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Podcast: Bikepacking: Zwei Räder, ein großes Abenteuer – mit Sabrina (Teil I)

In dieser Episode spricht Nele mit Bikepackerin Sabrina über ihre große Leidenschaft. Wie eine Knöchelverletzung und drei Monate auf dem Sofa sie vom Trekking-Fan zur Bikepacking-Enthusiastin gemacht haben, welche Ausrüstung für Einsteiger unverzichtbar ist und warum Ästhetik bei der Auswahl des Rads durchaus eine Rolle spielen darf. Lass dich von ihrer Begeisterung anstecken – und wer weiß, vielleicht entdeckst du ja künftig auch mal die Welt auf zwei Rädern?

Sabrina ist zurück! Nach der gemeinsamen Island-Folge hat sie Nele diesmal ihr neuestes Abenteuer mitgebracht: Bikepacking. Wie man vom gebrochenen Knöchel auf dem Sofa zur 1.000-Kilometer-Tour durch Schleswig-Holstein kommt, welches Equipment wirklich zählt und warum Weingummi auf langen Touren unverzichtbar ist – das und mehr gibt’s in dieser Episode.

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Darüber haben wir in dieser Episode gesprochen

  1. Sabrinas Weg vom Trekking zum Bikepacking – wie ein gebrochener Knöchel alles verändert hat
  2. Was Bikepacking eigentlich ist und was es vom klassischen Radurlaub unterscheidet
  3. Der Hackenpedder: Sabrinas Ultra Gravel Bikepacking Event mit rund 1.000 km durch Schleswig-Holstein in 6 Tagen und 11 Stunden – von Kiel über die Nordseeküste durch Dänemark zurück nach Flensburg
  4. Fahrradtypen im Überblick: Trekkingbike, Gravelbike, Rennrad, Mountainbike und E-Bike – was passt zu welchem Vorhaben?
  5. Taschen-Setup fürs Bikepacking: Arschrakete, Rahmentasche, Frontrolle, Oberrohrtasche und Lenkertasche – was kommt wo rein?
  6. Kleidung unterwegs: Merino-Shirts, Radhose mit Polster (Bib) und das sogenannte Party Shirt als Alternative zum klassischen Radtrikot
  7. Verpflegung auf langen Touren: Weingummi, Laugenstangen, Ayran, Pfirsiche – und warum Kalorien manchmal wichtiger sind als Vitamine
  8. Übernachten unterwegs: Biwaksack, Trekkingplätze in Schleswig-Holstein, Campingplätze und spontane Unterkünfte

Links und Ressourcen

  1. Sabrinas Blogs: oh-bici.de | hallo-island.de
  2. Sabrinas Insta mit Rad-Content: instagram.com/sabrina__goethals
  3. BiketourGlobal Blog & Podcast: biketour-global.de & spotify.com
  4. Buch: Wiebke Lühmann – Immer Richtung Süden
  5. Youtube: Three Peaks and Inbetween
  6. Youtube: 1400 Kilometer Island
  7. Der viel-erwähnte Hackenpedder: hackenpedder-bikepacking.de & instagram.com/hackenpedder

Jetzt bist du am Zug – oder am Lenker!

Hast du schon mal Bikepacking ausprobiert oder liebäugelst du schon länger damit, dein nächstes Abenteuer auf zwei Rädern zu erleben? Und falls du bereits unterwegs warst: Welche Route würdest du unbedingt weiterempfehlen? Schick uns deine Nachricht an podcast@camperstyle.de oder per WhatsApp!

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Das Transkript der Folge

Diese Zusammenfassung wurde von einer KI erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten. Es dient zum schnellen Nachschlagen der in der Episode besprochenen Themen. Anhand der Zeitstempel sind diese dann einfach im Podcast nachzuhören.

Nele: Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele und heute wieder mal in einer reinen Damenrunde, nämlich mit der lieben Sabrina, die ihr schon aus unserer Island-Folge kennt von vor ein paar Wochen. Ähm, ja, Sabrina, noch mal herzlich willkommen. Wir beide sprechen heute übers Thema Bikepacking und vielleicht kannst du dich unseren Hörerinnen und Hörern noch mal kurz vorstellen und auch noch mal sagen, was dich mit dem Thema Bikepacking überhaupt verbindet. Sabrina: Okay, erst mal hallo Nele. Hallo, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen. Ich freu mich, dass ich noch mal hier sein darf und über, ja, meine aktuelle Lieblingsleidenschaft erzählen darf. Ähm, genau, Bikepacking. Damit hab ich vor ungefähr anderthalb, zwei Jahren eigentlich angefangen und würde am liebsten den ganzen Tag auf'm Fahrrad verbringen und das jeden Tag. Nele: Und das ist etwas, was uns beide unterscheidet. Sabrina: Also die vor zwei Jahren Sabrina hätte das auch nicht gemacht oder gesagt. Nele: Wie kam's dazu? Also vielleicht noch mal ganz kurz: Das sind ja jetzt zwei komplett unterschiedliche Themengebiete, Island mit dem Camper und, ähm, im Zelt und Bikepacking jetzt wirklich Hardcore-Fahrrad und ja, wahrscheinlich auch irgendwie 'n Zelt. Da kommen wir gleich noch zu. Du erklärst uns gleich auch, was Bikepacking genau ist. Aber wie, wie kommt man da auf einmal dazu, wenn du vor allem sagst, vor anderthalb, zwei Jahren hat dich das vielleicht auch noch nicht so interessiert? Sabrina: Ähm, also ich hab mir vor zwei Jahren im Sommer den Knöchel gebrochen und war vorher eigentlich immer so 'ne Trekking-Maus und hab eigentlich jeden Sommer 'ne lange Trekking-Tour gemacht, unter anderem auch in Island. Da haben wir die Brücke. Und ja, dann saß ich halt vor zwei Jahren über die Sommermonate drei Monate auf dem Sofa und konnte nichts machen. Nele: Mhm, okay. Sabrina: Und musste danach erst mal wieder laufen lernen. Die Trekkingsaison war für mich gegessen in diesem Jahr und irgendwo musste ich mit der angestauten Energie hin und hab mir dann gedacht, Fahrradfahren funktioniert vielleicht. Und dann hab ich angefangen, Rad zu fahren. Und das ging mir ganz gut rein. Also vorher die Jahre war ich eigentlich immer so, ja, so in der Stadt mal von A nach B kommen. Dafür ist das Fahrrad ganz praktisch, aber längere Touren, och nee, muss nicht. Vor allem, weil ich da auch vor ein paar Jahren schon mal so 'ne Erfahrung hatte – kann ich gleich auch gern erzählen – ähm, nach der ich gesagt hab, so: „Boah, nee, nie wieder mache ich 'ne lange Fahrradtour." Nele: Mhm. Sabrina: Und ja, dann kam das Radfahren und irgendwie hat sich dann auch das Bikepacking mit eingeschlichen oder diese längeren Radtouren über mehrere Tage. Nele: Das ist ja doch 'n ziemlich großer Sprung von mal 'n bisschen Radfahren, weil der Knöchel nicht mehr so mitmacht, bis hin zu dann, was du auch gleich erzählen wirst, ungefähr 1.000 Kilometer durch Schleswig-Holstein. Also da, das hattest du ja in der, äh, Island-Folge auch schon so angedeutet, dass dieses Event bevorstand. Und jetzt vielleicht erklärst du einmal zum Einstieg noch mal, was du unter Bikepacking verstehst oder was man allgemein auch unter Bikepacking versteht für jemand, der das zum ersten Mal hört. Sabrina: Ja, also Bikepacking ist im Prinzip so 'ne, die klassische Radreise. Also ich fahre über mehrere Tage von A nach B oder im Kreis mit, ja, längeren Distanzen, als jetzt in der Stadt mal kurz irgendwo hin zu düsen. Also schon so, weiß ich nicht, 30 Kilometer aufwärts, würd ich's mal einschätzen. Und ja, also im Prinzip ist es die klassische Radreise, vielleicht mit anderen Taschen und 'nem anderen Fahrrad, aber über mehrere Tage irgendwo hinfahren. Nele: Über die Ausrüstung sprechen wir natürlich auch noch, aber wenn, also der Bezug zum Camping, also auch zu, zu unseren Themen bei Camper Style, ist ja, dass du wahrscheinlich auch mit dem Zelt dann unterwegs bist, oder? Sabrina: Genau. Also mal mit dem Zelt, jetzt zuletzt mit dem Biwaksack. Wenn ich auf Genusstour bin, dann auch mal in Hotels oder Gasthäusern. Also es ist ganz unterschiedlich, aber ich glaube, so das verbindende Element zum Camping ist, dass man, ja, im Prinzip nur draußen unterwegs ist und dass man nur das Nötigste dabei hat oder 'n sehr minimalistisches Setup dabei hat und bewusst auf Luxus verzichtet. Nele: Was würdest du sagen, was ist für dich jetzt an dieser Form des Reisens so das Faszinierendste? Ist es dieser Luxusverzicht oder ist es die körperliche Aktivität? Sabrina: Es ist 'ne Kombination. Also es ist dieser Luxusverzicht, das kenn ich ja auch schon von meinen Trekkingtouren. Also wenn ich einfach mal 'ne Woche oder länger, ähm, nur das dabei hab, was ich wirklich brauche, dann kann ich zu Hause wieder sehr viel mehr wertschätzen, was da eigentlich alles ist, dass ich einfach an den Kühlschrank gehen kann, zum Beispiel, oder dass ich, ja, weiß ich nicht, sauberes Besteck habe und fließend Wasser. Ähm, und dann natürlich auch das Körperliche und das Mentale. Also man kommt auf solchen Touren früher oder später an alles seine Grenzen. Und das find ich ganz spannend, also was das dann mit mir macht. Und ich find's auch noch ganz schön, dass man schneller ist als beim Wandern oder beim Trekking, aber langsamer als auf 'nem Roadtrip. Also man kann natürlich auch so Distanzen hinter sich legen von, weiß ich nicht, 200 Kilometern am Tag auf 'm Fahrrad. Aber wenn man diese 200 Kilometer im Auto fahren würde, dann, äh, wird das alles viel, viel schneller an einem vorbeifliegen. Und auf 'm Fahrrad erlebt man das noch mal intensiver. Nele: Ja, und man hat natürlich auch Zugang zu anderen Ecken mit'm Fahrrad als mit'm Auto zum Beispiel. Ich erleb das ja auch in den Umfeldern, in denen wir uns so bewegen jetzt, ohne dass ich das irgendwie sportlich tun würde, ne. Aber die Dinge, die man sich erläuft und mit'm Fahrrad erfährt, da, das ist 'ne ganz andere Form des Entdeckens. Und, und, ähm, man kommt durch kleinere Dörfer, man kommt über Feldwege, man kommt durch schöne Landschaften. Das hast du natürlich mit 'nem Fahrzeug jetzt in dem Fall so nicht die Möglichkeit. Sabrina: Genau. Nele: Du hast jetzt schon in den anderthalb, zwei Jahren einige Touren hinter dich gebracht. Kannst du irgendwie so 'ne Zahl sagen? Oder vielleicht hast du die Kilometer getrackt. Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Trackt man so was oder? Sabrina: Ich tracke so was, aber ich hab keine Ahnung, wie viel das jetzt zusammengezählt ist. Also ich hab jetzt in diesem Jahr, ich glaub, zweieinhalbtausend Kilometer schon auf der Uhr. Nele: Oha. Sabrina: Und letztes Jahr- Nele: Das ist ja erst 'n halbes Jahr jetzt und, und dann war ja noch der Winter. Das heißt, es geht jetzt dann noch mal richtig los wahrscheinlich, wenn's nicht mehr so heiß ist und dann im Herbst. Sabrina: Genau. Nele: Ab dem Herbst geht's los, okay. Sabrina: Ja, und letztes Jahr waren's, glaub ich, dreieinhalbtausend oder so. Aber ich, ich weiß es gar nicht so genau. Nele: Also ich seh da 'ne Steigerung in den Kilometern. Sabrina: Ja. Nele: Ui. Sabrina: Ja. Ich werd ja auch immer fitter. Nele: Aber du bist mit 'nem ganz normalen Bike unterwegs, ne? Kein E-Bike. Sabrina: Nee, mit 'nem ganz normalen Fahrrad. Nele: Okay, das verrätst du uns auch gleich, ähm, was das für 'n Fahrrad ist und in welcher Kombo du da reist. Mich würd jetzt noch mal das Schleswig-Holstein-Event interessieren. Rund 1.000 Kilometer. Was war das? Wie lang ging das? Wo, wo hat dich oder euch das langgeführt? Was waren da, was waren das für Leute, die da teilgenommen haben? Ich will alles wissen. Sabrina: Okay, also das war der Hackenpedder. Das ist ein Ultra Gravel Bikepacking Event. Sabrina: Also es ist kein Rennen, sondern einfach, man fährt für sich, aber eben startet mit, ich glaub, es waren 180 Leute und es sind auch alles, ja, auch alles so bekloppte Leute, die gerne mal 'ne Woche über Stock und Stein fahren mit ihrem Fahrrad und nichts dabei haben. Und ja, das startete am, ich glaub, 13. Juni. Bis zum 20. war das Ziel geöffnet. Also 'ne gute Woche. Ich bin am 19. ins Ziel gerollt als Letzte nach sechs Tagen und elf Stunden. Und ja, also es ging über Stock und Stein, über Wanderwege. Man musste das Fahrrad zum Teil tragen. Nele: Ach Gott. Sabrina: Es ging durch sehr viele süße Dörfer da oben in Schleswig-Holstein. Es ging über Feldwege, also wirklich jedes Gelände, was man sich irgendwie vorstellen kann. Und wir sind von Kiel aus Richtung Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern gefahren, da so 'n bisschen auf dem ehemaligen Grenzstreifen runter zur Elbe. Nele: Mhm. Sabrina: Haben 'ne Schleife nördlich von Hamburg gemacht an die Nordsee. Dann sind wir die Nordseeküste hochgefahren und mit 'nem Schlenker durch Dänemark wieder nach Flensburg, also wieder zurück an die Ostsee und von Flensburg dann über die Schlei wieder zurück nach Kiel. Nele: Und wenn du jetzt sagst, du bist als Letzte da ins Ziel, heißt das dann, dass da doch irgendwie auch jeder für sich ist? Oder bilden sich da Grüppchen, wo man zusammenfährt, wenn das kein Rennen ist? Wie muss ich mir das vorstellen? Wie ist da so auch die Stimmung der Teilnehmer untereinander? Sabrina: Die Stimmung ist auf jeden Fall supernett untereinander. Also es war so, immer wenn ich mal kurz irgendwo angehalten hatte, um was zu essen oder um mal durchzuatmen oder so, ist eigentlich sofort jemand angehalten, hat gefragt, ob alles okay ist, ob ich Hilfe brauche. Und es war dann immer so: „Nee, nee, ich bin nur am Essen." Ähm, also das ist schon sehr, sehr angenehm und sehr unterstützend. Und man trifft immer wieder Leute, die 'n ähnliches Tempo haben oder 'n gleiches Tempo haben, sodass man dann entweder mal 'n paar Kilometer zusammenfährt oder ich hatte es mit einem anderen Teilnehmer, dass wir uns immer so 'n bisschen gegenseitig überholt haben. Also so immer bis zur nächsten Pause. Dann war ich mal vorne, dann war er mal vorne und dann sind wir auch mal 'n Kilometer oder so zusammen gefahren. Das hat sich dann aber auch wieder auseinandergezogen. Aber man trifft sich irgendwie mit den Leuten mit 'nem ähnlichen Tempo immer wieder. Nele: Und gibt's dann auch so Situationen, wo man sich abends trifft und gemeinsam irgendwo übernachtet? Gibt, fahrt ihr auf Campingplätze? Übernachtet ihr da irgendwo im Wald oder was, was macht man da? Sabrina: Mhm. Alles davon. Nele: Ach, schön. Also wenn man duschen will auf 'm Campingplatz und wenn man, wenn man sagt: „Okay, heute geht's noch mal." Sabrina: Genau. Nele: Okay. Sabrina: Also es ist, ähm, so organisiert, dass es drei Community Checkpoints gab Also man hat unterwegs, ähm, Stempel gesammelt in so ein kleines Stempelheft. Das ist bei diesen Ultra Events auch meistens so, dass man so 'n bisschen, ich weiß nicht, vielleicht so 'n bisschen Dopamin unterwegs bekommt, weil das immer schön ist, wenn man an so 'n Punkt kommt und sich dann so 'n Stempel ins Heft machen kann. Nele: Ich hätt ja jetzt gesagt, dass keiner abkürzt, sondern dass man hinterher nachweisen kann, dass man überall war. Sabrina: Das auch. Das ist dann eher so im Rennen, in so Rennsituationen so, aber es gehört, glaub ich, auch einfach mit dazu. Nele: Mhm. Sabrina: Und an den Community Checkpoints haben sich dann die Leute schon auch abends getroffen. Da gab's dann warmes Essen, es gab Schlafplätze, Duschen. Also die waren auch immer entweder an 'nem Campingplatz angeschlossen oder an so 'nem Jugendzeltplatz, ähm, war der andere. Und das ist dann schon gemütlich. An dem einen hatt ich dann auch Fotos gesehen, da war ich leider zu spät für, ähm, gab's 'n Lagerfeuer und alle haben nett drum rum gesessen. Also das ist eine Option, da zu schlafen. Ich war auch auf einem Trekkingplatz vom wilden Schleswig-Holstein. Die gibt's ja da oben, dass Leute entweder ihre privaten Gärten zur Verfügung stellen für, ja, zum Übernachten für Wanderer und Radfahrer. Oder dass es einfach andere, ja, Orte gibt. Also bei mir war das mitten im Wald, so 'n Trekkingplatz. Da gab's nichts. Da gab's noch nicht mal 'n Dixie oder 'nen, 'n Plumpsklo oder fließend Wasser. Es war einfach 'n Stückchen Platz, wo man legal übernachten durfte. Sabrina: Und zwei Nächte hab ich sogar in einem richtigen Bett geschlafen. Nele: Ist tatsächlich auch mal gut, wenn man dann so fertig ist. Sabrina: Genau, genau. Grad weil die erste Nacht bei mir sehr schlecht war. Nele: Oh. Sabrina: Da hatte es geregnet. Ich war nur mit dem Biwaksack unterwegs. Hat, hatte mir dann die erste Hälfte von der Nacht noch 'ne Plane mit 'nem anderen Teilnehmer geteilt und dann entschieden um vier Uhr morgens, als die Sonne aufging und kein Wölkchen mehr am Himmel war: Ach ja, ich gönne uns jetzt noch mal jeweils so 'n bisschen Privatsphäre. Ich geh mit meinem Sack da noch mal fünf Meter weiter, hab mich unter 'n freien Himmel gerockt, gelegt und dann kam der nächste Regenschauer. Nele: Ach scheiße. Sabrina: Aber der Biwaksack war dicht. Das war gut. Nele: Ja, aber ist ja trotzdem mega unangenehm, ne. Sabrina: Ja, genau. Und da war ich dann auch so 'n bisschen durchgefroren und hab generell nicht gut geschlafen. Da hatt ich mir die Nacht drauf 'ne richtige Unterkunft gegönnt mit Dusche und Bett und hab dann erst mal zwölf Stunden geschlafen, um wieder klarzukommen. Nele: Und diese Unterkünfte, die findest du dann spontan, nehm ich an. Also so wie, wie weit du kommst oder hast du dir immer Etappen vorgenommen, die du dann auch tatsächlich erreichen musstest, um alles zu schaffen einfach? Sabrina: Ich hatte mir ursprünglich vorgenommen, so um die 150 Kilometer pro Tag zu fahren. Sabrina: Was dann am ersten Tag, ähm, war ich dann schon bei über 170. Also hatt ich so 'n kleinen Puffer rausgefahren, sodass ich am zweiten 'n bisschen weniger gemacht hab und so. Aber jetzt so richtig feste geplante Etappen hatt ich eigentlich nicht. Mein Ziel war, so lange wie es geht, im Sattel zu sitzen und unterwegs zu sein. Sabrina: Und die Unterkünfte hab ich mir dann ausgesucht, je nachdem, was in der Nähe war. Also wenn ich gemerkt hab, jetzt geht's nicht mehr, hab ich geschaut, ist hier im Umkreis von 10, 20 Kilometern irgendwas, wo ich übernachten kann. Nele: Das klingt ja jetzt alles sehr anstrengend und auch nach 'nem Level, auf dem man natürlich sehr fit sein muss. Du hast ja schon gesagt, bei dir ist es auch so, dass die Fitness sich natürlich gesteigert hat in den anderthalb, zwei Jahren, die du das Ganze jetzt betreibst. Aber ich könnt mir vorstellen, wenn man sich da jetzt halt so 'n bisschen entspanntere Routen aussucht und vielleicht jetzt nicht direkt 'ne Woche unterwegs ist, sondern mal nur eins, also ein, zwei Übernachtungen, dass man das auch mit 'nem Fitnesslevel schaffen kann, das jetzt vielleicht eher so auf meiner Schiene liegen würde, oder? Sabrina: Auf jeden Fall. Also das ist diese Ultra Geschichten, die sind halt extrem. Da geht es drum, sich bis ans Ende irgendwie durchzuringen und so das Maximale rauszuholen. Und das hat jetzt mit 'ner Radreise oder mit normalem Bikepacking zum Genuss nicht viel zu tun. Also es ist sehr individuell, was man aus diesem ganzen Thema macht, ne. Man kann so 30 Kilo, 20, 30 Kilometer am Tag fahren und jeden Biergarten mitnehmen und das ist genauso schön und genau, also wahrscheinlich noch viel schöner und angenehmer als jetzt so 'ne krasse Tour. Und das geht dann auch mit 'nem Fitnesslevel, was nicht, ähm, ja 170 Kilometer am Tag erfordert. Nele: Mhm. Und wie sieht's aus mit dem Equipment? Also du bist wahrscheinlich jetzt ziemlich profimäßig ausgestattet, aber wenn ich jetzt so was erst mal starten möchte, was würdest du empfehlen? Also was für 'n Rad sollte man haben? Was für Packtaschen und, und was sollt ich mitnehmen, wenn ich jetzt mal irgendwie sage, ich möcht jetzt mal vielleicht übers Wochenende irgendwo hinfahren? Sabrina: Mhm. Also das Fahrrad, da würd ich sagen, das, das beste Fahrrad ist das, was man eh schon hat. Außer es ist jetzt so 'ne absolute Möhre, auf der man auch nicht mehr durch die Stadt fahren würde, ne. Also man sollte, es sollte schon fahren. Ähm, damit kann man ganz gut starten und wenn man das jetzt zum allerersten Mal macht, äh, kann man sich einfach 'n Rucksack aufsetzen und einfach mal losfahren. Wenn man es 'n bisschen, ja, professioneller, a-ambitionierter angehen möchte oder merkt so, das macht mir Spaß, dann kann man anfangen, sich Taschen dazu zu kaufen. Gibt's ja zum einen diese großen Taschen, die man sich hinten an 'n Gepäckträger hängen kann oder minimalistischere Sachen wie so die Arschrakete. Das ist die Satteltasche, die man sich so unter den Sattel packt, die dann hinten raussteht. Oder Rahmentaschen, Frontrolle. Es gibt da, es ist 'ne ganze Wissenschaft alleine, die richtigen Taschen zu finden für sich. Nele: Wie viele Räder und Taschen hast du mittlerweile? Sabrina: Räder nur eins. Nele: Ach, tatsächlich? Sabrina: Tatsächlich nur eins. Damit mach ich alles. Und Taschen, ähm, bin ich auch mit meinem ersten Setup relativ zufrieden. Also ich glaub, ich hab nur einen Fehlkauf und das war 'ne Tasche vom Lidl, die wollt ich einfach mal testen. Nele: Und die war er-erwartungsgemäß dann Discounterqualität, oder? Sabrina: Ähm, nee, tatsächlich hat sie 'ne relativ gute Qualität, aber sie passt nicht so gut an mein Fahrrad. Nele: Okay. Sabrina: Und sie war auch dann einfach 'n bisschen unpraktisch. Also die hat so 'n paar unlogische Schnallen oder Mechanismen, aber so an sich würd's auch damit funktionieren. Nele: Bei dem Event, was du jetzt hinter dich gebracht hattest, hast du gesagt, äh, das war so 'n Gravel-Bike-Event. Kannst du einmal die verschiedenen Fahrradtypen, die so vielleicht auch klassisch fürs Bikepacking genutzt werden, erklären und was da so die Unterschiede sind und was vielleicht, wenn jemand jetzt noch gar kein Fahrrad hat oder irgendwas, was man dafür gar nicht benutzen kann. Ich tipp auch mal, Rennrad ist jetzt auch nicht so geeignet, weil, äh, allein wegen der Wege oder geht das auch? Sabrina: Das geht auch. Nele: Okay. Sabrina: Also es kommt immer drauf an, was man plant, ne. Nele: Mhm. Sabrina: Ähm, ich würd mal anfangen so mit dieser klassischen Fahrradweltreise. Also die Leute, die man unterwegs vielleicht sieht, die so richtig schwer berödelte Fahrräder haben, hinten vielleicht noch so 'ne Länderflagge und die sich irgendwie aufmachen, um einmal nach Asien zu fahren oder so. Die sind, ähm, meistens auf so Trekkingbikes unterwegs. Also sehr bequem und mit 'ner guten Sitzposition, aber man kommt auch ordentlich voran und relativ stabil. Dann ist, ja, Gravelbikes find ich, ist so 'ne goldene Mitte aus, ähm, Sportlichkeit und Geschwindigkeit, weil das ja so 'n bisschen so diese Rennradgeometrie hat, aber es ist trotzdem bequem und man hat relativ breite Reifen, die man sich draufziehen kann oder passen relativ breite Reifen rein, sodass man nicht nur auf der Straße fahren muss. Dann, ähm, kann man das tatsächlich auch mit 'nem Rennrad machen, wenn man Straße fährt hauptsächlich. Also da gibt's auch zum Beispiel einige Ultra Events, die auf Rennräder ausgerichtet sind. Nele: Ach, okay. Sabrina: Zum Beispiel auch das, ähm, ah, wie heißt das jetzt? Das Trans, Trans European oder irgendwie so heißt das. Ähm, kann ich dir später noch mal raussuchen. Nele: Mhm, gerne. Und w... bei 'nem Rennrad zum Beispiel, wo würde man dann da die, die ganzen Packtaschen hinpacken? Sabrina: Genauso wie beim Gravelbike, also hinten unter den Sattel, an den Rahmen und vorne an der Lenker. Nele: Okay. Und Mountainbikes, äh, gibt's dann auch noch, ne? Da wird, werden auch Touren gefahren. Sabrina: Kann man auch machen. Genau. Kann man auch machen. E-Bikes sieht man ganz oft. Nele: Mhm. Sabrina: Also grad auf Flussradwegen und dass da, ja, grad 'n bisschen ältere Semester mit ihren E-Bikes und ihren großen Taschen unterwegs sind, was ich auch sehr schön finde, dass sie da auch teilnehmen können. Nele: Und was würdest du sagen, wo liegen so die, ja, Stärken und Schwächen oder Vor- und Nachteile oder wie man's auch immer nennen will, dieser einzelnen Fahrradtypen? Also du hattest ja schon gesagt, natürlich hängt's davon ab, was man machen möchte, aber wenn jetzt jemand gar keine Ahnung hat, wo, wo würdest du dann sagen, ähm, wo sollte man vielleicht einsteigen? Sabrina: Das ist super individuell. Nele: Mhm. Sabrina: Also ich würd mir im Vorfeld überlegen, was möcht ich für Touren machen. Dann würd ich in 'n Fahrradladen gehen, also wenn ich noch kein Fahrrad habe und jetzt dafür eins suche und mich da mal dazu beraten lassen. Sabrina: Und dann, ähm, verschiedene Fahrräder einfach mal 'n bisschen Probe fahren. Vielleicht hat man ja auch irgendwie im Freundeskreis Leute mit verschiedenen Fahrrädern, wo man sich einfach mal so 'n Rad 'n Tag lang teil, äh, teil... leihen kann und dann mal 'ne Runde fahren kann und dann einfach gucken, was ist das Bequemste für mich. Weil also darum, das ist für mich eigentlich das Wichtigste, dass das Fahrrad bequem ist und so bequem, dass ich da den ganzen Tag drauf sitzen kann, ohne dass ich jetzt starke Schmerzen irgendwo habe oder absteige und mir tut der Rücken weh und ich kann jetzt zwei Wochen nicht mehr laufen. Nele: Ja, und da braucht man wahrscheinlich genauso wie auch beim Kauf von Laufschuhen oder so jeglichem Sportequipments 'ne gute Beratung, wenn man da selber noch nicht so viel Ahnung von hat, weil, ähm, bei Rädern ist ja auch dann die Sitzge- Haltung, die Größe, Körpergröße entscheiden. Der Halil, also mein Mann baut sich ja grade auch 'n Fahrrad um. Der hat sich jetzt 'n alten Rahmen gekauft von so 'nem irgend so 'nem Special Fahrradmodell, hat da jetzt 'n Motor dran gebaut, also der baut das zum E-Bike um und ist jetzt wirklich sehr ausführlich auf Kurzstrecken am Testen, wie der, die Lenker, der Lenkerwinkel sein muss, wie der Sitzwinkel sein muss eben dann zu starten. Er macht ja so was immer sehr gewissenhaft. Ich würde das natürlich nicht machen. Ich würd einfach losfahren und dann mich beschweren, dass alles wehtut. Aber das, also da hab ich jetzt wirklich auch so mitbekommen, dass es da sehr, sehr oft auf wirklich kleine Details ankommt, ne. Ist der Lenker noch mal 'n paar Zentimeter breiter? Geht der stärker nach hinten im Winkel oder weiter nach vorne? Und, ähm- Sabrina: Genau Nele: ... da ist man, glaub ich, im Fachhandel buchstäblich am besten beraten, ähm, und nicht einfach aus 'm Internet irgendwie was kaufen, nur weil's 'n paar Euro günstiger ist, weil das ist dann unter Umständen büßt man das dann halt. Sabrina: Genau. Also was eigentlich das Wichtigste ist, ist, dass die Rahmengröße passt. Also wenn ich jetzt 1,90 Meter groß bin, dann bringt mir 'n kleiner Fahrradrahmen nichts, weil ich dann da drauf sitze wie so 'n gestauchter Affe. Nele: Mhm. Sabrina: Andersrum, wenn ich mit meinen 1,70 Meter auf 'nem XL-Rahmen sitze, dann muss ich mich so weit strecken, das geht auch nicht. Also das ist eigentlich so das Wichtigste, dass dieses Fahrrad von der Größe erst mal zur Körpergröße passt. Und Sattel, Lenker und alles, was irgendwie noch am Fahrrad dran hängt, das kann man dann einstellen. Nele: Mhm. Nele: Und notfalls auch mal austauschen, wenn man merkt, es geht auch nicht. Was fährst du selber für 'n Rad? Sabrina: Ich hab ein Gravel Bike. Das ist ein Orbea Terra H30. Ähm, und ich hab's mir gekauft, weil's extrem schön war. Weil's mir so gut gefallen hat. Nele: Darf auch 'ne Ästhetik dabei sein. Sabrina: Auf jeden Fall. Also das find ich, ist auch wichtig, dass man 'n Fahrrad hat, was man anguckt und sagt so: „Oh ja, auf dich hab ich richtig Bock. Ich hab jetzt richtig Bock, mit dir 'ne Tour zu fahren." Und das hab ich bei meinem Fahrrad. Ich hab das im Laden gesehen und hab mich direkt verliebt und dann gab's das in meiner Größe, in meinem Budget und hab gedacht: „Jo, du kommst mit." Nele: Budget ist auch 'n ganz gutes Stichwort. Was würdest du denn-- Also darf ich fragen, wie viel deins gekostet hat? Sabrina: Es hat knapp 2.000 Euro gekostet. Nele: Okay, das ist sogar noch 'n bisschen unter dem, was ich vermutet hatte. Ich hätt jetzt eher so auf die Richtung 3.000 getippt. Was sollte man denn auf jeden Fall aus deiner Sicht investieren, wenn man sich was Neues kauft, an dem man auch Spaß haben möchte und vielleicht auch 'n bisschen länger Spaß haben möchte? Weil gibt's da irgendwie so Untergrenzen? Ich sprech jetzt natürlich nicht von Sonderangeboten, die es auch in jedem Fahrradhandel geben mag, sondern so, wenn man jetzt von regulären UVP, äh, Preisen ausgeht. Gibt's irgendwo 'ne Grenze, wo du sagst, also da drunter ist vielleicht- Sabrina: Da drunter macht's keinen Spaß Nele: ... vielleicht eher Discounterqualität und- Sabrina: Ja Nele: ... ja, bricht dann unter dir zusammen oder keine Ahnung. Sabrina: Mhm. Also erst mal kurz so, die Range bei Fahrrädern ist enorm, ne. Nele: Mhm. Sabrina: Kriegst irgendwie beim Decathlon Fahrräder, auch schon gute Fahrräder für, weiß ich nicht, 7, 800 Euro und das geht ja hoch bis, da kriegst du 'n Kleinwagen für, für den Preis. Also ich bin 'n Rennen gefahren, dass da Räder für 10, 15.000 neben mir standen, das war nicht selten. Nele: Oha. Sabrina: Mhm. Das braucht man auf jeden Fall nicht. Das muss man nicht ausgeben. Dann ist man schon in so 'nem, ja, Amateur-Profibereich unterwegs. Ähm, worauf ich achten würde, ist, dass ich 'n Fahrrad von 'ner etablierten Marke oder von 'nem etablierten Hersteller kaufe. Nele: Mhm. Sabrina: Und wenn man da was einigermaßen Ordentliches haben möchte von den Teilen, die verbaut sind, würd ich sagen, so geht's bei 1.500 Euro los. Nele: Okay. Sabrina: Das sind dann, ja, da ist die Schaltgruppe zum Beispiel schon 'n bisschen hochwertiger als jetzt bei dem 500-Euro-Fahrrad. Und einfach so diese Verschleißteile sind höherwertiger und halten länger durch. Und da hat sich schon noch mal jemand 'n bisschen mehr Gedanken gemacht in dem Design, im, in der Sitzposition, in der Aerodynamik. Was aber auch nicht heißt, dass man mit 'nem günstigen Fahrrad nicht genauso viel Spaß haben kann. Nele: Ich denke, es kommt auch immer so 'n bisschen auf die eigene körperliche Verfassung an, ne. Wenn ich jetzt irgendwie Anfang 20 bin, wo man auch noch auf 'ner Isomatte auf, auf Steinen gepennt hat, dann kommt man vielleicht mit 'nem günstigeren Rad, wo die Sitzgeometrie nicht perfekt ist, auch besser zurecht als jetzt Ü40, wo der Rücken auch schon mal ziept. Also auch das kann ja durchaus 'ne Rolle spielen. Aber woran erkenne ich als Laie denn überhaupt, du hast grad gesagt, Schaltgruppe und, äh- Sabrina: Ja, da hab ich auch keine Ahnung von, wenn ich ehrlich bin. Nele: Okay, also du verlässt dich dann auch darauf, was dir dann vielleicht der, der Fachhändler sagt. Sabrina: Genau. Also das ganze Thema Fahrrad ist eh so 'n absolutes Rabbit Hole. Nele: Mhm. Sabrina: Da kann man sich sehr, sehr viele Stunden rein recherchieren und vertiefen. Und ich find, am Endest musst du dich aufs Fahrrad setzen und musst sagen, das ist es. Es ist so 'n bisschen wie bei Harry Potter im Zauberstabladen, wo er ja den Zauberstab in die Hand genommen hat und gesagt hat: „Das ist er." Und so 'n bisschen ist es dann auch beim Fahrrad. Wenn's dann natürlich noch ins Budget und ins, in die eigene Ästhetik passt und so dann perfekt. Nele: Und würdest du persönlich auch dich drauf einlassen, so ein Rad gebraucht zu kaufen? Oder gibt's da irgendwelche Punkte, die vielleicht auch 'n Sicherheitsrisiko darstellen könnten oder wo man sagt, da sind potenzielle Sollbruchstellen, äh, wo du, wo's dann vielleicht in 'nem halben Jahr Ärger geben kann? Sabrina: Ich würd auf jeden Fall auch gebraucht kaufen. Nele: Mhm. Sabrina: Äh, ich würd mir-- Ich hab 'n Kumpel, der ist Fahrradmechaniker. Ist praktisch, den würd ich mitnehmen zur Besichtigung, dass der das einmal so 'n bisschen abcheckt oder überhaupt jemand, der 'n bisschen Ahnung, 'n bisschen mehr Ahnung von Fahrrädern hat als ich. Nele: Mhm. Sabrina: Ähm, und dann, ja, also wenn man sich draufsetzt und es knattert nichts oder es fällt nichts direkt ab oder so, dann seh ich da eigentlich kein Problem, auch 'n gebrauchtes Fahrrad zu kaufen. Nele: Ist jetzt auch nicht wie bei 'nem gebrauchten Auto, was so 'ne komplexe Technik dann auch drin hat. Sabrina: Genau. Und der Gebrauchtmarkt für Fahrräder ist auch extrem gut. Also selbst wenn man das falsche Fahrrad kauft und es wieder verkaufen möchte, kriegt man dafür noch gute Preise. Nele: Ah, das ist interessant, okay. Nele: Ja, und ich kann mir auch vorstellen, die Leute, die dann halt da irgendwie Feuer gefangen haben mit, mit diesem Hobby oder vielleicht sogar das 'n bisschen intensiver betreiben, die, die dann umsteigen auf was noch Besseres, noch Teureres, die geben dann ja auch mal ihre Räder ab, obwohl die noch in 'nem guten Zustand sind. Sabrina: Genau. Nele: Ja. Dann schauen wir mal aufs Equipment. Sabrina: Mhm. Nele: Wir hatten jetzt schon 'n paar Mal über die Taschen gesprochen und ich hab jetzt hier ja auch einiges mitbekommen, weil das, äh, das Fahrrad steht dann wahlweise bei uns im Wohnzimmer oder auf, auf der Terrasse. Da darf ich dann auch mal gucken, was da grade wieder angebaut wird. Also bei uns gibt's jetzt Packtaschen für den Gepäckträger und dann gibt's noch welche für vorne, die sind dann kleiner, also fürs, fürs Vorderrad oder für diesen- Sabrina: Für die Gabel vorne. Nele: Gabel, genau. Sabrina: Also rechts und links vorne dran geflatscht sind. Nele: Genau so ist es. Und dann gibt's, wird's noch irgendwas geben, aber das weiß ich jetzt nicht mehr was. Was würdest du denn sagen, von dem Ganzen wär so 'n Basic Equipment und was ist dann vielleicht so die fortgeschrittenen Stufe, wenn man dann paar Tage länger unterwegs sein möchte? Sabrina: Mhm. Nele: Also in welcher Reihenfolge würdest du bei der Anschaffung vorgehen, damit man jetzt halt nicht ganz so viel Geld direkt am Anfang ausgibt und sich überausrüstet? Sabrina: Das ist die bessere Frage. Auf die andere hätt ich nämlich keine Antwort. Ich würd auf jeden Fall anfangen mit der Satteltasche oder mit Taschen, die hinten am Fahrrad hängen, weil man da eigentlich das meiste Gewicht haben möchte, also die Arschrakete oder die Gepäckträgertaschen. Dann würd ich mir auf jeden Fall 'ne Rahmentasche dranhängen. Sabrina: Ähm, einfach weil da die Sachen reinkommen, die man während der Fahrt auch schnell, ähm, erreichbar haben möchte. Und es kommt so 'n bisschen drauf an, was man alles in die Taschen reinpackt. Wenn ich jetzt mit dem Zelt unterwegs bin, dann kommt die Frontrolle noch mit dran. Wenn ich nur in festen Unterkünften übernachte, wo ich eigentlich nichts brauche, außer irgendwie noch mal vielleicht 'n Wechsel-T-Shirt zum Schlafen, dann könnte ich auch mit meiner Rahmentasche und meiner Oberrohrtasche fahren. Also das ist ganz individuell, je nachdem, was man machen möchte. Ich würd sagen, die wichtigsten Taschen sind eigentlich 'ne Tasche für hinten und 'ne Rahmentasche und damit kriegt man schon einiges unter. Nele: Und worauf sollt ich da bei der Auswahl achten, was Material, Befestigungsarten und so weiter angeht? Sabrina: Mhm. Hab ich gar keine Antwort drauf. Nele: Wir waren jetzt, also mein Mann hatte sich jetzt nämlich, äh, für vorne zwei sehr günstige Taschen gekauft, auch in dem Wissen, dass da die Befestigungen halt nicht von langer Dauer sein werden. Die werden jetzt dann ausgetauscht. Da müssen wir jetzt gucken, was wir da für 'n Frankenstein wieder bauen. Und, äh, bei den hinteren Taschen, die sind, die waren auch 'n bisschen teurer. Ich glaub, die sind von Ortlieb oder so. Sabrina: Mhm. Nele: Ähm, da gibt's halt so 'n Befestigungssystem, da zieht man an so 'n, wie so 'n Henkel und dann öffnet sich der Mechanismus und das ist halt wie so 'n Schnellverschluss, aber sehr stabil. Und andere, die sind halt nur so zum Anklippen, wo ich dann denke, na ja, die klipst du dreimal an und dann fliegt dir dieses Plastikteil um die Ohren. Sabrina: Mhm. Nele: Also so was meinte ich so, was, was es da für Mechanismen gibt und wo, wo du sagen würdest, na ja, achtet mal darauf. Gibt's vielleicht auch günstige Varianten, aber die haben dann verschiedene Schwachstellen. Sabrina: Mhm. Also jetzt bei dem Taschen-Setup, mit dem ich unterwegs bin, das ist so dieses klassische Bike-Setting-Ding, also Arschrakete, Rahmentasche, Frontrolle. Da ist eigentlich alles mit Klettverschlüssen festgemacht, also mit so Klettverschlussbändern. Ähm, ja, ich würd drauf achten, dass es jetzt nicht die aller-,allergünstigsten Taschen sind. Also mit meiner Lidl-Tasche hätt ich jetzt nicht langfristig Spaß gehabt. Das war dann für eine Tour war die okay, aber langfristig hätte sie mich frustriert. Ähm, ja, also es gibt schon relativ günstige Anbieter, würd ich jetzt auch sagen, so die Decathlon-Taschen, die sind solide. Oder bei Amazon gibt's zum Beispiel RhinoWalk. Nele: Mhm. Sabrina: Die haben auch 'ne super Qualität, da fahr ich auch mit. Die sind jetzt nicht am oberen Ende der Preisskala. Und wenn man's übertreiben will, kann man natürlich auch 120 Euro für 'ne kleine Snacktasche bezahlen, was absurd ist. Nele: Ja, das ist ja, da sind wir in Deutschland ja auch ganz groß, dass man immer bei jedem neuen Hobby, da macht sich der Halil immer so 'n bisschen lustig, ähm, dass wir bei jedem neuen Hobby als erstes Mal die, die Profiausrüstung schon am Start haben. Also da kann ich mich leider auch nicht ganz ausnehmen. Wir haben hier auch 'n Yoga-Ausrüstungsfriedhof zum Beispiel. Ähm, also ja, man kann sicherlich 'n bisschen günstiger starten. Ich bin halt immer dafür, dass man nicht den absoluten Schrott kauft, weil der wandert dann nach zweimal benutzen wieder auf 'n Müll und das ist ja auch nicht nur 'ne Geld-, sondern auch 'ne Umwelt- und Ressourcenfrage- Sabrina: Genau Nele: ... dass man halt so 'n bisschen guckt. Und wir haben zum Beispiel bei Decathlon mit ganz viel von unserer Campingausrüstung sowohl hier als auch in Mexiko sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht. Sabrina: Mhm. Nele: Also grade auch so Sachen, die wir wirklich nur als Temporärlösungen gekauft haben, weil wir eigentlich dachten, wir würden irgendwann noch mal was Vernünftiges bauen. Sabrina: Und die sind fast eingezogen. Nele: Halt die, aber so was von, also zum Beispiel hier diese aufblasbaren Isomatten aus der ersten Generation, die sind der Hammer. Die haben wir uns für unseren Camper nur gekauft, um da mal 'n paar Mal drauf zu schlafen und jetzt wollen wir nix anderes mehr, weil die einfach top sind. Sabrina: Ja. Nele: Ja, auch Schlafsäcke. Ja, echt. Sabrina: Ja. Nele: Ja. Schlafsäcke sind auch gut und ja, Satteltaschen oder nicht, ähm, welche Packtaschen hattest du jetzt gesagt von Decathlon? Sabrina: Ähm, eigentlich auch, ich denke alle. Also ich hab jetzt noch keine von denen wirklich im Gebrauch gehabt, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die schlecht sind. Also grade wenn man einsteigt, dann muss man auch so sein, sein perfektes Setup noch so 'n bisschen finden. Nele: Mhm. Sabrina: Und die Tasche, die man sich als Allererstes kauft, das wird nicht die Tasche sein oder ist unwahrscheinlich, dass das die Tasche ist, die ich dann auch in fünf Jahren noch fahre. Nele: Mhm. Sabrina: Also das darf auch mal durchtauschen, durchrotieren und da ist auch der Gebrauchtmarkt wieder ziemlich gut. Also Bikepacking ist ja so 'n Trend grade. Nele: Mhm. Sabrina: Man kann gebrauchte Taschen bei eBay Kleinanzeigen kaufen und man kann seine Taschen auch wieder verkaufen, wenn sie da, wenn sie nicht passen. Nele: Ja, also das ist auf jeden Fall 'n guter Hinweis. Das versuchen wir auch uns immer mehr zur Gewohnheit zu machen, vor Neukäufen erst mal bei Kleinanzeigen reinzugucken. Sabrina: Ja. Nele: Oft findet man was, manchmal findet man nix, aber das kostet ja einen ja auch jetzt nicht wahnsinnig viel Lebenszeit, sich da mal umzugucken und da kann man wirklich ganz tolle Schnäppchen machen. Der Halil hat zum Beispiel jetzt dieses Fahrrad, was wirklich 'ne ganz tolle, ähm, ich könnt's dir nicht sagen, was es ist. Er, er hat's mir erklärt, aber ich konnt's mir nicht merken, aber auf jeden Fall irgend 'n Modell, was, was sehr gefragt ist, was sie ihm jetzt auch schon in der Fahrradwerkstatt gerne abkaufen wollten und so, hat er dafür, ich glaub, 40 Euro geschossen. Also auch Sachen, wo manchmal, wo die Leute einfach Dinge loswerden wollen oder auch gar nicht wissen, wie viel es eigentlich wert ist noch. Und das lohnt sich auf jeden Fall da mal reinzuwerfen, grade auch im, äh, in, in städtischen Gebieten, wo ja wahnsinnig viel, äh, dann da weggeht. Und was ist so in puncto Material, was ist da so aktuell der Standard bei diesen Taschen? Ist es so, also Kunststoff natürlich, aber was sind das für Gewebe? Sabrina: Ich hab keine Ahnung. Nele: Aber auf jeden Fall, denk ich mal, wasserdicht, ne? Sabrina: Also es ist relativ leicht, genau, also relativ leichtes Material, relativ wasserdicht. Ja. Nele: Dann haben wir uns jetzt die Behälter angeguckt. Jetzt will ich natürlich unbedingt wissen, was alles rein muss, weil da kommt's ja, wir sagen ja schon immer beim, beim Camping kommt's auf jeden Zentimeter und auf jedes Gramm oft an, je nach Zuladung. Aber jetzt natürlich, wenn ich alles auch noch persönlich bewegen muss, dann erst recht und da würd ich jetzt dich bitten, dass du uns einmal durch so dieses klassische Setup durchfähr... du durchfährst, ja, vor allem durchführst und was auch wo reingehört, weil ich geh mal davon aus, dass auch beim Bikepacking sehr stark auf die Gewichtsverteilung ankommen wird, wenn's dann drum geht, dass das Fahrrad im Gleichgewicht bleibt und dass man irgendwie sich vielleicht 'n bisschen weniger anstrengt, wenn das Gewicht anders verteilt wurde. Sabrina: Genau. Also erst mal, das ist auch super individuell, was man mitnimmt. Also da ist wie beim Camping auch oder beim Trekking, also Trekking wird's wahrscheinlich eher treffen, so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Ähm, ich hatte jetzt dabei in, ich kann auch das direkt mit den Taschen zusammenbringen. Nele: Ah ja, super. Sabrina: Das ist vielleicht ganz praktisch. Also ich hatte jetzt in meiner, äh, Satteltasche, also hinten in der Arschrakete, hatte ich Wechselkleidung drin oder Schlafkleidung. Das war einfach 'ne Leggings, 'ne Unterhose, 'n paar Socken und 'n Merinoshirt. Dann hatte ich da noch Ersatzsocken fürs Fahrrad mit und 'ne Ersatzfahrradhose, also 'ne Ersatzbib. Die hätte ich jetzt im Nachhinein nicht unbedingt gebraucht. Dann hatte ich da drin meinen Schlafsack, meine Isomatte, den Biwaksack und noch mal so 'ne dünne Daunenjacke. Also das komplette Schlafsetup und Wechselklamotten. Sabrina: In der Rahmentasche unten, also ich hatte zwei Rahmentaschen, eine Oberrohrtasche und eine unterm Rohr. Unten hab ich 'n Zipperbeutel mit Powerbanks und Ladegeräten und einen Zipperbeutel mit meinem Badezimmer, was auch sehr reduziert ist. Also das ist 'ne Zahnbürste, Zahnpasta, 'n Shampoo, mit dem ich auch dusche, 'n Deostick und, ähm, Kontaktlinsen Oder Kontaktlinsenflüssigkeit und noch mal ein paar Ersatzkontaktlinsen. Also auch deutlich weniger, als ich zu Hause benutze. Und, ähm, hatte da, glaub ich, auch noch so meinen Spork drin und Erste Hilfe- Nele: Das ist so 'ne Kombi aus Löffel und Gabel, richtig? Sabrina: Genau. Nele: Mhm. Sabrina: Ähm, ja, Erste Hilfe, feuchte Babywaschlappen sind das, glaub ich. Also die sind super. Damit kriegt man Kettenöl von den Fingern und kann sich im Zweifel auch mal damit den kompletten Körper abwaschen, wenn man keine Dusche hat abends. Genau, das war die Unterrohrtasche. Ähm, in der Oberrohrtasche hab ich eigentlich alles, was ich tagsüber easy access brauche. Und da ist vorne drin 'nen Zipper Beutel mit Süßigkeiten, also hauptsächlich mit Weingummi in verschiedenen Geschmackssorten. Da hab ich Riegel drin oder Nüsschen. Also im, der vordere Teil ist eigentlich komplett für Snacks reserviert. Nele: Mhm. Sabrina: Und im hinteren Teil hab ich dann so Sachen wie, ich hatte jetzt UV-Armlinge dabei, also Sachen, die ich mir halt noch über die Arme ziehen kann, um vor der Sonne geschützt zu sein. Ich hatte da noch 'n extra Schlauchtuch mit drin und Sabrina: mein, ich hab 'n ganz kleines Fahrradschloss, das war da mit drin. Also alles so 'n, so 'n Kleinscheiß, an den ich auch schnell rankommen möchte. Nele: Schlauchtuch ist so dieses Kombiding, was man als Schal, als, als Stirnband und so wei..., oder als Mütze verwenden kann, ne- Sabrina: Genau, so'n Buff. Nele: Mhm. Sabrina: Genau, dann hatte ich vorne am Lenker meine Snack Bag und, äh, ja, die sagt eigentlich schon, was drin war. Snacks, mehr Snacks, mehr Essen. Zwischendurch auch mal, äh, 'ne Flasche Cola oder 'n, so 'n, ähm, gekühlten Kaffee aus'm, also 'n Kaffee aus'm Kühlregal. Also ja, multifunktionell das Ding. Da hatt ich noch 'n Labello drin, weil ich sehr schnell Sonnenbrand auf der Lippe kriege. Päckchen Tempos, also auch wieder Sachen, wo ich schnell drankommen möchte. Und am Lenker hatt ich dann noch 'ne ganz kleine Lenkertasche, wo meine Regensachen drin waren, Regenhose, Regenjacke. Nele: Und wie versorgt man sich da unterwegs? Oder wie versorgst du dich unterwegs mit Wasser, wenn du jetzt auch in Gegenden unterwegs bist, wo du jetzt vielleicht nicht du von einem Dorf ins nächste fährst? Sabrina: Ich versuche eigentlich, es so zu handeln, dass meine Flaschen immer voll sind. Also ich hab ungefähr anderthalb Liter dabei und wann immer das möglich ist, füll ich die einfach auf, egal wie viel Wasser noch drin ist. Und das mach ich meistens irgendwie an Tankstellen oder dass ich mir im Supermarkt mal 'ne Flasche Wasser kaufe, was ich jetzt im Alltag auch nie machen würde. Oder auch mal, wenn jetzt jemand im Garten ist, wo ich dran vorbeikomme, dass ich dann frage, ob ich da mal kurz 'n Gartenschlauch einhängen darf. Ich hab auch schon mal bei Leuten geklingelt. Da sagt in der Regel auch niemand: „Nee, schaff dich fort, du kriegst kein Wasser", sondern die meisten Leute sind da wirklich superlieb und unterstützen einen. Nele: Wär ja auch schlimm, wenn man nicht mal mehr, wenn man nicht mal mehr 'n Schluck Wasser bekommt von den Leuten, also. Sabrina: Ja, ich glaub, dann haben die Leute 'n extrem schlechten Tag. Nele: Und wie verpflegst du dich sonst so? Was, was isst du da? Hast du 'nen Kocher dabei oder gehst du eher dann irgendwo dir was mitnehmen? Sabrina: Mhm, 'n Kocher hab ich nicht mehr dabei. Den hatte ich letztes Jahr auf meiner Tour in der Toskana mit und hab dann einmal Kaffee drauf gekocht, damit ich ihn wenigstens einmal benutzt habe. Also den brauch ich nicht. Ich versorg mich in der Regel über Supermärkte, Tankstellen und Bäckereien. Und vielleicht abends dann auch mal, dass ich mich irgendwo hinsetze und mal was Richtiges esse. Sabrina: Aber ja, in der Regel esse ich sehr viele Süßigkeiten, sehr viele Riegel. Sabrina: Und, ähm, mein Körper sagt mir, worauf er grade Lust hat oder was er grade braucht. Das hatte ich jetzt, ähm, da hatte ich absolut Heißhunger auf Ayran. Nele: Oh. Sabrina: Also Proteine und Salz. Nele: Mhm. Sabrina: Und ja, dann kauf ich mir unterwegs mal so 'n Ayran. Oder wenn ich Vitamine brauche, dann hab ich halt auch die ganze Zeit so 'n Obst im Kopf, wo ich, also was ich im Alltag eigentlich gar nicht esse oder so. Ich hab das ganz oft, dass ich dann an Orangen denke den ganzen Tag. Und wenn ich dann 'ne Orange esse, dann ist es so: „Ach ja, jetzt ist wieder gut." Das hatt ich jetzt mit Pfirsichen. Nele: Ich hatte wahrscheinlich die ganze Zeit Hunger auf Eis, weil ich hab eigentlich auch immer Hunger auf Eis. Sabrina: Ja, Eis hab ich auch viel gegessen. Ähm, viel Weingummi, viele Laugenstangen. Ich hab oft Lust auf Herzhaftes, aber snacke dann unterwegs halt auch Süßes. Ja, also ich glaube so, dass die Regel beim Bikepacking oder bei 'ner Radreise ist, einfach den ganzen Tag essen und so viele Kalorien wie möglich in diesen Körper reinstopfen, damit er auch weiterhin Lust hat, diese Tortur mitzumachen. Nele: Hätt ich mir jetzt ganz anders vorgestellt. Ich hab gedacht, dass man da besonders dann drauf achtet, dass man sehr vitamin- und mineralstoffreich sich ernährt, auf so, vor allem so langen Touren dann. Wochenende ist es sicher egal, aber Interessant. Sabrina: Nee. Nee, also ich ess unterwegs wirklich nur ungesunden Scheiß. Nele: Und Nüsse. Sabrina: Oder viel und Nüsse. Genau, aber auch Pommes, Pizza, Döner. Nele: Ach krass. Sabrina: Alles rein. Alles, was irgendwie Energie gibt. Nele: Also auch wenn's nur schnelle Energie ist, also sprich irgendwie so leere Kohlenhydrate und so. Sabrina: Genau, ja. Nele: Und klamottentechnisch, du hattest vorhin schon so 'n bisschen aufgezählt, dass du sehr wenig dabei hast. Du hattest, du hattest, äh, 'n Merino-Shirt mit genannt. Das ist ja auch 'n Material, was wir selber sehr mögen. Ich vor allem, weil man, also das ist 'ne, ähm, besondere Wolle, Schafwolle, ähm, die eben sehr temperaturausgleichend wirkt und was ich halt vor allem dran liebe, grade auch so, wenn ich auf Flugreisen bin oder auch beim Campen, dass du nicht stinkst wie in so Kunstfasern. Ich weiß nicht, wie du, wie das bei dir so ist, aber ich merk das halt bei mir, dass ich extrem schnell stinke, wenn ich irgendwie Polyester trage oder Ähnliches. Und viele von diesen Funktionsklamotten, die man so vom, vom Trekking, also aus den Outdoorläden auch kennt, die haben halt wahnsinnig viel Kunstfaseranteil mit drin. Mhm. Zu Merino muss man auch offenerweise dazu sagen, wer jetzt vegan lebt oder vegetarisch, für den ist das vielleicht nicht, äh, das geeignete Material, weil das halt 'n tierisches Produkt ist und bleibt. Ähm- Sabrina: Und auch nicht immer fair produziert wird. Nele: Wollte ich grade drauf kommen. Also die, die Praktiken, mit denen die Wolle gewonnen wird, die sind teilweise noch immer sehr brutal, also alles andere als tierwohlfördernd. Es gibt Produkte, die zumindest Labels tragen, wo das verhindert werden soll. Ähm, ob das dann vor Ort auch immer so eingehalten wird, das wissen wir aus unseren Schlachthöfen auch, was da so alles passiert unter irgendwelchen Tierwohllabeln. Ähm, ich will's nur dazu sagen, weil das halt was ist, was man sich, wenn man irgendwie nachhaltig und ethisch leben möchte, überlegen muss. Ich hab's für mich entschieden, dass es in 'nem kleinen Rahmen mit drei, vier Shirts vertretbar ist für mich persönlich. Und es ist 'n ganz tolles Material einfach. Wer aber 'nen ähnlichen Effekt erzielen will, der kann auch so was wie Tencel oder so was, ähm, nehmen. Das sind auch Naturfasern. Ist nicht genau wie Merino Wolle, meiner Erfahrung nach. Ich weiß nicht, ob du's auch schon ausprobiert hast, aber hat auch so kühl. Dann sag du doch was darüber, du bist ja die Sportliche von uns beiden. Ich hab ja nur, mach ja nur Hundespaziergänge und, äh, ja. Sabrina: Boah, ich seh mich jetzt aber auch nicht als die krasse Sportlerin. Nele: Entschuldigung. Sabrina: Ich sollte damit mal anfangen. Nele: Alles klar. Sabrina: Nee, mit, mit Merino halt ich's ähnlich wie du. Also ich hab da so meine, ich glaube, zwei Merino-Outfits, also Leggings, Oberteil und die werd ich einfach tragen, bis die auseinanderfallen. Sabrina: Und ja, Tencel, ähm, hab ich auch schon mal ausprobiert oder hab ich auch 'n paar Kleidungsstücke. Funktioniert auch gut. Es gibt noch so 'n Ersatzstoff, der wie 'ne pflanzliche Seide ist. Ich weiß jetzt grad nicht, wie er heißt. Ähm, und den fand ich auch ganz gut. Nele: Also ich hab jetzt hier bei zum Beispiel 'n Tencel-Shirt an. Das ist schon uralt, das hab ich Jahre. Wenn man die genauso wie die Merino-Shirts pfleglich behandelt und immer im Wäschesack wäscht und, ähm, halt nicht einfach in die Maschine schmeißt, dann halten die Sachen auch richtig lange. Ich hab meine ersten Merino-Shirts, die hab ich mir gekauft, als wir mit dem Campen angefangen haben 2013, ja. Und die haben jetzt Löcher, aber die werden auch noch aufgetragen. Sabrina: Mhm. Nele: Ähm, von daher, also da hat man schon dann auch für einige Jahre was. Sabrina: Genau. Es ist jetzt auch kein Fast-Fashion-Produkt. Nele: Nee, gar nicht. Ist auch zu teuer für Fast Fashion, sag ich mal so, wenn da so 'n T-Shirt 80 Euro kostet. Also ich hör da raus, du bist jetzt auch nicht ausgestattet wie 'n, äh, Tour-de-France-Profi mit, äh, mit, äh, dem kompletten Trikot und Programm und Funktionskleidung. Sabrina: Hab ich auch. Nele: Hast du auch? Sabrina: Hab ich auch alles. Also grad als ich angefangen hab, hatt ich noch so dieses oder hab ich halt so bei den anderen Leuten, die das gemacht haben, einfach so diesen Dresscode gesehen und hab mir dann natürlich auch meine Trikots gekauft. Find ich auch sehr praktisch, weil man hinten am Rücken noch mal Taschen hat. Nele: Ah, okay. Sabrina: Genau, aber ich fühl mich in Trikots oft wie 'ne Wurst, weil die natürlich eng anliegen und sehr aerodynamisch sind und ja. Nele: Und wir sind nicht ganz so aerodynamisch, wir beide, genau. Sabrina: Richtig. Ich würd mal sagen, wir haben so Durchschnittskörperformen. Nele: Mhm. Sabrina: Also- Nele: Mit 'n bisschen viszeralem Bauchfett dabei. Man kann's ja offen sagen. Sabrina: Richtig, mit so 'm kleinen Röllchen, was da mal rausspringt. Nele: Mhm. Sabrina: Und ja, ich fühl mich persönlich in so Trikots nicht immer wohl und mir ist es wichtig, dass ich mich unterwegs wohlfühle. Hab dann nach Alternativen geschaut und bin jetzt auf das sogenannte Partyhemd gekommen. Nele: Was ist ein Partyhemd? Sabrina: Das, das, ähm, Produkt, was ich da benutze, heißt Party Shirt, Party Tech Shirt oder so. Es ist, ähm, wie 'ne Bluse, also auch aus so 'nem Kunststoff oder ja Kunstfaser, ist aber luftig. Es, die haben schöne Drucke, also die sehen cool aus. Ich hab da eins mit Flamingo-Aufdruck und das ist einfach, es strömt Urlaub und entspannt aus und Partytour. Nele: Also wenn ich Partyhemd, äh, Party Shirt eingebe, dann kommen saufende Biber und Waschbären. Das scheint nicht das zu sein, was ich suche. Vielleicht kannst du mir da 'n Link zukommen lassen, was, dass die Leute, die uns zuhören- Sabrina: Das kann ich machen. Nele: Cool. Sabrina: Also es ist einfach, es ist 'ne Bluse mit 'nem witzigen Aufdruck, die 'n bisschen lockerer sitzt. Es ist jetzt auch kein, kein besonders verrücktes Item. Nele: Aber sind das dann, also ist es so 'n, so 'n Radding oder ist es einfach halt 'n Partyhemd? Also normales- Sabrina: Also das ist jetzt schon von 'ner Radmarke. Nele: Mhm. Sabrina: Ich mein, ich würd auch knall..., also hätt ich das nicht gefunden, hätt ich mir knallhart irgendwie 'n Wanderhemd oder so gekauft. Also da war mir einfach wichtig, dass der Stoff schnell trocknet, dass es luftig ist und dass es jetzt nicht so 'n, so 'n schweres Flanell Baumwoll- Nele: Mhm Sabrina: ...Shirt ist oder so. Nele: Und wäschst du unterwegs dann auch mal? Und wenn ja, wie? Oder nimmst halt genug mit für die paar Tage? Sabrina: Ich nehm definitiv nicht genug mit für die paar Tage. Ich, ähm, versuch die Sachen abends zumindest mal mit Wasser im Waschbecken durchzuwaschen und dann im Handtuch zu trocknen. Da gibt's ja so diese Donut-Methoden oder wie die alle heißen, wo man das, jetzt so 'ne Hose ganz fest in 'nem Handtuch einwickelt und dann da drauf rumstapft, dass da möglichst viel Wasser rausgeht, dass die dann morgens möglichst trocken wieder sind. Ja, und wenn das, ähm, wenn ich das nicht hinbekomme, weil's kein fließend Wasser gibt, hab ich jetzt zum ersten Mal und es klingt wirklich räudig, aber es hat funktioniert. Ich hab so 'n feuchtes Tuch genommen und bin damit einmal quasi durch die Bib so 'n bisschen durchgewischt. Einfach fürs Gefühl, dass sie vielleicht 'n bisschen frischer ist, wenn ich sie dann anzieh. Nele: Was ist 'ne Bib? Ist das die Radlerhose? Sabrina: Genau, das ist die Radhose mit Trägern. Nele: Ach krass. Hast du so, so 'n richtiges Borat Outfit hast du dann an. Sabrina: Mit, mit Beinen. Nele: Ach so, okay. Herrlich. Sabrina: Oben Borat, unten Radhose. Nele: Okay. Ach, es ist Wahnsinn. Ja, das, ähm, steht mir dann hier auch alles noch bevor, mir das anzugucken, hier am Ehemann vielleicht. Er, er, er sagt ja immer nein, also er fährt mit normalen Shorts, aber ich glaub, wenn man dann wirklich mal längere Touren macht, dann gewöhnt sich die normalen Cargo Shorts ganz schnell ab. Sabrina: Ja. Also es macht schon Sinn, 'n Polster in der Hose zu haben. Nele: Mhm. Sabrina: Grade wenn man viele Stunden im Sattel sitzt. Nele: Auch wenn man nicht vorhat, noch Kinder zu zeugen. Sabrina: Richtig. Nele: Okay. Ja, ich würde sagen, mit diesen schönen Bildern schließen wir die Folge eins ab. Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir vielleicht alles in eine Folge kriegen, aber es fehlt ja noch komplett dieses ganze, äh, Thema: Wie plane ich meine erste Tour? Wo fang ich an? Ähm, wie, wie arbeite ich so 'ne Route aus? Was mach ich unterwegs, ne? Dann hast du auch gesagt, du bringst uns vielleicht noch 'n paar Anfängerfehler mit, die dann vielleicht unsere Hörerinnen und Hörer nicht begehen müssen, weil du sie schon erledigt hast. Sabrina: Oh ja, alle davon. Nele: Sehr gut. Das ist doch die beste Voraussetzung und dafür würd ich mir gern noch 'ne eigene Folge Zeit nehmen, damit wir da jetzt nicht so drüber hudeln müssen. Sabrina: Ja. Nele: Und dann würd ich sagen, dann, äh, ja, sehen und hören wir uns wahrscheinlich schon nächste Woche wieder. Und ich bedank mich ganz herzlich bei dir. Ihr Lieben da draußen bleibt auf jeden Fall dran und ihr hört dann Sabrina in einer oder in zwei Wochen an dieser Stelle wieder. Abonniert uns in der Zeit und folgt natürlich auch Sabrina. Ihr findet die ganzen Informationen zu ihr wie immer in den Show Notes. Ja, und dann frohes Schwitzen. Sabrina: Ich würd noch sagen, setzt euch einfach mal aufs Fahrrad bis dahin. Nele: So sieht's aus. Bis denne. Tschüss. Sabrina: Tschüss.

Sebastian Vogt

Ich bin Sebastian Vogt, der Technik-Experte und Redakteur für smarte Lösungen und Gadgets bei CamperStyle. Meine Expertise ist fundiert durch sechs Jahre dauerhaftes Leben im Wohnmobil als Digitaler Nomade. Ich weiß aus First-Hand-Experience, welche Technologien im mobilen Alltag zuverlässig funktionieren und welche nicht. Daher schreibe ich hauptsächlich über Stromversorgung, Fahrzeugzubehör und die Digitalisierung unterwegs. Ein wichtiges Kapitel dieser Reise waren unsere drei geretteten Hunde – so teile ich zusätzlich meine fundierten Erfahrungen und Tipps rund um das Thema Camping mit Hund. Meine Lieblingsspots? Immer dort, wo ich einen Stellplatz am Wasser finde.

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