Das Transkript der Folge
Diese Zusammenfassung wurde von einer KI erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten. Es dient zum schnellen Nachschlagen der in der Episode besprochenen Themen. Anhand der Zeitstempel sind diese dann einfach im Podcast nachzuhören.
Nele: Hallo und herzlich willkommen zur Camper Style Kaffeepause, deiner kleinen Portion Camping für zwischendurch. Ich bin Nele.
Sebastian: Und ich bin Sebastian und heute geht's ums Blitzen.
Nele: Ja, und zwar nicht um das Blitzen, das euch dann, äh, 'n Knöllchen ins Haus beschert, sondern um das, was grade ganz oft in Deutschland stattfindet, nämlich in Form von Gewittern. Und wir wollen da mal uns die Sicherheitslage anschauen, also in welchen Fahrzeugen oder in welchen Zuständen ist man bei Gewitter sicher? Was sind vielleicht auch Mythen, die sich hartnäckig halten? Was ist überhaupt dieser sogenannte Faraday'sche Käfig? Und ja, da haben wir uns ganz viele verschiedene Quellen mal angeschaut, weil eben auch viel Halbwissen kursiert. Ehrlich gesagt auch, äh, in unseren Köpfen wahrscheinlich oder zumindest in meinem. Und ja, wir haben uns da informiert auf, äh, zum Beispiel der Website des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik. Die haben 'nen eigenen Bereich, äh, zum Thema Blitzschutz und Blitzforschung, also kurz VDE, dann den dazugehörigen Ausschuss und bei internationalen Verbänden für Elektrotechnik, zum Beispiel Österreich, Schweiz. Da waren sehr, sehr viele interessante Informationen. Wir haben auch 'n bisschen was vom ADAC abgegriffen, wobei sich da die Quellen teilweise widersprechen. Und, ähm, ja, wir sagen auch so 'n bisschen was zur Einordnung. Sebastian fand teilweise die Information etwas dramatisch. Da müssen wir gleich auch 'n Blick drauf werfen. Ja, so viel zur Vorrede.
Sebastian: Na ja, dramatisch nicht die Information, sondern wir haben mit KI-Assistenten recherchiert und der hatte heute, finde ich, einen sehr starken Hang zum Drama. Hm, ist 'n gefährliches Thema, aber wir wollen's doch halbwegs nüchtern betrachten. Ähm, ja, steigen wir mal in das ganze Thema ein. Also ich, ich denke, was 'n Blitz ist, müssen wir jetzt niemandem groß erklären. Da kommt eben ganz viel Spannung aus 'ner Wolke auf die Erde. Es gibt auch Blitze, die zwischen Wolken stattfinden und 'ne ganze Menge wirklich lust-, nee, nicht lustiger, aber krasser Blitzphänomene, aber wir gehen mal heute so vom Standardblitz Wolke Erde aus. Also da sind Hunderte Millionen von Volt und viele, viele zig Zehntausend Ampere, also 30.000 Ampere bis 200.000 Ampere können da durchaus stattfinden. Ähm, die Zahlen haben wir vom, vom VDE beziehungsweise von der Firma, äh, ABB, die sich in dem Bereich sehr viel beschäftigen, ähm, die halt eben auch-
Nele: Ganz kurz, ABB ist der Ausschuss für Blitzschutz und Blitzforschung, keine Firma.
Sebastian: Ach so, ich kenn ABB auch als Unternehmen lustigerweise.
Nele: Ah, okay, nee.
Sebastian: Dann ist es quasi, äh, vom einmal dem Verband, der auch die, die Richtlinien rausgibt für, äh, Arbeit mit Strom, als auch eben dem, äh, Verband, der zu Blitzschutz forscht. Und damit ihr mal so 'n Gefühl dafür habt: In unseren Wohnungen sind die Leitungen meist für 16 Ampere ausgelegt. Äh, das heißt, wir haben beim, bei 'nem Blitz, selbst wenn er, äh, nur 30.000 Ampere hat, das Fünftausendfache, nein, das ist falsch gerechnet, das Zweitausendfache, äh, mindestens bis zu deutlich mehr, was da quasi passiert. Und da die Luft da auch sehr heiß wird, weil, äh, Strom macht, äh, eben auch warm, äh, weil's da 'n hohen Widerstand gibt durch die Luft, äh, bis zu 30.000 Grad, äh, sagt der Deutsche Wetterdienst. Äh, deswegen gibt's den Donner, weil die Luft sich eben schlagartig mit, ähm, Schallgeschwindigkeit ausdehnt und das ist das, was wir dann hören. Das ist übrigens lustigerweise auch das, was wir beim Hubschrauber so laut hören. Das sind nämlich die Rotorblattspitzen, die auch Schallgeschwindigkeit erreichen und deswegen auch stellenweise so knallen. Nicht immer, aber manchmal, wenn der besonders laut ist. Joa, das mal zum Blitz.
Nele: Ja, und wer jetzt in den letzten Tagen, Wochen immer mal wieder aus dem Fenster geguckt hat, der hat viele Blitze gesehen. Ich zumindest. Neulich alleine in drei, vier Ortschaften, als ich, äh, von meinen Eltern nach Hause gefahren bin jetzt am Wochenende. Und wir haben uns mal den Blitzatlas angeschaut für 2025. Es gibt zwei Organisationen, also, äh, beziehungsweise tatsächlich jetzt hier zwei Firmen. Ähm, ALDIS, äh, ist 'ne Firma aus Österreich, Austrian Lightning Detection and Information System, ähm, und Blitz mit D, Blitz- und Informationsdienst, ursprünglich von Siemens und später dann von ALDIS übernommen. Ähm, da wurde festgehalten, dass es 2025 rund 100.000 Erdblitze in Deutschland gegeben haben soll. Überraschenderweise 'n relativ niedriger Wert. Also zum Vergleich: In 2024 sollen's doppelt so viele gewesen sein in etwa. Die Blitzhauptstadt liegt im Allgäu in Kaufbeuren mit 1,23 Blitzen pro Quadratkilometer, ähm, und im ganz hohen Norden in Kiel sechs Blitze im ganzen Jahr. Das ist also das Schlusslicht. Find ich ganz spannend, sich das mal anzuschauen. Ähm, was aber viel wichtiger ist als jetzt diese reinen Statistiken, sind natürlich die Personenschäden und da werden die Daten seit 2000 erfasst. Ähm, da gibt's im Schnitt ungefähr 52 Blitzunfälle mit Personenschäden pro Jahr. Darunter ungefähr 110 Verletzte und vier Tote. Ähm, VDE sagt hier selbst, dass das Mindestwerte sind, weil die aus den Medienberichten erhoben werden und man kann damit rechnen, dass eben da auch 'ne gewisse Dunkelziffer da ist, aber ich finde das schon erheblich und deswegen war jetzt auch der Anlass, dass wir jetzt heute noch mal 'n bisschen eingehender darüber sprechen.
Sebastian: Und bevor wir gleich in das Thema Sicherheit reingehen: Ähm, Blitze sind nicht nur gefährlich, sondern ich finde auch teilweise schön, wenn auch vielleicht manchmal 'n bisschen erschreckend. Und wer das nicht wusste, es gibt spezielle Apps für Smartphones, mit der man Blitzfotografie machen kann. Die nutz-
Nele: Ah, ich wusste das nicht
Sebastian: Die Sensoren der Handys, um quasi den Blitz zu erkennen, um dann so schnell wie möglich ein Foto zu machen. Und damit kann man wirklich ziemlich coole Blitzfotos erstellen, wenn man das, äh, i-iPhone, also bei mir ist iPhone, bei anderen das Android, quasi so 'n bisschen auf 'n kleinen Stativ auch, äh, ins Fahrzeug stellt, kann man da sehr geile Fotos machen. Also ich hab das, ist jetzt lange her, ich glaub bestimmt 10, 15 Jahre, dass ich das letzte Mal getestet habe, hat sich bestimmt weiterentwickelt, kann man ziemlich spektakuläre Bilder generieren. Das so als, äh, kleines Nischenwissen am Rande. Einfach in die App, in den App Stores nach Blitzfotografie und Lightning-Fotografie suchen. Da wird man die Apps auf jeden Fall finden.
Nele: Okay. Ja, dann kommen wir jetzt zum Faraday'schen Käfig. Das haben sicher viele von euch schon gehört, wenn nicht sogar die meisten, äh, wird ja auch in der Schule durchgenommen. Ähm, man hört sehr oft, dass man beim Camping halt einfach im Fahrzeug bleiben soll, weil sich da sozusagen dieser Faraday'sche Käfig bildet oder weil die, weil die Fahrzeuge ein Faraday'scher Käfig sind. Und das ist halt 'ne, 'ne Richtlinie, die kann man jetzt so nicht einfach stehen lassen, weil es gibt da unterschiedliche Ausprägungen dieses Käfigs, ähm, weil die eben, ja, die, die Sicherheit im Fahrzeug ist eben auch so 'n Stück weit materialabhängig und das war uns jetzt eben 'n Anliegen, das mal für euch so 'n bisschen genauer aufzudröseln, damit man sich da fal..., nicht in falscher Sicherheit wiegt.
Sebastian: Erst mal ganz kurz: Käfig heißt, das Ding muss nicht geschlossen sein, sondern Käfig heißt tatsächlich, dass er wie ein Gitter gebaut ist und tatsächlich reichen da, ähm, sozusagen Lochgrößen von mehreren Metern aus. Also das muss jetzt kein engmaschiges Gitter sein, um einen Blitz zuverlässig aufzufangen und abzuleiten. Was viel wichtiger ist, dass es 'ne Verbindung zum Boden gibt, damit der Blitz eben auch abgeleitet werden kann. Und, ähm, demzufolge nimmt es erst mal grundlegend relativ viele Fahrzeuge mit, die dem Ganzen entsprechen. Wir können mal anfangen beim klassischen PKW. Ähm, der ist komplett oder nicht komplett, das stimmt nicht. Der ist ziemlich viel aus Metall gearbeitet, aus Blech besser gesagt, hat zwar Fenster drin, aber die sind eben durch Metall auch unterbrochen, sodass sich hier quasi eine Art Käfig bildet und der ist ja über die Räder mit dem Boden verbunden. Da denkt ihr jetzt vielleicht: „Na ja, die Räder sind aus Gummi." Gummi hab ich mal irgendwann gelernt, ist, ist 'n Isolator. Nutzen wir ja auch um unsere Kabel zum Teil herum. Das ist richtig, aber bei den großen Stromstärken, die hier quasi durchbrettern, geht das im Normalfalle durch die Räder durch, weil ihr ja auch, äh, meistens 'ne, äh, Metallfelge, also immer 'ne Metallfelge habt. Das heißt, die ist aus Aluminium oder aus Stahl und, ähm, das überspringt sozusagen auch dieses bisschen Gummi, was da dran ist. Und beim Campingfahrzeug, wenn ihr dann auch noch vielleicht die, die Stützen runtergekurbelt habt, die aus Metall sind und dann idealerweise auch noch nicht Kunststoff oder Holz zwischen Stütze und Erde habt, sondern Metallplättchen oder Metall, ähm, Platten, die natürlich schwer sind, dann habt ihr erst mal 'ne grundlegend sehr gute Erdung des Fahrzeugs und der Blitz sollte eigentlich abgeleitet werden. Das erst mal grundlegend, ja. Bei 'nem Kastenwagen funktioniert das sehr gut. Die sind aus Metall, die sind im Normalfall aus Blech gearbeitet. Merkt ihr häufig auch, wenn ihr in 'nem Kastenwagen, ähm, ein Handy oder, äh, irgendwie einen Router oder so was betreiben wollt, dann ist da drin manchmal der Empfang nicht so gut wie draußen. Es sei denn, ihr nutzt es grad vor 'nem Fenster. Das liegt genau daran, dass dieser Faraday'sche Käfig eben auch hier andersrum wirkt und eben auch die elektromagnetische Strahlung, also die Funkwellen, nicht so richtig gut nach draußen lässt. Fenster sind da aber 'ne entsprechend gute Lücke, weil bei diesen Funkstrahlungen, da müssen die Gitter quasi, die, die Gitterzellen viel, viel, viel feinmaschiger sein als bei so 'nem Blitz, der halt ein Hunderttausendfaches an Stärke, also vielleicht auch noch mehr hat.
Nele: Ja, jetzt haben wir grade vom PKW gesprochen. Dann, da müssen wir vielleicht noch eine Einschränkung machen. Die ist jetzt fürs Camping nicht so relevant, aber ich möcht's trotzdem nicht unerwähnt lassen. Beim Thema Cabrio, da widersprechen sich auch teilweise die offiziellen Quellen so 'n bisschen, also der VDE und der ADAC unter anderem. Ähm, VDE vertritt die Meinung, dass Cabrios keinen Schutz bieten, auch wenn das, äh, Verdeck geschlossen ist. Ähm, ADAC sagt, dass eben in fast jeder dieser Verdeckkonstruktionen Metallstangen stecken und das würde reichen. Ähm, ich würde da eher dem VDE folgen, ehrlich gesagt, weil der ist eben diese, ähm, ja, fachlich zuständige Stelle für das ganze Thema und da lieber auf Nummer sicher gehen. Und Ähnliches gilt eben auch für das Thema Wohnwagen, ne. Du hattest grade schon angesprochen, Kastenwagen sind eben eine Fahrzeugklasse, Kastenwagen, Campingbusse, also klassisch mit 'nem Metallaufbau. Aber bei den anderen Campingfahrzeugen wie Wohnwagen oder Wohnmobilen, da kommt's halt wirklich drauf an, wie die gebaut sind. Und, ähm, wenn der Aufbau mit Metallgerüst gebaut ist oder sogar 'ne metallene Außenhaut vorhanden ist, dann ist der Aufenthalt darin relativ sicher, wenn eben das zutrifft, was du grade gesagt hast, dass der, der Blitzstrom im Fall eines Einschlags eben sich den Weg zur Erde bahnen kann. Ähm, was keinen Schutz vor 'nem direkten Blitzeinschlag bietet, sind Wohnwagen und auch Wohnmobile ohne Metallgerüst oder eben ohne metallene Außenhaut. Und das ist ganz wichtig zu wissen und das kann man eben dann nur selber für sein eigenes Fahrzeug einmal überprüfen, weil, ähm, also ich wüsste jetzt nicht von allen Herstellern, was da genau in den Aufbauten verbaut ist.
Sebastian: Kann man auch genau genommen nicht für sich selber überprüfen, weil woher willst, also müsstest ja die Wand aufschrauben, äh, aufsägen, um zu wissen, ob da 'n Metallgerüst drin ist. Du kannst natürlich den Hersteller fragen. Was ziemlich klar ist, ob die Außenhaut aus Metall ist oder GFK. Das kann man noch eigentlich recht gut selber rausfinden. Ich behaupte, dass also alles, was dieses Hammerschlag hat, also diese, diese Noppenoberfläche, da könnt ihr ziemlich sicher sein, dass es Metall ist. Alles was glatt ist, müsst ihr halt gucken, wie sich's anfühlt. Ähm, Magnet zum Testen hilft nicht unbedingt, weil es ist meist 'ne Alu-Außenhaut. Alu ist nicht magnetisch. Ähm, aber das kriegt man meist noch raus. Im Zweifel mal Händler oder Hersteller fragen. Und wenn's 'n GFK-Modell ist, dann ist jetzt die nächste große Frage: Hat's halt 'n Metallgerüst im Aufbau oder ist es eben aus Holz? Kann man rausfinden, indem man die Wand aufsägt. Macht vermutlich niemand, macht auch keinen Sinn. Also auch da einmal fragen, äh, im Zweifel, wenn ihr euch da unsicher seid. Aber solang das irgendwie 'ne Außenhaut aus Metall hat, seid ihr da recht sicher. Ausnahme: GFK-Dach.
Nele: Ja.
Sebastian: Und dann habt ihr-- Auch hier ist dann wieder die Frage: Sind im Dach Metallstützen eingezogen oder ist Holz eingezogen? Und je nachdem kann eben so 'n Dach dann eine zu große Gittergröße quasi haben und euch nicht zuverlässig schützen. Ähm, die ganz normalen Dachluken und Klappen und die's alle gibt, die sind im Normalfall ja klein genug, dass sie euch bei 'nem Metalldach schützen. Also GFK-Dach, ähm, ist ja durchaus meistens ein Verkaufsargument für Wohnmobile, weil sie halt leichter sind. Ähm, kann eben bei 'nem Gewitter durchaus ein Problem sein. Alle, die mit 'm Wohnwagen unterwegs sind, haben ein bisschen größeren Vorteil. Die können sich halt einfach im Zweifel in den PKW vorne flüchten, wenn er in der Nähe steht, ähm, weil der ja im Normalfalle, wenn er kein Cabrio ist, äh, wiederum einen guten Schutz bietet.
Nele: Ja, und im Wohnmobil ist man auf jeden Fall in der Fahrerkabine am sichersten. Aber ich sag jetzt mal, wenn , wenn natürlich der Blitz in den Aufbau einschlägt und irgendwas Feuer fängt, dann macht es auch relativ wenig Sinn. Also da dann vielleicht irgendwelche Gemeinschaftsräume oder so aufsuchen, wenn eben Gewitter im Anmarsch ist.
Sebastian: Genau, also die Fahrerkabine halt bei teilintegrierten Fahrzeugen, ähm, weil die ja im Normalfalle auch aus Metall gefertigt ist. Bei vollintegrierten gilt das nicht. Die sind dann im Zweifel auch aus GFK. Also nicht ganz einfach, ähm, um wenn ihr euch unsicher seid und wirklich 'n krasses Gewitter am, im Anmarsch ist, dann kann's helfen, einfach in ein befestigtes Gebäude zu gehen. Ähm, Duschgebäude, Badezgebäude, Abwaschgebäude, Rezeption, ähm, Aufenthaltsräume, alles, was es da so gibt, sind im Zweifel sicherer als euer Fahrzeug. Ähm, teilweise haben sie sicherlich auch 'ne, 'ne Blitzschutzanlage, also das heißt einen klassischen Blitzableiter, aber sollten euch definitiv besseren Schutz geben. Der einzige Punkt: Dann nicht dabei duschen und auch Finger weg von Wasserhähnen, weil das ist alles Metall und, äh, im Zweifel sucht sich der Blitz halt auch darüber seinen Weg. Das muss alles auch nicht immer super schlimm werden. Ähm, es geht darum einfach oder es geht hier ja einfach darum, um sicher zu sein, ne. Ich mein, es schlägt nicht bei jedem Gewitter ständig 'n Blitz in irgend 'n Wohnwagen oder in 'n Wohnmobil ein. Es kann eben nur durchaus passieren und deswegen macht's Sinn, so sich 'n bisschen quasi, äh, damit auszukennen, bisschen Wissen zu haben, um zu wissen, was ich tue, wenn's zum Ernstfall kommt.
Nele: Und was auch wichtig ist, was man vielleicht im ersten Moment nicht so aufm Schirm hat, wenn ich 'n Camper Van habe mit Aufstelldach, ähm, dann auch nicht im Aufstelldach, äh, schlafen oder im Hubdach, weil das ist ja auch in der Regel wieder aus Kunststoff gefertigt, ne. Also da sich nicht auf den Faradayschen Käfig des Fahrzeugs verlassen und sich dann da gemütlich einkuscheln, sondern da lieber dann das Dach schließen und-
Sebastian: Ja
Nele: ... und eben unten sich die Sitzgruppe umbauen oder was auch immer.
Sebastian: Ja, rein theoretisch passt es, weil die meisten 'n Metallgestänge haben, aber ich würd da auf Nummer sicher gehen. Das Gleiche, würd auch nicht unbedingt bei Alkoven dann mich, äh, hinlegen, sondern eher mich unten aufhalten. Also die Empfehlung vom VDE und ich glaub auch vom ADAC ist, sich auf den Boden zu setzen. Das kann man tun. Ich denke, an der Dinette sitzen mag auch noch okay sein, aber je weiter unten, desto größer ist natürlich die Sicherheit, nicht irgendwie doch noch ein bisschen Strom abzubekommen. Und bevor ich's vergesse, noch 'n ganz, ganz, ganz wichtiger Punkt: Ähm, Gewitter kommt ja meist auch mit starken Winden und teilweise Sturm einher. Und, äh, als ich damals diese, diese Blitzfotos gemacht habe, hab ich auch beobachtet, wie eine Markise einfach nach oben umgeklappt ist. Also auch hier der Punkt: Egal wie stark ihr eure Markise abgespannt habt und wie sicher ihr meint, dass die ist, aus meiner Erfahrung würd ich sie immer, wenn ich merke, es kommt jetzt Wind auf und es kommen vielleicht dunkle Wolken auf, so schnell wie möglich einkurbeln, einfahren, weil ihr könnt dann gar nicht mehr so schnell agieren. Der, das waren, äh, war 'n Kastenwagen, ich kann mich noch erinnern, und die Leute haben halt so geguckt und, und ich glaub, die waren sich der Gefahr nicht bewusst. Und ich hab in dem Fall im Moment auch nicht geschalten, dass die vielleicht das gar nicht ein-, äh, -rollen könnten. Und im nächsten Moment hab ich halt nur gesehen, wie's die einmal einen Windstoß kam und dann ist die Markise einmal übers Wohnmobil geklappt. Dann hast du nicht nur 'ne defekte Markise, sondern mit 'n bisschen Pech sind auch die Aufnahmen kaputt oder es reißt dir klar irgendwie Löcher in deine Außenhaut, ähm, weil das ist halt wie 'n großes Segel und da sind unheimliche Kräfte, die da quasi wirken. Ähm, deswegen da ein bisschen Vorsicht und Markise so schnell wie möglich einfahren.
Nele: Übrigens haben wir schon vor längerer Zeit, ich weiß jetzt nicht mehr genau das Jahr, ähm, 'ne sehr ausführliche Folge gemacht zum Thema Unwetter und Hagelschäden an Campingfahrzeugen. Das war mit dem Dieter Schäffler hier von der RMV. Und da haben wir auch noch mal ganz, ganz viel Wissen zu diesem Thema abgegraben, was auch dann die Schadenregulierung und so was angeht. Da könnt ihr auch gerne noch mal reinhören. Wir verlinken die in der Folgenbeschreibung, damit ihr die jetzt nicht raussuchen müsst.
Sebastian: Noch 'n weiterer wichtiger Punkt: Ihr seid vielleicht auch über Landstrom aufm Campingplatz angeschlossen. Wenn ihr dann entsprechend keinen Blitzschutz in eurem Fahrzeug habt, dann kann's auch hilfreich sein, den Landstrom vorher zu kappen. Also das Kabel mindestens 'n Meter vom Fahrzeug weg oder besser. Ähm, also das sollte dann natürlich nicht offen im Regen rumliegen. Das ist auch nicht gut. Ähm, aber dann besser einfach komplett abklemmen. Und, ähm, wenn ihr denkt, dann zieh ich's halt einfach am Stromkasten raus und lass es liegen. Auch so 'n Kabel kann durchaus eben einen Blitz auffangen und ins Fahrzeug leiten. Das sind alles keine großen Wahrscheinlichkeiten, aber wenn es eben passiert, ist es halt maximal blöd. Ähm, deswegen kann es durchaus hilfreich sein, auch sich, äh, den Kabel oder die Kabel zu trennen vom Landstrom und auch natürlich dran denken, ähm, Antennen aufm Dach und so weiter einfahren, einziehen-
Nele: Mhm
Sebastian: ... die, äh, äh, Sat-Antenne einklappen, weil auch die sind natürlich oder sind häufig, äh, irgendwo mit Metall verarbeitet und ziehen den Strom entsprechend natürlich mehr an, als das jetzt ohne Antenne passieren würde.
Nele: Also was ich noch ganz beeindruckend fand im negativen Sinne, äh, war 'ne Info, die ich in, glaub ich, auch in dem VDE-Merkblatt gesehen hatte, dass die Reichweite von Überspannung wirklich enorm ist. Also es muss gar nicht der Blitz bei dir selber oder beim Nachbarn einschlagen. Da ist auch immer gut, 'n bisschen Abstand zu halten. Da werden mindestens drei Meter empfohlen, auch wegen Brandschutz und so. Aber die Reichweite kann bis zu drei Kilometer rund um 'nen Einschlag betragen und das betrifft dich dann natürlich auch wieder, wenn's irgendwo in der Gegend, zum Beispiel in 'nem Baum einschlägt und du gehst dann aus deinem Fahrzeug raus, ne, zum Beispiel. Also da, da kann auch was passieren. Kann. Also mir ist jetzt persönlich kein einziger Fall bekannt, dass es so gelaufen wäre bei, auf 'nem Campingplatz und wir wollen da auch wirklich überhaupt keine, keine Ängste schüren, sondern einfach nur, dass man so 'n bisschen im Hinterkopf hat, dass es halt wirklich nicht ohne ist, dieses ganze Thema.
Sebastian: Ja, und du hast mit Baum grade angesprochen. Wind, Sturm heißt halt auch unter Umständen herunterfallende Äste, äh, umknickende Bäume. Ich kann mich da auch noch sehr gut erinnern, äh, dass-- Ich glaube, es war mal von 'nem Caravan Salon vor einigen Jahren, da haben wir uns irgendwo bei euch dagegen getroffen und da waren wir grade zugange, dann kam 'n Sturm auf und dann hat's da direkt vor uns 'ne Birke umgelegt auf 'm Campingplatz. Also auch das kann passieren und das ist natürlich auch mit 'm Campingfahrzeug durchaus gefährlich, wenn der Baum auf euer Fahrzeug stürzt. Auch das passiert so gut wie nie, aber so 'n bisschen gucken, äh, kann da durchaus helfen und auch unter dem Baum Schutz suchen ist nicht unbedingt hilfreich, weil der natürlich entsprechend auch sehr hoch ist, exponiert ist, den Blitz anziehen kann. Und wie ihr da grad sagt, also ich hab ja vorhin auch gesagt, die, die Stromstärke ist gigantisch und der bleibt nicht unbedingt im Baum, sondern der huscht auch hin und her, wenn ihr da irgendwie daneben steht und dann kriegt ihr vielleicht nicht mehr die volle Ladung ab, aber, ähm, auch die Hälfte oder 'n Viertel ist noch genügend gefährlich. Und deswegen sollte eigentlich Grundwissen sein, aber ich glaube, vielen Menschen ist das nicht so bewusst, weil grad die Älteren haben noch das, das Wort oder dieses, diesen Spruch im Kopf: „Buchen suchen, Eichen weichen." Ähm, das ist völliger Blödsinn. Also es ist egal welcher Baum, dem sollte man immer ausweichen, äh, lieber sich irgendwo flach hinlegen beziehungsweise flach zusammenhocken irgendwo, nicht auf 'nem Berg. Das macht, wenn man gar keinen Schutz hat, auf jeden Fall Sinn. Und ich würde auch bei 'nem Zelt, selbst wenn's ein Metallgestänge hat, nicht unbedingt drauf vertrauen, dass ihr da sicher seid, sondern wenn ihr 'n Zelt habt, immer in 'n PKW rein, wenn ihr einen habt oder ansonsten ins Sanitärgebäude oder in die Rezeption, also wirklich in 'nem, ähm, Haus dann quasi Schutz vorm Gewitter suchen.
Nele: Ja, also flach hinlegen bitte nicht, sondern hinkauern nennt sich das. Also in 'ner Hocke, äh, in die Hocke gehen. Ist aber kein Schutz, sondern, ja, wird halt so als Schadensbegrenzung, wenn gar nichts anderes zur Verfügung steht, empfohlen. Aber ja, wie gesagt, immer lieber irgendwo anders Schutz suchen.
Sebastian: Ja, ansonsten die Zählregeln noch vielleicht. Also zwischen Blitz und Donner könnt ihr die Sekunden zählen, ne, 21, 22, 23 sind drei Sekunden. Das, äh, äh, dividiert ihr dann durch drei und dann habt ihr so ganz grob den Abstand zwischen euch und dem Gewitter. Und, äh, und, also und zwar in Kilometern. Also das heißt, neun Sekunden sind ungefähr drei Kilometer und, äh, ab zehn Kilometern kann es schon gefährlich sein, weil natürlich Gewitter häufig mit Wind einherkommen und schnell bei euch sind. Deswegen, ach, solang zwischen Blitz und Donner irgendwie Minuten vergehen, nein, das ist unwahrscheinlich, aber 10, 20 Sekunden vergehen, 30 Sekunden kann das alles noch völlig okay sein. Aber da könnt ihr auch so 'n bisschen schauen, wie weit das Gewitter weg ist. Ich weiß, als Kinder haben wir das immer, äh, bei jedem Gewitter gemacht und geguckt, wie weit's weg ist.
Nele: Ja, wir hoffen, dass ihr einen möglichst unwetterfreien Restsommer vor euch habt und in den nächsten Folgen werden wir dann auch schon so langsam anfangen mit unserer Caravan Salon Berichterstattung, je nachdem, wie viele Infos uns bis dahin vorliegen. Und ansonsten, ja, wünschen wir euch einen schönen und nicht zu heißen Mittwochnachmittag oder wann immer ihr uns hört. Und bis nächsten Samstag. Tschüss.
Sebastian: Bis denne. Ciao.