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Podcast: Neles Solo-Abenteuer: 5 Wochen alleine unterwegs mit dem Wohnwagengespann

In dieser Episode dreht sich alles um Neles erstes großes Solo-Abenteuer: Über einen Monat alleine mit dem Wohnwagengespann durch Katalonien. Während ihr Mann Jalil seine Familie in Mexiko besucht, nutzt sie die Zeit für Sonne und persönliche Herausforderungen. Wie das geklappt hat, wo es doch mal hakte und ob die nächste „Single-Tour“ schon geplant ist, erfährst du in dieser Folge.

In dieser Episode dreht sich alles um Neles erste richtige Soloreise – und zwar nicht mit einem kompakten Knutschkugel-Wohnwagen, sondern mit dem großen Gespann: 7,22 Meter Wohnwagen plus 5 Meter Zugfahrzeug, macht mit Anhängekupplung & Co. irgendwas zwischen 12 und 13 Meter. Fünfeinhalb Wochen Katalonien, alleine verantwortlich fürs Fahren, Rangieren, Wasserholen… Von technischen Herausforderungen, Nachbarschaftshilfe, Mansplaining, dem besten Reisesoundtrack und dem Gefühl, am Ende auch mal stolz auf sich sein zu dürfen.

Darüber haben wir in dieser Episode gesprochen

  1. Warum Nele überhaupt alleine gereist ist
  2. Ankuppeln ohne zweite Person: Warum der Rangierantrieb („Mover“) für Nele das entscheidende Hilfsmittel war
  3. Lichtcheck alleine durchführen – was geht, was nicht geht
  4. Navigation mit Google Maps statt Sygic – wenn Faulheit zu einer Wendeaktion mit Gespann mitten in einem katalanischen Dorf führt
  5. „Gute Ratschläge“ auf dem Campingplatz, Einweiszeichen-Chaos und warum klare Absprachen vor dem Rangieren Gold wert sind
  6. Sprachbarrieren als unterschätzter Stressfaktor beim Alleinreisen – warum Nele empfiehlt, die erste Solotour in einem Land zu machen, dessen Sprache man beherrscht
  7. Ausrüstungs-Optimierung für Alleinreisende: welche Helfer das Solo-Campen einfacher machen
  8. Der emotionale Teil: Über Einsamkeit, ungewohnte Freiheiten, den Hund als sozialen Türöffner und Whisky-Abende mit den walisischen Nachbarn

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Das Transkript der Folge

Diese Zusammenfassung wurde von einer KI erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten. Es dient zum schnellen Nachschlagen der in der Episode besprochenen Themen. Anhand der Zeitstempel sind diese dann einfach im Podcast nachzuhören.

Sebastian: Herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Sebastian. Nele: Und ich bin Nele und heute mal in umgekehrten Rollen, denn es geht um meine Alleinreise, meine Solo-Reise mit dem Wohnwagengespann. Sebastian: Genau und da Nele heute primär davon erzählen wird und ich mal Fragen stelle, hat Nele auch das Thema, äh, eingesprochen. Willst du erst mal 'n bisschen Kontext geben noch mal für alle, die das jetzt vielleicht, äh, die unseren Podcast zum ersten Mal hören und vielleicht die vorherigen Folgen nicht gehört haben, was du machst, wo du grade unterwegs bist und warum du eigentlich allein gereist bist? Nele: Ja, also generell vielleicht noch mal so'n bisschen zum Hintergrund: Ich bin ja schon seit, ja, über zehn Jahren, es werden jetzt 13 Jahre dann, mit dem Wohnwagen unterwegs und fahre auch viel damit selber, ne. Also es ist jetzt nicht so, dass ich jetzt zum ersten Mal überhaupt 'n Gespann sozusagen alleine in der Hand gehabt hätte, aber bisher war's halt in aller Regel so, dass mein Mann und ich, also Halil und ich, zusammen gereist sind. Und da ist es natürlich dann 'ne andere Situation, weil einfach immer einer 'n bisschen gucken kann. Und 'n paar Alleinfahrten hab ich natürlich auch schon gemacht, wenn's dann mal ging, äh, darum, den zur Werkstatt zu bringen oder irgendwie von der, von zu Hause zur Halle oder umgekehrt, ne. Also so generell, dass man mal alleine da drin sitzt, das, ähm, ist normal, aber eben 'ne richtige Reise, wie ich das jetzt grade mache, war jetzt das erste Mal und ich bin in Katalonien unterwegs. Das war so'n Gedanke, weil Halil eben jetzt im März, ja, nee, im April seine Eltern besuchen wollte in Mexiko und ich gesagt hab, bevor ich jetzt da halt alleine zu Hause sitze wie sonst im Winter, wenn er schon nach Mexiko vorfliegt und ich dann erst im Januar nachkomme, ähm, dann mach ich einfach mal was und hab das auch so'n bisschen für mich als Herausforderung gesehen, weil ich das total spannend fand, das mal auszuprobieren. Ich kenn wenig bis keine Leute, die alleine mit dem Wohnwagen unterwegs sind, vor allem nicht mit so 'nem großen, wie wir den haben. Der ist ja 7,22 Meter mit Deichsel plus noch knapp fünf Meter Auto. Also wir sind bei, ähm, ja, zwölfeinhalb Metern insgesamt mit Anhängekupplung, pipapo oder fast 13 Metern Gespannlänge. Und die Alleinreisenden, die ich so kenne, die haben dann eher so kompakte kleine Knutschkugeln. Und ich wollt das einfach mal ausprobieren. Wollte auch mal sehen, wie das für mich ist, überhaupt alleine zu reisen. Gar nicht so sehr nur wegen dieser technischen Geschichte mit Wohnwagen, sondern auch mal, ähm, ja, alleine in 'n Restaurant zu gehen, alleine auf'm Campingplatz zu sitzen, Menschen ansprechen zu müssen, weil man vielleicht mal Hilfe braucht. Das fällt mir immer besonders schwer. Und ja, das ist so das Setting und ich war insgesamt knapp, ja, fünfeinhalb Wochen ungefähr, ähm, alleine unterwegs und davon war auch 'ne Zeit lang noch 'ne Freundin spontan zu Gast. Die ist mitgereist, die ist aber keine Camperin. Das heißt, 'n Großteil musst ich halt trotzdem alleine bewältigen, weil sie am Anfang auch zum Beispiel gar nicht wusste, wie weist man denn ein, ne? Das haben wir dann zusammen auf 'nem, einem der größeren Campingplätze mal geübt, wo wir 'n bisschen mehr Raum hatten uns herum, dass nix kaputtgehen kann. Aber so generell die ganzen Handgriffe und so, da konnte sie halt gar nicht mithelfen. Deswegen war auch die Zeit im Grunde, ja, zumindest in puncto Wohnwagen eigentlich so, dass ich halt die Verantwortung für alles hatte. Sebastian: Und hast du dir oder hattest du vor irgendwelchen Sachen besonders Respekt? Also wo du dachtest: „Uh, das wird bestimmt 'ne Riesenherausforderung." Also den, die du jetzt schon gesagt hattest, also was weiß ich, ankuppeln oder, oder also irgend so was? Nele: Lustigerweise gar nicht. Ich hab mich einfach nur mega drauf gefreut und ich hab immer gedacht: „Na ja, irgendwie geht's ja immer, ne." Und im schlimmsten Fall, ja, dann gibt's mal 'n Schaden, dann ist man versichert. Aber ich hab mir gar nicht irgendwie so große Gedanken im Vorfeld gemacht. Ich glaub, der Halil hat sich mehr Gedanken drum gemacht als ich, so wie das alles laufen wird. Und ich bin halt generell auch oft einfach so Augen zu und durch. Und ich hab festgestellt, dass ich vorsichtiger bin, wenn jemand dabei ist oder vor allem auch wenn der Halil dabei ist, ne. Dass, dass ich dann irgendwie mir mehr Gedanken mache über so einzelne Schritte oder so. Und jetzt war's einfach so, das hab ich einfach gemacht und es war richtig cool. Ich würd's auch sofort wieder machen, um schon mal das Ende zu spoilern. Wahrscheinlich hättest du mich das am Ende gefragt, aber ich bin mega begeistert von der Tour. Ich hatte so eine gute Zeit, auch in den Phasen, wo ich komplett alleine war und mir hat das richtig gutgetan und auch so dieses Gefühl irgendwie, ja, ist manchmal lästig und die Schlepperei und das Wasser und wegbringen, holen und so weiter, aber ich kann's halt, ne. Und ich kann das alles alleine auch machen. Das war richtig cool. Sebastian: Das macht ja dann oder könnte ja dann zumindest auch anderen Menschen und vor allen Dingen auch Frauen vielleicht so'n bisschen hier und da Angst nehmen, das selber zu machen oder alleine zu machen, ähm, weil du ja, wie du schon sagst, ja mit 'nem sehr großen Gespann unterwegs bist, was, was ja für Alleinreisende eigentlich keinen Sinn macht, weil, äh, du brauchst ja gar nicht so viel Platz. Ihr habt das ja zum einen als Sponsorfahrzeug, diesmal 'n bisschen größeren als sonst und zum anderen seid ihr auch zu zweit mit Hund unterwegs. Und, und wenn das quasi damit funktioniert, dann ja auch mit durchaus kleineren Gespannen oder auch Fahrzeugen. Nele: Also das Einzige, wo ich vielleicht so'n bisschen Respekt vor hatte, waren sehr enge Zufahrten zu Campingplätzen und, ähm, so starke Steigungen, weil wir halt jetzt kein Allradzugfahrzeug mehr haben.Wir haben jetzt 'n Frontantriebler und der hat uns schon 'n paar mal so 'n bisschen hängen lassen, weil ich fahr ja gerne auch mal, wenn ich mit dem Hund spazieren geh oder so, irgendwo 'n bisschen abseits. Und da hab ich halt gemerkt, der bleibt dann auch schon mal stecken oder wenn, wenn Wohnwagen hinten dran hängt und es ist irgendwo nass und es ist sehr steil, dann kommst du auch nicht mehr vorwärts. Also das waren eher so die paar kleinen Punkte, aber dann hab ich gedacht: „Na ja gut, dann bleibt man halt stehen, ja, also und wartet oder irgendwas." Irgend, also ich bin halt immer der Meinung, irgend 'ne Lösung gibt's immer. Und das hat sich dann jetzt auch in den, in den Wochen total bestätigt. Sebastian: Was man ja schon spoilern kann, ist, dass das Rangieren vermutlich die allergeringste Hürde war, weil ihr habt ja einen- Nele: Genau Sebastian: ... äh, Rangierantrieb verbaut, also quasi 'n kleines Motörchen mit Batterie, was ans, ans Rad, äh, quasi rangefahren wird und damit fährt er quasi wie von alleine mit 'ner Fernbedienung. Also da hätt ich jetzt tatsächlich auch erwartet, dass du wahrscheinlich die wenigsten Schwierigkeiten hast. Aber wie ist es denn alleine mit dem Ankuppeln? Das ist ja schon 'n bisschen 'ne Herausforderung, oder? Genau quasi das zu treffen oder ah, und jetzt wird's mir grade bewusst, da kann natürlich der Rangierantrieb auch helfen, oder? Nele: Genau und das war auch das, ähm, wo ich wirklich, wirklich froh war, weil auch wenn man keinen Rangierantrieb hat, ich würd's jedem empfehlen, einen zu verbauen im Wohnwagen, weil man dadurch viel mehr Flexibilität und auch Sicherheit hat, auch grade wenn's mal 'n bisschen abschüssiger wird auf 'ner Parzelle oder so. Aber generell kann man das Rangieren auch mit Hilfe von Nachbarn oder so immer irgendwie lösen, aber das Ankuppeln ist wirklich das Allerallernervigste, weil man da ja millimetergenau arbeiten muss. Und gibt Leute, die können das super, die haben vielleicht am Auto 'ne Rückfahrkamera oder so. Das haben wir alles nicht. Wir haben am, weder am Wohnwagen noch am Auto 'ne Kamera. Und da ist es natürlich toll, wenn man einfach das Zugfahrzeug, ähm, vorne hinstellt und dann mit dem Rangierantrieb – wir haben den, den Mammut von AL-KO, der ist, äh, supergut zu bedienen – und wenn man dann einfach mit dem Ran-Rangierantrieb, ähm, den Wohnwagen halt bis zur Anhängekupplung steuert, dann noch 'n bisschen nachjustieren kann, wie gesagt, millimetergenau und dann einfach das Stützrad absenken kann. Sebastian: Mhm. Nele: Also das hätt mich wirklich genervt, das manuell machen zu müssen alleine. Ähm, ja, auch da kann man sich Hilfe holen, aber da müssen die Einweiszeichen so klar definiert sein, weil sonst kann's richtig in die Hose gehen und sonst br-brauchst du auch fünf Anläufe, bis es klappt. Und das ist, das ist mir lieber, wenn ich das alles selber in der Hand habe. Und ja klar, bei, bei engeren Parzellen oder so ist es immer super, wenn man, ähm, dann natürlich auch 'n bisschen näher an den Rand fahren kann, um mehr Platz zu haben oder wenn irgendwelche Hindernisse da sind oder wenn's recht eng zugeht, dass man dann halt nicht mit 'm Auto dann, ähm, angehängt rückwärts da irgendwie reinsteuern muss. Ich kann aber auch sagen, dass komplett rückwärts fahren mit Anhänger kann ein Mover dir nicht abnehmen. Sebastian: Ja. Nele: Also da braucht man immer noch irgendwie 'n bisschen Unterstützung, ähm, dann auch von 'ner zweiten Person, weil's einfach zu gefährlich ist. Selbst mit 'ner Kamera würd ich mich nicht komplett drauf verlassen, dass die dann wirklich alles erfasst und nicht noch doch irgendwo gerade bei so 'nem großen Gespann toter Winkel da ist. Sebastian: Mhm. Wie ist das denn, wenn wir so 'n bisschen bei Sicherheit sind, wie-- Man sollte ja eigentlich dann, bevor man abfährt, den Wohnwagen angekuppelt hat, noch mal die ganze Beleuchtung, alle Lichter kontrollieren. Nele: Ja. Sebastian: Wie macht man das denn alleine? Nele: Also ich sage dazu, wenn mein Mann da ist, machen wir das immer sehr gewissenhaft. Und zwar vor jeder Abfahrt, auch wenn wir nur zwei Tage irgendwo standen. Es könnte sein, dass ich diesen Schritt vielleicht ein- oder zweimal geskippt habe. Ähm, was man natürlich gar nicht testen kann alleine, sind die Bremslichter. Außer ich hab irgendwie mich so gut vorbereitet, dass ich 'n Gewicht habe oder irgendwas, was ich drauflegen kann auf die Bremse. Aber Blinker und, äh, generell die Beleuchtung und Warnblinkanlage, die kann man natürlich testen und es macht auch sehr viel Sinn, das zu tun. Ich hab's auch einfach schon mal vergessen. Sebastian: Mhm. Nele: So. Ähm, sollte man nicht vergessen, ist wichtig, aber ja, so ist die Lage. Sebastian: Ja, es-- Ich mein, wir wissen ja alle, dass es immer die perfekte Lösung gibt und dann kommt das Leben dazu, auch wenn das natürlich, wie soll ich sagen, nicht so richtig gut ist. Hier reiten jetzt grade Menschen hinter meinem Fahrzeug vorbei. Nele: Reiten? Sebastian: Ja, wir, wir stehen ja hier, 'tschuldigung, wir stehen ja hier auf 'm, auf 'm Platz in Montenegro. Die bieten halt auch so Reittouren an und- Nele: Ah, okay Sebastian: ... da ist jetzt quasi die erste Tour quasi vorbei. Heute Morgen sind die Pferde hier schon von der Nachbarkoppel rübergelaufen, gekommen zum Trinken, sind wieder zurückgelatscht über die Straße. Unten ist 'ne Schafherde. Aber, äh, das, äh, hört ihr alles in den Montenegro-Folgen. Hier geht's jetzt weiter mit dir. Und aber ich hab das auch gemerkt, als ich mit 'm Wohnwagen mit euch auf 'm Caravan Salon unterwegs war, dass, dass ihr da, als ich da losgefahren bin, noch mal: „Ach, lass mal noch Lichtcheck machen", und ich so und ich dachte: „Ja, okay, hätt ich jetzt alleine nicht gemacht." Ähm, ja, also alleine immer noch mal was anderes. Nele: Ja. Sebastian: Was war denn so das Anstrengendste bei der Fahrt oder bei den Fahrten, die du jetzt gemacht hast? Nele: Ähm, dass man sich nicht abwechseln konnte. Also es gab auch Momente, wo ich halt müde war zum Beispiel. Ich hab mir natürlich kleinere Etappen gesetzt, als wir das machen würden, wenn wir zu zweit sind. Aber nichtsdestoweniger hast du dann auch schon mal irgendwie nicht so gut geschlafen oder was auch immer. Und wenn man dann halt irgendwie merkt, so: „Oh, es lässt die Konzentration nach", dann machen wir's halt normalerweise so, dass wir dann einfach kurz anhalten, Fahrerwechsel, die andere Person pennt auf 'm Beifahrersitz 'n bisschen und dann geht's wieder. Das fiel natürlich jetzt komplett weg. Das hab ich dann gelöst, indem ich halt einfach dann mal 'ne längere Pause gemacht hab, wenn's nötig war oder morgens später weggefahren bin, weil ich dachte: „Okay, jetzt, äh, ruh ich mich hier noch 'n bisschen aus." Aber generellFand ich's halt auch richtig geil, weil dann konnt ich die Musik machen während der Fahrt, die ich immer mag, weil die ist nicht so der, äh, Style von meinem Mann. Und da konnt ich richtig laut, äh, meinen Soundtrack hören, meinen Reisesoundtrack. Äh, kurze Empfehlung: Bad Bunny, das neue Album ist perfekt für solche Fahrten. Und ja, das, also das war so 'n Moment und dann halt auch so nervige Sachen, einfach nicht anstrengend, aber so nervig. Du hast ja beim Wohnwagen Zusatzspiegel. Sebastian: Mhm. Nele: Und die sind naturgemäß halt an den beiden Außenspiegeln verbracht und die muss man immer sehr, sehr genau irgendwie feinjustieren. Also so grob merkt man sich die Position und steckt die dann halt an. Aber dann, dann durch Vibrationen oder so, dann verwackeln die mal 'n bisschen oder kippen ab oder irgendwas und auf einmal siehst du halt gar nix mehr. Und du musst ja quasi in diesen Zusatzspiegeln das Heck des Caravans noch sehen,, damit du auch den Verkehr, der dahinter ist, 'n bisschen im Auge behalten kannst. Und beim Rangieren, grade wenn du noch alleine bist, sind die halt super wichtig und ist total wichtig, dass die wirklich sehr gut eingestellt sind. Und wenn du die dann dran machst oder wenn die sich verstellen, du siehst ja nur, in welcher Position die sein müssen, wenn du aufm Fa..., aufm Fahrersitz sitzt. Sebastian: Ja. Nele: Und das war echt manchmal so 'n absolut nerviges Gehampel. Aber, ähm, klar, wenn du dann einfach mal kurz jemand fragen würdest, dann würde das auch besser laufen. Aber ja, das, da hab ich mich dann halt immer auf den Beifahrersitz gehangelt, weil ich dann zu faul war, immer noch mal dreimal auszusteigen und hab die dann so eingestellt und es ging auch alles natürlich irgendwie. Aber das sind so die Momente, wo man sich dann wünschen würde, dass man da einfach 'ne Fernbedienung hätte, wie bei so moderneren Autospiegeln. Und was halt, was halt wirklich sehr anstrengend war und wo ich auch einmal richtig gestresst war, war, wenn die Campingplätze so wahnsinnig enge Zufahrten hatten und man dann gemerkt hat, okay, ich blockier jetzt hier alles mit meinem Gespann. Sebastian: Mhm. Nele: Bis zum Check-in oder Check-out oder was auch immer. Sebastian: Ja. Nele: Also das, das war das, was mich am meisten irgendwie dann genervt hat, aber auch das war so wenig in den, in den vier, fünf Wochen, ähm, dass das passiert ist, dass man-- Also ich kann das auch gleich noch mal die Situation konkret, die mich am meisten gestresst hat, kann ich auch noch mal erzählen, aber das war wirklich viel weniger, als ich dachte, weil ich mir dann halt auch immer gesagt hab: „Na ja gut, die sind alle im Urlaub. Ist zwar jetzt doof, wenn ich da im Weg stehe, aber es ist halt nun mal so, die müssen dann halt auch zwei Minuten Geduld haben, bis ich da wegkomme." Sebastian: Also das mit den Spiegeln kann ich auch noch gut nachvollziehen. Ich kann mich noch an die Situation auf der CMT erinnern, da hatte sich auch irgendwie-- Genau, da hatt ich auch die Außenspiegel grad neu montiert. Ihr hattet noch mit euerm Fahrzeug zu tun. Ich stand schon auf der Ausfahrt und bin irgendwie zehnmal ausgestiegen, Spiegel verstellt, eingestiegen, passt nicht, ausgestiegen und ich bin bald blöd geworden. Also das das kann ich sehr gut nachvollziehen. Da war ich jetzt hier auch dankbar, dass Gregor dabei war, weil grad auf, auf den engeren, ähm, Stellen hier ist es cool, wenn man auch die, die Verlängerungen zum Beispiel auf die Räder unten einstellen kann, dass man eben das nicht mit dem Stein, äh, einem passiert. Das war für mich jetzt auch das erste Mal, hab ich leider erst danach gelernt. Und, und das andere, was du sagst, dass es einem stresst, wenn man dann halt mit dem langen Gespann im Weg steht und so was. Ja, das kenn ich jetzt auch, weil wir halt hier auch langsamer unterwegs sind als die meisten anderen. Und da gewöhnt man sich recht schnell dran, da zu sagen: „Ja, das ist jetzt halt, wie's ist. Ähm, ich kann das nicht ändern", ne. Also ich mach immer Platz, wenn ich merke, ich hab ein, zwei Autos hinter mir, die wollen schneller fahren und ich kann irgendwo rechts ranfahren, dann tu ich das. Nele: Mhm. Sebastian: Und wenn halt kein Platz ist, äh, dann hab ich jetzt auch gelernt, dass mich das auch nicht mehr so stresst, wie das am Anfang war. Und dann ist es halt einfach so. Da müssen jetzt alle halt einfach warten. Ich darf genauso auf der Straße fahren wie die anderen, aber das kann ich gut nachvollziehen beides. Und, ähm, hast du so bei, bei Routenplanung und Navigation irgendwas anders gemacht jetzt alleine, als du das, äh, macht, wenn ihr zu zweit unterwegs seid? Nele: Mhm. Also wir empfehlen ja immer irgendwelche Apps und so weiter, die auch für Campingfahrzeuge tauglich sind. Ich muss gestehen, dass ich einfach der Bequemlichkeit halber nur mit Google Maps navigiert bin. Sebastian: Mhm. Nele: Was teilweise dann auch 'n bisschen grenzwertig war, sag ich auch ganz offen. Also ich würd's anders empfehlen, aber ich hätte sonst die Sygic-App noch mal aktualisieren müssen und dann noch mal gucken, ob wirklich der Plan aktuell ist und dann noch mal die Maße, die neuen von, von-- Weil ich hatte die einfach nicht aufm Handy. Ähm, und dann hab ich gedacht: „Ach, fuck you." Ich fahr jetzt einfach los und irgendwie wird's gehen. Das führte dann dazu, dass er mich vor 'n paar Tagen, als ich jetzt hier am letzten Stellplatz ankam, ähm, das ist so 'n Privatstellplatz in so 'ner Olivenfinka und da ist die Zufahrt 'n bisschen versteckt, also vom Dorf aus, und ich hab die verpasst und dann hat mich halt Google Maps durchs komplette Dorf oder durch das komplette kleine Örtchen durchgeschleust. Da waren dann auch noch Bauarbeiten und dann musst ich da noch mal umdrehen mit dem Gespann von 13 Meter in so 'ner kleinen Straße und die Bauarbeiter haben nur noch entsetzt geguckt, so. Aber es hat auch funktioniert, ne. Aber ich würde empfehlen, grade wenn man alleine unterwegs ist und eben kein zweites Augenpaar hat, was so 'n bisschen mitgucken kann, dass man dann vielleicht doch den Aufwand nicht scheut, sich irgendwie 'ne vernünftige App noch mal aufs Handy zu holen und das nicht so macht wie ich. Ich bin da wirklich manchmal einfach 'n bisschen hemdsärmelig, weil dann verlier ich auch die Geduld und dann muss es aber schnell gehen und dann, ja, dann ist es halt so, wie's ist. Ich hab halt auch mittlerweile echt 'ne gute Routine mit dem Gespann und weiß auch, dass ich damit zurechtkomme. Wenn man vielleicht das jetzt noch nicht so oft gemacht hat, mit 'm Wohnwagen zu fahren oder so, auf jeden Fall bitte 'ne, 'ne gescheite App nehmen. Sebastian: Ja, na ja, ich mein, das Risiko ansonsten ist ja im Endeffekt nur, dass du halt irgendwo wenden musst und umkehren musst, weil du halt an der Stelle nicht durchkommst. Das ist jetzt ja auch nicht der Weltuntergang. Das ist nicht schön und auch vielleicht für die hinter dir nervig, aber auch nicht das Ende der Welt. Das muss man ja auch mal dazu sagen. Nele: Es gab schon Situationen, wo wir abkuppeln und mit dem Mover auf 'ner Durchgangstraße wenden mussten, ne. Also da war Gott sei Dank der Halil dabei. Das ist halt wirklich dann--Richtig doof. Ist mir jetzt zum Glück nicht passiert, aber das ist halt für mich auch immer noch so de-der letzte Strohhalm, wo ich immer denke: Na ja, im allerschlimmsten Fall kuppel ich halt ab. Das, äh, ist übrigens nicht der offiziell freigegebene Einsatz eines Movers, ähm, aber das geht dann halt auch, wenn's gar, wenn irgendwie alle Stricke reißen, kann man das auch machen. Sebastian: Na ja, und das kann dir mit der besten Navi-App passieren- Nele: Ja Sebastian: ... weil sich ja Dinge auch einfach ändern, äh, Baustellen, dies, das, jenes. Ähm, wir navigieren hier auch primär mit Google Maps, auch wirklich auf den Offroad-Trails, weil die alle eingezeichnet sind. Ähm, weil realistisch gibt's hier bei den meisten Straßen sowieso keine Höhenangaben, ähm, und- Nele: Mhm Sebastian: ... äh, Breite und hast du nicht gesehen. Also es gibt jetzt auch keine großen Unterschiede. Das Einzige, was wir jetzt seit, also zum einen, das kann ich vielleicht auch noch hier dazu sagen, auch wenn's jetzt eher um Wohnwagen geht, ähm, macht's Sinn, wenn man 'n bisschen weiter weg von der Zivilisation unterwegs ist, auch Google Maps kann man super einfach runterladen, dass man das quasi offline nutzen kann. Ähm, das haben wir, äh, schätzen gelernt, äh, Gott sei Dank auch noch rechtzeitig gemacht. Und was wir jetzt heute oder ich hoffe heute noch oder morgen machen, ist auch 'ne, 'ne App namens OsmAnd, OsmAnd benutzen. Nele: Mhm. Sebastian: Weil da können wir so Offroad-Routen, die schon fertig geplant sind, importieren und können die nachfahren. Ähm, das probieren wir heute mal aus. Ansonsten haben wir tatsächlich eher uns die, also ich hab mir die vorher angeguckt, hab mir so paar Routenpunkte auf Google Maps gesetzt und bin die dann einfach abgefahren. Also das, das funktioniert aber erstaunlich gut und auch wir hatten ja mit'm Wohnmobil schon die Momente, wo wir ob alleine oder zu zweit auch schon vor unmöglichen Punkten standen, wo Google sagt: „Hier geht's weiter", und dann guckst du halt und da ist nur noch 'n Wanderweg. Nele: Ja. Kommt, kommt auch immer so 'n bisschen auf die Region an, ne. Wir hatten jetzt hier, also beziehungsweise ich hatte mit Google Maps auf den normalen Strecken sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht, aber als ich dann, ähm, als meine Freundin da war, mit ihr in die Pyrenäen reingefahren bin, dann standen wir plötzlich immer vor irgendwelchen Privathäusern, weil Google Maps steif und fest behauptet hat, da wär der Ortskern von irgend 'nem Mittelalterstädtchen. Ähm, und dann haben wir halt so lokale Leute gefragt und die haben gesagt: „Ja, tatsächlich, also hier in der Region, ähm, stößt Google Maps häufig an seine Grenzen." Also da sollten wir uns lieber auf die Ortsschilder vielleicht verlassen, die auch sehr spärlich gesät waren teilweise und dann plötzlich irgendwann nicht mehr vorhanden waren, aber das ist 'n anderes Thema. Da hatten wir aber den Wohnwagen nicht hinten dran, weil da war mir schon klar, ähm, als ich dann so 'n bisschen – und das wär auch noch 'n Tipp: Guckt euch gerne auch mal die Satellitenansichten von irgendwelchen Campingplätzen, Zufahrten, Straßen und so weiter an. Und wenn man die so 'n bisschen im Blick behält, dann kann man sich vor vielen unschönen Überraschungen schützen. Und das hatt ich eben in den Pyrenäen schon gesehen, dass das definitiv keine Touren sind, die ich gerne mit Wohnwagen machen möchte. Und da war's schon so, dass man mit 'm normalen PKW, also wir haben ja so 'n Kleinbus, ähm, dass man da schon in Situationen kam, wo man dachte: Also jetzt darf wirklich gar niemand entgegenkommen. Aber auch da dacht ich immer: Na ja, die Einheimischen, die werden dann schon wissen, was zu tun ist. Die fahren da ja jeden Tag. Da hab ich mich total drauf verlassen, dass die dann halt einfach irgendwie checken, wo man ausweichen kann und so. Und die wenigen Male, wo's dann wirklich auch passiert ist, hat das auch super so geklappt. Sebastian: Ja, die sehen ja auch, dass du 'n riesiges Gespann hast. Die sind dann vielleicht 'n bisschen, äh, nicht so positiv eingestimmt, weil, weil du mit deinem Riesengespann da langfährst, aber da fahren ja dann meist auch LKWs lang. Also, die meisten Strecken, die wir hier fahren, sind genau so. Da passt ein Fahrzeug durch. Nele: Ja. Sebastian: Ähm, und dann gibt's immer Ausweichstellen hier und da und da kommen dir auch mal LKWs entgegengeschossen. Und die fahren das vermutlich jeden Tag. Die fahren also nicht mit 20 km/h lang. Nele: Genau. Auch die Einheimischen generell fahren in den Pyrenäen nicht mit 20 km/h. Ähm- Sebastian: Nee, die kennen das ja. Nele: Aber die überholen dann auch, wenn man sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, aber das ist ja deren Sache, ne. Ich will halt dann auch als Ausländer nicht maximal negativ auffallen. Sebastian: Nö, wie gesagt, dann macht man einfach Platz, ne, wenn, wenn, wenn's geht. Also das ist mit 'nem Gespann noch mal was ganz anderes als jetzt mit unserem kleinen Fahrzeug, was wir haben. Nele: Ja. Sebastian: Aber eigentlich geht das immer. Das hab ich jetzt hier auch wieder gelernt. Es, es wirkt manchmal, als ob es gar nicht funktioniert, aber irgendwo findet sich immer 'n Spot und- Nele: Ja Sebastian: ... ähm, das ist hier auch 'n Miteinander, wie ich festgestellt habe, obwohl die alle sehr schnell fahren und auch wirklich in Kurven überholen, aber wenn's irgendwo eng wird, guckt jeder quasi, wie man's am besten macht. Das funktioniert eigentlich ziemlich gut. Wie, wie ist es denn, Sebastian: wenn man jetzt allein als Frau unterwegs ist mit anderen Menschen, die dann, äh, keine Ahnung, wenn du so um Hilfe fragst oder die auch beobachten, dass du in Situationen bist oder so, hast du da irgendwie Dinge beobachtet? Nele: Mhm, meinst du Frauen oder Männer? Sebastian: Sowohl als auch. Nele: Okay. Also generell viel Hilfsbereitschaft, die ich aber eigentlich normalerweise gar nicht brauche. Nele: Ähm, viel Mansplaining, ungefragte Erklärungen von, ähm, Herren, die mir dann sagen, wie man's denn machen könnte. Ähm, aber tatsächlich weniger, als ich befürchtet hatte. Vielleicht könnte es auch sein, dass man unter Umständen manchmal an meinem Blick ablesen konnte, dass ich gerade keinen Kontakt wünsche. Ähm, aber generell war das total easy, ne. Also auch bis auf einmal, wo einer wirklich hartnäckig immer wieder angefangen hat, war's dann so, dass ich gesagt hab: „Nee, nee danke, ich komm klar." Oder: „Äh, nee, zum Rangieren brauche ich keine Hilfe. Da hab ich 'n Motor, aber vielleicht, wenn du an der Ecke einmal gucken könntest, wenn die 'n bisschen eng war, zum Beispiel, dass ich nirgendwo anstoße." Ähm, was ich aber wieder mal gemerkt habe, sowohl bei Leuten, die mir geholfen haben, als auch bei Leuten, die ich beim Einweisen von Wohnmobilen und Wohnwagen und so weiter auf Campingplätzen beobachtet habe, ist das Thema Einweiszeichen. Also es ist wirklich, es gibt kein schlimmeres Thema zwischenReisepartnern oder Lebenspartnern als dieses lä-lästige Einweisen. Weil meistens fahren ja die Männer und die Frauen winken irgendwie wild. Also wenn's eben Heteropärchen sind und es gibt immer Streit, es läuft immer irgendwas schief. Ähm, und das ist echt noch mal so 'n Punkt, den ich ja schon auch gelernt habe jetzt in den vielen Jahren, wo ich mit Halil unterwegs bin, dass die, die Zeichen sehr klar und präzise sein müssen und dass man natürlich auch, wenn man dann jemanden bittet, einem zu helfen, egal ob das jetzt beim rückwärts Einrangieren ist, wenn man's, wenn man den Wohnwagen nicht abkuppeln möchte oder wenn man irgendwo ums Eck fährt und dass man wirklich vorher mit der Person bespricht, was soll sie dir zeigen und was soll sie wann sagen. Weil manche, die schreien dann irgendwas und du weißt aber gar nicht, was ist. Du haust die Bremse rein, weil du denkst, du schlägst gleich irgendwo an und die hat aber geschrien: „Ja, geht, geht, geht", zum Beispiel. Und so was, also es ist egal, es gibt kein richtig oder falsch. Ich kann auch nicht, äh, ich kann auch nicht sagen, dass meine Einweiszeichen die besten sind, aber man muss halt sich klar sein, was man in welchem Moment dann für 'n Zeichen bekommen möchte. Und das hat 'n paar Mal gut funktioniert und hat 'n paar Mal nicht so gut funktioniert. Ähm, aber generell, ja, also das, das waren so die Momente. Und ansonsten Ungeduld selten. Also dass Leute irgendwie warten mussten und ich dann gemerkt hab, die sind genervt. Und es gab eben diesen einen Moment, ich weiß nicht, ob ich den schon erzählt hatte im anderen Podcast, wenn ich mich wiederhole, bitte, äh, also im, in der Kaffeepause, wenn ich mich wiederhole, bitte unterbrich mich. Aber da an diesem Campingplatz in Palamós, wo ich diese, ähm, Situation hatte, wo alles so eng war und ich dann wieder rückwärts auf 'n Kreisverkehr rausfahren musste, weil 'n anderer vor, vor mir raus wollte, 'n Wohnmobil. Ähm, und das war halt mega stressig, weil es war sowieso die Zufahrt so klein, dass ich fast nicht mit 'm Gespann ums Eck gekommen bin und dann eben nur eine Schranke für die Ein- und Ausfahrt. Und dann hat der an der Rezeption mir gesagt: „Ja, musst halt wieder rückwärts auf die Straße fahren." Und das war so 'n Moment, wo ich gedacht hab so: „Ich explodier jetzt gleich. Du siehst doch, dass ich alleine bin." Sebastian: Mhm. Nele: Aber dann hab ich halt einfach den Typen vom Wohnmobil gefragt, der da stand und gewartet hat, dass er rauskommt und hab s, hab gesagt: „Du, ich, ich will euch Platz machen, aber ich brauch mal eben deine Hilfe." Und ja, also das wär zum Beispiel 'ne Empfehlung für Alleinreisende, wenn die zum ersten Mal solo auf Tour gehen, dann fahrt vielleicht in 'n Land, wo ihr die Sprache beherrscht. Weil-- Oder wo man sich zumindest mit Englisch sehr gut verständigen kann, weil ich hätte zum Beispiel jetzt hier in Katalonien A: viel, viel weniger nette Kontakte gehabt, wenn man dann nur mit Englisch radebricht mit den Einheimischen und B: auch ist es natürlich die Hemmschwelle viel geringer, wenn man dieselbe Sprache spricht wie die Leute. Gut, es war Spanisch und nicht Katalan, aber trotzdem sprechen die ja hier alle Spanisch als in der Regel fast wie muttersprachlich. Und ja, das war sehr, sehr hilfreich, weil ich halt jeden einfach immer ansprechen konnte, egal welcher Nationalität, weil entweder kommst du mit Englisch weiter, mit Spanisch oder im Zweifel sogar mit Deutsch oder halt dann auch notfalls mit Französisch 'n bisschen. Ähm, und das würd ich wirklich empfehlen, dass man dann nicht vielleicht grade nach Albanien fährt oder so, wo's 'ne komplett andere Sprache gibt und wo auch kaum jemand Englisch kann, sondern vielleicht irgendwohin, wo ich zumindest mich gut verständigen kann. Sebastian: Kann ich jetzt hier aus Montenegro ... Na gut, Montenegro hat den Vorteil, dass tatsächlich sehr viele Englisch sprechen. Ähm, und ansonsten wär immer meine Empfehlung Google Translate, der hat ja diesen Sprachsprechmodus. Also sprich, jemand kann was reinsprechen und du bekommst es übersetzt und du kannst auch etwas gesprochen ausgeben und das ist eigentlich Gold wert, weil das löst-- Natürlich hast du immer so Lost-in-Translation-Momente, ne, wo, wo in der Übersetzung das eine oder andere verloren geht, aber das kann man damit ganz gut lösen. Also das wär da mein Tipp. Klar, ist es immer cool, die lokale Sprache zu sprechen. Nele: Aber in 'ner Situation, wo du alleine unterwegs bist, vielleicht auch mal, ähm, dich einsam fühlst – ich jetzt nicht, weil ich bin gerne alleine, aber andere Menschen fühlen sich ja, wenn die alleine unterwegs sind, mal einsam – dann ist es ja nicht so einfach, Kontakte zu knüpfen, wenn du immer in irgendein Gerät reinsprechen musst oder wenn du halt irgendwie 'ne Situation schnell lösen musst und dann einfach jemanden auf der Straße anquatschen kannst, sagen kannst: „Du kannst mal eben hier gucken und mir sagen, ob ich hier anstoße", ähm, dass der dann nicht wieder auch in 'ne Maschine reinsprechen muss. Also das, das wär wirklich 'n ganz, ganz wichtiger Tipp und ich hab auch Leute getroffen, also auch andere Frauen, die auch alleine unterwegs waren und die mir zum Beispiel gesagt haben, 'ne Französin, die zuletzt auch auf 'm Campingplatz war, jetzt, ähm, für 'n paar Tage auf meinem letzten Campingplatz. Ähm, die hat gesagt, sie ist auch gerne alleine, aber für sie ist es 'ne Herausforderung, anders als für mich. Also sie fühlt sich teilweise sehr einsam, weil halt auch da keiner Französisch kann. Sie lernt gerade erst Spanisch, ähm, und das, das hab ich irgendwie, das, das hat mich 'n bisschen getroffen. Ähm, es war auch ihre erste Alleinreise. Wir haben uns da 'n bisschen unterhalten und auch kurz zusammengesetzt, aber das ist halt unterschiedlich, wie man so tickt, ne. Und deswegen, ja, vielleicht Deutschland oder irgendein Land, wo man sich halt gut verständigen kann, weil man dann sich nicht so hilflos fühlt in 'ner Situation, wo man vielleicht Unterstützung braucht. Sebastian: Das's 'n guter Punkt. Ist ja auch immer die Frage, wie abenteuerlustig man ist, ne. Also ich mein, so 'ne Alleinreise stresst auf jeden Fall ja schon unter Umständen mehr. Und wenn du sagst: „Alles fein. Für mich ist das genau die Herausforderung, die ich brauche", ist ja wie mit unserem Reifenplatzer, ähm, dann ist das okay, aber wenn du damit schon sehr an deine Grenze gehst, dann kann das auf jeden Fall 'n sehr, sehr guter Tipp sein. Das stimmt, da bin ich bei dir. Nele: Und man, man darf auch nicht vernachlässigenAlso ich hab ja die emotionale Stütze meines Hundes auch immer gehabt, ne. Man denkt ja, er ist ja nur 'n Tier, aber trotzdem fühlst du dich halt nie alleine. Und so 'n Hund ist immer 'n Türöffner. 'N Hund ist auch immer, also grade wenn man manchmal so 'n bisschen socially awkward ist wie ich, dass ich dann manchmal nicht weiß, wie ich jetzt Leute grüßen soll oder so, dann, äh, ist die Zoe wirklich immer schon meine Stütze gewesen. Weil im Zweifel, wenn ich irgendwie aus 'm Gespräch raus will oder in Gespräch rein will, dann kann ich das über sie machen, so, ähm, den Hund streicheln oder zu sagen: „Ah ja, ja, ich muss dann mal weiter, damit der Hund noch spazieren kommt", oder so. Also das, das ist wirklich anders, als wenn du ganz alleine bist. Du hast nachts Company, ähm, die, äh, ich hatte auch nie Angst oder so, weil ich war ja meistens sowieso auf Campingplätzen, aber trotzdem irgendwie bist du halt nicht alleine. Und das ist schon anders, wenn du jetzt mit 'm Fahrrad so wie diese französische Frau, ähm, von Lyon aus nach Katalonien strampelst und im kleinen Zelt schläfst, was auch cool ist, aber da bist du halt richtig alleine dann. Sebastian: Wenn jetzt, ich überlege, wie ich die Frage formuliere, damit's halt sinnvoll ist. Wenn jetzt Halil öfter unterwegs wäre oder nee, Halil, nein, ich baue ein Szenario auf. Halil wünscht sich jetzt, dass er jedes Jahr 'n halbes Jahr in Mexiko sein kann, so wie ihr das ja bis letztes Jahr gemacht habt und bei dir geht das aber grade nicht. Würdest du dann trotzdem mehr Reisen alleine machen oder eher nicht so viele? Nele: Doch, auf jeden Fall. Ähm, das Szenario ist insofern hypothetisch, weil der einzige Grund, warum ich nicht nach Mexiko mitkommen würde, wäre, dass irgendwas mit meinen Eltern ist oder dass der Hund zu alt ist, um zu fliegen oder zu krank oder sonst was, was ja irgendwann jetzt auch mal eintreten wird, ne. Der Hund ist zehn jetzt dann dieses Jahr. Wir werden nicht mehr die nächsten zehn Jahre mit ihr fliegen können und natürlich spielt man dann so Szenarien durch. Und wenn jetzt natürlich der Hund aus Krankheitsgründen nicht mehr fliegen kann und/oder meine Eltern Unterstützung brauchen, dann müsste ich natürlich gucken, ob das mit dem Reisen dann so funktioniert, wie ich mir das vorstellen würde, aber generell würde ich's sofort machen. Das hat mir richtig, richtig gut getan. Ähm, ich hab so viel gemacht, auch alleine, aber dann auch als meine Freundin da war. Wir haben wahnsinnig viel unternommen. Wir waren jeden Tag von früh bis spät unterwegs und das war wirklich, wirklich toll. Und man nimmt, wenn man alleine unterwegs ist, auch Sachen anders wahr als zu zweit. Man hat auf der anderen Seite niemanden, mit dem man's teilen kann. Das find ich manchmal 'n bisschen schade, aber ich hab dann zum Beispiel Halil halt auch immer Fotos geschickt und, und 'n bisschen Videos und so von dem, was ich so gesehen hab tagsüber. Aber ich war selber über mich überrascht, weil ich hab ja manchmal, wenn ich zu Hause bin, so das Gefühl, ich bin 'n bisschen lethargisch und zu faul und hab auch so wenig Energie. Und hier war ich auf einmal morgens um sieben aufgestanden, um acht 'n bisschen gearbeitet und dann schon abgewartet, bis ich mittags endlich so fertig bin, dass ich Sachen unternehmen kann. Und in den wenigsten Momenten gab's so Situationen, wo ich so 'n bisschen, äh, wo's mir 'n bisschen unangenehm war. Zum Beispiel neulich war ich mal in 'nem Restaurant, wo der Kellner extrem schlecht gelaunt war, aber auch ansonsten von Sachen, wo ich eigentlich dachte, dass es für mich nicht schön ist, alleine ins Restaurant zu gehen oder so. Und das mein ich eben auch, wenn du dich dann 'n bisschen mit den Leuten unterhalten kannst, ne, und die dann: „Ach, du, ja, wo kommst du denn her? Ja, Deutschland. Ach so, ist ja interessant. Du bist alleine, ja." Dann ist es auch beim Essen nicht so, dass dann irgendwie du das Gefühl hast, du weißt nicht, wohin mit dir. Sebastian: Mhm. Das stell ich mir für mich als Schwierigstes vor. Also ich hab ja auch so 'n Thema mit allein reisen. Mir, bei mir ist es ja so, dass ich 'ne, also für mich ist 'ne riesige Hürde, andere Menschen anzusprechen. Nele: Mhm. Sebastian: Ähm, und da geht halt viel einher, des-deswegen ich eigentlich immer in meinem Leben nie alleine verreist bin. Entweder mit meiner Frau oder auch mit anderen, so wie jetzt auch mit Gregor. Ich kann mir das für mich selber grade noch schwer vorstellen, alleine zu reisen. Nicht, weil ich glaube, dass ich das nicht hinkriege, sondern weil dieses, weil ich das einfach nie gemacht habe, ne. Mir fehlt quasi diese, dieses Training noch viel, viel mehr. Und ich merke auch hier, wie schwierig diese Hürde für mich ist. Ähm, da bin ich ja grade dran. Mal gucken, ob sich das jetzt ändert mit, mit so 'n paar Dingen. Aber das, das find ich immer super spannend, wenn, wenn Menschen das hinkriegen und auch alleine im Restaurant sitzen. Das kann ich mir auch so gar nicht vorstellen. Wenngleich es wahrscheinlich, wenn man's dann einmal gemacht hat, ne, das ist, also das merk ich auch, das immer diese riesen Hürde, Menschen anzusprechen. Das ist ja, ähm, wenn ich am Messestand stehe, ist jeder einzelne Mensch, mit dem ich sprechen muss, ist immer 'ne große Hürde, über die ich drüber muss. Wenn ich da mal drüber gestiegen bin, ist das gar kein Thema. Aber dieser erste Schritt ist für mich immer so 'n Ding. Nele: Also bei mir ist es total tagesform- und rahmenbedingungsabhängig. In Spanien generell, also zumindest so hier in den ländlichen Gegenden, wo ich viel reise, ist es komisch, wenn man alleine sitzt, weil da ist es ja eher noch so, dass die Familien zusammen essen gehen. Das sind dann nicht mal, nicht mal nur Paare oder Fr..., zwei Freunde oder so, sondern das sind halt meistens an den Tischen wirklich fünf, sechs, sieben bis zehn Leute. Sebastian: Mhm. Nele: Und da fühlt man sich dann manchmal besonders merkwürdig, wenn man da ganz alleine sitzt. Ich glaub, das ist vielleicht in Deutschland in 'ner Großstadt noch 'n bisschen anders. Ähm, aber ich, ich hab's halt auch nur dann gemacht, wenn ich Bock drauf hatte. Also das ist ja auch das Schöne am allein Reisen und das war was, was ich komplett unterschätzt hatte, obwohl ich ja auch zu Hause oft alleine bin, auch weil der Halil dann halt schon 'n Monat vorher in Mexiko ist oder so als ich.Aber dass du komplett deinen Tag so gestalten kannst, niemanden fragen musst, auf niemanden Rücksicht nehmen musst und so, das ist schon auch cool mal. Sebastian: Ja. Nele: Und ich bin manchmal mit meinem Hund irgendwie lang um acht im Bett. Das würd mir nicht einfallen normalerweise, wenn wir hier zu zweit sind. Sebastian: Warum nicht? Nele: Na, weil dann irgendwie auch noch Bewegung da ist, dann ist der Hund unruhig. Dann denkst du: Na, ach ja, z-, dann kriegt man doch irgendwie noch mal 'n bisschen FOMO und denkt: Ja, jetzt doch noch mal irgendwie 'ne Kleinigkeit zusammen essen oder 'n Film gucken oder so. Ähm, grade unterwegs auf Reisen. Aber, aber so einfach wirklich so den, den Tag komplett zu strukturieren, wie du das haben möchtest, ist schon cool. Sebastian: Mhm. Nele: Ich könnt mir vorstellen, dass dir das auch gefällt. Und das Schöne am Camping ist ja, auch wenn du alleine bist, du musst ja nicht ins Restaurant gehen, wenn du denkst: Oh, da fühl ich mich komisch. Sondern du kannst ja auch ganz entspannt dir dann was mitnehmen oder, oder im, im Fahrzeug was machen. Und du hast immer Leute um dich, die, an die du dich im Zweifel so'n bisschen dranhängen kannst, wenn du mal Gesellschaft möchtest. Und bei mir war das wirklich so, ich hab das meistens gar nicht gesucht, sondern hab dann einfach irgendwie die Leute nett gegrüßt und dann kam so'n kurzes Gespräch zustande und zuletzt hatt ich dann Nachbarn aus Wales, mit denen saß ich zwei Abende richtig cool zusammen. Mit den gab's ganz tolle Gespräche, sehr tiefgründig und die haben mich halt mit ihrem Whisky für 100 Euro die Flasche abgefüllt, weil die das irgendwie cool fanden, mich schöne Sachen probieren zu lassen von sich. Und ich hab ihnen Ratafia mit, äh, rübergenommen von hier, also diesen Likör. Sebastian: Du siehst das ja hier auch an Gregor, der hat ja gar keine Berührungsängste quasi, ne. Der, da kommen hier Leute: „Oh, ich renn raus, ich quatsch die eben an", oder so. Dem, dem fällt das halt super leicht. Der hat halt diese Hürde nicht. Und klar, dann ist er mit jedem im Gespräch und mal ist es 'n langes Gespräch und mal auch nicht. Das seh ich ja. Ist ja auch ein Thema, was mir bewusst ist, wo ich langsam dran arbeite. Da gibt's halt auch keinen Druck, ne. Ich, ich find's jetzt nicht schlimm, nicht alleine zu verreisen. Mir fehlt nichts. Nele: Mhm. Sebastian: Und ich merk ja auch hier wieder, dass so ab 'ner Woche ich schon extrem meine Frau vermisse, ne. Also so diese, ich, ich brauchte jetzt quasi nach dieser zwei Wochen Abstinenz von meiner Frau, ist wie nach Messen, hab ich dann immer 'ne lange Zeit, bis ich wieder an dem Punkt bin, wo ich's, wo ich sage: „Jetzt, jetzt reis ich mal wieder quasi ohne sie los", weil mir das doch fehlt. Nele: Find ich richtig süß. Also das, das haben wir irgendwie, glaub ich, beide nicht so. Also wir, klar, wir vermissen uns auch, aber so, dass man dann, dass man dann sagt: „Oh Gott, ich ka-, ich kann jetzt, ich zähl nur noch die Tage." Sebastian: Nee, so ist es auch nicht, aber, aber ich würd gern die schönen Momente mit meiner Frau teilen. Nele: Ja, das stimmt. Sebastian: Das ist eigentlich der Punkt, ne. Weil s-ich erlebe ja so tolle Sachen und das würd ich gern mit ihr machen. Das ist eigentlich der Punkt. Ich kann mit Sicherheit auch vier Wochen ohne meine Frau auskommen, auch wenn das wirklich hart wäre, aber ich möcht gern die Momente mit ihr teilen, weil ich ja auch weiß, dass unser Leben endlich ist. Und, ne, ähm, das, das ist eigentlich so mehr der Punkt, dass ich mir sage: „Jetzt erleb ich das alles alleine wieder." Nele: Ja. Sebastian: Äh, das ist eher so das Thema. Nele: Ja, versteh ich. Also das ist auch tatsächlich was, wo ich öfter mal auch, ähm, diese Momente mit Halil habe, wenn er unterwegs ist in, in Mexiko, dass er mir schreibt: „Oh, hier, ich hab hier 'n Restaurant entdeckt, da müssen wir unbedingt zusammen hin", oder: „Oh, das würde dir gefallen, was ich grade hier erlebt habe", oder so und umgekehrt natürlich genauso. Aber wir machen das natürlich jetzt auch schon seit Jahren so und ich genieße und brauche auch d-diese, diese Zeit im Jahr, wo ich wirklich mal komplett für mich bin. Ähm, und ich glaube, er auch. Also von daher passte das auch super und jetzt war das natürlich viel schöner als sonst, wo ich dann halt zu Hause im Winter sitze und mit'm Hund rausgehe in der Kälte, weil jetzt konnt ich richtig was machen und jetzt haben wir auch so viel uns zu erzählen. Das ist auch übrigens, wenn man 'nen, 'nen Partner hat, mit dem man vielleicht schon lange zusammen ist, dass man ja, wenn man sehr eng zusammenlebt, so wie wir und auch noch zusammenarbeitet und ihr ja auch, dass man da manchmal irgendwie so denkt: Ja, irgendwie, was soll ich 'n jetzt immer noch erzählen? Wir erleben ja eh alles zusammen. Und das war jetzt auch wieder cool. Sebastian: Ist ja was, was wir auch mit oder was der Unterschied zu vielen anderen Paaren auch ist, dass wir ja nahezu 24/7 aufeinander hocken. Also das Hocken ist gar nicht negativ, weil wir eben von zu Hause arbeiten, dieselben Dinge machen. Ähm, ne, und bei, bei vielen Paaren ist ja so, beide oder einer oder beide oder eine sind quasi auf Arbeit, acht Stunden, neun Stunden, zehn Stunden mit, mit An- und Abreise und da sieht man sich nicht und dann hat man noch hier Hobby da, dort jenes und das haben wir ja alle vier nicht so richtig sehr. Ähm, und das ist auch noch mal 'n großer Unterschied, weil ich kenn die Situation auch, wo du dann halt zusammensitzt und nix zu erzählen hast. Nele: Ja. Sebastian: Aber ich glaub, das ist einfach normal und da, das find ich auch mittlerweile gar nicht schlimm, weil ich ja auch merke, dann in anderen Situationen gibt's wieder ganz viel zu erzählen und das ist ja auch normal. Wenn du halt 24/7 zusammen verbringst, was willst du dir noch erzählen über-- Also- Nele: Eben. Du hast ja den, du teilst ja den exakt selben Alltag einfach. Sebastian: Genau. Du kannst über äußere Dinge, über Politik, über dies, das, jenes sprechen. Aber wat will ich erzählen, was ich die letzten Stunden, zehn Stunden erlebt habe? Der Partner war ja dabei. Nele: Ja. Und das ist jetzt, wenn du 'nen Partner hast, aber es gibt ja auch viele Menschen und ich seh das immer wieder in Facebook-Gruppen zum Beispiel oder in Foren oder so, dass, dass es Leute gibt, da gab's 'ne Trennung, da gab's vielleicht, äh, 'n Todesfall, also ist der Partner oder die Partnerin verstorben. Und dann ist so oft der erste Impuls: Ja, eigentlich wollten wir diese Tour zusammen machen oder wollten wir zusammen mit dem Wohnmobil oder mit dem Wohnwagen verreisen, aber jetzt, ähm, irgendwie alleine trau ich mich nicht. Und deswegen wollt ich auch so gerne diese Folge mit dir machen, weil ich einfach ...Egal mit welchem Fahrzeug du unterwegs bist, so viel unterscheidet sich das ja oft gar nicht. Ich möcht einfach Leuten Mut machen, wenn die grundsätzlich offen dafür sind, mit dem Camper zu verreisen, dass sie sich nicht davon abhalten lassen sollen, ähm, das alleine zu tun. Aus technischen Gründen. Wenn die sagen: „Oh, mein, mein Mann ist erst verstorben, ich bin noch nicht so weit", ist das was ganz anderes. Aber es geht ja oft drum, ich trau mich nicht, ja, weil da, dann muss ich alleine mit dem Fahrzeug oder da muss ich alleine mit dem Gespann. Und dann was ist, wenn ich dann da irgendwie auf Probleme stoße oder so. Und ich glaube, wenn man da, wenn man da mehr drüber spricht und wenn man irgendwie so zeigt, so die, so positive Beispiele einfach, dass vielleicht dann der eine oder die andere sagt: „Ja, Mensch, irgendwie es klingt alles doch nicht so schlimm. Ich probier's einfach mal." Vielleicht mal 'ne kleine Tour, muss ja nicht direkt vier Wochen sein, so wie bei mir, sondern einfach mal zu gucken, wo verschlägt's mich denn hin, mal 'n Wochenende irgendwo hinzufahren und das mal so anzutesten, ob man sich das vorstellen kann. Weil alles, was so diese Rahmenbedingungen sind, die kann man sich enorm erleichtern mit 'n bisschen zusätzlicher Ausrüstung oder mit 'ner Optimierung der Ausrüstung, damit man eben vielleicht auch alleine gut damit klarkommt oder alleine als Frau gut damit klarkommt. Ich hab zum Beispiel, ähm, jetzt Kleinigkeiten, ne, äh, nur 20 Liter Abwasserkanister mitgenommen statt den normalerweise, den wir a... normalerweise an Bord haben, den 40 Liter, weil manchmal an Entsorgungsstationen musst du das Ding hochheben und das schaff ich dann halt nicht 40 Liter voll, ne. So, so was. Oder kleine Kanister zum Befüllen oder 'n langen Schlauch, damit du nicht immer schleppen musst. Also es gibt so viel. Beim, beim Wohnwagen hatt ich ja schon gesagt Mover. Für die nächste Solotour würd ich mir auch noch 'ne Rückfahrkamera besorgen für den Wohnwagen. Die hab ich jetzt unterwegs einfach nicht gefunden. Also keine, die mir passte. Ähm, dass man immer noch unabhängiger wird von anderen Menschen. Sebastian: Mhm. Nele: Und ja, einfach so, das so zu optimieren, dass einem Dinge gut nach der Hand sind. Ähm, ich hab mein Spülsetting optimiert, weil ich keinen Bock hatte, im Wohnwagen zu spülen, wie der Halil das zum Beispiel macht, weil ich wusste, dann muss ich sofort wieder die 20 Liter Abwasser wegbringen und da hatt ich keine Lust, ne. Deswegen hab ich dann halt mir 'ne, 'ne zusätzliche Spülschüssel aus'm Auto geholt und hab das so für mich gemacht, wie, wie mir das halt in Kram passte. Und d-das ist alles so eigentlich relativ leicht heutzutage, weil wir so viele ja auch technische Hilfsmittel und Möglichkeiten haben. Sebastian: Mhm. Das stimmt. Und eigentlich ist das auch eine schöne, eine schöne, äh, oder sehr viele schöne Schlussworte gewesen, die man, glaub ich, genauso stehen lassen kann. Auch die, der Gedanke mit den kleinen Touren. Man muss ja nicht immer zwei Wochen Urlaub alleine fahren. Man fängt einfach mal 'n Wochenende oder nur 'ne Übernachtung an. Und wenn irgendwas kacke ist, kann man ja jederzeit abbrechen und was ändern und das ist quasi nicht so schlimm. Nele: Das find ich beim Camping viel, viel einfacher, als wenn ich jetzt irgendwie 'n festen Hotelurlaub buche oder so, wo du dann wirklich auch, ich sag jetzt mal, der Situation und vielleicht auch den Menschen ausgesetzt bist, die dann irgendwie doch nicht so zu dir passen, wie du dir das gewünscht hattest. Und mit 'm Camper, da packst du einfach ein und sagst: „Nee, Freunde, Wetter passt nicht", oder die Nachbarn nerven oder irgendwas. Ich fahr jetzt einfach weiter. Sebastian: Ja, das ist ja das, was wir immer sagen, ne. Wenn der Nachbar blöd ist, dann fahren wir weiter. Nele: Ja. Sebastian: Ja, vielen Dank für den Einblick. Nele: Sehr gerne. Sebastian: Vor allen Dingen ich hoffe, dass wir da auch den einen oder die andere ein bisschen motivieren können, mal alleine loszureisen, sich was zu trauen. Und alles, was schiefgeht, kann ja auch 'n Abenteuer sein. Das ist immer eine Frage des, des Betrachtungswinkels. Nele: Ja, total. Sebastian: Gepatzte Reifen ist nervig bei uns, kostet Geld. Irgendwo rangefahren ist nervig, kostet Geld, aber es kann halt auch immer 'n Abenteuer sein und es könnte auch immer viel, viel schlimmer kommen. Und, und wenn man das positiv betrachtet, dann sieht die Welt immer schon ganz anders aus und dann ist auch alles nicht mehr ganz so schlimm. Nele: Und man ist, wenn man die Situation dann bewältigt hat, oft richtig stolz auf sich, finde ich. Selbst noch im fortgeschritteneren Alter von Mitte 40, dass es dann Situationen gibt, wo man denkt: „Boah, das hat mich jetzt echt gestresst, aber ich hab's einfach geschafft." Also ma-, auch, auch dann kann man noch an solchen Geschichten wachsen. Und ja, das ist auch was, was ich für mich sehr, sehr mitgenommen hab jetzt aus dieser Tour. Und mich würde mal interessieren von euch da draußen: Wie viele von euch sind denn alleine unterwegs oder waren alleine schon mal unterwegs über 'nen längeren Zeitraum? Also ich sag jetzt nicht nur am Wochenende, sondern vielleicht mal irgendwie so ab ein, zwei Wochen. Was waren da so eure Gefühle, Gedanken dabei? Ist das was, was ihr genießen könnt? Oder habt ihr eher so das Gefühl: „Boah, ich, ähm, brauch das eigentlich nicht so für mich. Ich hätte schon gerne jemanden dabei." Also schreibt uns da gerne, weil ich glaub, das ist auch so'n bisschen emotionales Thema und da würde mich wirklich interessieren, wie ihr dazu steht. Sebastian: Wir sind sehr gespannt drauf und wir hören uns wieder am Mittwoch zur nächsten Kaffeepause. Danke, Nele. Danke fürs Zuhören da draußen. Tschüss. Nele: Danke, tschüss.

Sebastian Vogt

Ich bin Sebastian Vogt, der Technik-Experte und Redakteur für smarte Lösungen und Gadgets bei CamperStyle. Meine Expertise ist fundiert durch sechs Jahre dauerhaftes Leben im Wohnmobil als Digitaler Nomade. Ich weiß aus First-Hand-Experience, welche Technologien im mobilen Alltag zuverlässig funktionieren und welche nicht. Daher schreibe ich hauptsächlich über Stromversorgung, Fahrzeugzubehör und die Digitalisierung unterwegs. Ein wichtiges Kapitel dieser Reise waren unsere drei geretteten Hunde – so teile ich zusätzlich meine fundierten Erfahrungen und Tipps rund um das Thema Camping mit Hund. Meine Lieblingsspots? Immer dort, wo ich einen Stellplatz am Wasser finde.

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