. Sag ich: Das ist doch toll, dass du einfach solche Sachen machen kannst. Du warst arbeiten und danach sagst du: „Guck mal, ich häng noch was dran." Das gibt das Ganze im Prinzip, sag ich mal, was Rundes. Und bei mir hat's dazu geführt, ähm, wie gesagt, wenn du am Anfang 42 Wochen unterwegs warst oder Wochenenden unterwegs warst hauptsächlich, dann siehst du ja deine Familie auch nicht und dann kannst du eine Kombination machen. Und, ähm, jeder Händler, ähm, jeder Händler kennt meine Familie, ähm, kennt meine Kinder und das, ähm, schockiert auch 'ne Branche immer wieder Leute, dass, dass Leute bei uns auf den Stand kommen: „Boah, wo ist deine Tochter? Wie geht's deiner Frau? Wo ist der? Wo ist jenes?" Ähm, das ist 'n ganz anderes, 'n ganz anderes Verhältnis, was du dort zu deinen Kunden halt hast. Und, ähm, grade im Camping ist es halt nun mal auch viel familiär, ja.
Nele: Ja, und ich find es auch schön, wenn man so viel unterwegs ist und das ist ja das, was wir auch sehr genießen, äh, dass du halt trotzdem immer so 'n Gefühl von zu Hause dann beibehalten kannst, dadurch, dass du dein eigenes Fahrzeug dabei hast. Also wir hatten ja auch schon andere Reiseformen ausgetestet, hier Backpacking mit Hostel und so, wo du halt dann jeden Tag irgendwo anders ankommst, irgendwo anders wieder, ähm, dich einsortieren musst sozusagen. Und da kommst du halt in dein Fahrzeug, da ist alles da. Du weißt, wo alles ist. Du weißt, in welchem Bett du schläfst. Ähm, das, was du vorhin vom Hotel erzählt hast, das kenn ich leider auch zu gut mit diversen Arten von Behaarung. Und ich find's auch halt dieses Heimelige, ne, weil man sich's ja auch, wenn man das möchte, so 'n bisschen dekorieren kann. Und dann kommst du halt von deinem Termin und sitzt nicht in irgend'nem sterilen Zimmer, äh, wo so Kunstdrucke an der Wand hängen, sondern du hast halt deinen Tisch, dein, äh, vielleicht deine Körbchen. Ja gut, du wirst wahrscheinlich nicht so wie ich Häkelkörbchen haben, aber halt du hast es dir so eingerichtet, wie's dir gefällt wahrscheinlich auch, oder?
Michael Windecker: Ja, wir haben natürlich auch Körbchen. Jetzt vielleicht nicht gekekelt, sondern die sind aus so, was weiß ich, so Art, Art, Art, ähm, Stofffilz oder so was. Keine Ahnung, aber auch da haben wir natürlich, was weiß ich, für Löffel oder für andere Dinge genau solche Körbchen drin. Wobei mein Hauptfokus ist, das hast du schön so gesagt, ähm, dieses Thema Packen, ja. Dieses Einpacken, Auspacken et cetera, das ist für mich immer das, das, das größte Grauen, ja. Egal, wo du ein bisschen im Hotel, du packst den Koffer aus, du packst den Koffer ein und wenn du das natürlich eventuell in so 'nem, so 'nem Trip machst, wo du sagst, am besten jeden zweiten Tag oder dritten Tag woanders da, dann besteht das nichts anderes aus Ein- und Auspacken. Und das ist für mich so das größte Grauen und so sag ich: „Nee, es hängt im Schrank und die Unterhose liegt in der Schublade und die Socken sind auch da" und, ähm, ich greif da einfach rein. Ich weiß, es ist da und es gibt 'n großen Sack, wo Wäsche drin ist und dann kommt das rein oder je nachdem, wenn ich alleine bin, leiste ich mir manchmal auch den Luxus, dann gibt's 'ne große Kiste, ähm, wo ich dann teilweise Besteck und Teller, ähm, mit nach Hause nehm und sag: „Die kommen in die Spülmaschine", wenn ich nur drei Tage weg bin und, ähm, mach's halt nicht unterwegs oder so Sachen. Ja, aber das sind so Dinge, wo ich sage, ja, wenn meine Familie dabei ist, krieg ich das nicht hin. Dann krieg ich auf die Ohren so, dann muss ich das wegspülen oder so. Aber, ähm, wenn ich so alleine bin, dann geht das schon mal oder es wird nur kurz abgewaschen oder so. Also das sind so Dinge, das wie du, wie du halt auch grad Laune hast. Und das find ich das Schöne. Du bist nicht abhängig, sondern du machst es, wie du gerade Lust hast. Und wenn du das Geschirr an dem Tag nicht spülst, dann wird das halt am nächsten Tag gespült. Wen stört das Ganze? Ist ja mein, mein Haus, ja. Oder meint das so 'nem Hotel würdest du's nie machen, weil du alleine schon das Gefühl hättest: Boah, wa-was denkt der Zimmerjunge, wenn er hier reinkommt und das Zeug fliegt hier so rum. Ja, so. Also hängst du's weg.
Nele: Also kann man eigentlich schon so 'n bisschen sagen, dass dieses Reisemobilleben auch so 'n Stück zu deinem Lebenskonzept geworden ist in Verbindung mit deiner Arbeit?
Michael Windecker: Ja, und das hätt ich nie gedacht. Hättest du's mir vor zehn Jahren gesagt, hätt ich gesagt: „Nie im Leben." Da war für mich Camping so dieses ganz klassisch, was du aus dem Fernsehen so gekannt hast, so Schieser Feinripp, ähm, Badeletten, Adiletten. Ja, so das war so das typische Camper für mich. Da hättest du mich mit keinen, mit keinen zehn Pferden hingekriegt. Ja. Und auch da, da hat Corona viel geändert. Ja, am Anfang vorher haben auch viele gelächelt, als, als sie mitbekommen haben, du hast 'n Reisemobil und du arbeitest drin und das und jenes. So viele: „Ja, ja, alles gut. Bist jetzt hier so auch der, der Adiletten-Camper." Ja. So, und, ähm, dann plötzlich kam Corona und dann kamen Leute: „Ach, ist ja doch ganz cool. Können wir mal da reingucken? Ähm, wie machst 'n du das? Ist ja ganz interessant." Ja, also da hat sich so viel-
Nele: Und du hast ja gar kein Feinripp-Unterhemd an.
Michael Windecker: Ja genau, genau so. Ne, also und, ähm, ähm- Ja, und, und auch dat ist faszinierend. Also schön ist, es hat einfach so, es ist ja nicht viel günstiger. Also deswegen viele denken auch so Camping aus, aus Geldgründen et cetera. Das stimmt ja eigentlich gar nicht. Camping ist jetzt nicht unbedingt günstiger als ein Hotel et cetera. Aber es ist eine andere Lebensart und ich hab auch Leute schon kennengelernt, die ganz, ganz günstige Autos hatten, so am besten umgeklappt und 'ne, 'ne, 'ne, 'ne Luftmatratze rein. Und ich hab Leute, ähm, kennengelernt wie den Magellan. Das Ding kostet, ich glaub, zweieinhalb Millionen oder was und der sitzt abends bei dir gemeinsam im Bier zusammen und du magst es nicht und er sagt: „Ach, komm doch rein, wir trinken bei mir noch einen abends 'ne Absacker", oder so Sachen und ist ganz normal geerdet, ähm, wie, wie jeder von uns, ja. Und das find ich halt, das, ähm, genießt du schon. Und jetzt gut, jetzt hab ich keine kleinen Kinder mehr, aber das find ich halt auch faszinierend, wenn du mittlere und kleinere Kinder hast, so, ähm, so im Schulalter, sag ich mal, wenn du auf irgend 'nem Campingplatz bist, dann sagen die Kinder morgens Tschüss und kommen zum Mittagessen und abends noch mal heim und ansonsten fliegen die irgendwo rum und finden sofort Freunde und die brauchen keine andere Sprache und das und jenes. Das ist halt einfach eine, ein, ja, ein anderes, ein anderes, weiß ich nicht, Kultur, Mindset, Lebensart, keine Ahnung, wie's nennen willst.
Nele: Mhm.
Sebastian: Mhm.
Nele: Ja, find ich auch. Das, also das ist ja im Grunde auch das, was, glaub ich, die meisten von uns auch verbindet so. Dieses, dieses Gefühl auch, dieses so leicht familiäre. Natürlich hat sich durch diesen jetzt fast zehn Jahre anhaltenden Wahnsinnsboom einiges auch geändert, ne. Vielleicht war's früher auch familiärer, es war auch früher günstiger, früher war alles besser, aber ich find's nach wie vor immer noch sehr schön, weil du auch weißt, auf jedem Campingplatz wird's Menschen geben, mit denen du reden kannst. Es wird Menschen geben, die du fragen kannst, wenn du mit irgendwas Hilfe brauchst. Ähm, es wird Menschen geben, die dich einladen oder die du auf 'n Bier einladen möchtest. Und das ist ja das, was wir im Grunde auch sehr genießen einfach und warum wir auch jetzt schon so lange das Ganze machen. Ähm, mich würde jetzt nur noch interessieren, weil, also du hattest ja vorhin gesagt, so viele Wochen beruflich unterwegs, aber jetzt klang's so, als würdest du oder hättest du zumindest, als die Kinder noch kleiner waren, auch tatsächlich Urlaub gemacht mit dem Reisemobil. Also hast du da noch Bock drauf, wenn du so viel unterjährig schon damit unterwegs bist, dass du dann auch noch deinen Urlaub in dem Ding verbringst? Oder ist dann schon eher, dass du sagst: „Na ja, vielleicht doch mal Hotel"?
Michael Windecker: Ähm, beides. Ähm, also ich nutz das Reisemobil dann ganz extrem, sag ich mal, für, für irgend 'nen Kurztrip, für 'n Musical angucken oder das oder jenes, wo ich sagen muss, okay, da müsst ich mir vielleicht sonst ein oder zwei Hotelzimmer nehmen. Äh, das geht dann alles mit dem Reisemobil. Du mal, ist ja ganz tolle Stellplätze gibt's so in Hamburg ist unser Lieblingsplatz, äh, Strand Pauli. Das ist direkt am Hafen. Da stehst du halt dann abends und guckst Schiffe an und sitzt im Strand und da hast du einen Cappuccino und, und, äh, kennst auch da die Leute und so weiter und so fort. Ähm, das ist die eine Seite. Oder, ähm, du hast natürlich Spontanität. Also wie gesagt, einer unserer ersten Urlaube mit 'm Caravan war, als meine Tochter aus, äh, Kroatien 'ne Postkarte gekriegt hat und gesagt hat: „Boah, guck mal, wie schön das da ist. Meine Freundin ist gerade da." Und ich hab auf meinen Kalender geguckt und hab gesagt: „Du, pass mal auf, ähm, das Wochenende, da war 'n Brückentag, das Wochenende und meine nächste Woche sieht eigentlich auch relativ leer aus. Zwei Termine, die kann ich verschieben. Pass auf, wir alle Business-Sachen raus und alle Badesachen rein und wir fahren heute Abend los." Und dann sind wir halt abends losgefahren und haben am nächsten Tag uns Postojna die Grotten angeguckt und danach sind wir Blitwi zur Seen gefahren und dann bis Kroatien die Küste entlang und so weiter und so fort. Ähm, und das, und ich musst mich um kein Hotel kümmern. Ich muss nichts machen, sondern ich hab gesagt: „Hey, wir werfen drei Sachen rein und fahren jetzt einfach los." So, und das sind natürlich Dinge, die machen wir dann schon. Und, ähm, wie gesagt, wir waren schon in Kroatien, wir waren bis die ganze Küste runter bis Albanien. Ähm, hätte ich nie gedacht, dass Albanien so schön ist. Ähm-
Nele: Ja.
Michael Windecker: Meine Frau dann unbedingt, meine Frau unbedingt hin. Ähm, ich komm aus dem Rhein-Main-Gebiet. Alle Albaner, die ich kenne, arbeiten im Bahnhofsviertel. Ähm, ist nicht so meine normale Ziel- und Umgangsgruppe. Ähm, hat meine Frau gesagt, sagt: „Boah, die Albaner, die ich alle kenne, mit denen möcht ich eigentlich nix zu tun haben." Ähm, und meine Frau: „Doch, wir fahren jetzt dahin." Und im Nachhinein war's einer der, der, der schönsten Urlaube und, ähm, so was von freundlich die Menschen und zuvorkommend und, und, und können wir dir das machen und tun. Und also wie gesagt, würd ich jederzeit, jederzeit wieder machen. Bevor ich an den oberen Teil Italien, Kroatien fahren würde, würd ich der Ballin und tiefer fahren, ähm, in dem Bereich. Und-
Nele: Genau, unsere Erfahrung auch. Selten, also wirklich weltweit so wenig, äh, äh, so viel Gastfreundschaft noch nie erlebt wie dort.
Michael Windecker: Ja, und das sind halt alles Dinge, das hätt ich alles, ja, nicht gehabt, hätt ich das Reisemobil nicht. Und dann, dann ich schätze das dann auch. Also ich guck mir das dann an und sage: „Hey, ähm, ist toll." Also ich weiß das auch zu schätzen, genieße das auch, genieße dann auch, ähm, ähm, ja, was ich da erlebe. Oder auch wie gesagt, wie du so schön gesagt hast, du lernst irgendjemanden kennen oder so Sachen. Ähm, du sitzt auf 'ner Messe wie der, der Adventure Southside, wo wir letztes Jahr waren und dann stehen welche neben dir und dann erzählt er dir, warum er eigentlich da ist und was er eigentlich plant und großes Sechsachser-Mobil und das und jenes und dass er Tauchlehrer war und dass er 'ne Firma hatte und so weiter und so fort. Du kommst auf Lebensgeschichten, die dann dir einer erzählt, wo du sagst: „Boah, toller Mensch." Ja. Auch wenn wir uns jetzt nur einmal gesehen haben und nur einen Abend oder zwei Abende miteinander verbracht haben, ähm, bereichert das mein Leben, wo ich sage: „Hey, guck mal, war cool, war 'n toller Abend", der überhaupt nicht geplant war, weil nach der Messe wollt ich eigentlich in Ruhe in mein, mein, meinem Wohnwa-Wohnmobil und wollte schlafen, weil ich kaputt und müde war. Und dann sitzt du abends bei und dann holt der noch 'n Glas Wein oder der noch 'ne Flasche Bier oder der noch das raus. Und dann sitzt du halt abends und bist plötzlich elf, zwölf, eins draußen und sagst: „Huch, guck mal, und's war's wert." Ja, also das war schön. Es war's halt auch wirklich wert, dass du so lang draußen saßt. Und das bereichert, das nimmt mich mit.
Sebastian: Jeder, der jetzt noch nicht an Camping denkt und das gehört hat, ist jetzt, glaub ich, überzeugt.
Nele: Also auf jeden Fall auch viele spannende Lebensgeschichten. Das ist ja auch einer der Gründe, warum wir dann diesen Podcast gestartet haben, weil wir gesagt haben, wir lernen so viel spannende Leute kennen und eigentlich müssten die Geschichten auch mal 'n bisschen weiter erzählt werden. Also auch jetzt zum Beispiel mit dir. Wir kennen uns jetzt ja schon relativ lange, aber wir haben uns jetzt nie so bisher über diese private Seite von dir unterhalten. Ähm, find ich auch spannend. Hatt ich jetzt nicht erwartet, dass du so 'n leidenschaftlicher Reisemobilist bist. Ich hab gedacht, so nach den Infos, die ich so eingesammelt hatte über dich heimlich, ähm, dass es halt so eher so 'ne Zweckehe zwischen dir und deinem Reisemobil wäre. Aber umso schöner, dass da jetzt auch so viel Passion dahinter steckt.
Michael Windecker: Also Ausgang war mit Sicherheit die Zweckehe. Das war ganz klar. Also der, der Ausgangspunkt war eine Zweckehe. Und danach, ja, wenn du dich dann mit dieser Reiseform beschäftigst, ja, dann und offen bist, kommst du eigentlich fast nicht drum rum, solche Erlebnisse zu haben.
Nele: Mhm.
Sebastian: Ja, das stimmt. Also grade wenn du, wenn du dich 'n bisschen auch auf die Menschen immer einlässt, die um dich rum sind, gibt's ja ganz viel tolle Dinge zu erleben überall, egal wo du hinkommst. Lass uns trotzdem noch mal auf die Firma gucken. Ähm, also wir könnten auch ja weiter über Camping quatschen, aber wir wollen ja auch noch 'n bisschen was hinter, hinter die Kulissen gucken. Jetzt ist ja bei euch nächstes Jahr das Jubiläumsjahr irgendwie im, im Universum Dekalin Windecker. Ähm, drei Jubiläen habt ihr nächst, also hast du und ihr nächstes Jahr, richtig?
Michael Windecker: Ja.
Sebastian: Das heißt, ähm, Dekalin wird 120 Jahre.
Michael Windecker: Genau, die Dekalin, wie gesagt, ist ja das Warenzeichen, ist entstanden, weil's ein Rohstoff ist, Dekahydronaftalin. Der wurde um 1900 neu entdeckt und der Firmengründer damals, die Firma Rödiger, ähm, hat das als Warenzeichen genommen. Das ist ein, ein, ein Zehneck, ein, ein Molekül, das irgendwie ähnlich mal eine Kreisstruktur hat und war damals bei Entdeckung, dass die Empfindung, mit der man gedacht hat, da stellt man ganz viele Farben, Lacke, äh, Klebstoffe in Zukunft her und das ist die Zukunft. Und die Firma Rödiger, die Familie Rödiger hat das gegründet 1907 in Hanau und das sind dann nächstes Jahr 120 Jahre Dekalin und damals hießen die Deutsche Klebstoffwerke Rödiger, ähm, und das Warenzeichen war halt das Firma Dekalin und, ähm, die Deutsche Klebstoffwerke haben leider nicht überlebt. Die hat irgendwann unsere holländische Muttergesellschaft, ähm, geschlossen und niedergemacht. Sehr zu meinem Leidwesen, weil ich natürlich damals gesagt hab, das kriegst du heute nie wieder eingetragen, ähm, Deutsche Klebstoffwerke, ähm, das hätte man mal besser behalten. Ähm, das wäre so diese, diese, ähm, diese, diese Thematik gewesen. Und also von der Seite her haben wir nächstes Jahr 120 Jahre Dekalin. Ähm, im Januar, ähm, werde ich dann auch noch gleichzeitig 60, also ist das nächste runde Jubiläum, das wir einfach haben. Und wir haben dann festgestellt, ähm, seit 1997, Ende 1997 beschäftige ich mich mit dem Thema Klebetechnik. Und, ähm, ja, das sind halt so diese Gemeinsamkeiten, die wir da haben. Witzigerweise passt das auch alles ineinander, also 120, 60, 30. Gibt 'ne schöne, gibt 'ne schöne Reihenfolge, äh, äh, in dem Bereich. Und, ähm, ja, das ist halt so 'ne, so 'ne Thematik, die nächstes Jahr, ähm, damit mit ansteht.
Nele: Und plant ihr da irgendwie größer zu feiern oder was steht da an?
Michael Windecker: Ja gut, wir werden auf der CMT mit der Technikkarawane mit Sicherheit irgendwas machen. Da sind wir grade noch so am Diskutieren, wie das Ganze im Prinzip, sag ich mal, 'n bisschen aus-, ähm, sehen könnte. Wir werden über das Jahr gesehen so 'n bisschen Jubiläums-, ähm, aktionen machen. Gut, jetzt meinen großen, meinen Geburtstag werden wir, ähm, wahrscheinlich schon eher so im privaten Bereich, sag ich mal, mal feiern. Und dass ich 30 Jahre Klebetechnik habe, ähm, ja, okay, es ist 'n bisschen Nachweis von Kompetenz, dass ich sage, ich mach das nicht seit gestern, sondern ich mach das schon 'n bisschen länger. Ich weiß, von was ich rede und ich habe halt auch einfach viele, viele Dinge in den Jahren schon erlebt, ähm, dass ich sagen kann, okay, mich kriegst du, was Klebetechnik angeht, eigentlich... Also überraschen kriegst du mich noch, aber du kriegst mich selten aus der Fassung, sag ich mal. Ja, also ich hab zumindest, ich kann das alles relativ schnell einsortieren oder so Sachen. Also, ähm, meine Vermutungen oder so Sachen oder Ideen sind schon im Prinzip, sag ich mal, relativ schnell auf den Punkt. Und ein Beispiel war letztes Jahr, ähm, Adventure South Side. Ähm, da hatten wir einen Kunden, der dann auf den Stand kam und gesagt hat, äh, er hat jetzt das zweite Mal die Dichtungsmasse eingedichtet und es wär wieder undicht und das wär, wär eigentlich 'n Scheißprodukt und so weiter und so fort. Ähm, und dann hat er das Ganze beschrieben und, ähm, ja, dann kam eigentlich im Prinzip, sag ich mal, nachher halt raus, was es eigentlich wirklich war. Und das war 'n Fall, den hatt ich schon mal, wie die Europameisterschaft, glaub ich, in der Schweiz war, haben die damals ein, ein Stretchlimo lackiert und danach werden ja die amerikanischen Stretchlimo haben ja dieses, dieses Leder Kunststoff PVC, ähm, verdeckt, was so da draufgeklebt wird. Und das wurde nach einigen Monaten wurde das rosa bei 'nem weißen Auto. Und da war nichts anderes, dass der Lack, der Härter des Lackes, ähm, ausgedünstet hat, auch nach Ewigkeiten noch und hat in die, in den, in das PVC eingedünstet. Und der Kunde hat mir dann erzählt, dass er das Auto erst lackiert hat und dann drei Tage später die Dichtungsmasse aufgebracht hat. Und dann haben wir uns das nachher angeguckt und meine Vermutung war gleich, pass auf, das sind Lösungsmittel, weil ein Lack härtet über mehrere Monate aus, ähm, sind Lösungsmittel von dem Lack noch in die Dichtungsmasse gewandert. Und witzigerweise war's genauso. Der Dominik hat das nachher aufgenommen. Mit 'ner Leiter sind wir dann aufs Dach gestiegen und du konntest sehen, es waren wie lauter kleine Bläschen in der Dichtungsmasse drin. Und das war dann die Bestätigung dieser, dieser Sache. Ja, und das sind halt alles Dinge, wo ich sage, okay, das war zwar 'n Synergieschluss, aber ich lag dann auch da relativ, ähm, baff, weil am Anfang war der Dominik schon leicht geknickt und sagte: „Boah, was, wie kann das denn sein? Zweimal mit unserem Top-Produkt eingedichtet und es ist undicht. Das geht so gar nicht", und so weiter und so fort. Und dann musst du halt erst mal auf so die Idee kommen. Aber wenn du halt einfach, ja, das schon sehr, sehr, sehr lange machst, dann findest du irgendwann, wo du sagst: „Ach, guck mal, so was ähnlich hatt ich zwar vor 15 Jahren schon mal und damals war's 'n Klebstoff, aber diesmal ist, aber der Problem, der Ausgang war der Lack und dann ist der Synergieschluss da." Und genauso war das auch. Der hat, der Kunde hat sich auch nachher wirklich entschuldigt und hat gesagt: „Boah ja, was mach ich denn jetzt?" Dann sag ich: „Wir machen jetzt Klebeband drauf und in acht Wochen machst du das noch mal und dann ist auch wirklich Ruhe." Und danach hab ich auch nie wieder was von gehört. Also von der Seite her, ähm, geh ich schon aus, dass es heute noch dicht ist.
Sebastian: Ja, das ist eigentlich auch 'ne gute Überleitung. Du bist ja auch seit 25 Jahren im Ausschuss des Klebeverbandes.
Michael Windecker: Ja.
Nele: Das ist wieder richtig deutsch, 'n Klebeverband.
Michael Windecker: Ja. Und heißt richtig sogar Industrieverband Klebstoffe. Ist so richtig Deutsch-Deutsch. Und ist auch so richtig, ja, weiß nicht, spießig ist das falsche Wort, aber es ist schon sehr traditionell. Und witzigerweise, die Dekalin ist auch Gründungsmitglied dieses Klebstoffverband, ähm, so kurz nach dem Krieg. Also wir sind Gründungsmitglied in dem, in dem Verband. Ähm, ja, der Grund, warum ich das, mich da engagiere und tätig bin, weil wir einfach herstellerübergreifend und da sind ganz kleine dabei wie wir, da sind mittlere dabei, da sind ganz große wie die Firma Henkel als Welt-Weltmarktführer im Bereich Klebstoffe, ähm, die dort gucken, wo geht eine Reise hin, was können wir entwickeln, was können wir verbessern, ähm, unabhängig von einem ein, von einem Einzelhersteller mit dem Thema, was weiß ich, Recycling, was jetzt 'n ganz, ganz großes Thema ist und, und, und, und. Was für Aktionen können wir da gemeinsam machen? Oder die Klebenorm, die wir gemeinsam entwickelt haben, um einfach das Verkleben besser und sicherer zu machen, so ähnlich wie der Schweißschein. Beim Schweißen gibt's 'ne Art Klebeschein, ähm, in dem Bereich. Das sind halt alles Dinge, wo wir versuchen, ähm, diese fügetechnisch kleben nach vorne zu bringen, weil's halt immer noch, ähm, ja bei vielen, bei vielen auf den Messen bekomm ich ja auch mit nach dem Motto: Hält das?
Nele: Mhm.
Michael Windecker: Ja, so. Hält das, ist oftmals so 'n Fragethema und-
Sebastian: War auch meine erste Frage, als ich das erste Mal geklebt hab: Hält das? Muss ich dann nicht schrauben? Also haben wir auch schon in unseren Episoden drüber geschrieben. Ich kann das gut nachvollziehen, wenn man sich noch nie damit beschäftigt hat.
Michael Windecker: Genau. Und dann, wenn du halt heute 'ne Ausdichtung machst und jetzt zum Beispiel, ähm, eine der Ausdichtungen, die wir gemacht haben bei dem, wie damals der Fünfer BMW, ähm, umgestellt hat von geschweißten, ähm, ähm, es gibt Kraftaufnehmer, die beim Crash, ähm, die Kraft aufnehmen und in, in, in Energie umwandeln und einfach diese, dieser, die Aufprallsenergie wegnehmen, ja, durch Verformen. Und, ähm, die waren früher geschweißt und mittlerweile sind sie geklebt und seit sie geklebt sind, sind sie 30 % leichter und nehmen 50 % mehr Kraft auf. Das heißt, dein Leben ist um 50 % sicherer, sicherer geworden in dem Bereich.
Sebastian: Kann man sich erst mal gar nicht vorstellen, wenn man Schweißen und Kleben, ne, so als Nicht-Insider hört.
Michael Windecker: Ja.
Nele: Was würdest du denn sagen so, also du machst das Ganze jetzt seit 30 Jahren, äh, beschäftigst du dich mit dem Thema Kleben und Dichten. Du bist in diesem, ähm, in diesem Ausschuss tätig. Was würdest du sagen, wie hat sich das Kleben und Dichten in dieser Zeit, also in den letzten drei Jahrzehnten verändert, seit du dabei bist? Technologie, Anwendung, vielleicht auch der Umgang, äh, von Endnutzern.
Michael Windecker: Also ich denke, bei den Endnutzern ist, ist der Weg nicht so ganz so schnell vorangeschreitet oder schreitet grade jetzt erst voran, wie er in die Industrie vorangeschritten ist. Also die letzten zehn Jahre haben wir uns ganz massiv schon oder noch nicht, noch länger als zehn Jahre, in den letzten 20 Jahre, ähm, haben wir uns schon ganz massiv mit dem Thema Schadstoffe beschäftigt. Das sind einmal Schadstoffe, die in der Umwelt auftauchen. Das sind Schadstoffe, ähm, die bei dir als Mensch auftauchen können, dass sie nicht g-gut für deine Gesundheit ist, weil das sind halt Chemikalien. Die haben irgend-irgendwelche Nebenwirkungen. Ja, ähm, du solltest sie nicht essen, du solltest sie nicht trinken, du solltest eventuell sie nicht einatmen und so weiter und so fort. Und je nachdem, was für Gefahren von den Stoffen ausgehen, gibt's da gewisse Richtlinien. Und, ähm, wir haben relativ früh schon auf gewisse Produkte wie Isocyanate verzichtet, schon seit zehn, zwölf Jahren, obwohl sie erst seit drei Jahren auf der Verbotsliste stehen. Also wir versuchen, solche Sachen relativ früh umzusetzen, wenn erster Verdacht auftaucht. Wir haben das Toluol, das als Lösungsmittel aus den Kontaktklebstoffen rausgenommen, auch zehn Jahre gemacht, bevor wir das gesetzlich hätten müssen und so weiter und so fort. Ähm, wir versuchen, die professionellen Anwender zu, zu schulen und zu gucken: Wann brauche ich gewisse, gewisse Produkte und wann brauche ich sie nicht? Also grade solche Sachen wie Aktivatoren und so weiter und so fort, die auch meist nicht gesundheitsförderlich sind. Wann brauche ich wirklich einen? Wann brauche ich keinen? Das heißt, wir versuchen, das Ganze durch Schulung, äh, zu sensibilisieren, weil's auf der einen Seite Zeit und Geld spart, auf der anderen Seite, wenn du's nicht brauchst, ist es unnütz. Man hat es produziert und es belastet trotzdem die Umwelt, bis hin, dass Gefahren für deine Gesundheit von ausgehen. Ähm, da tut sich grad relativ viel. Und natürlich durch das Thema Leichtbau werden wir immer mehr Klebstoffe brauchen. Also da hat sich extremst viel getan, ähm, weil Leichtbau geht nur über Kunststoffe und Kunststoffe kannst du nicht richtig schra, äh, schweißen. Du kannst 'n bisschen schrauben, auch nicht so richtig gut nieten und so weiter und so fort. Kunststoffe gehen eigentlich nur richtig gut kleben. Und das, glaube ich, kommt auch immer mehr, ähm, bei dem Endkunden halt an, dass er sagt: „Aha, guck mal hier, das Ganze hält doch nicht mit dem 0815-Klebstoff aus dem Baumarkt, aber wenn ich das richtige Produkt nehme, ähm, dann funktioniert das Ganze." Und deswegen sagen wir auch immer Profi-Produkte, also unsere Produkte werden oftmals von den Herstellern eingesetzt und Profiwissen. Das heißt, wir teilen mit, mit euch, mit den Anwendern, mit dem Endkunden auch das Wissen. Ähm, wir haben mittlerweile 'ne ganz tolle Dekalin-Akademie. Da gibt's Tipps, da gibt's Tricks, da gibt's Videos, ähm, dazu. Ähm, das ist alles mittlerweile sehr, sehr schön verlinkt, vernetzt. Du findest es auch relativ leicht und kannst halt eigentlich dann auf Profi-Niveau, ähm, fehlerfrei arbeiten. Und das ist so, da schließt sich der Kreis. Ähm, das versuchen wir als Firma zu, zu machen. Deswegen sitze ich auch in solchen Ausschüssen mit, ähm, um so 'ne Klebenorm zu machen, um einfach das Kleben besser, sicherer, ähm, leichter zu machen. Das ist so mein, mein Hauptfokus mit all den Sachen. Und deswegen stehen wir auch auf Messen und sagen: Okay, weil wenn man das überlegt, der Caravan Salon ist zwar eine B2B-Messe, aber hauptsächlich ist es eine Endkundenmesse. Weil diese Gespräche, die wir mit unseren Herstellern, Händlern führen, das sind vielleicht, ähm, was weiß ich, zehn Hersteller, die kommen und vielleicht 100, 150 Händler, die über die zehn Tage kommen, aber die kommen meistens am ersten Freitag oder am ersten Wochenende. Das heißt, eigentlich könnten wir mittwochs zumachen. Da haben wir 80 % unserer Gespräche oder 90 % der Gespräche eigentlich erledigt. Aber Die 5.000 Endkunden, die kommen mit Fragen und das find ich mittlerweile auch ganz toll. Es kommen ganz, ganz viele Kunden zu uns an Stand, die haben schon eine To-do-Liste, die haben wirklich 'ne Frage aufgeschrieben und sagen: „Ich musste unbedingt zu euch an den Stand kommen, weil ich brauch 'n Rat von euch. Und das ist mein Problem." Ja, und das, ähm, finden wir ganz toll, dass die Kunden das auch nutzen und da sind wir uns auch, ähm, absolut nichts schade. Da kriegt jeder genau sein Problem einzeln gelöst, wenn wir die Zeit dazu haben, ähm, und, ähm, nehmen auch das Problem absolut ernst und versuchen da zu helfen, dass es funktioniert.
Nele: Das, da steckt aber ja dann auch 'ne sehr große Portion Idealismus dahinter, wenn ich das mal so radikal sagen darf, weil, also ich, ich hab mich immer schon gewundert, ihr verkauft ja Produkte. Ihr werdet ja nicht fürs Erklären bezahlt und erst recht nicht dafür, aufwendig Videos und irgendwelche Tutorials zu produzieren. Oder? Fragezeichen.
Michael Windecker: Mhm. Nein, absolut richtig.
Nele: Okay.
Michael Windecker: Also wenn du ein Beratungsgespräch bei uns hast und ich, ähm, wir haben uns ja auch schon eigentlich so kennengelernt, dass ihr Fragen hattet, ja, ähm, ähm, als ihr kamt. Ähm, und ich glaub, wenn ihr euch an unser erstes Gespräch, ähm, zurückerinnert, seid ihr, glaub ich, auch mit allen, mit allen Antworten, die ihr gebraucht habt, nach Hause gegangen, glaub ich, am ersten Tag schon. Ähm, und ich glaub, ihr kamt sogar am nächsten Tag noch mal wieder. Aber, ähm-
Nele: Ja, wir haben dich 'n bisschen gestalkt.
Michael Windecker: Ja genau, das war auch von der Seite her. Aber, aber, aber auch da, ähm, ähm, natürlich kann ich das nicht rechnen. Wir verdienen an so 'ner Kartusche vielleicht zwei, drei Euro, ja. Ähm, das kann ich jetzt nicht hochrechnen, wenn ich euch 'ne halbe Stunde mit meinem Stundensatz berate. Ähm, das rechnet sich überhaupt nie. Ja, also das, das, das, das ist, blenden wir auch aus oder auch nimm das andere Beispiel: Ähm, warum hab ich das Buch „Klebt nicht, gibt's nicht" geschrieben? Das war dasselbe, weil ich hab Vorträge auf, auf, auf, auf Foren gehalten oder auf Selbstausbautreffen gehalten und ich habe dann mitgekriegt, es ist so viel Halbwissen, sowohl im Internet als auch auf diesen Dingen vor Ort, wo einer sagt, einer... Wie gesagt, für mich war das Highlight auf dem Caravan Salon. Dort gab es eine Selbstausbauerecke und dort kam ein Händler von uns auf mich zu damals, bevor ich das Buch geschrieben hab und hat gesagt: „Weißt du eigentlich, dass die da draußen dein Produkt bearbeiten?" Und ich hab gesagt: „Ja." Und dann sagt der Händler: „Weißt du eigentlich auch, wie die das verarbeiten?" Dann sag ich: „Nee", weil ich hatte die am Tag vorher für den Freitag, wo die nichts zu tun hatten, eingeladen: „Kommt zu unseren Workshops, wir zeigen euch das."
Nele: Mhm.
Michael Windecker: Kamen sie aber nicht und haben gedacht, sie machen das richtig. Und der Händler sagt: „Boah, die machen massive Fehler." Nachher heißt es, deine Dichtungsmasse funktioniert nicht. Aber nicht wegen der Dichtungsmasse, sondern wie die's verarbeitet haben. Dasselbe Problem hatte Dometic Seitz mit dem, der Sensor, die sie eingedichtet haben. Das Jahr danach haben Dometic und wir die Fenster eingedichtet zusammen und nicht mehr der Veranstalter, weil einfach selbst bei ihm halbseitiges Wissen war. Und das war für mich der Punkt, wo ich gesagt hab: „Okay, jetzt schreibe ich dieses Buch, um einfach mal mit diesen halbseitigen Vorurteilen und dem Halbwissen aufzuräumen." Für Ingenieure gibt es Klebebücher, aber es gab nichts, nichts, wo du das auf einen-
Nele: Ja, für Laien so.
Michael Windecker: Ja, also noch mal, das, die, die, die Inhalte, die dort in dem Buch stehen, ja, sind trotzdem von der Qualität so, dass du die Ausschuss, also es gibt drei Stufen bei der, bei der, bei der Klebe, beim, bei der Klebenorm und die unterste Stufe ist der Praktiker. Und mit dem Wissen, was da drin steht, würdest du die Praktikerprüfung bestehen. Das ist normalerweise eine Schu, eine Woche Schule beim IFAM-Institut, kostet 2.500 Euro. Mit dem Wissen des Buches verstehst du diese Prüfung. Weil ich trotzdem Wert drauf gelegt hab und gesagt, es gibt gewisse Dinge, die sind einfach technisch, die erklär ich aber hier und versuch, sie durch ein Beispiel und 'n paar Bildern, 'n bisschen Anwendungen so zu, zu runterzubrechen, dass auch jemand, der vorher noch nichts damit zu tun hat, sagt: „Okay, jetzt hab ich's auch verstanden." Ja, und dasselbe bei meiner Schulung. Ich versuche, das runterzubrechen und ich hab viele Händler, die sagen: „Boah, Chemie bin ich in der Schule ausgestiegen und wollte ich nie wieder was mit zu tun haben." Und dann haben die bei uns halt auch was mit zu tun, mit Anode, Kathode, Plus, Minus und so weiter und so fort, Adhäsionskräfte. Und die sagen nachher, nachdem sie zwei Tage in meiner Schulung war: „Boah, hätten mir mein Chemielehrer das damals so erklärt, hätt ich's damals vielleicht schon verstanden." Und ich versuch das halt einfach rüberzubringen, aber ich mach an dem ... Die Art der Präsentation ändert sich, aber der Inhalt nicht, weil es bleibt einfach ein Fachinhalt, den, wo ich sage, an dem kann man nicht drehen. Den musst du so und so machen und aus den Gründen musst du's machen. Ich versuche dir nur einfach Beispiele an die Hand zu geben, ähm, dass es euch zu verständlich ist.
Nele: Also aber dann kann man ja schon sagen, dass es ja, dass dieser ganze Aufwand, den du da betreibst und ich weiß selber auch, wie aufwendig das ist, zum Beispiel vernünftige Vertra, äh, Vortragskonzepte zu erarbeiten oder schöne Videos zu machen, ähm, zahlt's ja aber am Ende doch auch wieder auf die Marke und auch auf deine Produkte ein, auf eure Produkte, wenn die Leute dann quasi rundum zufrieden damit sind, wenn die die richtig angewendet haben und dann auch die Produkte so arbeiten, wie sie sollen.
Michael Windecker: Ja, aber ist halt die Frage, ob dann, also wie gesagt, ähm, wenn ich jetzt das Buch nehmen würde, der ganze Schwatz, weil wir's alles im Eigenverlag gemacht haben und, und, und, und, und. Und ich wollte auch 'n hübsches Buch haben, ähm, wo, wo schöne Bilder drin sind und so weiter und so fort, damit das 'n bisschen nicht nur so trocken wird, ähm, in dem Bereich. Ähm, ich denk dir Spaß, wenn du das alles zusammenrechnest, ähm, äh, Zeitkosten, Werbeagentur, Druck und so weiter und so fort, ähm, das hat uns über 100.000 Euro gekostet. Das kriegen wir durch den Verkaufspreis von 20 Euro nie rein. Das ist dann ein ideelles Produkt. Das ist das, wo ich sage: „Hey, guck mal, lass uns das Ganze machen" und, ähm, das zahlt schon irgendwo drauf ein, aber, ähm, vieles, was da drin steht, ich, also das ist auch der, der Vorwurf, den mir einige Kunden gemacht haben bei dem Buch zum Beispiel: „Dann schreibt doch euer Produkt rein." Und ich hab gesagt: „Nee, wir haben am Ende unsere Produkte vorgestellt." Aber in dem Buch selbst sag ich, du kannst eine Butyldichtungsmasse nehmen. Die könntest du theoretisch auch von einem anderen Hersteller nehmen. Ich hab nur gesagt, wichtig ist eine Butyldichtungsmasse aus folgenden Gründen. Ja, und hinten hab ich dann gesagt, unsere Butyldichtungsmasse ist 8936. So, die Kunden haben danach gesagt: „Hättest du's doch vorne reingeschrieben, hätt ich nicht hinten nachgucken müssen." Ähm, aber ich wollte halt auch kein, kein Werbeprodukt schreiben. Ich wollt kein Dekalin-Buch schreiben, sondern ich wollte ein, ein Buch schreiben, wo ich sage: So kannst du entscheiden Wie's richtig geht. Und das war mein Hauptfokus und das hab ich auch 'n bisschen verkannt und auch viele haben nachher gesagt: „Boah, warum hast du nicht 'ne genaue Anleitung reingeschrieben? Wir hätten halt..." Also das ist das, das zweite Buch hätte, würd ich heute andersherum machen. Es würden noch mehr Anleitungen reinkommen, noch mehr konkret auch, nimm dieses Produkt und trag es genauso auf, auch mit unserem Namen, der hinter steht. Ja, ähm, und ich würd nicht mehr den Umweg gehen, du kannst es dir selbst zusammenartieren, indem du hinten nachliest. Ähm, das ist so der Punkt, den ich draus gelernt hab und ich hatt halt so diesen, was weiß ich, der goldene Reiter, der einfach über allem steht und nicht ein Verkaufsbuch macht, sondern ein, ein Fachbuch macht. Das war so meine Intention bei der ganzen Sache.
Sebastian: Erkenne mich grade wieder. Ich, ich fühle mich grad ins Jahr 2019 zurückversetzt. Wir hatten damals 'ne Software geschrieben für, äh, für Verlage und hatten, äh, also in Kurzform, die hat quasi geholfen, wenn Verlage mit Amazon Produktverkauf Geld verdient haben über Provision, hat uns die Software quasi geholfen, das in 'nem großen, äh, Scale sozusagen zu machen. Und wir haben auch, äh, ich hab 'n Vortrag gemacht auf 'nem Event von Amazon, wo ganz viele dieser Verlage quasi waren und hab das genauso wie du aufgezogen, wollte also wirklich Wissen vermitteln und keine Werbeveranstaltung machen und hab nur ganz zum Schluss kurz auf, auf die Software hingewiesen und alle haben mich angesprochen und gesagt: „Bist du doof? Warum, warum hast du denn nicht einfach in deiner Software gezeigt, wie das alles geht?" Ich sage: „Ja, ich wollte doch keine Werbung machen." Es ist total dumm, aber ich kann diesen Gedanken genau nachvollziehen und am Ende ist vielleicht auch gar nicht so dumm, was wir gemacht haben, ähm, weil vielleicht oder es gibt ja auch ganz viele Menschen, die jetzt vielleicht nicht vorher mit dir gesprochen haben oder dich irgendwo gehört haben und das Buch in die Hände bekommen und die sehen dann nur die Werbung von deinem Produkt, wenn da drinsteht, nimm unser Produkt und klebe damit und nehmen das vielleicht ganz anders wahr, als es eigentlich gemeint ist. Also ich, ich bin da gar nicht so sicher, ob das wirklich unklug ist, das so zu machen. Am Ende des Tages wissen wir's aber nicht. Wahrscheinlich wird es Menschen geben, die finden das eine gut und dann gibt's Menschen, die finden das andere gut. Aber ich kann das, ich fühl mich da so, ich fühl mich da so richtig grade, äh, kann mich da richtig gut wiedererkennen, weil ich dieselben Gedanken hatte und, und alle gesagt haben: „Wie doof bist du eigentlich? Warum hast du nicht einfach gezeigt, wie das mit eurer Software geht?" Also ja, ich, ich glaub, so wie du's gemacht hast, das ist genau der richtige Weg und ich bin absolut überzeugt, dass das sich auszahlt, aber das ist eben kein Sprint, sondern 'n Marathon, wenn man das als Unternehmen macht. Das ist halt, das kann man überhaupt nicht kalkulieren, ja, dass sich das nach 500 verkauften Kartuschen zahlt sich das ein oder aus nach 500.000, sondern das ist einfach was, was, was dein Unternehmen und die Marke und ja auch dich und alles sozusagen irgendwie weiter voranbringt. Und d-das kann man nicht berechnen, das kann man nicht zählen. Und ich glaub, es gibt Unternehmen und Unternehmer und Menschen, die machen so was, die gehen raus und wollen auch Wi-Wissen mitgeben. Und natürlich zahlt sich das in deinen Verkäufen aus, aber das ist, das ist ja nicht die Hauptmotivation. Und dann gibt's Unternehmer, die machen das nicht. Und wer jetzt erfolgreicher ist oder nicht, das, das muss man mal gucken, aber ich find das persönlich immer viel, viel cooler. Und ich, meine erste Solaranlage hab ich mit 'nem Wettbewerbsprodukt geklebt. Warum? Weil ich's, äh, bei meinen Recherchen halt darauf gestoßen bin, dass alle nur damit arbeiten. Also ich, ehrlicherweise, deine Marke ist mir damals überhaupt nicht untergekommen in meinen Recherchen. Also zumindest nicht bewusst vielleicht gelesen, aber alle haben quasi vom Wettbewerber geschrieben. Und dann hab ich das auch alles gemacht und hab auch viel gelesen und hab so das, was du uns erzählt hast und was wir auch im Buch gelesen haben, hab ich dann auch alles gemacht, ähm, obwohl ich kein Verständnis davon hatte und es hat auch gehalten für immer. Aber ehrlicherweise, nachdem wir dann auf der Messe gesprochen haben, würde mir nie wieder in den Sinn kommen, auch nur ansatzweise ein Wettbewerberprodukt anzufassen, weil ich ja quasi, ne, diese, also auch diese Kompetenz und so weiter, was, was man damit verbindet. Also das, d-d, falls das irgendjemand jetzt negativ auffasst, überhaupt nicht, ne. Das ist so arbeiten erfolgreiche Unternehmer, das ist eigentlich so die Lektion. Und so versuchen wir ja auch zu arbeiten. Wir versuchen nicht Geld zu verdienen, indem wir plump Werbung machen. Wir versuchen immer irgendwie, euch 'n Mehrwert da draußen zu geben, was, was lernen zu lassen, Informationen zu vermitteln und dann klar auch mit der Werbung, die wir auf unserer Seite haben oder im Podcast auch schalten, Geld zu verdienen. Aber ich glaube, mit Wissensvermittlung kommt man immer viel besser in, mit Menschen in Kontakt und kann viel mehr erreichen. Oder man hat, man ist Coca-Cola und lässt halt einfach irgendwelche Weihnachtsmänner und LKWs rumfahren. Das geht auch.
Michael Windecker: Ja, aber auch die machen noch Werbung, Sebastian. Und wie gesagt, noch mal, ähm, Sika war jahrzehntelang die Benchmark, ja. Aber das ist jetzt, wo du darüber gesprochen hast. Ja, ist ja gar kein, nein. Ich hab mit Wettbewerb kein Problem. Ähm, ähm, die waren jahrzehntelang die Benchmark. Ja, das, ähm, war ganz klar. Ähm, erst war Sika für alles, dann hieß es, okay, kleben mit Sika, dicht mit Dekalin, das war der nächste Schritt. Und heute sagen ganz, ganz viele Kunden auch: „Boah, guck mal, die können auch kleben und die können das aus diesen, diesen Gründen ist es 'ne Alternative dazu." So, und das ist im Prinzip, sag ich mal, ähm, ähm, de-den Weg, den wir da gegangen sind. Und ähm, am Anfang hat man auch, auch, auch der Wettbewerber hat gesagt, unsere MS-Polymersysteme sind viel zu hochwertig für den Markt, die sind viel zu teuer für den Markt. Ähm, das geht alles mit PU, das geht besser, schneller und so weiter und so fort, bis der eine oder andere dann festgestellt hat: „Ach guck mal, UV, UV-Stabilität ist besser. Wir brauchen keinen Aktivator, keinen Primer. Wir können das, wir können jenes. Es ist isocyanatfrei und so weiter und so fort." Das heißt, die Argumente haben uns langfristig dann den, ähm, recht gegeben, ja. Weil als wir vor zehn Jahren, zwölf Jahren angefangen haben, kannte uns kein Mensch und Sika war allgegenwärtig, ähm, in dem Bereich. Und, ähm, jetzt seit zwei Jahren, wie gesagt, guck dir die neuen Flyer an, die ähneln, wenn du unseren daneben hältst, sagst du: „Ach guck mal, hab ich schon mal gesehen." Ähm, deren Kartuschen sehen plötzlich anders da aus, ähm, und so weiter und so fort. Die ähneln auch unseren, da ist plötzlich auch ein Wohnmobil drauf. Und vor zehn Jahren hätt ich nicht gedacht, dass, ähm, der Marktführer irgendwann mal uns kopieren wird und sich an uns anlehnen wird. Und, ähm, das sind schwere Diskussionen, die wir hier im Haus immer haben, wenn dann so was wieder neu auftaucht und die sagen: „Ach guck mal, die haben schon wieder von uns, ähm, sich angelehnt und großzügig kopiert und so weiter und so fort." Und ich dann sage: „Ja, das ist auch 'n Zeichen für Erfolg, weil wenn wir nicht erfolgreich wären, würden sie uns nicht kopieren." Und ich sag halt immer: „Wenn du kopierst, bist du 'n Schritt hinten dran." Und von der Seite, solang wir noch 'n Schritt vorne dran sind, ist das auch okay, so wie das ist. Und, ähm- Ich muss auch da fairerweise sagen, ähm, ohne Sika, ähm, wären wir nicht in der Branche so weit, wie wir heute sind. Die haben auch ganz, ganz viele Studien damals gemacht und, und, und, und, und. Auch, ähm, in dem Bereich vielleicht nicht so extensiv die Wissensvermittlung wie wir, aber die haben auch ganz viel geebnet, ähm, in dem Bereich und nicht umsonst waren die jahrzehntelang, ähm, das Flaggschiff und ja, sie haben ein bisschen bei ein, zwei Sachen übersehen und vielleicht auch uns unterschätzt in dem Bereich, ähm, aber das ist auch okay so und, ähm, das passt. Kann ich mit leben.
Sebastian: Es passt auch von den Jahren her ganz spannend. Also ist gar nicht schlimm, dass ich, äh, euch damals nicht kannte, weil das ist ja gerade bestätigt und es ist jetzt, glaube ich, knapp zwölf, ja, elf Jahre her, dass ich quasi, äh, mit Sika meine Solaranlage auch so verklebt habe.
Michael Windecker: Die Profis kannten uns damals schon, aber ich sag mal, die breite Fläche waren wir nicht bekannt in keinster Weise.
Sebastian: Nee, und im Internet gab's nur Sika, also da gab's nichts anderes.
Michael Windecker: Ganz klar. Wunderbar, genau.
Sebastian: Okay.
Nele: Du hattest ja schon gesagt, dass ihr wie immer auch jetzt wieder, ähm, auf 'm Caravan Salon sein werdet.
Michael Windecker: Mhm.
Nele: Was, also, ähm, ich sag jetzt mal an Neuheiten, habt ihr da irgendwas am Start?
Michael Windecker: Ja, haben wir natürlich selbstverständlich. Ähm, wir haben so zwei, zwei Produkte, äh, am Start, die so ein bisschen im Fokus, äh, äh, äh, stehen. Das eine ist, haben wir letztes Jahr so 'n bisschen vorgestellt und ist jetzt wirklich frei verfügbar. Und zwar haben wir ja schon ein, immer ein, ein, ein Solarklebeset und ein Sat-Anlagen-Klebeset in dem Bereich, ähm, und haben jetzt ein weiteres auf den Markt gebracht, weil diese flexible Module immer mehr im Kommen sind, sowohl vom Aufbau, von der Höhe, vom Gewicht, von tausend Sachen, sodass wir, ähm, aufgrund von zwei, drei Kunden wie Active, Ten Have et cetera, die uns gebeten haben, entwickelt doch mal ein Produkt, dass wir hier, ähm, auch da systemsicher flexible Solarmodule kleben können. Also da haben wir ein Klebeset für flexible Solarmodule, ähm, und wir haben den MS6. Das ist ein kunststoffoptimierter, äh, Klebe-Dichtmasse, speziell für alle schlecht verklebbaren Kunststoffe. Das fängt an in der Duschstraße, in der Dusche, bei den Verkleidungen, die du hast. Das geht draußen weiter, ähm, grade, äh, wenn du den, einen, zum Beispiel ein Teilintegrierten oder 'n Alkoven hast, hast du den Übergang zwischen Fahrzeug und Fahrzeugaufbau. Ähm, da ist 'ne Dichtungsmasse, äh, ein Klebstoff dazwischen und dadurch, dass da eine relativ hohe Dehnbarkeit gefordert ist, Vibrationen sehr, sehr groß sind und, äh, so weiter und so fort, reißen die oftmals. Das siehst du ganz klassisch so über der Windschutzscheibe oben, dass diese, diese, diese Fugen dort, ähm, reißen oder an der Seitenverkleidung, ähm, wo der Anschluss ans Fahrzeug ist, siehst du oft, dass die gerissig werden, weil einfach da Vibrationen und das Fahrzeug sich anders bewegt und in der Regel ist oftmals das Fahrzeug aus Metall und der Aufbau ist aus Alu oder GFK. Das heißt, du hast dann noch verschiedene Materialkombinationen, die sich unterschiedlich ausdehnen und so weiter und so fort. Reinigungsmittel, Spritzwasser führt dazu, dass das Ganze relativ gestresst und beschädigt ist. Und unser MS6 hat halt eine Dehnbarkeit von 600 %. Das heißt, er ist genau für solche Anwendungen optimiert gemacht, weil die normalen Klebe-Dichtmassen liegen so zwischen 250 und 400 % Dehnbarkeit maximal, eher bei 250 als bei 400. Und bei 600 ist halt schon, gibt, glaube ich, zurzeit kein dehnbare, dehnbarere Klebe-Dichtmasse und insbesondere keine, die auf Kunststoff so gut hält wie unser MS6. Also das ist momentan bei Kunststoff ist es die, der Problemlöser bei allen Herstellern. Also da setzen wir Knaus, Hobby et cetera setzen immer mehr von diesen Produkten ein, weil das halt einfach, ähm, sehr, sehr hilfreich ist in der Verarbeitung.
Nele: Du hattest ja, bevor wir die Aufnahme gestartet haben, auch gesagt, dass wir 'n Gewinnspiel machen dürfen wieder mit dir. Ähm, magst du kurz sagen, was du verlosen wirst?
Michael Windecker: Ja, ich würde gern-
Nele: Was wir mit dir verlosen.
Michael Windecker: Ich würde, ich würde gern, ähm, dreimal zwei, ähm, Hörer einladen, uns in Düsseldorf zu besuchen. Also gäb es dreimal zwei Karten, dass man nicht alleine kommen muss, ähm, für den Eintritt für den, für den Caravan Salon. Ähm, dann könnte man überlegen, ob man uns halt einfach mitteilt, ob man unter der Woche kommen müsste oder, ähm, ich hätte auch die Möglichkeit, dass man an dem Freitag kommt, den ersten Freitag, das ist eigentlich der Fachhändlertag. Ähm, wir könnten auch dann, das ist schon, ja, das Nonplusultra, weil dann einfach es viel, viel, viel, viel leerer ist. Also wenn jemand sagt, ja, ich nehm mir den Freitag Urlaub, ich bin bereit, auch Freitag zu kommen und müsst uns halt nur mitteilen, okay, an welchem Tag man kommen will, dann gäb's die Karten dafür und der Freitag ist natürlich schon ein, ein Ticket, an das man normal nicht so einfach dran kommt, ähm, in dem Bereich, weil halt auch einfach viel leerer ist. Und, ähm, damit das nicht nur theoretisch bleibt, würde ich noch, ähm, ähm, 'ne Kartusche, ähm, MS6 draufpacken, dass man auch was praxismäßiges hat zum Anfassen, zum Spielen et cetera. Und, ähm, den kann man relativ überall einsetzen. So das-- Auch, der wäre auch der typische Silikonersatz. Also ich könnte auch zu Hause die Dusche mit verfugen. Das würde auch wunderbar funktionieren, weil da nichts schimmelt, ist der große Vorteil.
Sebastian: Da fällt mir ein, ich muss seit einem Jahr, seit unserer letzten Folge eigentlich meine Badewanne neu ein-- Also ich werd bestimmt gewinnen, oder Nele?
Nele: Ganz bestimmt, ja. Mitarbeitende von CamperLife und Decathlon sind natürlich wie immer ausgeschlossen. Ähm, und wollen wir die Kartuschen dann vorab versenden oder können die Leute sich die dann bei euch am Stand einfach abholen mit, mit quasi den Tickets?
Michael Windecker: Ja, das könnte man beides machen, aber ich denk halt einfacher, falls dann einer doch nicht genau weiß oder was dazwischenkommt, dann hätte die Kartusche nicht, ähm, in dem Bereich.
Sebastian: Ich würd auch sagen, wir verschicken-
Michael Windecker: Ich würd sagen, wir schicken das Ticket zusammen mit den, mit den, mit den, mit den, mit der Kartusche oder Kartusche per Post, die Tickets per Mail oder was auch immer. Ich glaub, das ist vom Ablauf her einfach sicherer. Dann hat er das Ganze schon und vielleicht kann er dann ja schon einfach auf dem Caravan sagen, wie's war und sagen: „Hey, das ist ein tolles Produkt, weil ...“, ähm, dann nehmen wir noch gern 'n Testimonial auf, das kriegen wir dann auch noch hin.
Nele: Dann, dann kann man vor allem auch noch über 'n Sommer Do-it-yourself-Produkte machen bis Ende August.
Michael Windecker: Genau.
Sebastian: Wir, wir werden uns auch noch melden.
Michael Windecker: Oder auch die Dusche einrichten.
Sebastian: Bei mir ist die Badewanne. Da ist nämlich das Silikon gerissen. Ja, das musst ich jetzt wirklich irgendwann mal machen. Ähm, wir werden uns auch noch was ausdenken, welche Frage ihr beantworten müsst. Da lasst euch überraschen. Wir haben nämlich ein neues Gewinnspielsystem gebaut, ähm, was uns jetzt viel einfacher macht, Gewinnspiele zu machen und ich hab grad noch 'ne coole Idee gehabt, wie ihr mehr als ein Los in den Topf werfen könnt. Ähm, dazu seht ihr dann aber auf der Gewinnspieleseite mehr. Wir verlinken die in den Show Notes, das ist gewinnen.camperstyle.de. Könnt ihr auch schon mal euch merken oder wie gesagt in die Show Notes klicken.
Nele: Sprich's noch mal deutlicher aus: gewinnen.camperstyle.de.
Sebastian: Ja, oder ihr klickt einfach in den Show Notes. Und wenn ihr die Show Notes nicht anklicken könnt, dann seid ihr auf irgendeiner Plattform, wo die Links nicht funktionieren. Dann geht einfach auf camperstyle.de/podcast, sucht die Episode raus. Und wenn alle Stricke reißen, dann, äh, schickt uns 'ne E-Mail an podcast@camperstyle.de und fragt nach. Aber guckt erst bitte, dass ihr die Links findet. Und auf der Gewinnspieleseite seht ihr dann alle Infos, die Rahmenbedingungen, den Einsendeschluss, welche Frage ihr beantworten müsst und wie ihr vielleicht mehr als ein Los in den Topf werfen könnt, um eure Chancen zu erhöhen zu gewinnen. Ich find tatsächlich den Gewinn von dem Freitags- oder zwei Freitagstickets ziemlich cool. Das hatten wir noch nie.
Nele: Die sind vor allem auch viel teurer. Also lohnt sich definitiv mitzumachen. Jetzt möcht ich natürlich zum Schluss noch von dir wissen, lieber Michael, wir haben ja drüber gesprochen, dein 60. steht an. Da denken ja viele dann schon so an den Ruhestand, wie sie den dann gestalten wollen. Und wenn ich dich so einschätzen müsste, würd ich sagen, bei dir ist jetzt eher das zügige in Rente gehen vielleicht nicht die oberste Priorität. Oder täusch ich mich da? Also Rente bald oder weiter Vollgas Beruf oder beides?
Michael Windecker: Ähm, hättest du mich vor 'n paar Jahren gefragt irgendwann, hätte ich dir gesagt, eigentlich wollte ich mit meinem 40. Geburtstag aufhören zu arbeiten und, ähm, das Leben genießen. Ähm, dann hat meine Familienplanung 'n bisschen dazwischen gefuscht mit meinem dritten Kind, das dann noch kam, dass ich sage: „Okay, so einfach ist es nicht auszuwandern oder irgendwas anderes zu machen." Ähm, mir macht das momentan grade richtig Spaß und ich hab so kein, kein Datum, wo ich sage: „Da will ich aufhören." Das Datum wäre schon vorbei. Ähm, auch der 60. seh ich jetzt nicht, ähm, dass ich sage: „Okay, da, da würd das Sinn machen, ähm, in dem Bereich", sondern, ähm, ich guck grade, was sich so entwickelt. Und, ähm, bis vor einigen Jahren war ich ja, wie gesagt, aus der Geschichte heraus so der, der Selbstständige mit ein oder zwei Mitarbeitern aus dem ehemaligen Kellerbüro. Jetzt haben wir 'n Unternehmen draus, jetzt sind wir grade Prozesse am Einführen und so weiter und so fort. Das haben wir auch erst seit zwei, drei Jahren so angefangen. Ähm, und diese, grad diese Thematik mit, mit, mit Möglichkeiten, die sich jetzt bietet, Produktentwicklung, KI, Strukturen und so weiter und so fort, ist grad ein extremst volles, reizvolles Thema. Also wie gesagt, wir haben ja einen Chatbot auf unserer Homepage, der mittlerweile bei 95, 96 % meines Wissens liegt, der dir Klebefragen beantworten kann. Ähm, der wird, ähm, bis zum Caravan Salon sind wir so weit, dass er mit dir telefonieren kann und bis zum Jahresende werden wir 'n Avatar haben, mit dem du dann im Prinzip, sag ich mal, reden kannst und der dir Antwort, Tipps, Fragen et cetera zur Verfügung stellt. Also das ist grade so das Thema, wo wir sagen, wir versuchen das Ganze in ein, ein anderes Medium zu gießen und sind auch da relativ die, wie offen wir vorhin gesagt, wir sind der erste Klebstoffhersteller, der 'n Chatbot hat. Wir sind der erste Caravanunternehmen, das 'n Chatbot hat und, ähm, wie gesagt, versuchen das Ganze, ähm, oft noch weiterzuentwickeln, dass das Ganze halt funktioniert. Wie gesagt, bis hin zu, dass er einfach Fragen am Telefon beantwortet oder dass du einfach mit dem online kommunizieren kannst. Wir arbeiten grad mit den große Großhändlern zusammen, suchen grade 100 Testhändler, die ein Tablet in ihren Shop machen und dann der Avatar dich am Regal berät. Ja, weil da das Thematik ist, es gibt Mitarbeiter, die kennen sich gut aus, es gibt Mi-Mitarbeiter, die kennen sich nicht so gut aus. Und dann haben wir gesagt: „Okay, wir wollen die Qualität anheben, wir wollen auch hier wieder Wissen vermitteln und so weiter und so fort." Und so wird das also ab Jahresende beginnend ab dem Caravan Salon, ähm, die ersten 100 Händler geben, die Tablets an dem Regalsystem von uns haben, der dich dann berät. Und zwar jetzt nicht wie im Baumarkt, dass da Filme ablaufen, sondern du wirklich sagen kannst: „Das und das hab ich vor und welches Produkt brauche ich dafür?" Sondern ganz konkret, bis hin, dass er dir vielleicht 'ne Einbauanleitung gibt oder Tipps und Tricks gibt oder sagt: „Guck mal hier, fotografier den QR-Code ab. Da gi... ist 'ne Einbauanleitung dahinter versteckt. Die kannst du dann zu Hause dir angucken oder runterladen oder was auch immer, um einfach hier das Projekt erfolgreich abzuschließen." Und das macht mir grade momentan dann Spaß, ähm, und auch grad mit dem Team, das wo ich sag: „Okay, ich mach das natürlich nicht alles selbst", sondern oftmals ist es so meine Idee, die ich hab, ich stoß das Ganze an und hab jetzt momentan eine relativ tolle Truppe hier, die zuarbeitet und das im Prinzip erfolgreich umsetzt. Und das macht mir grade so richtig Spaß und, ähm, ja, deswegen hab ich so jetzt nicht den Tag X, wo ich sage: „Da muss ich zwingend, da muss ich zwingend aufhören."
Nele: Also lag ich richtig mit meiner Ersteinschätzung, dass der Ruhestand noch nicht unmittelbar bevorsteht.
Michael Windecker: Na, es macht mir momentan Spaß, auch wenn's abends mal spät wird oder das oder jenes und, ähm, ähm, dementsprechend sag ich: „Ja klar, es gibt dann wieder mal Tage, wo du sagst: „Boah, braucht kein Mensch" oder warum tu ich mir das Ganze an? Da bin ich, bin ich auch ganz offen. Aber, äh, momentan ist es so, dass der Großteil der Tage, ähm, eigentlich positiv zu Ende geht und ich sag: „Hey, guck mal, ich freue mich auf morgen", ähm, in dem Bereich. Und ja.
Sebastian: So ist idealerweise der Job.
Michael Windecker: Ja, genau.
Nele: Wo finden die Leute denn dich und auch deine Produkte, wenn sie jetzt nach der Folge sich noch 'n bisschen weiter informieren möchten und auch vielleicht die Akademie?
Michael Windecker: Also dekalin.de und dann gibt es einmal, wie gesagt, ähm, Akademie, eine ganze Akademieseite, wo man das findet. Aber wir sind grade dabei, uns auch einfach für den Kunden zu machen. Ähm, wir s Ähm, haben die Homepage jetzt grad so umstrukturiert oder sind dabei Stück für Stück. Das heißt, ich kann jetzt auf ein Produkt zum Beispiel gehen und dann, wenn ich das Produkt zum Beispiel als Dichtungsmasse mir angucke, kann ich unten auch schon stehen: Was gibt es als weiterführendes Material zu? Hier gibt's 'ne Einbauleitung, hier gibt's Tipps und Tricks, hier gibt's 'n Akademie-Film et cetera. Das findest du jetzt immer mehr einfach unter den Produkten, dass du relativ einfach draufklicken kannst. Ähm, das fängt dann an: Wie reinige ich richtig? Wie setz ich das auf? Und so weiter und so fort. Dann heißt das, findest du immer mehr auf verschiedenen Möglichkeiten und Zugangswegen. Kompakt natürlich auf der Akademie. Ähm, da gibt es tausend Themen dann von, was weiß ich, Dachlukeneinbau, Wasserschaden reparieren, Unterbodenschutz auftragen, richtig reinigen und so weiter und so fort.
Sebastian: Und aufm Caravan Salon weißt du eure Standnummer schon?
Michael Windecker: Das ist Halle 13, B33, wenn ich das richtig im Kopf hab, weil das ist derselbe Platz im Prinzip, sag ich mal, wo wir immer sind.
Sebastian: Okay.
Michael Windecker: Ähm, das Schöne jetzt, wenn man kommt, wir haben grade ein Riesenprojekt gemacht, ähm, und zwar direkt neben uns, ähm, steht dann ein Fahrzeug, das wir gemeinsam ausgebaut haben mit noch zwei, drei Partnern wie KTC Fenster und noch so zwei, drei. Ein, ein, ein, ähm, Dreiachser-Allradmodell, ähm, auf, auf, ähm, Militärbase ursprünglich, der zu einem Offroader umgebaut werden worden ist. Das ist 'n Projekt, das haben wir mit FTL zusammen gemacht und auch mit Film aufgenommen. Also das ist, ähm, der steht also direkt am Nachbarstand von uns, den kann man sich also direkt angucken, kann da sehen, okay, guck mal, hier sind auch Produkte verarbeitet worden im High-End, im High-End-Bereich.
Sebastian: Cool. Da sind wir auch sehr gespannt drauf. Wir sehen uns ja auf jeden Fall dort, hoff ich.
Michael Windecker: Würd ich, würd jederzeit gerne. Kaffee gibt's, Fassbier gibt's wie immer.
Nele: Definitiv. Ja, Michael, ganz lieben Dank. War wieder total schön, mit dir zu quatschen. Heut mal von 'ner ganz anderen Seite.
Michael Windecker: Mhm.
Nele: Und danke, dass du uns auch so 'n bisschen hinter die private Fassade hast gucken lassen. Das mag ich ja immer sehr gerne, weil ich ja von Natur aus sehr neugierig bin. Ich hoffe, ihr Lieben da draußen, euch hat's auch gefallen. Wenn ihr Fragen an uns oder auch an Michael habt, dann schickt uns sie gerne, podcast@camperstyle.de oder über unser WhatsApp-Link, den ihr in den Show-Notes findet. Bin sicher, dass der Michael auch zumindest kleinere Fragen gerne beantwortet, wenn wir ihm da noch was schicken. Wenn's dann natürlich in größere Projekte geht, dann solltet ihr euch mal persönlich beraten lassen. Ähm, ja, Sebastian, heute haben wir mal die Reihenfolge umgedreht. Ich geb mal an dich weiter.
Sebastian: Ja, ich hab noch 'n bisschen Husten, deswegen bin ich dankbar, dass du heute viel gesprochen hast. Ähm, danke, Michael, dass du da warst. Es, es war wie immer ein, ein inneres Blumenpflücken, mit dir zu sprechen. Ich freu mich auf den Caravan Salon. Ich hoffe, dass wir tatsächlich auch mal 'n bisschen mehr Zeit finden, vorbeizukommen und nicht nur schnell Hände shaken und dann wir müssen weiter und alles gut, äh, sondern da auch mal 'n Moment Zeit haben. Natürlich beruht das auf Gegenseitigkeit. Messe ist halt immer Stress für alle. Und ja, danke, dass du da warst. Danke, dass du auch, äh, Gewinne für unsere, äh, Hörer und Hörerinnen mitgebracht hast. Euch da draußen viel Glück. Wie gesagt, gewinnen.camperstyle.de. Wir verlinken's auch noch mal in den Show-Notes. Und dann Michael, du hast die letzten Worte an unsere Hörer und Hörerinnen.
Michael Windecker: Ja, also erst mal vielen Dank, ähm, für die Einladung und auch grade Gespräche mit euch sind immer, wie gesagt, toll. Und, ähm, ähm, als wir uns kennengelernt haben, war euer Weg so nicht absehbar, dass ihr so tief in die Camper-Szene einsteigt. Ja, also ich kann mich da wirklich noch erinnern so, dass euer, euer Lebensmodell der, der, der wirklich travelenden Nomaden oder der arbeitenden Nomaden et cetera, das war schon absolut so gar nicht meine Welt. Deswegen hab ich am Anfang auch euch jetzt gerne zugehört und noch Fragen gestellt et cetera, weil das natürlich etwas ist, was so mit meinem, meinem stationären Lebensmodell eigentlich so gar nicht zusammenpasst und ich die Sachen auf der einen Seite schon immer auch sehr reizvoll fand. Dass ihr, wie gesagt, jetzt da so tief eingetaucht seid und dann so tolles Produkt und, ähm, und da auf die Beine gestellt habt mit dem Camper Style, das ist schon, find ich, mega und, ähm, freu ich mich auch jedes Mal wieder. Und wie gesagt, menschlich ja sowieso mega angenehm. Also auch da seid ihr logischerweise jederzeit gerne eingeladen. Ähm, auch die Kunden, die zuhören, ihr seid jederzeit gerne eingeladen. Kommt vorbei, ähm, nehmt das Wissen mit. Ähm, haben bestimmt auch die eine oder andere Erfrischung oder was für euch. Da müsst ihr euch nur sagen, dass es aus der Camper-Style-Ecke kommt, weil natürlich nicht jeder bei uns 'n Bier vom Fass oder 'n Getränk kriegt. Ähm, das geht bei den Mengen der Kunden nicht, die einfach auftauchen. Aber wenn ihr sagt, ey, ihr seid VIP-Camper-Hörer, ähm, Camper-Style-Hörer, finden wir mit Sicherheit die eine oder andere Lösung, äh, euch mit irgendeinem Kaltgetränk oder 'ner Süßigkeit oder irgendwelche Kleinigkeiten oder 'n Kaffee oder Cappuccino, was wir noch alles haben, zu versorgen. Ähm, ihr müsst halt, wie gesagt, nur Bescheid sagen und ich muss meine Mitarbeiter vorbriefen, dass eventuell da irgendwelche Leute auf uns zukommen, die Dinge einfordern, die der Chef versprochen hat. Aber das kriegen wir hin und deswegen, wir freuen uns auf jeden Besucher, wir freuen uns auf jeden Messebesucher und, ähm, wir nehmen auch uns in der Regel die Zeit oder versuchen, euch ausreichend Zeit zu nehmen. Ähm, klappt nicht immer, weil doch manchmal, ja, bei uns auf dem Messestand war, ähm, es doch immer sehr, sehr gut besucht manchmal ist. Aber wir versuchen, wie gesagt, unser Bestes und versuchen, jede mit einer Lösung, ähm, nach Hause zu schicken, die funktioniert.
Sebastian: Vielen Dank. Cooles-
Michael Windecker: Und wie gesagt, vergesst nicht: Klebt nicht, gibt's nicht.
Sebastian: Klebt nicht, gibt's nicht. Vielen Dank auch noch mal für das Angebot an unsere Hörer und Hörerinnen. Nutzt das und ja, bis irgendwann zum nächsten Mal. Es wird bestimmt nicht der letzte Podcast, äh, gewesen sein, den wir zusammen gemacht haben. Macht es gut da draußen. Tschüss Michael, tschüss Nele.
Nele: Tschüss.
Michael Windecker: Ciao.